My Home is my Kreißsaal

21. Januar 2014
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Bekanntlich sind normal verlaufende Schwangerschaften keine Krankheiten. Trotzdem erblicken Jahr für Jahr mehr Babys via Sectio das Neonlicht des Kreißsaals. Jetzt kehrt sich dieser Trend erstmals um. Dafür sprechen einige Argumente, sogar aus wissenschaftlicher Sicht.

Eine Trendwende der besonderen Art: Erstmals seit 20 Jahren holten Ärzte weniger Babys per Kaiserschnitt auf die Welt als im Vergleichszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, brachten 31,7 Prozent aller entbundenen Frauen ihre Kinder per Sectio zur Welt. Das sind, gemessen am Vorjahr, 0,4 Prozentpunkte weniger. Andere Geburtshilfen wie Vakuumextraktionen (5,7 Prozent) oder Geburtszangen (0,5 Prozent) gelten zahlenmäßig als vernachlässigbar. An sich eine wünschenswerte Tendenz, denn so mancher Kaiserschnitt bleibt nicht ohne Konsequenzen: Auf ihrem letztjährigen Kongress warnte die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vor einer erhöhten Morbidität bei Müttern. Folgen weitere Schwangerschaften, führen Plazentationsstörungen wie die Plazenta praevia oder Placenta accreta zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Und bei Kindern beobachten Pädiater beatmungspflichtige Komplikationen sowie Anpassungsstörungen signifikant häufiger.

Hausgeburten – aber sicher…

Zwei aktuelle Arbeiten geben der Diskussion neue Nahrung: Ank de Jonge, Amsterdam, hat zusammen mit Kollegen Daten aus einem großen Geburtsregister untersucht. Dabei entschieden sich 52.000 werdende Mütter für eine Geburt in der Klinik, weitere 92.000 wollte ihre Niederkunft zu Hause erleben. In der medizinischen Vorgeschichte gab es weder Kaiserschnitte noch Anzeichen für eine Risikoschwangerschaft. Mehrlingsschwangerschaften schloss de Jonge ebenfalls aus. Starke Blutungen, das HELLP-Syndrom, Eklampsien sowie Behandlungen auf einer Intensivstation wurden in der Arbeit als schwere Komplikationen definiert. Entsprechende Zwischenfälle traten mit einer Wahrscheinlichkeit von 1,5 pro 1.000 Hausgeburten auf, in Kliniken waren es 2,7 pro 1.000 Geburten. Bei Frauen, die bereits ein Kind ohne Komplikationen zur Welt gebracht hatten, zeigten sich noch deutlichere Unterschiede mit 1,0 im Vergleich zu 2,3 Zwischenfällen in Krankenhäusern. Auch kamen bei Hausgeburten wehenfördernde Pharmaka nicht so oft zum Einsatz (23 versus 28 Prozent), und operative Entbindungen waren seltener erforderlich (23 versus 25 Prozent). Ank de Jonge folgert, dass im Klinikum oft recht schnell medizinisch interveniert würde. Bei normal verlaufenden Schwangerschaften gäbe es keine Anhaltspunkte, die gegen Hausgeburten sprächen.

…oder doch riskant?

Britische Wissenschaftler kommen speziell bei Erstgebärenden zu einer anderen Einschätzung. Auf Basis ihrer Birthplace Cohort Study fanden sie 9,3 Zwischenfälle pro 1.000 Hausgeburten, in Einrichtungen zur Geburtshilfe waren es nur 5,3. Dann noch ein Blick auf die Niederlande: Zwischen 20 und 30 Prozent aller Mütter entscheiden sich für eine Niederkunft im trauten Heim. Gleichzeitig erreicht die Säuglingssterblichkeit negative Rekordwerte: Statistiker geben als perinatale Mortalität 10,0 Fälle pro 1.000 Geburten an, in Deutschland sind es gerade einmal 5,5. Zum Hintergrund: Genauere Untersuchungen haben gezeigt, dass Mütter im Nachbarland im Schnitt älter sind und Vorsorgeuntersuchungen seltener in Anspruch nehmen. Damit bleibt so manche Risikoschwangerschaft – die ohne Zweifel in einer Klinik besser versorgt werden könnte  – unentdeckt.

Helfende Hebammen

Doch zurück nach Deutschland: Der Hebammenverband spricht sich ebenfalls für natürliche Geburten aus und fordert Ärzte auf, seltener zum Skalpell zu greifen. Unterstützung kommt von Wissenschaftlern. Die Cochrane Pregnancy and Childbirth Group verglich, wie sich unterschiedliche Betreuungsformen auswirken. Jane Sandall, London, analysierte zusammen mit Kollegen 13 Studien mit 16.242 gesunden Schwangeren aus Australien, Großbritannien, Irland und Kanada. Bei der Betreuung durch Hebammen kamen Epidural– oder Spinalanästhesien seltener zum Einsatz (minus 17 Prozent). Die Zahl an Dammschnitten lag um den gleichen Faktor niedriger als unter ärztlicher Betreuung. Gleichzeitig kamen mehr Kinder auf natürlichem Wege zur Welt. Für die Forscher gibt es kein Argument gegen eine Betreuung durch Hebammen.

Jetzt aber natürlich

Grund genug für Bremen, ein „Bündnis zur Unterstützung der natürlichen Geburt“ ins Leben zu rufen. Beim ersten Treffen haben Verantwortliche beschlossen, gemeinsame Empfehlungen für die Betreuung von Schwangerschaft und Geburt zu erarbeiten. Auch geht es um die Frage, welche Einflüsse Klinikorganisation und Versorgungstruktur haben. Und als Kompromiss zwischen Hausgeburt und Klinik gibt es in Deutschland immer häufiger Hebammenkreißsäle, in denen werdende Mütter idealerweise von einer Hebamme während der Geburt betreut werden. Anhand von Ein- und Ausschlusskriterien lässt sich entscheiden, welche Frauen von entsprechenden Angeboten profitieren. Sollten wider Erwarten doch Komplikationen auftreten, stehen Ärzte bereit, ohne dass eine Verlegung der Patientin erforderlich wäre.

121 Wertungen (4.17 ø)

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64 Kommentare:

Gast2014
Gast2014

@Gast
Ich möchte mich nicht weiter an der Diskussion beteiligen, aber wenn man jm etwas vorwirft, sollte man nicht im selben Atemzug das gleiche tun…:

Gast: “Liebe Hebamme, genau diese arrogante und herablassende Art und Weise Ihres Berufsstandes gegenüber Pflegenden, Studierenden und Ärzten ist es, was mich von dieser Facharztweiterbildung abgebracht hat.
Wenn ich diese Pauschalverurteilung schon höre.”‘

…..

#64 |
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Angela Bley
Angela Bley

Mein Gott, in Afrika, Indien, China etc. werden die Kinder auf dem Feld geboren und überleben die Geburt ganz alleine. Vielleicht gibt es dort deswegen so viele Menschen?!

#63 |
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Gast
Gast

Und übrigens sehe ich eine Sache ganz ähnlich:
Nicht jede Geburt verläuft pathologisch! Nicht bei jeder Geburt muss ein Arzt eingreifen!
Aber auch nicht jede Grippe und jede Wundinfektion verläuft tödlich…und dennoch wird wohl niemanden die Daseinsberechtigung der Ärzte in diesen Dingen in Frage stellen. Dank moderner und -manchmal vielleicht übertriebener- evidenzbasierter Medizin ist die Mutter- und Kindersterblichkeit heute auf einem sehr niedrigen Niveau! Wer die moderne Geburtshilfe in Frage stellt, wünscht sich eine längst vergangene Zeit zurück.

#62 |
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Gast
Gast

Liebe Frau Wolff von der Sahl,

Sie haben in Ihrem Beitrag sehr deutlich gemacht, dass Medizinstudenten Ihrer Meinung nach für Fälle von Kindbettfieber verantwortlich seien.
Dass Sie sich selbst als “Erfüllungsgehilfin” der Ärzte degradiert sehen, zeigt das grundsätzliche Verständnis.
Medizin ist Teamarbeit! Es gibt Ärzte, Pflegende (zu denen übrigens auch die geburtshilfliche Pflege gehört!), Studenten und Verwaltungsangestellte. Jeder hat seine Berechtigung.
Ich weiß sehr genau, dass es -problematische- Anschauungen unter Ärzten gibt. Viele meiner Kollegen haben leider nicht die nötigen Umgangsformen, damit sich ein höfliches und wertschätzendes Miteinander aufbauen kann. Aber ich kann Ihnen sagen, dass ich selbst erlebt habe, mit welchem Frust und mit welcher Arroganz die Berufsgruppe der Hebammen einen Keil zwischen sich und die anderen Berufsgruppen schiebt.
Fragen Sie doch bitte mal offen unter den Pflegenden. Ich kann Ihnen sofort mindestens 20 Krankenschwestern nennen, die während ihrer Rotation in die Geburtshilfe von den Hebammen zu Hilfsarbeitern und “Erfüllungsgehilfen” degradiert wurden. Hebammen sehen sich grundsätzlich fachlich auf einer Ebene mit den Ärzten, erfahren aber leider ständig eine andere Realität. Das führt teilweise zu abstrusen Konflikten mit neuen Assistenzärzten und Assistenzärztinnen im Kreißsaal. Absolute Krönung ist dann der Umgang mit Studierenden: Stellen Sie sich bitte ein einziges Mal für eine Schicht in den Kreißsaal und beobachten Sie, wie Medizinstudenten mit Hass und Frust überschüttet werden.
Ich bin stets höflich und wertschätzend im Umgang und bin jedes Mal dankbar, wenn mir die Pflege hilft. Ich reiße nicht wahllos irgendwelche Verbände herunter oder deligiere ohne Bitte und Danke. Aber auch mit dem Maximalmaß an Höflichkeit ist es kaum möglich, nicht mit dieser Berufsgruppe aneinander zu geraten.

