Medikamenteneinnahme: Uhrzeitliche Therapie

17. Januar 2014
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„2 x 1 Tablette nach dem Essen“, ist nicht selten die Standardempfehlung bei oralen Darreichungsformen. Viele Faktoren beeinflussen die zirkadiane Rhythmik und Pharmakokinetik eines Arzneimittels: Uhrzeit, Fettgehalt der Speisen, Löslichkeit der Substanz sind nur einige Variablen.

Ob ein Arzneimittel vor, zum oder nach dem Essen eingenommen werden muss, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Der Resorptionsort, Magen oder Dünndarm, spielt ebenso eine Rolle wie die Löslichkeit des Arzneistoffes und die Zusammensetzung der Nahrung.

Fettreiche, grobe oder heiße Mahlzeiten verzögern die Magenpassage besonders stark. Arzneimittel wie beispielsweise Betablocker werden aufgrund der verzögerten Magenentleerung bei der Einnahme nach dem Essen schlechter aufgenommen, als wenn sie nüchtern eingenommen werden. Bei Betablockern spielt auch noch die Löslichkeit eine Rolle. Lipohile Betablocker wie Metoprolol und Propranolol werden nahezu vollständig und rasch aufgenommen; hydrophile Betablocker wie Atenolol hingegen nur unvollständig (> 50%). Gleichzeitige Nahrungszufuhr kann daher bei „fettigen“ Betablockern die Aufnahmerate steigern, wobei die Rate bei wasserliebenden verringert ist.

Nahrungsfette regen die Gallensaftproduktion an. Gallensäuren fördern die Löslichkeit schwerlöslicher Arzneimittel. Auch das schwerlösliche kaliumsparende Diuretikum Spironolacton wird in Folge verbesserter Löslichkeit bei gleichzeitiger Nahrungsmittelaufnahme rascher und vollständiger aufgenommen.

Säure bestimmt Löslichkeitszeitpunkt

Der pH-Wert des Magen-Darm-Saftes bestimmt ebenfalls die Resorption von Arzneistoffen. Die verzögerte und gleichmäßige Freisetzung eines Arzneistoffes aus oralen Retardzubereitungen wird überwiegend durch den pH-Wert-abhängigen Auflösungsprozess der verwendeten Hilfsmittel gewährleistet. In den ersten 60 bis 90 Minuten der Nahrungsaufnahme kommt es zur Erhöhung des pH-Wertes im Magen von nüchtern 1,6 auf Werte zwischen 3 und 6. Ein derartiger Anstieg des pH-Wertes kann die Freisetzung eines Arzneistoffes aus einer magensaftresistenten Darreichungsform beeinträchtigen. Magensaftresistente Arzneiformen sollen den Magen unversehrt passieren und sich erst im Dünndarm auflösen und dort resorbiert werden. Magensaftresistente Tabletten verlassen bei Nüchterneinnahme spätestens nach zwei Stunden den Magen. Wird anstelle von (Leitungs-)Wasser ein nährstoffhaltiges Getränk wie Saft, Limonade oder Milch getrunken, verlängert sich der Passagevorgang um Stunden. Bei Einnahme nach dem Essen kann dieses bis zu 11 Stunden dauern. Dieses hätte zur Folge, dass sich das Arzneimittel über längere Zeit in einem weniger sauren Nahrungsbrei befindet und angegriffen oder zerstört wird.

Große Bindung – großer Abstand

Kinetisch besonders kritisch sind zudem Substanzen mit einer großen Plasmaproteinbindung. Der gebundene Arzneistoff wird zwar transportiert, wirkt aber nur in freier Form. So ein Kandidat ist beispielsweise das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin. Seine Bindung an Transportproteine beträgt über 99 Prozent, damit ist es Spitzenreiter unter den Arzneistoffen.

Die Einnahme sollte 30 bis 60 Minuten vor der ersten Nahrungsaufnahme des Tages erfolgen, denn die Bioverfügbarkeit liegt im nüchternen Zustand bei circa 75-85 Prozent. Diese kann bei gleichzeitiger Aufnahme von Nahrung um bis zu 35 Prozent reduziert werden. Außerdem sollten die Tabletten nicht mit Mineralwasser, sondern nur mit Leitungswasser geschluckt werden. Der Anteil an Calcium und Magnesiumionen reicht aus, um die Wirkung zu vermindern.

