Nutzenbewertung: Die guten ins Töpfchen

24. Januar 2014
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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte keinen leichten Start – umgehend musste er sich mit Regelungen zum Arzneimittelpreis befassen. Jetzt fordern Ärzte, die Nutzenbewertung von Präparaten des Bestandsmarkts fortzusetzen.

Für Schwarz-Rot standen Sparmaßnahmen am Beginn der neuen Legislaturperiode. Mit Zustimmung des Bundesrats verlängerten Regierungsvertreter ein Preismoratorium zunächst bis Ende März 2014. Auch wurde im Koalitionsvertrag vereinbart, Medikamente des Bestandsmarkts nicht mehr hinsichtlich ihres Nutzens zu überprüfen. Mediziner fordern jetzt, diesen Schritt zu überdenken.

Nutzenbewertung unentbehrlich

„Die Nutzenbewertung für bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel ist für eine qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Arzneimittelversorgung unentbehrlich“, sagt Professor Dr. Wolf-Dieter Ludwig. Er ist Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Gleichzeitig forderte Ludwig die Bundesregierung auf, am Bestandsmarktaufruf für Arzneimittel festzuhalten.

Bedeutung für die Kostenentwicklung

Als Beispiel führte Ludwig Gliptine an. Diese Wirkstoffe mussten bereits einen Bestandsmarktaufruf des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über sich ergehen lassen – mit unbefriedigendem Ausgang. Nur zwei Pharmaka hatten einen geringen Zusatznutzen gegenüber Standardtherapien. „Bedenkt man, dass Gliptine etwa zehnfach teurer sind und ihre Verordnungszahlen rasant steigen, wird die potentielle Bedeutung des Verfahrens auch für die Kostenentwicklung deutlich“, kritisiert der AkdÄ-Vorsitzende. Dass CDU/CSU- oder SPD-Gesundheitspolitiker Forderungen nach einer weiteren Nutzenbewertung ernsthaft in Erwägung ziehen, gilt jedoch als unwahrscheinlich.

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