#61 |
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Claudia Wolff von der Sahl
Claudia Wolff von der Sahl

Lieber Gast,
hiermit möchte ich diese Diskussion beenden. Ich glaube, Sie möchten mich nicht verstehen!
Ich wünsche mir ein harmonisches Miteinander zwischen Ärzten, Hebammen und allen anderen Beteiligten der Geburtshilfe. Warum sie mir Arroganz vorwerfen, weiß ich nicht? Wir Hebammen sind nun mal nicht die Erfüllungsgehilfen der Ärzte. Das müssen die Ärzte einfach mal einsehen. Sobald jedoch eine Pathologie besteht, ordne ich mich auch gerne unter, denn ab da hat der Arzt das Sagen!
Ich dachte, das sei deutlich geworden?
ABER … nicht jede Geburt verläuft pathologisch!!!

#60 |
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Gast
Gast

Und noch ein Nachtrag:
Ich gebe Dr. Steinschulte Recht. Jeder annähernd aufmerksame Mediziner kennt Patientinnen, die ihr Kind durch eine mehr oder weniger esoterische Denkweise zumindest potentiell gefährden (Hausgeburt trotz Risiken, Impfverweigerung usw.). Bei meinen Patienten, allesamt eher im letzten Drittel ihres weltlichen Lebens, bin ich relativ gelassen. Jeder muss selbst entscheiden dürfen, was er sich antut.
Geburtshelfer werden aber häufig mit den fatalen Folgen für die Kinder konfrontiert. Wissen Sie eigentlich, wie viele Klagen und Vergleiche es gibt, weil Mütter selbst in einer Hochleistungsklinik davon überzeugt sind, ihr Kind sei nur deshalb kein Kernphysiker, weil der Geburtshelfer zu lange mit der Sectio oder VE gewartet hat?!

#59 |
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Gast
Gast

@Claudia Wolff von der Sahl:
Liebe Hebamme, genau diese arrogante und herablassende Art und Weise Ihres Berufsstandes gegenüber Pflegenden, Studierenden und Ärzten ist es, was mich von dieser Facharztweiterbildung abgebracht hat.
Wenn ich diese Pauschalverurteilung schon höre. Sie sind also der Meinung, die Medizinstudenten seien durch ihre Sezierkurse zu Bakterienschleudern geworden?!
Wenn ich jetzt hier erzählen würde, was sich die Hebammen in mindestens drei verschiedenen Maximalversorgern so alles geleistet haben…
Immer dieser enorme Frust darüber, dass die werdenden Mütter nunmal nach 10 Jahren noch den Namen des Geburtshelfers aber nicht den Namen ihrer Hebamme kennen…
Ätzend!

#58 |
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Gast
Gast

Eigentlich ist es doch ganz einfach. Jeder Arzt und jede Hebamme sind ganz simpel DIENSTLEISTER. So wie ein Friseur oder Verkäufer, Anwalt oder eben auch Ärzte. Wenn mir die Behandlung nicht passt, gehe ich auch nicht mehr zu diesem Firseur oder Arzt. Statt darüber zu streiten wer nun der bessere ist, sollte man doch erstmal seine Kundschaft fragen. Und ja, auch schwangere Frauen wissen was sie wollen!

#57 |
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Veronika Malic(Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Veronika Malic(Gesundheits- und Krankenpflegerin)

Schade, dass diese Diskussion so einen emotionellen Gang angenommen hat.

1. Das Argument: Wenn 3 Notsectionen gleichzeitig statt finden müssen, dann ist es so? Das lasse ich einfach so unkommentiert.

2. Uterusruptur und Uterusatonie. Das sind definitiv gute Argumente für eine klinische Geburt.

3. Ich drehe jetzt den Spieß um. Wie viele Wunschsectionen gibt es? Und werden sie dann abgelehnt, weil sie nachgeiwiesene Gefahren für Mutter und Kind bergen? Wenn die außerklinische Geburtshilfe nicht durchgeführt werden sollte, dann sollte jeder Arzt eine Wunschsectio ablehnen. Thrombosen, Embolien, Anpassungsschwierigkeiten beim Kind, sekundäre Wundheilung, nosokomiale Infektionen…

4. Ich bitte alle Beteiligten auf Anspielungen mit Bindung, alternative (nicht nachgewiesene) Heilmethoden und Duftkerzen zu verzichten. Sie tragen dem Austausch nicht konstruktiv bei. Das ist ein Fachforum, wir können fachlich bleiben.

Meine Frage: Wie könnte außerklinische Geburtshilfe optimieren? Wäre die Anwesenheit eines Arztes hilfreich?

#56 |
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Gast
Gast

Und wenn ein Mensch, egal ob Hebamme oder Arzt zu dumm dazu ist, eine Blutung nur mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, dann würde ich ja nie da entbinden wollen.
Woran sind die ganzen Frauen den vor 60-70 Jahren gestorben? Nicht an der Geburt selbst, sondern am Kindbettfieber. Und das ist einfach auf mangelnde Hygiene zurück zu führen.
Es gibt noch andere Möglichkeiten eine Blutung zu stoppen, Handgriffe, Lagerungen und sogar die Plazenta selber kann helfen. Aber der Arzt von heute hat einfach keine Erfahrung mehr. Er hat nur eine Spritze und wenn die nicht hilft schneidet man die Gebärmutter raus. Super, das ist kein Wissen. Da ist Unkenntnis verschleiert worden.

#55 |
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Gast
Gast

Also ich bin “nur” Mutter. Aber einmal durfte ich in der scheinbaren Sicherheit eines KHs entbinden und zweimal zuhause.
Genau, ich habe zuhause entbunden. Im KH hat das der Arzt für mich übernommen, nachdem er mit die Vagina ohne Not aufgeschnitten, meinen Mann und mich traumatisiert und meine Weiblichkeit zerstört hat. Die atonische Blutung anschließen war hausgemacht, weil nach 5 Minuten an der Nabelschnur gezogen wurde. Genäht wurde ich ohne Narkose, weil das angeblich nach einer vaginalen Geburt eh nicht weh tun würde.
Ernsthaft, lieber verblute ich zuhause, als mich nochmal in ein KH zu begeben! Die Überheblichkeit der Ärzte und die Einstellung sie würden mich jetzt entbinden, entsprechen nicht meinen Vorstellungen. Und ja, ich würde auch das Leben meines Kindes riskieren. Das Leben meines 1. Kindes haben sie gründlich versaut, obwohl es keine Not dafür gab. Weder Sauerstoffmangel noch auffällige Herztöne haben Zeitdruck ausgelöst. ” Ich habe um 13.30 Uhr Schichtende, da hätte ich sie gerne entbunden.” Dafür habe ich jetzt ein geschädigtes Kind. Lieber habe ich eine Hebamme, die über die natürliche Geburt bescheid weiß, als einen Arzt, der ernsthaft denkt eine Geburt ist grundsätzlich Lebensgefährlich. Das ist Autofahren auch und der Herr Dr. kommt auch jeden Morgen mit seinem teuren Auto in die Klinik gefahren! Es sterben mehr im Straßenverkehr als im Kreisaal, aber wir haben ja die Götter in weiß, die nicht mal mehr wissen wir eine physiologische Geburt abläuft und uns arme Frauen retten wollen! Danke ohne mich!

#54 |
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Gast
Gast

@#52:
Wie kommen Sie darauf dass ich Hebammen ihre Kernkompetenz abspreche????
Ich lehne lediglich ab, dass in einem Land mit ausreichend ausgezeichneten Geburtskliniken Hebammen etwas potentiell Lebensgefährliches wie eine Geburt ohne Not allein im Wohnzimmer der Patientin durchziehen. Dafür gibt es absolut KEINEN vernünftigen Grund.

Ich hatte ca. 5 postpartale Uterusatonien, die auf Kontraktionsmittel nicht reagierten, und ich hab sie alle innerhalb 10 Minuten durch Notoperationen in den Griff bekommen. Im Extremfall durch Nothysterektomie. In allen Fällen wären die Frauen bei einer Hausgeburt auch mit einer hochqualifizierten Hebamme verstorben.

Das “wehenfördernde Mittel” bei einer PDA ist Oxytocin. Es ist EXAKT die gleiche Substanz, die bei einer Entbindung ohne PDA durch den Wehenschmerz von der Hypophyse freigesetzt wird. Mit dem Unterschied dass Oxytocin bei einer PDA mit IUD bei professioneller Geburtsleitung präzise dosiert werden kann und somit bei Z.n.Sectio eine Uterusruptur vermieden wird. Während ohne PDA der Schmerz unkontrolliert Oxytocin in der Hypophye freisetzt und so immer einen Wehensturm mit Uterusruptur provozieren kann. Eine Uterusruptur ist in der Klinik immer durch eine Notsectio gut beherrschbar, während sie bei einer Hausgeburt mit einiger Wahrscheinlichkeit zum Tod von Mutter und Kind führt, zumindestens aber schwere Hirnschäden beim Kind durch cerebralen Sauerstoffmangel zur Folge hat.

