Strontiumranelat: Therapie mit herzlichen Grüßen

24. Januar 2014
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Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA warnt vor einem erhöhten Herzinfarktrisiko unter Strontiumranelat. Jetzt soll die Zulassung erst einmal ruhen, rät ein Gremium für Humanarzneimittel.

Bereits im letzten Jahr warne der Ausschuss für Humanarzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA vor negativen Folgen durch Strontiumranelat. Speziell bei postmenopausalen Osteoporose-Patientinnen zeichnete sich ein geringfügig erhöhtes Risiko für Herzinfarkte ab. Grund genug für EMA-Experten, Strontiumranelat nur noch bei schwerer Osteoporose zu empfehlen, falls keine kardiovaskulären Risikofaktoren vorliegen. Ansonsten sei eine Umstellung der Therapie dringend zu empfehlen, hieß es weiter.

Mehr Risiken als Nutzen

Wie die EMA jetzt berichtet, stehen Nutzen und Risiken in keinem Verhältnis zueinander. Auf 1.000 Patientenjahre normiert, verhindert Strontiumranelat 0,4 Hüftfrakturen, 15 Wirbelbrüche sowie fünf nicht spinale Frakturen. Dem gegenüber stehen vier schwerwiegende Herzerkrankungen. Darüber hinaus kam es laut EMA zu Krämpfen, Wahrnehmungsstörungen und Hautreaktionen. Jetzt lautet ein Resümee, die Zulassung von Strontiumranelat bei Osteoporose ruhen zu lassen. Noch im Januar wird der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel eine Entscheidung treffen.

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