Homöopathie: Der Glaubenskrieg geht weiter

7. Februar 2014
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Wirkungsvolle Methode der Alternativmedizin oder Etikettenschwindel? Über den Nutzen homöopathischer Therapien streiten Ärzte, Apotheker und Patienten seit Jahrhunderten. Jetzt tragen zwei Gesellschaften ihren Disput über eine lesenswerte Broschüre aus.

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) fordert eine sachliche Diskussion – gerade bei  emotional besetzten Themen wie der Homöopathie. Ihre Standpunkte fassen Vertretern in einer kritischen Broschüre zusammen. Grund genug für den Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), gegenzusteuern. „Ihrem wissenschaftlichen Anspruch werden die Skeptiker in diesem Faltblatt nicht gerecht: Behauptungen werden aufgestellt und nicht belegt, Studienergebnisse einseitig interpretiert, falsche Aussagen zur Medizin und zur Medizingeschichte formuliert – an vielen Stellen springt dem Leser schlicht die Unkenntnis der Verfasser über die ärztliche Homöopathie ins Auge“, heißt es vom DZVhÄ. Deshalb veröffentlichen Ärzte ihrerseits eine kommentierte Version des Traktats. Durchaus ernst gemeint, aber trotzdem mit einem Augenzwinkern, greifen sie zentrale Argumente der Kritiker auf.

Eklig oder kein Wirkstoff?

So schreibt die GWUP: „Die Tropfen, Globuli, Tabletten, Salben und Injektionslösungen werden häufig aus ganz anderem Material hergestellt: giftigen chemischen Elementen, Tier- und sogar Krankheitsprodukten – darunter auch, was wenig bekannt ist, Gruseliges wie etwa Fliegenpilze, Schlangengift, Speichel tollwütiger Hunde, Kopfläuse, Kakerlaken, Hundekot, Eiter, Krebs- und Leprazellen, Arsen, Quecksilber und Plutonium.“ Und DZVhÄ-Vertreter kontern: „Wo ist das Problem, wenn doch „in diesen angeblichen Heilmitteln“ kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes mehr enthalten ist (…)? Skeptiker sollten sich entscheiden, eklig oder kein Wirkstoff – beides zusammen gehe schlecht.

Gut verdünnt

Naturgemäß befasst sich GWUP-Vertreter auch mit Potenzierungen. „Stellen Sie sich eine einzige Tablette vor, verteilt auf alle Meere der Welt. Würden Sie dann auf die Heilkraft eines Tropfens Meerwasser setzen? Nein? Nach den Regeln der Homöopathie wäre das aber noch eine eher niedrige Verdünnung, nämlich etwa D13.“ Darauf schreibt die DZVhÄ: „Glauben Homöopathen, dass eine Tablette Aspirin irgendwo ins Meer geworfen alle Kopfschmerzen dieser Welt beseitigt? Oder funktioniert die Homöopathie doch ganz anders?“ Auch hätten Wissenschaftler den  Wirkmechanismus vieler schulmedizinischer Mittel trotz Kenntnis chemischer Strukturen noch nicht erforschen können.

Was wirkt wogegen?

Bleibt als weiterer Kritikpunkt, bei welchen leiden entsprechende Präparate Verwendung finden. „Ein paar Freiwillige nehmen einige Tage lang ein Homöopathikum ein und notieren alles, was sie in dieser Zeit an sich selbst wahrnehmen. Daraus ergibt sich das typische „Arzneimittelbild“ des Präparats“, so die GWUP. Solche Versuche, zum Teil vor über 100 Jahren durchgeführt, würden seitdem ungeprüft übernommen. Das sehen homöopathische Ärzte anders: Prüfungen fänden mit „mehr als ein paar Freiwilligen“ statt, inklusive Nachbeobachtung und Auswertung. Auch werde das Verfahren „laufend fortentwickelt und den modernen Erfordernissen angepasst“. Nicht alle, aber viele Symptome bestätigten sich in Wiederholungsprüfungen.

21 Wertungen (3.05 ø)
Pharmakologie, Pharmazie

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13 Kommentare:

Gast
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#13 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen von Prim. Frass aus Wien persönlich per E-mail über Homöopathie belehrt zu werden.
Diese Fort(von)Bildung hat mich zu einem eigenen Kapitel angeregt in meinem Buch angeregt.