Nochmals, ich spreche keiner wissenschaftlich ausgebildeten Hebamme ihre Kernkompetenz ab und ich höre mir auch immer ihre Meinung an und ich bin froh wenn ich mit so einer Hebamme zusammenarbeiten kann.

Ich lehne aber strikt ab, dass Hebammen in einem reichen Land mit ausgezeichneten Geburtskliniken ohne Not in Privaträumen entbinden und dabei Gesundheit und Leben von Mutter und Kind riskieren.

#53 |
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Claudia Wolff von der Sahl
Claudia Wolff von der Sahl

Lieber Gast,
denken Sie eigentlich wir Hebammen seien naiv und dumm? Natürlich weiß jede Hausgeburtshebamme, dass sie im Falle einer Uterusatonie schlechte Karten hat. Deshalb würde ich persönlich auch keine Hausgeburten begleiten. Weit häufiger kommt es aber in der Klinik zu Atonien, und auch dort steht die Blutung nicht immer innerhalb von 5 – 10 Minuten, wie sie schreiben!

Ich finde dieses schwarz-weiß-Denken furchtbar. Klinikgeburt = Sicherheit, Hausgeburt = Gefahr für Mutter und Kind. Wie oft wird einer Patientin bei Z.n. Sectio eine PDA gelegt und dann aufgrund nachlassender WT wehenfördernde Medikamente gegeben. Da schreit aber niemand, dass dies Mutter und Kind gefährdet. Und ich möchte behaupten, dass nicht jedes Kind, das nach einer Uterusruptur per Notsectio auf die Welt kommt, dies unbeschadet übersteht.

Natürlich gibt es immer schwarze Schafe (auch unter den Hebammen), aber eine gute Hausgeburtshebamme arbeitet nicht alleine. Sie hat ein Netzwerk aus Kolleginnen, Ärzten und auch ein Krankenhaus, in das sie im Notfall zügig verlegen kann.

Warum wird den Hebammen, die die eigentlichen Fachfrauen für die Physiologie in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind, eigentlich immer jegliche Kompetenz abgesprochen? Gynäkologen haben genug mit kranken Patientinnen zu tun. Wenn jede Berufsgruppe bei ihrer Kernkompetenz bliebe, wäre ein harmonisches Miteinander denkbar. Schade, dass hier seit jeher ein Machtkampf auf dem Rücken der Patientinnen ausgetragen wird.

Zum Glück arbeite ich in einer Klinik, wo auch die Meinung der Hebammen angehört wird! Sonst würde ich meinen Beruf an den Nagel hängen!!!

#52 |
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Gast
Gast

Liebe Kollegin Schuster (# 46),
Sie haben natürlich recht, dass offensichtlich keine der Hebammen hier so etwas wie ein “worst-case-scenario” erlebt.
Spätestens dann, wenn es zum Beispiel nach einer Hausentbindung zu einer (völlig überraschenden und nicht vorhersagbaren!) Uterusatonie kommt, die auch nicht auf extreme Dosen von Kontraktionsmitteln reagiert, und das Blut läuft aus der Patientin wie aus einem Wasserhahn und sie kann nach 10 Minuten (noch bevor der Notarzt kommt!) nur noch der Patientin die Augen zudrücken, die Duftkerze ausblasen und die CD mit der Gitarrenmusik ausschalten —-
spätestens dann bringen diese Hebamme keine 10 Pferde mehr zu einer Hausgeburt.
In einer guten Geburtsklinik sind solche Szenarien übrigens durch schnelle (innerhalb von 5 bis 10 Minuten) operative Eingriffe absolut beherrschbar.

#51 |
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Claudia Wolff von der Sahl
Claudia Wolff von der Sahl

@Verena:
Sie sprechen mir aus der Seele :-) !!!

#50 |
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Franziska
Franziska

@Frau Schuster: Sie haben Recht, ich persönlich war nicht von einem Notfall betroffen, wohl aber eine Bekannte sowie eine gute Freundin.
Bei uns vor Ort gibt es keine andere Möglichkeit, als in eine Klinik fahren, um zu gebären. Keine Hebamme hier in der Gegend führt eine Hausgeburt durch oder hat selbst ein Geburtshaus. Nichts desto trotz kann auch in einer Klinik etwas schiefgehen. Man kann sich nicht zu Hundertprozent absichern, nirgends.

Aber nur,weil bei der Geburt meines Kindes nichts schiefging, darf ich doch wohl auch meine eigene Meinung zum Thema äußern. Es äußern sich ja auch Männer hier, die im Grunde nur aus Berichten oder Gesprächen wissen, wie es sich anfühlt, schwanger zu sein.
Was ich persönlich schade finde, ist, dass hier die Meisten nur die Risiken einer Geburt sehen, aber nicht das Positive. Möglicherweise ist dies auch berufsbedingt;-)
Das Konzept eines ambulanten Geburtshauses gleich neben oder in einer Klinik finde ich persönlich sehr ansprechend. Dennoch hätte ich einfach gern die Möglichkeit einer Hausgeburt gehabt und die Freiheit, mich dafür oder dagegen zu entscheiden, gern gemeinsam mit meiner Gynäkologin und Hebamme.

Grüsse Franzi

#49 |
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Verena
Verena

@ Silke Schuster
Nein, ich habe selbst noch kein worstcase-Szenario erlebt, da haben Sie durchaus recht.
Würde ich allerdings immer vom worst case ausgehen dürfte man wohl gar nicht erst schwanger werden.

In meinem direkten Umfeld habe ich nur einen worst case miterlebt und dieser passierte in der Klinik, was mein Vertrauen nicht grad gestärkt hat.

Ich denke einfach, dass eine Hebamme die mich zu Hause betreut viel eher merkt, ob etwas nicht okay ist und dann rechtzeitig und ohne Notfall verlegt.
Bei meiner ersten geburt habe ich teilweise nach dem Schellen noch über eine halbe Stunde warten müssen bis jemand zu uns in den Kreißsaal kam, das ist für mich nicht akzeptabel.

Unser Krankenhaus wirbt auch mit besonder gemütlichen Kreißsäälen, natürlicher Geburt usw. usw.
Leider bekommt man davon dann unter der Geburt nicht viel mit, wenn man ans Kreißbett gefesselt daliegt.

Man sollte auch nicht vergessen, dass die Hebammen in der außerklinischen Geburtshilfe ja auch Expertinnen auf ihrem Gebiet sind. Es ist ihr täglich Brot Schwangere und Gebärende zu betreuen und sie sind heutzutage ja auch nicht mehr nur mit Hörrohr u.ä. ausgestattet sondern verfügen durchaus über medizinische Ausstattung.

Der Vergleich von außerklinischen Geburten in der heutigen Zeit mit Geburten vor 100 Jahren hinkt mMn außerordentlich, denn hier spielen neben der weitaus besseren medizinischen Ausbildung der Hebammen ja auch noch ganz andere Faktoren mit hinein.

Was die PDA betrifft kann ich nur sagen, dass ich es furchtbar fand, die Verbindung zu meinem Kind und meinem Becken zu verlieren.
ich wollte nicht entbunden werden, sondern gebären und dies war mir unter der PDA kaum noch möglich.
Natürlich ist der Wehenschmerz gewaltig, aber er macht Sinn und ist, wenn er ohne Angst angenommen wird gut zu verarbeiten.
Und genau das ist der Punkt… Angst!
Leider haben die meisten Frauen doch heutzutage eine wahnsinnige Angst vor der Geburt wodurch sich viele von Beginn an für eine PDA oder sogar einen Kaiserschnitt entscheiden.
Ohne diese Angst und mit guter Vorbereitung auf die Geburt (körperlich wie mental) würden wohl die meisten Frauen eine natürliche Geburt als wertvolle Erfahrung erleben.

In einem Punkt stimme ich Ihnen, Dr. Steinschulte, zu… viele Gebärende verkrampfen und dadurch stockt die Geburt.
Aber statt hier medikamentös oder operativ einzugreifen wäre es doch wesentlich einfacher die Frau zu unterstützen, ihr zu helfen sich zu entspannen, die Wehen zu zu lassen.

Sie machen es sich sehr einfach, wenn Sie schreiben, dass sie als Arzt hier auch als Anwalt des Ungeborenen handeln müssen.
Denn auch für das Kind ist eine natürliche, interventionsfreie Geburt der beste Weg in sein Leben.
Um es mit den Worten von Michael Odent zu sagen: “Es ist nicht egal, wie wir geboren werden!”

#48 |
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K.
K.

@ Herr Dr. Steinschulte:
Mediziner wie sie und anderes Klinikpersonal mit der gleichen Denk- und Ausdrucksweise sind der Grund warum meine erste Geburt im Geburtshaus und die drei Weiteren zuhause stattfanden!

