Substitutionsausschluss: Die Liste der Wahrheit

24. Januar 2014
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Lange hatten Spitzenverbände der Apotheker und Ärzte um eine Substitutionsausschlussliste gerungen. Beide Seiten einigten sich auf das weitere Vorgehen – und nehmen jetzt diverse Wirkstoffe unter ihre Lupe.

Bei Wirkstoffen mit geringer therapeutischer Breite führen Substitutionen gemäß der Rabattverträge schnell zu pharmazeutischen Problemen. Künftig definieren der GKV-Spitzenverband und der Deutsche Apothekerverband (DAV) Wirkstoffe, deren Präparate nicht mehr zugunsten von Rabattarzneimitteln ausgetauscht werden müssen. „Das sind gute Nachrichten für viele chronisch kranke Patienten“, sagt DAV-Verhandlungsführer Dr. Rainer Bienfait.

„Akzeptable Zwischenlösung“

„Aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes ist der Beschluss nach den vielen Beratungsmonaten eine akzeptable Zwischenlösung“, erklärt Florian Lanz, Pressesprecher des GKV-Spitzenverbandes. „Der Beschluss ersetzt jedoch keineswegs den im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung vorgesehenen Schritt, die Zuständigkeit für eine Substitutionsausschlussliste auf den G-BA zu übertragen.“ Lanz fordert, an diesem Ziel müsse auf jeden Fall festgehalten werden.

Kriterien definieren

Mittlerweile hat die Schiedsstelle einen Katalog mit pharmazeutischen, objektiven Kriterien für die Aufnahme von Wirkstoffen in die Liste als Beratungsgrundlage festgelegt. Auf dieser Basis wurden bereits Ciclosporin und Phenytoin von einer Substitution ausgeschlossen. Entsprechende Regelungen greifen ab dem 1. April. Jetzt sollen Gutachter entscheiden, welche Pharmaka noch in die Substitutionsausschlussliste aufzunehmen sind – das werden schätzungsweise 20 Substanzen sein. Für Apotheker bedeutet das, in diesen Fällen definitiv Präparate abzugeben, die ein Arzt verordnet hat – das Austauschverbot ist bindend. Bleibt als Option, Kontakt mit der Praxis aufzunehmen.

11 Wertungen (3.73 ø)

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2 Kommentare:

Die Liste ist überflüssig; sie wird dazu führen, daß viele Patienten werden umgestellt werden müssen, anstatt weiterhin ihr Arzneimittel zu erhalten, auf das sie gut eingestellt sind.
Und das nur wegen eines Wortes: “dürfen” nicht ausgetauscht werden.
“Müssen” nicht ausgetauscht werden wäre die sinnvolle Formulierung.
JWS

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Sven Larisch
Sven Larisch

SChön das es dann eine weitere Liste gibt, die dem studierten Pharmazeuten die Arbeit erleichtert (naja eigentlich Rechtsicherheit gegen die Krankenkassen bringt) – denn normalerweise ermöglicht unser Studium durchaus zu bewerten , wann ein Austausch pharmazeutisch bedenklich ist. Ausserdem erfasst die Austauschverbotsliste gerade mal 2! Stoffe zur Zeit und nur rein pharmazeutische Überlegungen werden akzeptiert – Patientencompliance ist immer noch eine Sache die wir selber bestimmen dürfen (hoffe ich)

#1 |
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