Abtreibung: Wie skandalös ist medikamentös?

27. Januar 2014
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Auch 25 Jahre nach Einführung von RU 486 ist es nicht still geworden um das Präparat. Ist es eher traumatisierend oder doch die harmlosere Art eines Schwangerschaftsabbruchs? Im Gegensatz zu anderen Nationen nehmen hierzulande nur wenige Frauen diese Methode in Anspruch.

Ein Blick zurück: Vor 25 Jahren erhielt Roussel-Uclaf die Zulassung für Mifepriston (RU 486), bekannt als Mifegyne®. Zusammen mit Prostaglandinen ließ sich erstmals ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ohne schwerwiegende Komplikationen durchführen. Diese neue Option sorgte für gesellschaftliche Kontroversen sondergleichen: Während Frauenrechtlerinnen begrüßten, dass es endlich Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs ohne Kürettage beziehungsweise Absaug-Kürettage gab, liefen Gegner auf die Barrikaden. Roussel-Uclaf beugte sich dem politischen Druck und nahm sein Präparat wieder vom Markt. Bald darauf machte der Hersteller seinen Schritt auf expliziten Wunsch des französischen Gesundheitsministers Claude Évin rückgängig.

„Chemische Tötungsmittel“

Weitere Länder entschieden sich bald darauf für Mifepriston: Großbritannien (1991), Schweden (1992) und Deutschland (1999). Auch bei uns blieb die Kontroverse nicht aus. Laut Kardinal Joachim Meisner wäre es „eine unsägliche Tragödie, wenn sich am Ende dieses Jahrhunderts die chemische Industrie ein zweites Mal anschicken würde, in Deutschland ein chemisches Tötungsmittel für eine bestimmte gesetzlich abgegrenzte Menschengruppe zur Verfügung zu stellen“. Kein Wunder, dass Femagen als Lieferant Ende 2000 beschloss, den Vertrieb wegen zu hoher Kosten – respektive zu geringer Umsätze – einzustellen. Heute liefert Nordic Pharma das Präparat, wobei Zahlen immer noch eine deutliche Sprache sprechen.

Unter ferner liefen

Laut Informationen des Statistischen Bundesamtes rangiert Mifepriston in der ärztlichen Praxis unter ferner liefen. Ärzte führten im Jahr 2012 genau 106.815 Schwangerschaftsabbrüche durch, darunter waren unter anderem 11.442 Kürettagen und 74.089 Vakuumaspirationen. Lediglich bei 17.252 Patientinnen (16 Prozent) kam Mifepriston zum Einsatz, in anderen Ländern sind es zwischen 50 und 80 Prozent. Anfangs war der Einsatz nur bis zur siebten Schwangerschaftswoche legitim. Aufgrund einer Zulassungsänderung der Europäischen Union ist eine Anwendung bis zum 63. Tag der Amenorrhoe möglich. Bei medizinischen Indikationen kann Mifepriston zusammen mit Misoprostol auch noch später eingesetzt werden.

Extrem belastend …

So viel zur Theorie. Seit geraumer Zeit liefern sich Befürworter und Gegner des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs jedoch hitzige Debatten: Ärzte argumentieren, eine Vakuumkürettage laufe schneller ab und sei allein schon wegen der Narkose weniger belastend und weniger traumatisierend. Im Vergleich dazu bewerten sie die medikamentöse Abtreibung über zwei Tage hinweg als körperlich und seelisch belastend. Allerdings ist diese chirurgische Intervention erst ab der siebten Woche möglich. Ärzte müssen ihre Patientinnen nach einem positiven Test wieder nach Hause schicken, und dann heißt es warten.

… oder doch die bessere Option?