#47 |
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Ärztin

Ich habe den dringenden Verdacht, dass weder “Verena” noch “Franziska” jemals ein worst-case-szenario erlebt haben.
Und wenn eine Patientin im Krankenhaus in ein Szenario gerät indem 3 Geburten und drei Notsectiones gleichzeitig laufen dann ist das halt so. Was wäre wenn sie eine dieser Notsectiones ist, wie wäre es dann zu Hause gelaufen? Da kann auch eine hervorragende Hebamme sehr in Bedrängnis geraten, der Notarzt ist nämlich in der Regel schlechter in Geburtshilfe ausgebildet als sie selbst. Notsectio im RTW gehört nicht zur Notarztausbildung! Die meisten Notärzte sind Internisten und Anästhesisten. Selbst in Metropolregionen kann eine Anfahrt ins nächste Krankenhaus mehr als 30 Minuten reine Fahrzeit dauern.
Übrigens erinnere ich daran. Meine “Hausgeburten” wurden von mir als Notärztin nur betreut, weil die betreuende Hebamme nicht erreichbar und die Geburt schon zu weit fortgeschritten war.
Was macht die Hausgebärende wenn sie ALLEIN in ein worst-case-szenario gerät und die Hebamme kommt nicht?
In vielen Häusern wird bereits ambulant entbunden. Die betreuende Hebamme betreut ihre Patientin selbst, der Arzt steht im Augenblick der Geburt für den Notfall bereit und greift auch nur dann ein. Das ist doch ein vernünftiger Kompromiss. Viele Krankenhäuser sind sehr bemüht dem Kreissaal ein wohnliches Ambiente zu geben, die Technik geschickt zu verstecken.
Selbstständig arbeitende Hebammen betreuen üblicherweise nicht nur eine Patientin. Gebären 2 oder mehrere ihrer Patientinnen gleichzeitig steht in einem ambulanten Kreissaal eine Infrastruktur zur Verfügung, die auch der Hebamme ihre Arbeit erleichtert.

#46 |
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Gast
Gast

Hay kann mir einer mal sagen was für Zeichen hatte wenn man schwanger ist

#45 |
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@Veronica Malic und Frau von der Sahl:
Ich habe klar gesagt, dass ich für eine 100% Selbstbestimmung der Patienten über ihren Körper bin. Ich informiere über die PDA und rate weder zu noch ab. Die Entscheidung über die PDA trifft die informierte Patientin und nur die Patientin.
Wenn eine Frau auf Schmerzen steht, dann ist das ihr Privatvergnügen und ich habe damit keinerlei Probleme, solange sie trotz der Schmerzen noch vernünftig mitarbeiten kann und das Kindeswohl dadurch nicht gefährdet ist.

Wie alles in der Biologie haben natürlich auch Geburtsschmerzen eine Funktion, das heißt aber nicht, dass sie unverzichtbar sind. Insbesondere nicht für den Aufbau einer gesunden Mutter-Kind-Bindung. Ich kenne auch einige Frauen, die ihre Kinder für die unerträglichen Schmerzen, die sie ihnen unter Geburt bereitet haben, ein Leben lang hassen.

Ich habe nirgends alle Hebammen über einen Kamm geschoren (machen Sie das auch nicht mit allen Müttern!) In meinem Kommentar #21 können Sie lesen, dass ich mir eine moderne Geburtshilfe ohne wissenschaftlich ausgebildete Hebammen nicht vorstellen kann.

Frau von der Sahl bestätige ich auch gerne, dass ich im Praktischen Jahr eine Menge von erfahrenen Hebammen gelernt habe. Es ist auch richtig, dass zu Beginn der wissenschaftlichen Medizin im 19. Jahrhundert, Hebammen aufgrund ihrer praktischen Erfahrung den damaligen Ärzten teilweise überlegen waren, da das wissenschaftliche Wissen der damaligen Ärzte über Geburtshilfe häufig falsch oder nicht vorhanden war.

Ich habe habe ausschließlich Probleme mit Müttern, die die Gesundheit ihres Kindes gefährden. Da MUSS der Arzt Anwalt des Kindes sein, da das Kind seine Interessen nicht selbst schützen kann. Ich respektiere natürlich die Entscheidung einer Patientin für eine Hausgeburt, aber ich habe eine dezidierte Meinung dazu, die ich auch äußere. Auch die allerbeste und modernste Vorsorgediagnostik erkennt nicht alle möglichen Komplikationen einer bevorstehenden Geburt.

Die Indikationen für eine PDA sind die gleichen wie für jede Anästhesie.
Vor 150 Jahren wurden alle Wundnähte, ja sogar Appendektomien und Amputationen ohne Anästhesie vorgenommen. Aus guten Gründen macht das heute keiner mehr. Die gleichen Gründe sprechen prinzipiell auch für eine PDA.

In meiner Chirurgiezeit habe ich mal bei einem Patienten auf seinen expliziten Wunsch eine große Wunde ohne Lokalanästhesie genäht. Wahrscheinlich wollte er eine enge Bindung zur Narbe aufbauen :)

#44 |
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Verena
Verena

Wie gesagt Dr Steinschulte, Sie bestätigen mein Bild des allwissenden Gottes in Weiß absolut :)

Ich denke eine weitere Diskussion mit Ihnen ist vollkommen überflüssig, da Sie eh in ihrem starren Medizinerdenken feststecken.

Zum Glück gibt es auch noch Fachärzte wie meinen Gynäkologen der nicht so rein medizinisch denkt wie Sie.

Mir ist das Risiko einer Hausgeburt durchaus bewusst, jedoch habe ich das Risiko im Krankenhaus nicht als geringer eingestuft.

Eine Bekannte hat vor 2 Monaten ihr Baby unter der Geburt verloren… in der Klinik… weil keiner der anwesenden Arzte auf ihre angeblich eingebildeten Bedenken gehört hat und sie als unsinnig abgetan hat.

Da können Sie mir noch so oft ein Öko-Verhalten unterstellen, die 1:1 Betreuung durch meine Hebamme kann mir keine Klinik bieten

#43 |
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Veronika Malic(Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Veronika Malic(Gesundheits- und Krankenpflegerin)

Wie mich? Ich möchte nicht in diese Bindungs-was-auch-immer-Schublade geschoben werden. Ich habe eine medizinische Vorbildung und ich bin Anhänger der Schulmedizin.

Ich habe nirgendwo behauptet, dass ich deswegen eine Hausgeburt anstrebe. Für mich hat außerklinische Geburtshilfe ganz rationale Gründe.

Die Schwangerschaftsvorsorge ist in Deutschland auf einem ganz hohem Niveau. Viele Auffälligkeiten sind schon im Vorfeld bekannt. Frauen werden teilweise alle 4 Wochen geschallt.
Ich würde mich daher nur für eine Klinik mit NeoIntensiv etnscheiden, wenn Kammersicht des Herzens bei dem Fötus nicht erkennbar wäre. Oder wenn die Nabelschnür auch nur einmal um den Hals gewickelt wäre. Placenta prävia, Beckenendlage, Hypertonie, Mekonium im Fruchtwasser….

Was mir aber sauer aufstösst ist dass sie den Müttern es nicht einräumen sich rational für eine Hausgeburt zu entscheiden, sie räumen aber ein dass sie ohne Hinterfragen von Indikationen sich für eine Maßnahmen wie PDA w
entscheiden.

Bei den Geburtsschmerzen geht es in der Tat sie auszukosten, sie haben einen Grund und eine Funktion. Sie treiben die Geburt voran. Es ist wunderbar, dass es eine Abhilfe dafür gibt. Was ist aber mit den Müttern, die mitarbeiten möchten? Finden sie wirklich eine Entscheidung gegen PDA für bedenklich?
Da das meine Kompetzenzen überschreitet, gibt es eigentlich Indikationen für eine PDA?

Ich verurteile sie nicht für den Zustand im Gesundheitswesen. Er ist so, wie er ist. Da möchte ich nicht noch eine Diskussion los treten.
Die Situation bringt es aber mit sich, dass bei der außerklinischen Geburtshilfe eine fortlaufende Überwachung möglich ist, während es in Kliniken, die keine Beleghebammen und keine Belegärzte anbieten nicht der Fall ist.

#42 |
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Claudia Wolff von der Sahl
Claudia Wolff von der Sahl

Normalerweise mische ich mich in solche Diskussionen nicht ein; in diesem Fall platzt mir allerdings fast der Kragen!!! Ich bin Hebamme und möchte hier einmal ganz klar sagen, dass es eine Frechheit ist, alle Hebammen über einen Kamm zu scheren. Wir sind also die Ökos, die Mutter und Kind Schaden zufügen durch Esotherik und unzureichendes Fachwissen bzw. Fahrlässigkeit?
Ich arbeite in der Klinik und sehe häufig pathologische Verläufe, die aufgrund übertriebenen und ungeduldigen Eingreifens in den normalen Geburtsverlauf hervorgerufen werden. Natürlich muss dann der Arzt Mutter und Kind mit moderner Geburtsmedizin `retten`. Vielen Frauen wird dann im Nachhinein erzählt, dass es ja gut war in der Klinik zu entbinden, da dort das notwendige Equipment zur Verfügung stand!
Natürlich ist es gut, dass es die moderne Geburtsmedizin gibt. Sie ist in vielen Fällen bestimmt auch berechtigt und lebensrettend. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass auch wir Hebammen uns darauf verstehen, diese nur sehr viel sparsamer einsetzen bzw. befürworten.
Im Klinikalltag ist es übrigens häufig so, dass unerfahrene Assistenten Geburtshilfe von den Hebammen lernen. Physiologische Geburten werden nun mal von Hebammen betreut. Anwesende bei einer Geburt sind also die Hebamme und ein Arzt (in der Klinik). Woher soll ein Assistent mit wenig Erfahrung denn sonst sein Wissen haben? Geburtshilfe lernt man in der Praxis und nicht im Lehrbuch ;-) .
Und zum Schluss: “Ein guter Geburtshelfer hat seine Hände in den Hosentaschen” (und das ist die Aussage eines Arztes ;-) )
… und ich möchte noch anmerken, dass es früher zu einem Großteil die Medizinstudenten waren, die direkt nach dem Sezieren der Leichen Kontakt zu den Gebärenden und Wöchnerinnen hatten, die daraufhin am Kindbettfieber starben! Nicht die Hebammen!!!