C- oder D-Potenzen – eine Gretchenfrage

Wie halten Sie es mit den Naturwissenschaften?

Die Frage, warum C30 und nicht D30 ist berechtigt. Mathematisch gesehen ist der Unterschied gravierend, ist doch der Grad der Verdünnung nur um 30 Nullen erhöht. Aber die Homöopathen stört es nicht, ob die Verdünnung, pardon, die Potenzierung zu einem Ergebnis von 1 zu 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 oder 1 zu 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 gelangt. Denn Überlegungen ob C- oder D-Potenzen – es gibt noch andere Verdünnungsreihen – sind zweitrangig, Da auch die Ansicht vertreten wird, daß dies in punkto Wirksamkeit egal ist, und aus Umweltschutzgründen, wegen möglichen Ressourcenmangels und des Schutzes seltener Tiere und Pflanzen C-Potenzen vorzuziehen seien. Bei der nicht unbeliebten Potenz C200 kommen nach dem Einser 400 Nullen.

Homöopathie liegt im Trend. Sie ist sanft und umweltfreundlich.

Aber diese (Wahn)Winzigkeiten, zu deren Veranschaulichung schon das Molekül pro Galaxie herhalten muß, stören gestandene Homöopathen nicht. Sie erfinden zur Erklärung und Rechtfertigung flugs einen neuen Dualismus. Dieser ist nicht wie früher zwischen dem Körper und einer Lebenskraft, einer transzendenten Seele oder einem Geist zu suchen, sondern zwischen einer „molekularen Ebene“ und einer „Ebene der Information“ zu sehen. Mit diesem Kunstgriff entledigt man sich elegant der Frage, wozu überhaupt Rezeptoren dienen. Gibt es womöglich zweierlei konkurrierende Informationssysteme in lebenden Organismen? Stehen einander Hard-Core Botenstoffe wie Adrenalin und Co. mit ihren unzähligen verschiedenen Rezeptoren und Regelkreisen noch unbekannten Soft-Tune-Informationsschwingungen mit offensichtlich außerphysikalischen Eigenschaften gegenüber? Ringen die beiden um die Vorherrschaft und machen uns das Leben schwer?

Bislang konnten die Naturwissenschaften von alledem nichts finden. Es gibt einen Hinweis für die Existenz von den viel beschworenen Schwingungen und Informationen, noch gelang es, ein wie auch immer geartetes Substrat zu isolieren, das für den Empfang und Weitergabe von Informationen oder sonstigen metaphysikalischen Regelsignalen in Frage kommen könnte. Bis heute ist es nicht gelungen, irgend etwas Materielles, Organähnliches oder sonstwie Faßbares diesbezüglich aufzuspüren. Im Raum stehen nur Vermutungen mit tollen Benamsungen. Welch ein Glück, daß es keinen Musterschutz für Fachausdrücke aus der Teilchenphysik oder sonstigen Wissenschaften gibt. Doch Homöopathie und Co. treiben es immer bunter, und wenn es so weitergeht, wird die Ehrentafel für Otto Loewi und seinen Nobelpreis am Haupteingang der Universität in Graz womöglich wieder abmontiert werden, denn Loewi verstarb 1961 und kann seiner unhomöopathischen Entdeckung nicht mehr abschwören. Er bewies die chemische Übertragung von Nervenreizen und begründete die Rezeptorentheorie. Seither resultieren Informationen in der Biologie aus chemisch-physikalische Wechselwirkungen und nichts anderem.

Bewiesen wurden die Konstrukte der „Bioinformation“ und dergl. nur durch radioästhetische Zuckungen in unverblindeten Versuchsreihen. Wie allgemein bekannt sein dürfte, sind Pendler und Radioästheten Leute, die mit ihren Ruten und Pendeln ins Haus kommen, nach den rechten Schwingungen sehen und praktisch nie werden Betten an unverdächtigen Orten gemutet. Es ist schon ein merkwürdiger Zufall, daß die Betten zufälligerweise immer am falschen Ort stehen. Aber mit dieser Problematik wird das Publikum von seinen Informationsmedien weder belustigt noch belästigt.

