Psychische Krankheiten: Risikofaktor älterer Vater?

14. Februar 2014
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Wissenschaftler berichten nun im Zuge einer kürzlich publizierten Studie, dass Kinder älterer Väter ein höheres Risiko haben, an psychischen Störungen zu erkranken.

Das von John McGrath, Professor am Queensland Brain Institute (QBI), geleitete internationale Forschungsteam bediente sich des dänischen Gesundheitsregisters, um das Alter der Mütter und Väter von 2.894.688 Neugeborenen zu untersuchen.

„Die Studie betrachtete zwischen 1955 und 2007 geborene Personen mit einem breiten Spektrum an psychischen Krankheiten wie Schizophrenie, Stimmungsstörungen, neurotischer, stressbedingter Störungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen und einer Reihe von Entwicklungs- und Kindheitsstörungen, von insgesamt etwa 42,7 Millionen Personenjahren“, so Professor McGrath. „Wir haben herausgefunden, dass das Risiko für psychische Krankheiten, insbesondere geistige Behinderung, Autismus und Schizophrenie für Kinder steigt, wenn die Väter bei deren Geburt älter als 29 Jahre waren.

Die Verbindung zwischen dem Alter der Eltern und mentalen Störungen bei deren Kindern kann durch eine Reihe verschiedener Faktoren bedingt werden. „Neue Mutationen in den Samenzellen können zu einem erhöhten Risiko für ein überraschend breites Spektrum an psychischen Störungen beitragen.“ Bei der Analyse der Daten fanden die Forscher auch eine Verbindung zwischen Kindern junger Mütter und Suchterkrankungen, hyperkinetischen Störungen (ADHS) und geistiger Behinderung. „Die Kinder von Teenager-Müttern waren am anfälligsten für die meisten neurotischen und stressbedingten Erkrankungen.“

Die biologische Uhr tickt

Die Studie ist, so die Studienautoren, ein weiterer Beleg dafür, dass die Nachkommen älterer Väter ein erhöhtes Risiko für eine ganze Reihe von Erkrankungen haben. „Neueste Gen-Studien belegen, dass die Nachkommen älterer Väter mehr neue (de novo) Mutationen aufweisen. Unsere Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass die altersbedingten Genmutationen bei Vätern die geistige Gesundheit der Kinder beeinträchtigen können.“ Kurz gesagt: die biologische Uhr tickt für Männer genauso wie für Frauen.

Originalpublikation:

A Comprehensive Assessment of Parental Age and Psychiatric Disorders
John J. McGrath et al.; JAMA Psychiatry, doi: 10.1001/jamapsychiatry.2013.4081; 2014

38 Wertungen (3.79 ø)

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7 Kommentare:

HP Ingeborg Schauer
HP Ingeborg Schauer

…und das Lebensalter der Eltern bei der ersten Geburt verschiebt sich immer weiter nach hinten (zumindest in Deutschland); was für Aussichten auf die Zukunft!

#7 |
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Gast
Gast

mit Männern ist es wie mit Wein, so lange sie gesund sind,
je älter desto besser!

#6 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Das “Risiko” einer längeren Lebenserwartung steigt,
das meinte #2 sicher. Hängt eindeutig mit den Spermien zusammen, die sich bekanntlich permanent teilen und dabei längere “Telomere” erhalten.
Telomere , Gesundheit, geistige Leistungsfähigkeit und Lebenserwartung ist doch eines der heißesten genetischen Themen der Gegenwart mit signifikanten Korrelationen.
Ging doch schon durch alle Gazetten.
Ältere Väter vererben (auch den Töchtern natürlich) mit ihren Spermien längere Telomere als jüngere Väter.
Gehört zur Allgemeinbildung :-)

(Es gibt sicher noch andere Faktoren für Langlebigkeit)

#5 |
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Das Risiko wird wohl nicht nur bei psychischen Erkrankungen ansteigen.

#4 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

“… genauso wie für Frauen”
Dem “Institut Ranke-Heinemann” fehlen biologische Grundkenntnisse.
Der Gast hat recht.

#3 |
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Gast
Gast

nur kein Neid,
Spermien altern nicht! Deshalb gibt es auch unbestrittene genetische Vorteile

#2 |
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Institut Ranke Heinemann: Studium Australien:
http://www.ranke-heinemann.de/‎
Pressestelle. Friedrichstr. 95 10117 Berlin Deutschland Berlin. E-Mail-Adresse: berlin@ranke-heinemann.de. Sabine Ranke-Heinemann Telefon: 0201/252552

#1 |
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