#41 |
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Dr. med. Volker Stigge
Dr. med. Volker Stigge

@33, Herrn Lachenmaier:

Vielen Dank für die Korrektur! In der Erregung kam es zur Namensverwechslung. Beide haben inhaltlich miteinander zu tun und beide sehe ich sehr kritisch. Zu ihrer Zeit hatten ihre Auffassungen sicherlich ihre Berechtigung.
Asche auf mein Haupt…

#40 |
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@Veronica … Ich kenne Frauen wie Sie und ich garantiere Ihnen, dass die allermeisten erfahrenen Frauen über Ihre Ansichten nur den Kopf schütteln. Gerade die Erstgebärenden, die anfangs sagen, “ich habe aber gehört, dass es gut für die Mutter-Kind Bindung sein soll, den Schmerz voll auszukosten”, überlegen es sich nach 15 Minuten kräftigen Wehen und schreien nach einer PDA.

Grundsätzlich bin ich für das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht der Patienten über ihre Körper, Selbstmord eingeschlossen. Weswegen ich überhaupt mit Ihnen diskutiere, ist ausschließlich das, was sie Ihrem Kind antun. Die kleineren Hirnschäden, die oft durch solche “Ökogeburten” verursacht werden, zeigen sich erst viel später durch Intelligenzdefekte, schlechte Schulleistungen und Verhaltensauffälligkeiten und werden dann gar nicht mehr mit der Ökogeburt in Verbindung gebracht. Wegen solcher Geburten im ländlichen Raum hatte (und teilweise hat) jedes Dorf auch mindestens einen Dorfdeppen.

Nochmals, die meisten Zweit- oder Drittgeburten laufen so problemlos, dass sie auch im Wohnzimmer stattfinden können. Bei Erstgeburten ist das schon weniger der Fall. Aber jeder, der behauptet, er könne SICHER vorhersagen, dass es bei einer bevorstehenden Entbindung zu keinerlei Problemen kommt, ist einfach ein Scharlatan, der mit Leben und Gesundheit von Mutter und Kind spielt. Und Verenas Öko-Feeling ist die Gesundheit ihres Kindes einfach nicht wert.

#39 |
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@Veronica Malic
Ich stimme Ihnen 100% zu. Ein CTG dass nicht qualifiziert beobachtet wird ist nutzlos und ich bin mit Ihnen auch der Meinung, dass in einer Geburtsklinik, die diesen Namen verdient, 24/7 ein Arzt wach im oder in der Nähe des Kreißsaals sein muss, sowie ein Arzt in Bereitschaft und ein weiterer in Rufbereitschaft. Eine Notsectio muss im Notfall in weniger als 10 Minuten möglich sein und in den Kliniken, in denen ich tätig war, war das auch so.
Dass durch die Ökonomisierung der Medizin in Deutschland in den letzten Jahren der Personalschlüssel von Kaufleuten und nicht von Ärzten bestimmt wird, können sie aber nicht mir vorwerfen.

#38 |
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@Lachenmeier
Lesen hilft, auch wenn das für den Beruf des Heilpraktikers nicht erforderlich ist. Vielleicht auch mal ein Buch über die Geschichte der Medizin. Vor der Entwicklung der modernen Geburtsmedizin sind die Mädchen und Frauen tatsächlich reihenweise mitsamt ihrem Kind verreckt, so wie sie das heute noch in vielen Ländern OHNE moderne Geburtsmedizin tun (siehe Kommentar #8). Das gilt sogar für Königshäuser. Schauen sie sich nur mal die Stammbücher an. noch vor 150 Jahren hatte selbst jedes adlige Mädchen eine über 20% Chance ihre erste Entbindung nicht zu überleben und nur jedes zweites Neugeborene überlebte. In der breiten Bevölkerung waren die Zahlen noch katastrophaler, nur existieren darüber meist keine Aufzeichnungen. Die Frauen die überlebten, hatten durchschnittlich 8 Entbindungen nur um die Bevölkerungszahl konstant zu halten. In allen Romanen des 19. Jahrhunderts lesen sie Sätze wie “Seine Mutter war bei seiner Geburt gestorben” (Die Sectio aus der toten Mutter war damals Routine) oder “Er war zum dritten Mal verheiratet. Seine ersten beiden Frauen waren bei einer Geburt (oder im Kindbett) verstorben.” So was war damals völlig normal. Es ist unter “natürlichen” Bedingungen” beim homo sapiens eben NICHT selbstverständlich, dass Frau und Kind überleben (siehe Kommentar #8) und noch vor 100 Jahren war das jeder Frau auch sehr bewusst.

#37 |
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Verena
Verena

Die Argumentations- und Denkweise des Dr. Steinschulte überrascht mich nicht.
Er ist scheinbar genau der Typ Arzt den ich, vor allem als Schwangere und Gebärende, nicht um mich haben möchte.

Ich möchte keine Nummer sein, keine Statistik…

Meine Erstgeburt hat sogar 10 mal länger als die Zweite gedauert, aber ich kam mit allem gut zurecht, bis medizinisch eingegriffen und ich unter Druck gesetzt wurde (meinem Kind ging es laut CTG auch durchgängig gut)

Die Cosmopolitan lese ich übrigens grundsätzlich nicht und unter der Geburt möchte ich das schon gar nicht, sondern ich wollte mich, meinen Körper und mein Kind spüren.
Dies wurde mir jedoch durch die PDA verwehrt, denn dadurch ist nicht nur der Schmerz betäubt sondern auch jegliche Verbindung zum Kind.
Solche “Gefühlsduseleien” wird ein Dr. Steinschulte jedoch als unwichtig erachten.

Zum Glück gibt es (noch?) die Möglichkeit für die Frauen zu wählen.
Ich hoffe sehr, dass dies auch so bleibt und kämpfe an der Seite meiner Hebamme für sie und ihre Kolleginnen.

#36 |
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Veronika Malic(Gesundheits- und Krankenpflegerin)
Veronika Malic(Gesundheits- und Krankenpflegerin)

Dr. Steinschulte:

Bei diesem System ist eine lückenlose Überwachung der Gebärenden in den Kliniken nicht gewährleistet. CTG kann auch bei einer Hausgeburt geschrieben werden. Aber bloße CTG Kurven erheben bedeutet noch nichts. Wenn CTG aufgrund des Personalmangels nicht betreut und rechtzeitig reagiert werden kann, dann kann man in einer Klinik auch nicht den frühkindlichen/perinatalen Gehirnschaden verhindern. Was passiert wenn es 3 Erstgeburten in der Nacht von Samstag auf Sonntag laufen und 3 Notsectios beinah zeitgleich durchgeführt werden müssen. Wenn wir schon bei worst case Szenarien sind.

Natürlich soll eine Hausgeburt gut überlegt sein. Ich würde es befürworten, wenn sich auch die Ärzte daran beteiligen würden.

Was die WHO Daten angeht: sind sie sich wirklich sicher, dass die Mortalität weniger wird, wenn Geburtshilfe ausschließlich klinisch statt finden würde?

#35 |
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Ärztin

Ich kann Kollegen nur bewundern, die “im Zustand der Unsicherheit” (also auch wenn man nicht weiß, welche Grundgesundheit das Ungeborene überhaupt mitbringt) immer wissen, was richtig und was falsch ist. Je mehr solcher Experten es gibt, desto klarer wird die schleichende Verpflichtung für alle Behandler zum Erfolg und desto höher vermutlich die Haftpflichtprämien.

#34 |
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Heilpraktiker

@17, Dr. Stigge, Samuel Hahnemann ist der Begründer der Homöopathie; bei Rudolf Steiner war das Stichwort Anthroposophie! Ich bin auch kein Verfechter der Homöopathie (wobei eine Begriffsklärung sicherlich hilfreichwäre; Homöopathie wird oft mit Naturheilmittel gleichgesetzt), sondern ein Adept der TCM.
Zu den Geburten sage ich nur: Was haben die Frauen vor der Existenz eines Dr. Steinschulte gemacht? Sind die alle jämmerlich samt Kind verreckt??
Dr. Steinschulte ein kleiner Tipp: Ihre Beiträge 13+14 sind weit unterhalb des guten Geschmacks und nicht sehr hilfreich.
Ich pflichte G. Madre (#15) bei und würde es soweit zuspitzen: Solche unqualifizierten Kommentare sind eines halbwegs intelligenten Menschen unwürdig.