Wie ganz anders dagenen die Homöopathie funktioniert, liest sich dann auf der WEB Seite des Homöopathen Dr. Klaus Connert kurz und bündig so:

„ … Der Grundansatz der Homöopathie ist anders als jener der konventionellen Medizin. Konventionelle Medikamente wirken auf molekularer Ebene: ein Arzneimolekül greift z. B. an einem Zellrezeptor an.
Homöopathische Arzneien wirken auf der Ebene der Information: Die Arznei setzt im Regelsystem des Menschen einen gezielten Reiz, auf den der Mensch dann mit einem Regenerations- bzw. Heilungsprozeß reagiert. Die Fähigkeit zu reagieren ist die Bedingung für die Wirksamkeit einer Arznei … “

Der Kassenzettel – ein Beweismittel für „Homöopathie wirkt!“

Naturwissenschaftverträgliche Auskünfte von Homöopathen sind schwierig zu bekommen. Diesbezüglich erhielt ich von Prof. Dr. Michael Frass ein E-Mail zur Kenntnisnahme, das er an die Apothekerkammer gesandt hatte. In diesem E-Mail bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit hinsichtlich Homöopathie und drückte gleichzeitig seine Verwunderung darüber aus, daß es einen Apotheker gibt, der gegen die Homöopathie opponiert und diese doch verkauft. Als Beweis übermittelte er die Kopie eines Kassenzettels über Arnika D6 Globuli. Damit wollte er offenbar, Kritik zum Verstummen bringen. Natürlich ist es inkonsequent, als Homöopathiegegner Globuli zu verkaufen, dessen bin ich mir bewußt, aber als Apotheker ist man per Gesetz prinzipiell dazu gezwungen.

Diese allerhöchste Fürsorge – Prim. Dr. Michael Frass ist führender Homöopath Österreichs – um die Homöopathie war ein willkommener Anlaß, ein E-Mail an Prof. Frass zu richten. Ich konfrontierte ihn mit Kritik an der Homöopathie aus naturwissenschaftlicher Sicht. Prof. Frass erwiderte, daß er viel zu sehr beschäftigt sei, um immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten. Auf das Problem des Potenzierens ging er nicht ein sondern fragte mich, ob ich schon wüßte, daß Homöopathie mit Potenzieren nichts zu tun habe. Was soll man nur dazu sagen? Ich empfahl ihm, das nur ja nicht laut auszuposaunen, wo doch Homöopathie und Potenzieren ein Herz und eine Seele sind. Gilt nicht Potenzieren als eine der Grundsäulen der Homöopathie? Was bleibt übrig von dieser Lehre, wenn das Dogma der Dogmen wegfällt oder nebensächlich ist? Diese Frage blieb bis heute unbeantwortet.

Ist vielleicht auch „Gleiches heilt Gleiches“ anders zu verstehen? Fragen zu diesem Lehrsatz werden ja nicht beantwortet. Wir müssen uns damit begnügen, daß es ein Credo, ein „ich glaube“ ist. Im Prinzip hält dieser Glaubenssatz daran fest. Die homöopathische Behandlung beginnt und endet mit diesem Credo. Es genügt zur Behandlung in Erfahrung zu bringen, daß sich die Symptome einer „Krankheit“ und die Symptome eines sogenannten „Arzneimittelbildes“ gleichen, ganz egal welche Bedingungen und krankmachende Ursachen dahinterstehen. Das ist absurd und nicht in Einklang zu bringen mit allem, was wir heute über Leben wissen. Kopfweh kann ein Symptom für Streß, verspannte Nackenmuskel und auch für einen Gehirntumor sein, und hinter Gelenkschmerzen können sich eine Borreliose, ein rheumatisches Geschehen, eine Harnsäuregicht und und und verbergen. Die notwendigen Behandlungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

#12 |
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Skeptikus
Skeptikus

@Dr. E. Berndt
ich kann Ihre Argumente gut nachvollziehen, siehe auch dieses Werk hier: Starrköpfe überzeugen von Sebastian Herrmann: http://blog.gwup.net/2013/12/03/starrkopfe-uberzeugen/