Genau hier liegt der Knackpunkt: Für einen Schwangerschaftsabbruch mit Mifepriston gibt es keine zeitliche Untergrenze. Im Gegenteil: Internationale Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO empfehlen Frauen, Präparate einzusetzen, sobald ihr Schwangerschaftstest positiv ist. Frühe Abbrüche seien deutlich risikoloser, heißt es weiter, und mehreren Studien zufolge liegt die Erfolgsquote bei bis zu 98 Prozent. Ganz so einfach ist die Sachlage momentan aber nicht: Laut Arzneimittelgesetz, § 47a, dürfen pharmazeutische Unternehmer „ein Arzneimittel, das zur Vornahme eines Schwangerschaftsabbruchs zugelassen ist, nur an Einrichtungen im Sinne des § 13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (…) und nur auf Verschreibung eines dort behandelnden Arztes“ abgeben: eines der wenigen Beispiele mit ärztlichem, aber nicht apothekerlichem Dispensierrecht. Doch Mediziner ist nicht Mediziner: Nur Kollegen, die selbst chirurgische Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, dürfen das Pharmakon einsetzen. Frauen haben Mifepriston vor Ort einzunehmen. Ein bis zwei Tage später folgt der nächste Termin, und sie erhalten ein Prostaglandin. Nach drei bis vier Stunden in der Praxis oder Klink, manchmal dauert es auch länger, kommt es zum Abort. Zwei Wochen später folgt ein Termin zur Nachsorge. Zum Vergleich: Bei ähnlichem Honorar nimmt die Vakuumkürettage deutlich weniger Zeit in Anspruch.

Selbst ist die Frau

Andere Länder, etwa Schweden, Großbritannien oder Frankreich, rücken von diesem System zunehmend ab. Schwangere erhalten in der Praxis Mifepriston, werden dann aber mit einem Prostaglandin nach Hause geschickt. Sie haben die Möglichkeit, in gewohnter Umgebung ihren Schwangerschaftsabbruch durchzuführen und gegebenenfalls ihren Gynäkologen zu kontaktieren.

100 Wertungen (4.14 ø)

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27 Kommentare:

Egal, für welche Methode sich eine Frau entscheidet, “lustig” findet das sicherlich keine, beide Methoden sind physisch und psychisch schmerzhaft! Für mich stellt sich vor allem die Frage, warum in der heutigen aufgeklärten Zeit überhaupt noch so viele ungewollte Schwangerschaften entstehen und ob man da nicht besser präventiv ansetzen kann. Wenn`s nun mal passiert ist, sollte der Frau Unterstützung in jeder Richtung angeboten werden, selbstverständlich auch die medikamentöse Option.
Manche Kommentare hier erinnern an den Monty-Python-Song “Every sperm is sacred”! ; )

#27 |
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Wer operativ Abtreibungen vornimmt, ohne über die medikamentöse Alternative aufzuklären, begeht eine Körperverletzung.

#26 |
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Ich möchte daran erinnern, dass wir uns eigentlich in einer säkularisierten Gesellschaft befinden. Es sei jeder Frau selbst überlassen, wie sie sich im Falle einer ungewollten Schwangerschaft entscheidet. Ist sie moralisch der Meinung, dass eine Abtreibung für sie die einzig Mögliche Option ist, dann sollte es ihr freigestellt sein. Sicher mögen hier bei einigen KommentatorInnen christliche Werte mitschwingen, wenn sie das ganze Thema verteufeln, ABER: das zu verwenden, dass ungewollte, ungeliebte Kinder von den betroffenen Frauen in Welt gesetzt werde müssen, ist auch sehr unmoralisch.
Die Kirche hat meines Erachtens nichts im Bauch einer Frau zu suchen.

#25 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

die Kommentare sind alleine schon ein Teilen auf Facebook und Konsorten wert, auf dass zukünftige Patienten wissen, wer denn mental auf ihrer Linie … liegt. ^^

#24 |
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Weitere medizinische Berufe

…und wieder frage ich mich: warum sind nur die Frauen verantwortlich und (ich zitiere Kommentar #14) “Opfer ihrer Gelüste”. Werden Frauen durch Selbstbefruchtung schwanger?

#23 |
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Gudrun Neumann
Gudrun Neumann

Also ich möchte keine Schulklasse voller ungewollter Kinder unterrichten müssen …

#22 |
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Reinhard Schrüfer
Reinhard Schrüfer

Bravo! –
Wie geschrieben wurde: grosse WORTE -auch Worte der Verniedlichung – Ich finde es wunderbar wieviel Herzblut in die Diskussion hineingelgt wird. Und es macht mir Mut, zu lesen dass es auch viele kritische Menschen die die Zeichen der Zeit sehen , gibt.
Man sieht wir leben in der freiesten Gesellschaft. – Sonst könnten wir sowas nicht schreiben. Aber die Folgen der manchmal allzu freien Gesellschaft müssen wir alle miteinander ausbaden. — Kommt nur darauf an, wen es erwischt…….

PS. Ich arbeite in der Forensichen Psychiatrie. …….