#33 |
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herr quirin pfaff
herr quirin pfaff

@ Dr. Steinschulte:

“Erstgeburten dauern immer mindestens 3mal länger.”

So eine Aussage ist natürlich ultraseriös und sagt viel über Ihre Art & Weise zu argumentieren.

#32 |
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Ich habe einige Male erlebt, dass Erstgebärende mit den überraschend starken Wehenschmerzen nicht klarkommen und (auch körperlich) durchdrehen und dann treten manchmal Komplikationen bei der Sauerstoffversorgung des Föten auf, die eine schnelle operative Entbindung erforderlich machen. Bei einer Hausgeburt kann das 10 Minuten Sauerstoffmangel des Föten auf dem Transport in den OP und damit ein behindertes Kind bedeuten.

Im übrigen legte ich selbst hunderte PDAs und mir hat noch nie eine Patienten gesagt, dass sie deswegen verrückt wurde. Im Gegenteil, im Regelfall lesen sie eine ganze Cosmopolitan während der Geburt und sind völlig entspannt. Die Geburt mag etwas länger unter der PDA dauern, dafür ist sie aber völlig stressfrei, was für Mutter und Kind wichtiger ist. Ich weiß nicht was mit Ihnen falsch gelaufen ist, aber mit meinen Erfahrungen ist das nicht in Einklang zu bringen. Ich vermute dass einfach die Dosierung des meist erforderlichen Oxytocin unzureichend war und sich deshalb die Eröffnungphase unnötig lange hinzog. Das lässt sich aber bei professioneller Geburtsleitung alles perfekt steuern ohne die Patientin zu belasten.

#31 |
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Verena
Verena

Dr Steinschulte,
ich wurde nicht trotz PDA verrückt, sondern wegen der PDA!
Nicht der Wehenschmerz machte mir Angst, sonder das Alleingelassenwerden, das mich nicht mehr allein regen können durch die vielen Kabel.

Die PDA und der Wehentropf wurden mir mehr oder minder aufgezwungen (nein… sowas gibt es natürlich nicht…)
Meines Erachtens erfüllte ich einfach nicht die zeitlichen Kriterien der Klinik…

Erklären Sie mir bitte wie sie zu der Annahme kommen, meine Tochterhätte bei einer Hausgeburt ggf behindert werden können?

#30 |
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Verena
Verena

Dr. Steinschulte, nein, diese Zahlen zeigen, nur, dass auch in der Klinik Frauen und Kinder unter der Geburt sterben.
Niemand kann einem sagen, ob dem bei einer Hausgeburt verstorbenen Kind in der Klinik hätte geholfen werden können.

Natürlich sollte nicht jeder “einfach so” zu Hause gebären.
Aber keine Hebamme würde ein Risiko eingehen, dass sie für zu groß hält.

Franziska,
sie sprechen mir aus der Seele!

Eine Gebärende wird in der Klinik oft nicht als solche behandelt, sondern als Gebärmaschine, die sich den Gegebenheiten der Klinik anzupassen hat.
Tut sie, bzw. ihr Körper das nicht, dann hat sie eine Wehenschwäche, das Kind passt nicht, es dauert zu lang, oder, oder, oder…
Und schon gelangt man in die ach so notwendige Interventionsspirale mit Wehentropf und Wehenhemmer im Wechsel, PDA durch die die Frau nicht mehr spüren kann was in ihr vorgeht und den Kontakt zum Kind verliert…

Wer mir erzählen will, dass sich dies nicht negativ auf den Geburtsverlauf auswirkt, hat dies mMn noch nicht selbst erlebt.

Ich verteufele sicherlich nicht die Schulmedizin und bin natürlich auch der Ansicht, dass es viele Fälle gibt, in denen eine Entbindung in der Klinik sinnig und angebracht ist.
Aber in vielen Fällen sind die Probleme die bei den Geburten auftreten doch hausgemacht

#29 |
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@#25 Sie können doch eine Erstgeburt nicht mit einer Zweitgeburt vergleichen. Erstgeburten dauern immer mindestens 3mal länger. Und wenn sie unter einer PDA in der Klinik bei ihrer ersten Geburt schon verrückt wurden, dann wären Sie bei einer Erstgeburt ohne PDA zu Hause wahrscheinlich völlig durchgedreht und hätten eine Notsektio im Notarztwagen zur Klinik bekommen und hätten eventuell ein behindertes Kind.

#28 |
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Franziska
Franziska

Liebe Ärzte und Hebammen,
bevor Sie sich nur noch um Homöopathie hin oder her streiten, beachten Sie bitte den wichtigsten Faktor: Mutter und Kind.
Wenn die Schwangere sich wohlfühlt,ihn ihren Ängsten ernst genommen wird und von kompetenten erfahrenen Personen begleitet wird, die nicht nur die “Technischen Daten” wie Herztöne, Blutdruck, Uhrzeit, Belegungszeit des Kreissaales usw. im Blick haben, dann ist dies doch das am Wichtigsten. Eine Geburt sollte der Frau als unvergessliches positives Ereignis in Erinnerung bleiben. Wie kann es das, wenn ein anwesender Arzt nur noch den möglichen Notfall im Blick hat und nur noch daran denkt, was alles schiefgehen könnte? Wie soll ich mich entspannen, wenn ich an Geräten hänge (die sicher auch notwendig sind) aber der Arzt nur noch auf diese schaut, um bloss nicht den Ernstfall zu verpassen? Mal abgesehen davon, dass allein schon der weisse Kittel des Arztes manchmal ausreicht, um Unbehagen auszulösen?
Ich für meinen Teil war sehr froh, eine kompetente und erfahrende Hebamme zu haben, die mich bei der Geburt begleitet hatte. Sie hat mich sehr beruhigt und mich sehr gut angeleitet. Sie hat mir die notwendigen Gerätschaften erklärt und sie teilweise so genutzt, dass ich sie kaum bemerkte. Unser Arzt war schlau genug, sich im Hintergrund zu halten, um nur dann einzugreifen, falls es wirklich nötig gewesen wäre.

Komplikationen und Notfälle gibt es sicherlich, aber das ist doch nicht die Regel! Ich möchte als Schwangere als eigenständige Person mit all meinen Gefühlen und Ängsten ernst genommen werden und nicht nur als potentielle Patientin, die nur aus Blutwerten und Herztönen des Kindes besteht und die zu blöd ist, die Gesundheit ihres Kindes nicht wichtig zu nehmen. Ich möchte, dass mir zugehört wird.
Dies sollten sich insbesondere die “Halbgötter in Weiss” zu Herzen nehmen.

#27 |
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@#25
Die Statistiken der WHO sagen das eindeutig und ohne jeden Zweifel.
Siehe #8

#26 |
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Gast
Gast

Und wer sagt, dass die Kinder die bei Hausgeburten versterben in der KLinik überlebt hätten?
Es wird von manchen Ärzten so getan, als wäre die Klinikgeburt das Allheilmittel gegen jegliche Komplikation.

Nach der traumatisierenden Klinikgeburt meiner ersten Tochter habe ich nach Alternativen gesucht, denn in ein Krankenhaus hätte mich keiner mehr bekommen.
Stunden lag ich teils ohne jegliche Betreuung durch Arzt oder Hebamme im Kreißsaal, verkabelt mit CTG, PDA, Wehentropf, Antibiotikum und Kochsalzlösung… wie ein Käfer auf dem Rücken.
Ich wundere mich heute nicht, dass die Geburt so lange dauerte und all diese *tollen* Hilfsmittel notwendig waren.
Ohne Zusprache und in der denkbar ungünstigsten Position ist es kein Wunder, das meine Tochter sich nicht richtig in mein becken einstellen konnte.

Mein Becken wäre zu eng wurde mir erzählt… bei einem weiteren Kind sollte ich direkt über einen Kaiserschnitt nachdenken um mich nicht wieder so lange zu quälen…
Gut, dass ich nicht auf diese wunderbaren Ratschläge gehört habe, sondern mich eine erfahrenen Hebamme anvertraut habe.

In einer 3-stündigen Geburt (von der ersten bis zur letzten Wehe) kam meine zweite Tochter zur Hause in der Hocke zur Welt. Dank Schwerkraft ohne große Kraftanstrengung, Verletzungen.

Glücklicherweise habe ich einen Gynäkologen, der hinter der außerklinischen Geburtshilfe steht und mich immer in meinem Wunsch unterstützt hat.

#25 |
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Man kann meiner Meinung nach die Entscheidung über eine Hausgeburt nicht allein den Müttern überlassen, da diese einfach nicht immer zu einer vernünftigen Entscheidung fähig sind. Solange sie nur ihr eigenes Leben und ihre eigne Gesundheit aufs Spiel setzten, ok.

Aber ich hätte es meiner Mutter nie verziehen, wenn ich heute den Intelligenzquotienten einer Ofenkartoffel hätte, weil es bei meiner Hausgeburt zu einer protrahierten Austreibungsphase mit 10 Minuten cerebralem Sauerstoffmangel kam, weil Mutti statt “übertechnisierten” CTG Geräuschen, MBU, rechtzeitiger Episiotomie und Vakuumextraktion lieber ewig langen Dammschutz, Gitarrenspiel der Freunde, Duftkerzen, ayurvedische Gebärgesänge und homöopathische Wehentropfen wollte.