Auch wenn Skeptiker es nicht hören wollen. Wir können gegen Anekdoten nicht mit Fakten ankommen, nur mit anderen Anekdoten. Dennoch halte ich es für wichtig, dass Irrlehren wie die Homöopathie nicht unwidersprochen bleiben und dafür benötigt man Fakten. Man merkt ja auch an Medien wie ZEIT, Stern, Süddeutsche, der Tagesspiegel, SPIEGEL usw. dass für die helleren Kerzen auf der Torte die Faktenlage klar ist und die meisten Artikel auch fundiert kritisch sind.

Was ist sonst zu tun?
Dranbleiben. Viele Werte und Ansichten, die heute immer mehr in die Mitte der Gesellschaft gerückt sind, waren zuerst von Exoten oder einer Minderheit gefordert oder benannt worden. Siehe das Rauchen. Schaut euch mal Filme aus den 1950er Jahren an, köstlich, heute pfercht man Raucher in viel zu kleine Kabinen am Flughafen oder scheucht sie auf die Straße, das hätte mal einer vor 50 Jahren fordern sollen…..Ich bin daher eher optimistisch. Sobald Ärzte bspw. auch für das Gespräch und die Fürsorge/Zuneigung zum Patienten auch bezahlt werden würden, dann wäre ein Sumpf schon trockengelegt. Kritisch sehe ich Hebammen und Heilpraktiker, gerade Heilpraktiker beschäftigen sich quasi immer mit Pseudomedizin. Hier werden Insbesondere Eltern perfekt in die Irre geführt. Sie wollen ja nur das Beste für ihre Kinder. Das Zucker ohne was drin, für 80 EUR pro 100 Gramm bisschen teuer ist und einfach ne clevere Geschäftsidee, sehe ich schon auch mit etwas Respekt an. Gut widerliche Getränke wie die Gummibrühe aus Fuschel am See werden auch nur durch Marketing zu einem riesen Geschäft. Sei es drum.

Was gar nicht geht ist der Versuch die Homöopathie an die Uni zu bringen. http://blog.gwup.net/2014/01/22/gwup-kritisiert-die-geplante-homoo-akademie-in-traunstein/

Damit schädigt man den Wissenschaftsstandort Deutschland. Bald gibt es noch ein Master in Astrologie oder ein Bachelor in Kreationismus.

Die Skeptiker sollten endlich erkennen, dass das Fakten eine gute Grundlage sind, jetzt aber Anekdoten notwendig sind, von denen es genügend gibt.

Meine Zukunftsvision ist diese: Homöopathie wird im Jahr 2030 im Drogeriemarkt wie Nahrungsergänzungsmittel gekauft. Bringt nicht unbedingt was, wer es aber haben möchte, soll es kaufen. Die Skeptiker weisen nur noch bei besonders gestörten Fällen (bspw. Murus Berlinensis also Berliner Mauer, gegen Blockaden) auf den Schwachsinn hin.

Die Medizin hat endlich erkannt, dass Zuneigung, Verständnis durch Gespräche und Berührungen für den Heilungseffekt genauso wichtig sind, wie gute Medikamente.