#21 |
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Heribert Mörs
Heribert Mörs

Es ist schlimm,wenn man in Deutschland wieder über die Tötung unwerten Lebens entscheidet. Das 5 Gebot Gottes lautet “Du sollst nicht töten”.
Insofern ist die von Herrn Prof. Dr. Lücker an Kardinal Meisner geübte
Kritik unberechtigt. Die Meinung von Frau Rammer beeinduckt mich.
Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes. Es ist ein Skandal, wenn in Deutschland
ca. 110.000 Kinder pro Jahr abgetrieben (getötet) werden. Darüber sollten
die Abtreibungsbefürworter einmal nachdenken.

#20 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Ich möchte mich hier auch einmal zu Wort melden. Ich finde es traurig, dass in jedem Jahr so viele, wunderbare, kleine Geschöpfe nicht das Licht der Welt erblicken dürfen. Jedes Kind ist ein Geschenk. Ich selbst muss in meinem Leben mit einem unerfüllten Kinderwunsch klar kommen. Warum werden nicht mehr Kinder zur Adoption frei gegeben? Immer mehr Ehen bleiben ungewollt kinderlos. So würde mancher Mutter nach einer Abtreibung ein lebenslanger seelischer Schmerz erspart bleiben. Dafür aber vielen kinderlosen Paaren geholfen werden. Ich möchte Frauen Mut machen, ein „Ja“ zu ihrem ungeborenen Kind zu finden.

#19 |
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“”Joachim Meisner wäre es „eine unsägliche Tragödie, wenn sich am Ende dieses Jahrhunderts die chemische Industrie ein zweites Mal anschicken würde, in Deutschland ein chemisches Tötungsmittel für eine bestimmte gesetzlich abgegrenzte Menschengruppe zur Verfügung zu stellen“. ”

Das aus dem Munde eines Bischoffs, einers -hoffentlich- gebildeten Mitbürgres ist ungeheuerlich! Das gewiss nicht unbedeutende Problem des chemischen Abortes mit der zynischen Herstellung von Cyclon B (Degussa) in einem Satz unterzubringen ist nicht nur dumme Polemik, es ist fern von jeder Realität.
Herr Bischoff ist mit den Nöten seiner Familien, besonders der Frauen , offenbar nicht vertraut. Aber dann sollte er sich zu Fragen von denen er keinen Funken Ahnung hat auch nicht zu Worte Melden.

Peter Lücker
Prof. Dr. med.
Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie
Facharzt für Klinische Pharmakologie
des Lebens

#18 |
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Dipl.-Med. Thomas Lauterlein
Dipl.-Med. Thomas Lauterlein

Wie lax der Staat dieses Thema sieht, kann man daran sehen, dass ab Mai die morning after Pille frei verkäuflich ist. Danke, liebe Staatsvertreter (und Staatsärzte – soviel zum “gemeinsamen Bundesausschuß der Ärzte- und Krankenkassen). Hier sitzen die inkompetenten und weltfremden Typen – ich finde es total deplatziert, dies alles auf dem Rücken unserer Frauen aus zutragen.
Erhaltung der menschlichen Rasse ist ja ganz schön, Herr Kollege, aber wir sind im 21. Jahrhundert angekommen und ich hoffe, dass Sie auch nicht mehr auf dem Baum wohnen.
Wer macht denn eigentlich den lieben Gott verantwortlich , wenn er es zu einer Fehlgeburt kommen lässt?
Kleinen Menschen töten sind große Worte, aber Gewalt gegen Kinder und Frauen ist dann wohl später ein Kavaliersdelikt. Ich denke da immer etwas in Sorge an die momentanen Ereignisse in Indien, wo Frauen und Kinder auch nicht viel wert sind.

#17 |
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Hebamme

Ich schließe mich vollinhaltlich Ina Cappallo an.
Ich finde es sehr gut, dass es die Möglichkeit für einen Schwangerschaftsabbruch ohne operativen Eingriff (und damit deutlich höherem körperlichem Risiko) gibt.
Es geht doch in dem Artikel nicht um den Abbruch ansich (worüber sich die meisten Kommentatoren hier auslassen), sondern um die Methode.
Und es gibt, das weiß ich aus Erfahrung, durchaus Frauen, die sehr bewusst die medikamentöse Methode wählen, um sich bewusst von der Schwangerschaft zu verabschieden. Es ist nie ein leichter Schritt. Aber das Verdrängen (“ich wache auf und der Alptraum ist vorbei”) ist nicht für jede Frau der richtige Weg.
So wie die vaginale Geburt bei einem Spätabort oder intrauterinen Fruchttod mittlerweile Gang und Gäbe ist (und die deutlich weniger traumatisierende!) sollte auch die medikamentöse Form des Schwangerschaftsabbruchs gleichberechtigt neben der operativen stehen und den Frauen die Wahl gelassen werden. So viele Gründe gibt es für einen Schwangerschaftsabbruch – hinter jedem steht ein Individuum, die Frau, die informiert und bewusst ihre Entscheidung treffen sollte. Das darf ihr meiner Meinung nach nicht verwehrt bleiben! Deswegen sollten in der Aufklärung über einen Schwangerschaftsabbruch immer beide Möglichkeiten erläutert werden.
(Und eines muss ich noch loswerden. Die Kommentare hier bewegen sich teilweise auf einem wirklich niedrigen Niveau. Kaum zu glauben, dass dies ein FACHforum ist.)