#24 |
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Dr. med. Volker Stigge
Dr. med. Volker Stigge

Hebammen sind ein ehrenwerter Berufsstand. Und sie sind nicht verantwortlich für die Existenz der Homöopathie. Aber sie werden bevorzugt benutzt, um diese unsägliche Heilmethode zu verbreiten.

Die Homöopathie mit dem Argument “die Wirkung ist da, sonst gäbe es sie nicht mehr” zu rechtfertigen, ist schlicht unsinnig. Man kann einer Wirkung sachlich die verschiedensten Ursachen zuordnen. Im Falle der HP-Wirkung können sehr wohl die Persönlichkeit des Therapeuten, die Korrektur der Lebensführung, die Selbstheilung u.a. berücksichtigt werden.

Nicht umsonst gibt es keine sauberen, ernst zu nehmenden Doppelblindstudien, die die Wirksamkeit eines homöopathischen Mittels belegen könnten. Und weil das so ist, können Homöopathika nur in die Esoterik eingeordnet werden.

Leider reicht der Bildungsstand bestimmter Prominenter, auch Minister, nicht aus, um das zu erkennen. Und wenn ein “Promi” dafür ist, “kann es dann Unsinn sein?” Aber natürlich, ja doch! Er/sie ist auch nur ein Mensch!

Zu den Hausgeburten: Wer sie wünscht, muss sich des Risikos im Ernstfall bewusst sein. Zweifellos verlaufen sie überwiegend glatt. Treten Probleme auf, müssen die Konsequenzen hingenommen werden. Und nicht immer sind Probleme vorher absehbar.

#23 |
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Stephanie Larisch
Stephanie Larisch

Liebe Anästhesisten, Notärzte und Pädiater,

Sie sehen beruflich bedingt immer nur die Kinder, die entsprechend Ihre Hilfe benötigen. Die tausende Kinder, die mit Hebammenhilfe auf die Welt kommen und einfach so (*huch*) die Geburt mal folgenlos überstehen, haben Sie nicht vor Augen…

Es gibt für diese ganzen Studien sicher immer jemanden, der die Zahlen auf die ein oder andere Seite schiebt und entsprechend deutet.

Fakt ist, die Länder, in denen eine Sectiorate von 70% vorherrscht sind auch nicht glücklicher und die Überlebensraten auch nicht besser.

Und die Homöopathie als “esoterisch” zu bezeichnen, ist ungefähr so, als wenn man behauptet, alle Hebammen seien Hexen. Die Wirkung ist da, sonst gäbe es sie nicht mehr! Genauso verhält es sich mit Akupunktur.

eine Hebamme, die seit knapp 20 Jahren dabei ist, weit über 1000 Geburten selber geleitet und sicher mehr als 3000 Frauen im Rahmen der Kreißsaalarbeit betreut hat und auch eigene Kinder (nicht zuhause, aus unterschiedlichen Gründen, aber dennoch auf natürlichem Wege) geboren hat.

#22 |
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Hygienische Probleme im Krankenhaus löst man durch eine verbesserte Krankenhaushygiene und Komplikationen durch überflüssige Interventionen löst man durch eine verbesserte Indikationsstellung.
Aber nicht durch einen Rückschritt in die Vergangenheit und Wiedereinführung der Hausgeburt.
Natürlich funktioniert auch die moderne Geburtshilfe nicht ohne erstklassig wissenschaftlich ausgebildete Hebammen. Kein Arzt bestreitet das. Allerdings wollen solche Hebammen auch keine Hausgeburten.
Ein Kompromiss wäre die kurzfristige Entlassung nach der Entbindung und die anschließende ambulante Betreuung durch eine Hebamme zu Hause. Für eine Hausgeburt gibt es aber in der heutigen Zeit keinen vernünftigen Grund mehr.
Ich wäre ohnehin dafür, dass eine Hebamme in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt zumindest Erstgebärende in den ersten Wochen einige Male zuhause aufsucht, um sicherzustellen, dass keine Fehler beim Stillen und allgemein in der Säuglingspflege gemacht werden. Damit hätten in den letzten Jahren einige tote Säuglinge vermieden werden können.

#21 |
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Veronika Malic
Veronika Malic

Und was ist mit dem hygienischen Aspekt und nosokomialen Infektionen. Viele Komplikationen entstehen durch Interventionen.
Multiresistente Keime, sekundäre Wundheilung nach Sectio und Episotomie, nosokomiale Pneumonien…..

Durch Hausgeburt vermeidbare Komplikationen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Hebammen würde das Problem lösen.

Übrigens ich halte es auch für gefährlich, Homöopathie in den Bereich als bewiesen zu stellen. Es gibt derzeit keine seriöse klinische Studie, die ihre Wirksamkeit belegt.

Ich halte es aber auch für unzulässig Mütter, zuhause entbinden wollen in die Öko-Esoterik Schublade zu schieben.

Eine werdende Mutter, die keine Homöopathie möchte und trotzdem eine Hausgeburt anstrebt.

#20 |
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Dr. Veronika Thomas
Dr. Veronika Thomas

Zu Herrn de Jong kann ich da nur sagen: Offensichtlich ist er noch nie zu einer schwierigen Erstversorgung eines Neugeborenen dazu gerufen worden. Natürlich geht es die meiste Zeit gut, aber da Risiko eines toten oder schwerst behinderten Kindes auf sich zu nehmen, weil der Kinderarzt keine Chance hatte, rechtzeitig vor Ort zu sein? Das lässt doch überhaupt keine Frage offen, ob man Hausgeburten befürworten sollte! Und zukünftigen Eltern undiskutiert solche Zahlen als Fakten zu präsentieren ist nicht nur verantwortungslos, sondern entbehrt jeglichen Berufsethos!

#19 |
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Simple Mathematik: 23% der Hausgeburten bedürfen einer operativen Entbindung, d.h. fast jede 4. Gebärende muß unter der Geburt von zu Hause in einen OP transportiert werden. Immerhin ganze 2% weniger als wenn primär ein Arzt vor Ort / im Kreissaal ist. Ob das ein akzeptables Risiko ist, sollte sich jede werdende Mutter, beim verständlichen Wunsch nach einer “natürlichen Geburt”, sehr genau überlegen.

#18 |
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Dr. med. Volker Stigge
Dr. med. Volker Stigge

Noch ein Wort zur Homöopathie:

Vor 150 Jahren, zur Zeit des Wirkens von Rudolf Steiner, war es der löbliche Versuch, der schneidenden Medizin dieser Zeit und der Quacksalberei etwas entgegenzusetzen. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse waren noch nicht vorhanden oder hatten noch keinen Einzug in die Medizin, geschweige denn allgemeine Verbreitung gefunden.
So konnte Steiners Konstruktion der homöopathischen Grundsätze als “Fortschritt” wahrgenommen werden.

Inzwischen hat das Wissen über chemische, physikalische und biologische Zusammenhänge immens zugenommen und wesentliche Handlungsweisen der Homöopathie ad absurdum geführt. Wer heute noch nach den Steiner’schen Grundsätzen handelt und die banalsten Naturgesetze ignoriert, tut das entweder aus esoterischer Grundeinstellung oder um Profit zu machen.

Damit ist nicht gesagt, dass die moderne “Schul-“Medizin nicht auch gravierende Fehler aufweist. Ich denke dabei an die Gier der Pharma-Riesen, die fehlende menschliche Zuwendung der Ärzte, das Profitdenken im Privatklinikbereich.

#17 |
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Guten Morgen,
nachdem die Gesundheitspolitik der vergangenen 20 Jahre zu einer schleichenden Unterversorgung im ländlichen Raum, zu einer zunehmenden Merkantilisierung der Medizin und einer Konzentration in der Krankenhauslandschaft geführt hat, wird nun seitens der grün-feministischen Politik ein weiteres Feld besetzt.
Wenn, aus welchen Gründen auch immer, geburtshilfliche Verfahren politischen Vorgaben, wie einer gewollten Senkung der “Sectio-Rate”, geopfert werden, dann ist es mit einer, am Individumm orientierten Medizin, die uns in den vergangenen Jahrhunderten segensreich geholfen hat, nicht mehr weit her.
Die politisch gewollte Hausgeburt, von naturnahen Heilern begleitet, wird dann zum risikoverneinenden Unterfangen, welches im Nachhinein dann von niemand so gewollt war. Oder hat schon jemand Politiker gesehen, die für ihr Tun und Lassen zur persönlichen Verantwortung gezogen worden sind?

#16 |
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G. Madre
G. Madre

Herr Dr. Steinschulte
Ihre Kommentare sind eines Arztes und Akademikers unwürdig

#15 |
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Liebe Frau Wallmann,
die Ernährung in Mali ist im öko-alternativem Sinne besser als in Deutschland. An den Ufern des Niger sind die Böden sehr fruchtbar und immer gut bewässert und erlauben mehrere Ernten im Jahr. = Viel frisches Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, dazu viel Hirse und Fisch. Der Ernährungszustand der Mädchen und jungen Frauen ist also gut.
Was “Hygiene und Ausstattung der medizinischen Einrichtungen” betrifft … ist es nicht gerade das, was die Hebammen, die Hausgeburtshilfe betreiben, kritisieren: Die übertriebene Hygiene und “Übertechnisierung” der Klinikgeburtshilfe????