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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Skeptikus
Sie haben die Diskussion natürlich gekonnt auf den Punkt gebracht. Ich habe und andere auch daran absolut nichts auszusetzen. Aber wenn man die Frage stellt, was es bringt, so muss man leider sage nichts.
Und warum?
Grete de Francesco in ihrem Buch “Die Macht des Scharlatan” genau dieses Szenario beschrieben, dass darin besteht, das wir, die Skeptiker und Wissenschaftler eben mit logisch wissenschaftlichen Argumenten gegen die Homöopathen bzw. Scharlatane argumentieren. Diese Argumentation verpufft aber, denn es geht um die Kommunikation zwischen den Scharlatanen und ihren Anhängern.
Unser Vorwurf an die Homöopathen unwissenschaftlich unhaltbar und unwirksam zu sein ist insofern für die Homöopathen nicht von Belang, als diese ja nicht uns überzeugen wollen, so blöd sind die ja nicht, sondern ihr Publikum, ihre Gläubigen etc. mit ihrem pseudowissenschaftlichem Singsang überzeugen. Entscheidend ist in dieser Auseinandersetzung die Beziehung zwischen dem Scharlatan und seinem Publikum. Die Argumente des Scharlatans wie auch die Argumente der Homöopathen sind blödsinnig und was sonst noch alles, aber sie sind für ihre Adressaten logisch.
Unsere logischen Argumente, wie gut diese auch immer sein mögen, erreichen die Homöopathiegläubigen nicht.
Die Frage ist, wie der Denkprozess im Publikum katalysiert werden kann.
Welche hemmenden Denkschwellen gilt es aufzubrechen, dass konstruktives Nachdenken überhaupt einsetzen kann.
Im Grunde genommen ist es einfach Scharlatanerie zu erkennen, wenn man einmal das Muster erkannt hat. Es ist wie in einer Kunstgalerie, wenn einem ein Bild erklärt wird oder wenn einem ein Kunstexperte eine Stilepoche näherbringt. Auf einmal sind die vielen besonderen Merkmale einer Stilrichtung sichtbar.

#10 |
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Merowech
Merowech

*BINGO*

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Gast
Gast

Eine Schande für den Ärztestand: Homöopathie ist und bleibt
Betrug.

#8 |
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Skeptikus
Skeptikus

Bitte um Entschuldigung für die Tippfehler, das macht kein Spaß auf dem iPad im dem kleinem Editor zu korrigieren! dafür hier noch ein Lesetipp: Die Homöopathie-Lüge : http://www.christian-weymayr.de/homoeopathie.html/
Pflichtlektüre für alle Ärzte und Apotheker.

#7 |
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Skeptikus
Skeptikus

Lieber DZVhÄ,

netter Versuch eine Minibroschüre zu zerpflücken, in der aufgrund des geringen Platzes, nicht alle Gedanken ausführlich dargelegt werden können. Die Broschüre richtet sich ja wohl offensichtlich an Laien und Diejenigen, die sich noch nicht ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben. Dass der DZVhÄ wissenschaftsmethodisch im 19. Jahrhundert stecken geblieben ist, halte ich für viel peinlicher, als einem Handzettel fehlende wissenschaftliche Fundierung vorzuwerfen. Es ist ja nun so, dass nur gläubige Homöopathen behaupten, dass die Studienlage irgendwelchen Spielraum für einen über den Placeboefffekt liegenden Erfolg lässt. Warum? Weil es keine Möglichkeit gibt Homöopathen zu belegen, dass Homöopathie nur Placebomedizin ist, denn ihr erlebt doch im Alltag, dass es funktioniert und außerdem ist es doch beliebt! Dieses erschreckende Niveau rudimentärer Reflexionsfähigkeit ist erschreckend und für studierte Mediziner ein Armutszeugnis. Wie kann ich der Urteilsfähigkeit eines Artzes vertrauen, der nicht mal ein so einen klaren Fall von Pseudomedizin intellektuell durchdringt, wie die Homöopathie.

Aber zurück zur Broschüre. Da viel Patienten Homöopathie für harmlose Kräutermedizin oder pflanzenmedizin halten! ist es schon für den einen oder anderen Patienten interessant zu erfahren! dass die Ausgangsstoffe nicht nur Brennnessel, Rosen und Ingwer sind, sondern, dass sich Homöopathen nicht entblöden Substanzen wie Potwalldreck, Berliner Mauer gegen Blockaden, Quecksilber, Hundekot, Sonnenfinsternisstrahlen uvm zu potenzieren. Und selbstverständlich ist allen Skeptikern klar, dass bei Hochpotenzen von diesen Stoffen nichts mehr vorhanden ist. Das eine Argument hat also mit dem anderen nichts zu tun.

Und der hilflose Verweis darauf, dass die Schulmedizin ja auch nicht alle Wirkmechanismen kennt, mag rethorisch nicht ganz ungeschickt sein, Frau bajic vom DZVhÄ wiederholt das ja auch immer fleißig im TV, aber entweder stellt ihr euch dümmer als ihr seid oder ihr rafft es wirklich nicht, beides wäre peinlich.