#16 |
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Ina Cappallo
Ina Cappallo

Wie an den Kommentaren zu erkennen, ist ein Schwangerschaftsabbruch noch immer ein sehr emotionales Thema. Ich hab hier kaum einen Kommentar gefunden, der das Thema des Artikels diskutiert.
Es gab schon immer Situationen, in denen Frauen ungewollt schwanger wurden und es gab schon immer Methoden, dies zurückzudrehen.
Es ist vielmehr wunderbar, dass wir in einer Zeit und Gesellschaft leben, in der es möglich ist, ohne tödliche Gefahr einen Abbruch zu machen.
Die Mifegyne ist dazu eine sehr gute Möglichkeit für Frauen, die sich nicht unters Messer legen wollen und mit der Einnahme der Pille die Möglichkeit haben, in den 2-3 Tagen, die der Prozess dauert, bewusst Abschied von ihrem entstehenden Kind zu nehmen und sich auch auf seelischer Ebene tief damit auseinanderzusetzen. Ich kenne keine Frau, die leichtfertig einen Abbruch gemacht hat und hinterher fröhlich weitermacht. Ich weiß, dass es sie geben soll, aber auch hier sollte jeder bei sich schauen, ob er immer alles richtig macht und gemacht hat in seinem Leben.

#15 |
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Dr. med. Faribors Marktanner
Dr. med. Faribors Marktanner

ABTREIBUNG TRAUMATISIERT; OB SCHÖNNEND OB WENIGER harmlos durchgeführt.
Dies Schreiben propagiert das Teufelszeug zum Zwecke der Gewinnmehrung.
wer spontan, also ohne vorherige Vorbereitung der Vorbeugung schwanger wird beweist damit, dass sie ein Opfer ihrer Gelüste ist. Sie ist eben dazu erzogen worden. Dirch sog. sexuelle Aufklärung. Ihr hat man gezielt daran gehindert zu lernen selbst Herr ihrer Empfindungen zu werden. Die hauptfuktion der Sexualität nämlich die Erhaltung des Menschlichensart ist ihr bewusst verheimlicht worden. Jetzt kriegt sie gesagt tu was du willst aber kaufe gefälligst meine Pille, sie ist doch ( bald ) rezeptfreei.
Wohin soll das ganze führen?

#14 |
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Dr. med. Sabine Forck
Dr. med. Sabine Forck

Es rächt sich schon, wie die Überalterung unserer Gesellschaft zeigt, der die fehlen, die nicht geboren wurden und deren Zahl seit der ersten Reform des §218 über acht Millionen beträgt.

#13 |
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Heilpraktikerin

…. ich bin etwas fassungslos, auf welchem niveau sich die kommentare bewegen. 2014, oder doch noch 1014?
auf jeden fall chapeau dem autor, der sich dieses themas angenommen hat!

#12 |
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Reinhard Schrüfer
Reinhard Schrüfer

Der eine macht “die Kirchen” verantwortlich, andere “die Männer- die für die Frauen entscheiden” -(obwohl sie vorher auch entschieden haben……..
Doch jedem halbwegs (nur halbwegs) vernünftigem sollte klar sein wenn er irgendwann mal in Bio aufgepasst hat- dass man da kleine Menschen tötet.

Darüber kann und sollte jeder nachdenken, in welcher Gesellschaft wir leben. –
Und ob sich das in naher oder ferner Zukunft rächen wird.

#11 |
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David Szelag
David Szelag

Auch hier wieder können wir vom Ausland lernen!

