Depression: Weglaufen hilft nicht

22. August 2012
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Bewegung und körperliche Aktivitäten tun dem Körper und der Seele gut. Eine echte Depression jedoch kann durch Sport nicht gemindert werden, berichtet die britische TREAD (TREAtment of Depression with physical activity)-Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO betrachtet Depressionen als eine der häufigsten, wenn nicht als die häufigste gesundheitliche Störung. „Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden am Vollbild. 5,4 Prozent der Männer und 9,9 Prozent der Frauen in Großbritannien haben aber eine depressive Verstimmung unterhalb des Pegels einer vollen Depression“, rechnet Lewis vor. Obwohl die Häufigkeit der allen diagnostischen Kriterien entsprechenden Depressionen nicht angestiegen sei, habe sich beispielsweise in England und Wales seit 2005 die Zahl der Verschreibungen für Antidepressiva verdreifacht. Obwohl Antidepressiva eine effektive Behandlung darstellen, suchen daher sowohl viele Patienten als auch die sie behandelnde Ärzte nach Begleitmaßnahmen oder einer anderen nicht medikamentösen Form der Therapie. Daher ist es nur zu verständlich, dass man nach kostengünstigeren Alternativen sucht. Sehr oft werden daher sportliche und körperliche Aktivitäten als Alternative in Betracht gezogen und empfohlen.

Glücksgefühle dank körperlicher Aktivität?

Die bei ausreichender körperlicher Anstrengung ausgeschütteten Hormone sollen das Gemüt der erkrankten Patienten aufhellen. Die kritische Durchsicht der bestehenden wissenschaftlichen Literatur sprach jedenfalls für einen positiven Effekt von Ausdauertraining beziehungsweise gesteigerter Intensität und Dauer von körperlicher Aktivität bei psychischen Erkrankungen. Das sich international stets als besonders „unabhängig“ und „objektiv“ bezeichnende Cochrane-Netzwerk, welches klinische Studien einer kritischen Prüfung unterzieht und Meta-Analysen mit dem Poolen von Daten zahlreicher Studien und neuen Gesamtanalysen anfertigt, kam sogar zu folgendem Ergebnis: Körperliche Aktivitäten führen zu einer Milderung von Depressionen bis zu einem Faktor von 90 Prozent! Dass die Meta-Analysen auch Mini-Studien zwischen sieben bis 50 Probanden umfasste, machte diese nicht wirklich aussagekräftig und Lewis stutzig, was ihn dazu veranlasste, die Resultate anzuzweifeln und eine eigene Studie zum Thema: “Facilitated physical activity as a treatment for depressed adults“ zu verfassen.

Das Studienprofil

In der vorliegenden randomisierten TREAD-Studie ging es darum, die Effektivität eines Programms zur Erhöhung der körperlichen Aktivität bei Patienten mit Depressionen, die sich in hausärztlicher Behandlung befanden, zu analysieren. Die 360 Studienteilnehmer waren zwischen 18 und 69 Jahre alt. Ausgewählt wurden Patienten, bei denen bei Routineuntersuchungen eine Depression diagnostiziert wurde oder aus deren elektronischen Krankenakten hervorging, dass sie unter einer Depression leiden. Dabei musste es sich laut der internationalen Klassifizierungstabelle ICD-10 zumindestens um eine leichte, depressive Episode (F32) und/oder einen Beck Depressions Inventory Score von mindestens 14 handeln.

Nicht berücksichtigt wurden hingegen Patienten, die nicht in der Lage waren eingeständig einen englischen Fragebogen zu beantworten, weiters solche, denen körperliche Aktivitäten durch ihren Arzt untersagt waren, oder wegen Psychosen, Bipolaren Depressionen oder Medikamentenmissbrauch in Behandlung waren, und schließlich Schwangere und stillende Mütter. Alle in der Studie erfassten 360 Patienten stammten aus insgesamt 65 Arztpraxen in Südwestengland und setzten ihre bestehende Behandlung inklusive Medikation fort. Die Interventionsgruppe erhielt darüber hinaus ein strukturiertes Programm zur körperlichen Aktivität (ca. 150 Minuten moderate bis stärkere körperliche Belastung pro Woche) mit persönlichen, telefonischen Kontaktaufnahmen zur Unterstützung. Untersucht wurde die Symptomatik der Depression zwischen vier, acht und zwölf Monaten sowie die Anzahl der verwendeten Antidepressiva.