Homöopathische Hochpotenzen können gar nicht sauber hergestellt werden, siehe Prof Martin Lambeck http://www.youtube.com/watch?v=mOkWxw8L0go

Die Studienlage ist eindeutig und zeigt klar: Nicht besser als Placebogruppe , sagt sogar das das IQWIG
Ihr missbraucht die Tatsache! dass es schlechte Studiendesigns gibt und der normale Patient denkt, ach wenn es ne Studie gibt, dann wird es schon passen. Gut die Zigarettenindustrie hat diese Nebelkerzentaktik erfolgreich
vorgeführt.

Die Annahmen von Hahnemann sind vorwissenschaftlich, er kannte keine Viren oder Bakterien, aber Geisterzüge Verstimmungen. Usw.usf. Daher gibt es gar nichts zu erklären, somit ist das Argument, Ur, wir Homöopathen wissen nicht, wie es wirkt und das ist auch okay, wir sehen ja das es wirkt.

Wissenschaftler sagen klar, es gibt keine Wirkung die belegt ist (über Den Placeboeffekt hinaus>)und das wurmt die Homöopathen am meisten! wie kann es sein, dass die Studienlage so desaströs für die Homöopathie ist? Wenn die Fakten nicht zur Theorie passen! Pech für die Fakten. Psychologisch ist das alles schön zu erklären mit Confirmation Bias, Dunning-Kruger-Effekt usw. Erst täuscht man sich selbst, dann die anderen.

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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Ein Glaubenskrieg ist ein Krieg zwischen zwei “Glauben”.
Hier geht es aber nicht um einen Glauben sondern hier geht es darum, ob es zulässig ist, dass Wissen im Sinne der modernen naturwissenschaftlichen
Erkenntnisse, das auf intersubjektiver Nachprüfbarkeit, auf seine Tauglichkeit als Vorhersageinstrument und auf immer wieder bestätigter “Tatsachlichkeit” als gesichert gelten kann, einfach für unerheblich erklärt wird. Unser naturwissenschaftliches Wissen, die sogenannten Naturgesetze sind hierarchisch und durchgängig in allen Wissenschaften und Disziplinen gültig inklusive Biologie, Medizin.
Und so gesehen ist Homöopathie nicht von dieser Welt. Entweder gibt es nur eine einzige Welt oder es gibt mehrere gleichzeitig existierende Realitäten.
Homöopathie setzt aber den Glauben an geistartige Wirkungen an transreale vernunftferne Kräfte voraus.
Das was an Wirkungen berichtet wird, lässt sich im Rahmen der Medizin und der Naturwissenschaft bestens erklären.

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Gast
Gast

Gähn. Ich kann nicht mal mehr über die aufgeregten Kindergarten-‘Du-aber-auch’-Kommentare der Zuckerheiler lachen. Auch die Geschichte von der vorgetäuschten Mondlandung lässt sich nicht ausrotten, aber muss man denn ständig und überall drüber schreiben? 250 Jahre Diskussion über Schwachsinn sind doch wirklich genug…

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Gast
Gast
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Es ist eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen über die Grundlagen der Homöopathie zu diskutieren. Es gibt unter aufgeklärten skeptischen Naturwissenschaftlern eigentlich nichts zu diskutieren, dennoch ist es so, dass sich namhafte Vertreter immer und immer wieder bemühen, die vorgebrachten (pseudo)wissenschaftlichen Argumente der Homöopathen zu widerlegen, mit denen diese ihre Glaubenslehre zu belegen und zu erklären suchen. Aber Tatsache ist, dass auf ein widerlegtes Argument gleich drei weitere Pseudoargumente Nachfolgen. Befreit von der Notwendigkeit des logischen und hierarchischen Denkens der Naturwissenschaften lässt sich flugs buchstäblich alles zu Gunsten die Glaubensmedizin ungeniert anführen.
Dann kommt noch ein freundlicher Journalismus dazu, der diesem Unsinn noch das Wort redet und nicht Einhalt gebietet.

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Apothekerin

Hmmm… es ist wohl wieder einmal Zeit für eine Runde
http://www.sheng-fui.de/aktuell/homoopathie-bullshit-bingo/ :D

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