#10 |
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Altenpflegerin

Selbst ist die Frau! Abbruch to go! Und wie mit den psychischen (Langzeit-) Belastungen wird die Frau mit den Medikamenten dann auch mit physischen Problemen allein gelassen.
Hoffentlich begreift das älter und weniger werdende Deutschland bald, was es den Frauen damit antut und wie viele Schulklassen auf diese Art entsorgt worden sind.
Und hoffentlich begreifen auch die Frauen, was sie wirklich wollen und was ihnen von verschiedensten Seiten eingeredet wird.

#9 |
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nicole loß- schoone
nicole loß- schoone

Die medik. Möglichkeit wird einem erst gar nicht vom Gynäkologen angeboten. Das UN- Wissen und eine spärliche Aufklärung über die mögl. Methoden, Alternativen usw.. . Da fällt das Gespräch dünn aus in der Beratung was das Beste für die Frau ist. Die herkömmliche Methode ist eh ertragsvoller und üblich. Es liegt beim Arzt die mögl. Methoden den Patientinnen zu erklären.

#8 |
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Ilka Evers
Ilka Evers

Der Abbruch mittels Mifepriston kann durchaus von nicht operativ tätigen Gynäkologen wie mir nach Qualifikation durchgeführt werden. Ich tue dies zwar nicht sehr oft aber mit gutem Erfolg. Warum es nur so wenig Kollegen gibt, die dies tun bleibt unklar.
Und die Frau kann ganz gut selbst entscheiden, ob sie operativ oder medikamentös behandelt werden will.

#7 |
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Dan Hirschfeld
Dan Hirschfeld

Was ist das nur für eine Gesellschaft, die sich zwar bis zur Gängelei und Bevormundung der Mütter um das ungeborene Kind sorgt, aber nach der Geburt Mutter und Kind allein lässt? Stichworte Rotstift im Sozialbereich, keine Kitaplätze… Und ganz nebenbei: ob Kirche oder Politik – es sind meist Männer, die sich hier erdreisten, für die Frauen zu entscheiden!

#6 |
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Dr. Christiane Tennhardt
Dr. Christiane Tennhardt

Lt. stat. Bundesamt kommt auf 6,3 Geburten 1 Schwangerschaftsabbruch (Daten 2012). Jedes Jahr nimmt die Zahl der Abbrüche um 1-3 % ab.
Die Schweiz hat Mifegyne zeitgleich mit der BRD zugelassen, dort werden mittlerweile mehr als 60% der Abbrüche medikamentös durchgeführt. Die niedrigen Zahlen in der BRD liegen an: bürokratischen Hürden für interessierte Ärztinnen, leider spielt auch das liebe Geld eine Rolle (medik. Abbrüche werden schlechter bezahlt), viele Ärztinnen geben ungern die Kontrolle an die Klientinnen ab. Weltweit gibt es sehr gute Daten zur Verträglichkeit, zur Akzeptanz, zur Sicherheit dieser Methode (auch die Anwendung zu Hause), Deutschlands Medizinerinnen verschließen davor die Augen und die Leitlinien ebenfalls.

#5 |
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Dipl.-Med. Thomas Lauterlein
Dipl.-Med. Thomas Lauterlein

Wie auch immer: Es gibt in Deutschland das Gesetz und wir Ärzte haben dies immer mit der entsprechenden Ethik umgesetzt. Wann endlich wird denn im Zentrum von Europa erkannt, dass hier die Gleichberechtigung der Frau mit Füssen getreten wird.
Noch viel schlimmer: Wir suchen das Unwort des Jahres. Für mich ist das Wort ABTREIBUNG der Innbegriff für Inkompetenz, Zynismus und Menschenverachtung.
Bitte, bitte wenigstens in der ärztlichen Ethik auch verbal auf dem Teppich bleiben – alles andere ist BILD Zeitung.

#4 |
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Heilpraktikerin

Statt Abbruch austragen lassen und zur Adoption geben mit Unterstützung durch die Gesellschaft. Leider ist es umgekehrt, die Gesellschaft würde diese Frauen ächten. Zu viel Moral zu wenig Menschlichkeit. So bleiben wir kinderarm.

#3 |
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Was ist das nur für ein Land , in dem die Kirchen solche Macht haben!!!

#2 |
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Dr. med. Britta Fordran
Dr. med. Britta Fordran

Was ist das nur für eine Gesellschaft, die (offiziell) jedes siebente Kind bzw. (inoffiziell) jedes vierte Kind noch im Mutterleib umbringt. Mit Notlagen ist das längst nicht mehr zu rechtfertigen…

#1 |
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