Sport hilft tatsächlich, kann aber nicht heilen

Die britischen Studienergebnisse zeigten, dass die Interventionsgruppe tatsächlich körperlich aktiver war, es konnte jedoch kein Effekt auf die Symptomatik der Depression oder auf die geringere Verwendung der verschriebenen Antidepressiva gefunden werden: „Mehr körperliche Aktivität ist nicht effektiv in der Behandlung von Depressionen. Manche Patienten berichten über eine positive Wirkung. Eine klinische Studie muss natürlich immer auf Durchschnittswerte ausgerichtet sein. Das bedeutet aber auch, dass bei manchen Patienten negative Effekte auftreten können“, fasst Lewis die wichtigsten Studienergebnisse zusammen. Die objektive Erhebung der Schwere der depressiven Symptome mit wissenschaftlich anerkannten Fragebögen im Rahmen der Untersuchung brachte insgesamt nur minimale und statistisch nicht signifikante Ergebnisse zutage. Freilich bringen Ausdauersport bzw. ähnliche Aktivitäten für die Gesundheit in Sachen Herz-Kreislauf, Stoffwechsel etc. große Vorteile. „Psychologische und soziale Effekte dürften beim Absolvieren solcher Aktivitäten in Gruppen auftreten“, so Lewis abschließend.

Exkurs: Ausdauersport hellt Stimmungen auf

Forscher der Universität Tübingen unter der Leitung von Christoph Laske kamen in einer Studie aus dem Jahr 2010, die im International Journal of Neuropsychopharmacology veröffentlicht wurde, zum Schluss, dass sich Ausdauersport (Laufen, Schwimmen, Nordic Walking oder Radfahren) durchaus positiv auf depressive Stimmungen auswirkt. Für diese Studie wurden 35 ältere Frauen als Probanden herangezogen, die unter temporären, depressiven Verstimmungen litten. Sie radelten eine halbe Stunden auf einem Fahrradergometer, vor und nach der körperlichen Belastung wurde der Faktor des Nervenwachstums BDNF (Brain-Derived-Neurotrphic-Factor) im Blut untersucht.

Ergebnis: Durch die körperliche Betätigung werden Stresshormone ausgeschüttet und biochemische Prozesse beschleunigt, wodurch das durch die Depression gehemmte Nervenwachstum wieder zunimmt. Wichtig sei allerdings, dass der Sport auch Spaß macht. Empfehlenswert sei auch die sportliche Betätigung in der Gruppe, worauf Dr. Gerhard Eschweiler, Studienleiter für den Bereich Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen besonders hinwies.

159 Wertungen (4.21 ø)
Allgemein

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17 Kommentare:

§Ein insgesamt interessanter Artikel wenngleich er sich offenbar oft unklar ausdrückt es heißt einmal Sport hilft nicht und dann wieder hilft wenns Spaß macht.

#17 |
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Als ¿Hauptsäulen¿ einer leichten bis mittelschweren Depression ¿ wohlbemerkt nicht ¿major depression¿! ¿ betrachte ich:
¿ Pharmacotherapie (nicht dem Trend nachlaufen; ¿Was sich gut verkauft, verschreibe ich auch.¿ Kundig machen!)
¿ Psychotherapie (hier hat sich besonders die ¿cognitive Verhaltenstherapie¿ bewährt.)
¿ Sport (Frau Grigoleit (1) hat vollkommen recht: Lieber durch die Natur radeln oder Schwimmen ¿ es sollte nur Spass machen ¿ als verkabelt unter Laborbedingungen ¿Wissenschaftlichkeit¿ genügen zu wollen.)
¿ und nicht zu vergessen: ¿Be patient with the patient¿.
Liebe Kollegen, warum haben wir in Deutschland nur dieses ¿Schwarz-Weiss-Denken¿? Es gibt doch auch eine ¿Grau-Skala¿, will heissen: Es gibt nicht das EINE Mittel gegen Depression, sondern eine individuell angepasste Kombination aus VIELEM. (Sport ist sicherlich eine Komponente.)
Lassen wir uns auf eine Kombination aus Wissen und Empathie ein!