#14 |
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Liebe Frau Kiesel,
ich empfehle Ihnen Ihr Kind in Mali zu entbinden. Dort werden Sie von von sehr erfahrenen Hebammen mit enormen Wissen und Können betreut (Manche haben schon 20.000 oder 30.000 Geburten betreut). Zum Glück bilden sie sich auch in Homöopathie, Phytotherapie und anderen alternativen Heilmethoden wie Voodoo weiter und lassen sich nicht von Ärzten mit Scheuklappen beeinflussen. Gegen einen geringen Aufpreis schlachten und opfern sie auch ein Huhn auf Ihrem Bauch und setzen ihren Federhut auf. Sie bleiben auch völlig entspannt, wenn es zu einem Geburtsstillstand und Absterben des Föten kommt. Sie können sich ja jederzeit ein neues Kind machen lassen. Und wenn Sie auf der Strecke bleiben, macht das auch nichts. Ihr Mann findet sicher ein neues Mädchen. So lief das auch in Deutschland bis vor hundert Jahren. Und was seit Jahrtausenden funktioniert hat, das kann heute auch nicht schlecht sein.

#13 |
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Im übrigen sind Dutschland und Mali auch im Hinblick auf Ernährungszustand, Hygiene, Ausstattung der medizinischen Einrichtungen, Gesundheitszustand der Schwangeren nicht miteinander vergleichbar. Wer damit argumentiert, schiesst sich ein Eigentor…

#12 |
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Ärztin

Als Anästhesistin, die immer dann gerufen wird, wenn im Kreissaal nichts mehr geht habe ich ein ungutes Gefühl, wenn Erstgebärende, vor allem im fortgeschrittenen Alter zu Hause entbinden wollen. Auch unsere Notärzte, die dann zu einer Hausgeburt gerufen werden, sind keine ausgebildeten Geburtshelfer die Extremsituationen meistern könnten. Die Extremfälle, die ich im Kreissaal schon erlebt habe und die glücklicherweise dank zeitnaher Sectio überlebt haben, hätten in einer Notfallsituation zu Hause nicht überlebt, weder Mutter noch Kind.
Auch als Notärztin hatte ich schon Geburten zu betreuen. In allen Fällen war die Hebamme nicht erreichbar und der Weg zur Klinik zu weit. Keine dieser Mütter war erstgebärend, Mütter und Kinder sind wohlauf.

#11 |
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Man kann für verlässliche Studien über die Sicherheit der ausserklinischen Geburtshilfe auch gerne eigene Zahlen hinzuziehen. Schließlich unterscheiden sich die Arbeitsweisen doch erheblich zwischen den verschiedenen Ländern. Letztes Jahr hat der GKV-Spitzenverband zusammen mit der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe und den Hebammenverbänden zum Beispiel in einem Pilotprojekt klinische und ausserklinische Geburten verglichen, mit sehr guten Ergebnissen für die ausserklinische Geburtshilfe. Über diese Gesellschaft kann man ausserdem die Zahlen der ausserklinischen Geburten seit 1996 einsehen.
Ich finde es unmöglich, dass vor allem einige ärztliche Kollegen immer wieder ausserklinische Geburtshilfe als Suizid und die Hebammen als gefährliche Esoterikhexen darstellen. Das ist nicht im Sinne der betreuten Familien, denen mit einer respektvollen Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Gynäkologen (wie sie vielerorts auch stattfindet) viel mehr geholfen wäre.

#10 |
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Sabine Kiesel
Sabine Kiesel

Wie oberflächlich ist das denn gedacht – Deutschland mit Mali zu vergleichen.
Natürlich ist ärztliche Betreuung manchmal sinnvoll und manchmal auch lebensrettend, im “normalen” Geburtsvorgang jedoch schlicht überflüssig. Zum Glück bilden sich viele Hebammen in Homöopathie, Phytotherapie und anderen alternativen Heilmethoden weiter.

Ich und unzählige andere Frauen sind dankbar dafür und vertrauen ihrem Wissen und Können. Danke, daß es euch gibt – trotz immer weiter gehender Repressalien von Seiten der Versicherungen. Ich hoffe, daß sich die Hebammen nicht von Ärzten mit Scheuklappen beeinflussen lassen, die Homöopathie für Esoterik halten. Weiterbildung könnte auch manchen Ärzten nicht schaden. Na ja nicht jede Heilmethode ist für jeden gut und ich bin auch froh, wenn es im Notfall Chirurgen gibt. Trotzdem ist es gut über den Tellerrand hinauszublicken und den Anschluß an neue/alte Heilmethoden nicht ganz zu verlieren (auch wenn man nicht damit arbeitet).

Liebe Herren Ärzte – Frauen und damit auch Hebammen sind meist durchaus in der Lage selbst zu denken und nicht nur als Multiplikatoren zu wirken.

#9 |
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Mich regen solche Artikel immer auf:
Laut WHO liegt in Deutschland, wo die Geburtsmedizin so entsetzlich unter den vielen Ärzten mit ihrer Wissenschaft leidet, die Säugingssterblichkeit bei 3 auf 1000 Lebendgeburten und die Müttersterblichkeit bei 7 auf 100.000 Lebendgeburten.

In Mali wo die Geburtshilfe sich fast auschließlich in den Händen von Hebammen, die mit “Naturheilmitteln” arbeiten, befindet, liegt die Säuglingssterblichkeit bei über 100 auf 1000 Lebendgeburten und die Müttersterblichkeit bei 540 auf 100.000 Lebendgeburten.

Da kann man wieder sehen, dass eine Geburt ein völlig natürlicher Vorgang ist, der keinerlei ärztlicher Betreuung bedarf.

#8 |
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Eine Bemerkung zur holländischen Perinatalstatistik: sie ist deswegen so hoch, weil
a) Frühgeborene unter 24+0 SSW nicht reanimiert werden
b) viel weniger Spätabbrüche nach PND gemacht werden – so werden Kinder mit letalen chromosomalen Aberrationen bis jenseits von 24 SSW und/oder mit über 500g Geburtsgewicht geboren und gelten somit als perintaler Todesfall, während sie in Deutschland “nur” Spätaborte sind.

Bitte Vorsicht bei der kausalen Interpretation von Sekundärdaten!

#7 |
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Petra Stöber
Petra Stöber

Mir war gar nicht bekannt, das ich als Hebamme esoterisch arbeite, wenn Homöopathie zum Einsatz kommt. Und komisch, seit 30 Jahren arbeite ich damit und es gab genügend Situationen, in der die Homöopathie geholfen hat. Und komisch auch, das unsere Ärzte uns motivieren, es anzuwenden.

#6 |
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Gast
Gast

“Multiplikatoren von esoterischen Behandlungskonzepten”… Und was sind Sie als Arzt???

#5 |
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Stimme Herrn Stigge zu: hier wird unsinnige Scharlatanerie aus Profitgier und Unkenntnis auf Kosten der Kinder und Mütter vertrieeben (Skeptiker 1/2013):

Hebammen fungieren als Multiplikatorinnen von esoterischen Behandlungskonzepten, was sie zum Angriffsziel besonders aggressiver Marketingkampagnen der esoterischen Pharmaindustrie prädestiniert.

So bietet zum Beispiel die Schweizer Firma Weleda, Hersteller von anthroposophischen Arzneimitteln, Seminare und Lehrgänge für Hebammen an, die rege in Anspruch genommen und auch von Berufsverbänden empfohlen werden. Solch eine Einflussnahme birgt ein weitaus höheres Gerahrenpotenzial für die Gesundheit von Ratsuchenden und ihren Kindern, als es Pharmavertreterbesuche in Arztpraxen tun. Denn indem Hebammenverbände die esoterischen Mittel „anerkennen“, reißen sie jegliche kritische Distanz ihnen gegenüber ein und vermitteln dies ihren Mitgliedern.”

Derselbe Trend der unausgebildeten Anmaßung scheint sich im Bereich der Psychotherapie bereitzumachen (s.auch “Skeptiker”) Ein gefährlicher Trend m.E.!

#4 |
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Dr. med. Volker Stigge
Dr. med. Volker Stigge

Die verantwortungsbewusste Begleitung der Geburt bei rechtzeitigem Erkennen von Komplikationen durch Hebammen ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite ist die nachhaltige Einflussnahme sehr vieler Hebammen auf die werdenden Mütter mit esoterischen “Hilfen” einschließlich Homöopathie. Hebammen sind bekanntlich (wenigstens in Deutschland) die potentesten Multiplikatoren der Esoterik-Industrie. Das Angebot entsprechender Schulungen und Kurse spricht für sich.

#3 |
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Endlich kommen wir wieder dahin, daß eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, wohlaber einer guten Betreuung bedarf. Da sind die Hebammen doch primär noch der bessere Ansprechpartner als wir Ärzte. Gleichwohl sollte es immer eine gute Zusammenarbeit sein zum Wohl von Mutter und Kind!

#2 |
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Astrid Behrens
Astrid Behrens

Es wird Zeit, daß in Deutschland die Pathologisierung der Geburten diskutiert wird und die verschiedenen Blickwinkel, die man einnehmen kann, aufgezeigt werden. Viel zu viele Frauen werden von Ärzten einfach nur eingeschüchtert, statt beraten.
Astrid Behrens Heiöpraktierin u Psychotherapeutin

#1 |
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