#16 |
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Nach Durchsicht der interessanten Beiträge melde ich mich dann doch noch mal .
Bei einigigen Meinungen war richtig der Geist angesprochen worden . Der wird glücklicherweise auch durch Aktiviät ( hier Sport ) auf eine aktivere und positivere Ebende angehoben , wie die Hirnforschung ja beweisen kann . Leider liegt die Peävalenz aber heute ( im Wohlstandsstaat ) eher höher als in der britischen Studie vorgechlagen ..
Hier spielt eben die ” Geist- und Orientierungslosigkeit ” der von wichtigen sozialen ( und religiösen ! ) Bindungen und Pflichten abgekoppelt dahinlebenden – und dem geistlosen depressivmachenden passiven Fernsehkonsum ausgesetzten – Bevölkerung eine bestimmende Rolle .. Dem Autor von 13 könnte man nur wünschen , aus der ” Haartz4-Falle ” schnellstens heraus zu springen …Im Gegensatz zu ihm sehe ich hier noch nicht die Schuld unserer Gesetze , sondern das eigene Bemühen ..
Sprachen lernen kann z.B. jeder , Fernsehabschalten und Zeit für Bücherlesen gewinnen auch …
So geht´s …( aber wer möchte denn von unseren schlauen Hedonisten heute beispielshalber einen neuen Geist durch die Religion der Liebe gewinnen ) !

#15 |
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Bei der britischen Studie liegt n.m.M. ebenfalls ein Schwachpunkt vor : Ohne ABsetzen der Antidepressiva in der Kontrollgruppe tritt eine Verfälschung auf . Dies v.a. , weil Antidepressiva nicht unbedingt therapeutisch wirksam sind – weiterhin auch nicht sicher zu kalkulierende UNW vorliegen können …
Der übrige Bericht bestätigt aber dann doch , daß offensichtliche Vorteile sportlichen ( Dauer- ) Trainings besweisbar sind !
Deshalb ist die headline eigentlich nicht nachzuvollziehen …

#14 |
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Rettungsassistent

Sport greift ja zu einem geringen Teil durch die Ausschüttung von Hormonen auch in den Ursachenkomplex ein. Aber nur physisch, nicht psychisch.
Wer glaubt, dass ein so komplexes Krankheitsbild wie Depressionen mit einer so einfachen Maßnahme wie laufen behandelt werden kann, glaubt auch an die Pille gegen Herzinfarkt.
Der Mensch ist komplexer, als manche Studien uns weißmachen wollen. Und an einem Schräubchen drehen reicht so gut wie nie aus.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hmmm, wäre es meines Erachtens nicht verwunderlich, wenn Cricket in England die ganze Zeit abends vorm Fernsehen verfolgt wird, wie ich das selbst in einer Gastfamilie miterlebt habe. Da ging ich schon ins Bett, um eben keine Depressionen zu bekommen, die mir irgendwie ansteckend schien, allein beim Blick auf diejenigen, die davor mit Kopf nach vorne saßen, als würden sie schon nach einer großen Tasse Thee schlafen :-)

Ich beziehe immerhin auf den Beitrag 11, wonach weder Sport noch Gartenarbeit die einzige Lösung im Kampf gegen Depression darstellt. Ich kann mir zwar vorstellen, wie langweilig es wäre, schon für mich selbst, z. B. im Schwimmbad nur hin und her in der Länge zu schwimmen. Spaß müßte dabei sein, mit Entspannung wie beim Planschen im Kindergarten oder? Also wie wäre es eher mit Wandern auf den Bergen mit Rucksack und Zelt, statt Jogging, um nur ein Beispiel zu nennen, nach der Frage: “Entspannung durch Freizeit vs. Streß durch Dauersport”?

Dennoch fällt es mir ein, wie gut es wäre, nach Alternativen zu suchen. Ich weiß zwar nicht, ob Fernsehen oder Musik hören dabei helfen würde, aber sicher schon beim Lesen von Büchern gleich welcher Art (Romane, Geschichte, Fachbereich etc.). Die Tatsache, daß es genügt, irgendein Buch zu lesen, wenn man es schwer hat, im Bett zu schlafen, dürfte es wohl auch von depressiven Gedanken ablenken. Viele kognitive Vorgänge, sicher anders als bloß fernsehen, werden eben dadurch aktiviert, wobei es auch je nach Fachthemen so anstrengend wie Dauersport sein könnte, mit am Ende irgendwann Lust zum Schlafen, also nicht aufgrund von Depressionen sondern von normalen Müdigkeit, die bereits wie beim Fernsehen bei den Augen anfängt.

Ob diese Methode dazu beitragen würde, zu heilen statt nur zu helfen, weiß ich allerdings zwar nicht, aber ausschließen könnten wir nicht, wenn Depressionen mit der bekanntlichen Neigung zum Schlafen auf dieser Weise gegaukelt werde. Depression sitzt eben im Hirn. Mit Lesen ist der Weg der Nervenbahnen gerade kürzer aber beim Sport durch die Motorik, abgesehen von positiven Wirkungen im Zusammenhang mit biologischen Vorgängen (Stoffwechsel, Kreislauf etc.)

Das ist also erstmals eine Idee, vorausgesetzt der Wille oder der Beweggrund in dieser Richtung für den Patienten vorhanden wäre. Selbstverständlich spricht nichts dafür, alle Aktivitäten miteinander zu vereibaren, also Lesen oder sonstige intellektuelle Leistung UND Sport oder sonstige körperliche Aktivität, z.B. Tanzen oder Basteln.

#12 |
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Toxikologin

Das eine echte Depression lediglich durch Sport nicht gemindert werden kann wundert mich nicht, denn es kommt auch u.a. darauf an wodurch die Depression entand (rein organische Gruende oder pyschologische Gruende, wie z.B. Todesfall in der Familie, job loss, Scheidung, etc.?). Eine major depressive episode ist auch kaum ohne medikamentoese Behandlung erfolgreich, vor allem weil bei dieser Population an Patienten die Suizidgefahr erhoeht ist. Wie schon von Maja Grigoleit (Kommentar 1) erwaehnt, kann man sich jedoch Heilung von Antidepressiva nicht erhoffen weil diese nur die Symptome behandeln, nicht aber die Aetiologie. Ob Sport chronisch depressiven Menschen eine Linderung ihres Leidens ermoeglicht, ist umstritten. Schaden tut Sport ja nicht (im Gegenteil) aber fuer major depressive episodes ist keine definitive und alleinige Behandlungsmethode.

#11 |
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Larry Szoke
Larry Szoke

Hallo (Maja Grigoleit) Kommentar Nr. 1, da sehe ich auch so. Aber was ist, wenn ich nach dem Radfahren zu meiner halbseitig gelähmten Mutter (trotz Hilfskraft aus Osten…) zurückkehre und das ganze Leid wieder sehe, nachdem ich 4 1/2 Jahre gepflegt habe und von Harzt-4 leben muss. Das sind eben knallharte Realitäten. Und es wird sich nichts ändern. Siehe die Gesetzeslage zu Hartz-4. Ein Dilemma. Ich bin froh, wenn ich 3 oder 4 mal für Mutter am Tag einkaufen kann, das sind meine Sozialkontakte (hihi). Was nun., Ihr klugen Ärzte und Dozenten??? Pflege der Eltern wird absolut nicht honoriert! Leider. Und da wird man depressiv und findet keinen Therapieplatz! Schönen Tag noch!

#10 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

Anstatt nur die Stresshormone zu untersuchen wäre es wichtig männliche u. weibliche HORMONE bei beiden -MANN u. FRAU – zu untersuchenu. zu therapieren sowie die Leistungsfähigkeit der Mitochondrien , Glutathion u. ATP , einzubeziehen ;
unabhängig von zu korrigierenden Versorgungsdefiziten bei Mineralien u. Vitaminen , inbes aber Isoprenoide u. Polyphenole . Dann ist auch die sportliche Tätigkeit aufbauender und die Parameter des Immunstatus wie Cytokine, Interleukine usw. liefern eine weitere Beurteilungsbasis .:
die geistig-seelischen Probleme mal außen vor gelassen .

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

P.S.: Ich empfehle vor Verordnung von sportlichen Aktivitäten zunächst auch abzuklären, ob Patient vielleicht von den Erlebnissen im, z.B. schulischen Sportunterricht traumatisiert ist bzw. diese Erlebnisse u.U. auch zur Entstehung einer Depression beigetragen haben. Aus eigenem Erleben könnte ich da ein paar Storys erzählen…

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wieso wundert mich das nicht? Sicher heißt es: Mens sana in corpore sano. Doch ist der Körper gesund, wenn der Geist krank ist? Für mich sind Depressionen eine körperliche Erkrankung, da auf biochemische Prozesse zurückzuführen (man möge mir die laienhafte Schreibweise verzeihen, ich bin nur Patient). Sicher führen Erfolgserlebnisse dazu, dass man sich als Depressiver vielleicht gesünder fühlt (wenn man noch etwas fühlen kann, denn es kann durchaus passieren, dass man sowohl positive als auch negative Emotionen/Gefühle nicht mehr hat) und das ein positives Erlebnis auch die “Glückshormone” stimuliert. Doch das ist alles doch nicht von bleibender Wirkung, es ist in Stunden verpufft und schafft u. U. noch tiefere depressive Phasen, führt vielleicht zu Leistungsdruck und Sportverletzungen, wenn man Pech hat.

Man muß die Ursache bekämpfen, nicht die Auswirkungen. Heilen. Wenn das nicht geht, mildern. Aber Sport – der von manchen Medizinern als Allheilmittel gepriesen wird – ist wahrlich nicht die Wundermedizin.

Wir werden die Problematik psychischer Erkrankungen nur in den Griff bekommen, wenn wir die Ursachen – auch die gesellschaftlichen – wirkungsvoll angehen und bekämpfen. Dann haben wir eine Chance, die Zahl der Erkrankungen zu reduzieren. Doch wie groß ist die Chance, das zu erreichen? Wenn die Krankenkasse Fragebogen verschickt, worauf die Erkrankung zurückgeht, dann ist das zwar lieb und nett. Doch was bringt es ausser statistischen Daten, wenn die Krankenkasse z.B. nicht auf die Arbeitgeber einwirken und Verbesserungen dort erreichen kann?

#7 |
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Danke für den Artikel, den ich “unterschreiben” könnte.
Bei depressivem Stress hilft mir am besten Laufen, straffes gehen oder einfach durch die Natur spazieren – möglichst bis zur Erschöpfung – vorübergehende Hilfe: ja; Heilung: leider nein

#6 |
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Prof. Dr. Ulrich Bartmann
Prof. Dr. Ulrich Bartmann

Seit 1978 (Greist et al.) gibt es eine vielzahl von Studien, die die antidepressive Wirkung durch den langsamen Dauerlauf belegen. Wer zudem selbst einmal Lauftherapie bei depressiven Ptienten durchgeführt hat, kennt diese Wirkungen.

#5 |
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Christian Jürgensen
Christian Jürgensen

Ich bin selbst Betroffener, erst leichte, inzwischen mittelgradige depr. Episode.

Kommentar 1 spricht mir aus der Seele.

Man kann da sicherlich keine Durchschnittswerte in der Art erstellen, denke ich. Wenn ein Depressiver (ich verzichte mal gerade auf die weibliche Form) in Dingen unterstützt wird, die ihm Freude bereiten, dann kann alles die Leidensstimmung lindern. Wenn jemand kein Sport mag, dann kann es also durchaus sein, daß es dann nix bringt oder gar das Gegenteil auslöst, weil der Sportunterricht in der Schule damals Zwang war oder ähnliches.
Für die Leute könnte geförderte Gartenarbeit das Richtige sein.

Es geht mal wieder um das Individuum. Und auch darum, wie ein Mensch sich in der heutigen, schnelllebigen Zeit mit ihrem Überangebot (… ich muß mich gerade bremsen, weil ich das SEHR weit ausführen könnte) selbst finden kann, um der Depression die Stirn bieten zu können.

Abgesehen davon ist Bewegung grundsätzlich nichts verkehrtes. Manche müssen das vielleicht auch erst für sich entdecken/entdeckt bekommen.

#4 |
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Dr. med. Thorsten Brechmann
Dr. med. Thorsten Brechmann

Hallo Frau Grigoleit!

Ein sehr kluger Kommentar, wenn Sie mir die Bemerkung erlauben! Wenn Sie einmal eine Stelle in der Inneren Medizin suchen, würde ich mich über Ihre Bewerbung freuen …

Sicherlich dürfen die sekundären Gewinne wie Kontakte, Belohnung/Anerkennung durch Mitsportler, eigene Aktivierung, Fokussierung auf andere Reize etc. nicht außer Acht gelassen werden.

#3 |
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Weitere medizinische Berufe

Bravo Kommentar 1 – das würd ich ebenso unterschreiben. Die Studie macht mir so
‘n bissel den Eindruck als sei sie von “Interessengesellschaften” beeinflusst. Jedenfalls gehen meine privat-persönlichen, so wie die Erfahrungen mit einigen meiner Klienten in eine ganz andere Richtung.

#2 |
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Studentin der Humanmedizin

Oh Schreck, auf dem Fahrradergometer würd ich eher noch depressiver werden. Lieber ein richtiges Fahrrad und raus in die Natur. Jaja, ich weiß, keine standardisierten Studienbedingungen…. schade eigentlich.

Übrigens: die Überschrift irritiert. Dort steht “hilft nicht”… unten im Artikel steht “hilft, aber heilt nicht”.
Das ist was ganz anderes. Heilung kann man sich auch von Antidepressiva nicht erwarten. Aber Hilfe bzw Linderung. Das ist doch, was man will als Chroniker? Also doch Sport für Depressive. Im übrigen natürlich auch für nicht-Depressive.

#1 |
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