Vor dem Essen:

Zu einer fetthaltigen Mahlzeit:

Diclofenac: Erst schlucken, dann essen

Diclofenaczubereitungen, insbesondere wenn sie retardiert sind, sollten vor dem Essen eingenommen werden. Nicht selten denken Laien, dass eine Applikation nach dem Essen den Magen schont. Das Gegenteil ist der Fall. Speisen tragen dazu bei, dass die Verweildauer der Arzneizubereitung im Magen erhöht wird. Sie löst sich bereits im Magen und führt dort (auch) zu direkten Reizwirkungen. Eine Untersuchung von Ewe et al., zeigte, dass sich die mittleren Magenentleerungszeiten für magensaftresistente Kapseln oder Tabletten durch gleichzeitig vorhandene Nahrung um bis zu elf Stunden verlängern. Tagsüber eingenommene magensaftresistente Tabletten können im Magen kumulieren und erst nachts gemeinsam in den Dünndarm gelangen, wenn der Patient vorher mehrere Mahlzeiten zu sich genommen hat. Mögliche Folge kann eine Überdosierung sein. Eine Resorption im Dünndarm hingegen ist magenschonender.

In der ABDA-Datenbank wurde das Problem der Magensaftresistenz bereits berücksichtigt: Alle magensaftresistenten, monolithischen Darreichungsformen Diclofenac-haltiger Fertigarzneimittel tragen den Hinweis, sie – abweichend von der Gebrauchsinformation – auf nüchternen Magen, also am besten ein bis zwei Stunden vor den Mahlzeiten einzunehmen. Ausgenommen sind Tabletten zum Auflösen (Produkte mit der Bezeichnung dispers oder Tabs), Pellet-Kapseln und retardierte Formen. Diese sollte der Patient, wie in den Gebrauchsinformationen allgemein empfohlen, nicht auf nüchternen Magen einnehmen. Hier ist die Teilchengröße so gering, dass auch der geschlossene Magenausgang passiert werden kann.

Morgentablette oder Nachtspray

Das Teilgebiet der Arzneimittellehre, das die Wirkung von Arzneistoffen in Abhängigkeit von der Tageszeit untersucht, bezeichnet man als Chronopharmakologie. Viele chronobiologische Fakten sind bereits seit Jahrzehnten bekannt, werden in der Praxis jedoch (zu wenig) genutzt. Die starren Dosierungsschemen von Medikamenten müssen neu überdacht werden, denn auch die Wirkung von Arzneimitteln ist tageszeitabhängig.

Das Herz gibt am Abend noch mal richtig Gas, die Körpertemperatur und Atemfrequenz erreichen ihr Tageshoch am Nachmittag. Die Haut erneuert um Mitternacht am stärksten und die Harnblase füllt sich morgens am kräftigsten. Seit etwa fünfzig Jahren ist bekannt, dass Lebensvorgänge in Tages-, Mondphasen oder jahresperiodischen Zyklen schwingen. Die innere Uhr beeinflusst jedoch nicht nur den gesunden Organismus, sie steuert auch Erkrankungen.

Empfehlungen werden häufig missachtet

Professor Dr. Walter E. Haefeli und Arwa Hassan, Universität Heidelberg, haben eine Einnahmeliste erstellt und im Anschluss untersucht, wie es mit diesen Empfehlungen in der Realität aussieht. Die Untersuchung wurde in „Pharmacy World & Science“ veröffentlicht.

Nach deren Empfehlung soll am Abend eingenommen werden:

Direkt vor dem Schlafengehen sollte genommen werden:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Valsartan
  • Telmisartan
  • Olmesartan
  • Ramipril

Die morgendliche Einnahme ist sinnvoll für:

Die Wissenschaftler werteten insgesamt fast 500 000 elektronische Krankenhausverordnungen aus. Knapp zwei Prozent davon enthielten Wirkstoffe, bei denen die Wirkung bekannterweise vom Einnahmezeitpunkt bestimmt wird. In nur 14 Prozent der Fälle stimmte der empfohlene und der tatsächliche Einnahmezeitpunkt überein. Beispielsweise wurde der Lipidsenker Atorvastatin zu mehr als 80 Prozent abends eingenommen. Telmisartan, ASS und Ramipril dagegen wurden so gut wie nie vor dem Schlafengehen geschluckt.

Theophyllin besser abends

Asthmaanfälle treten besonders nachts häufig auf. Deshalb sollte retardiertes Theophyllin überwiegend am Abend verabreicht werden. Nur so kann ein Abfall der Lungenfunktion wirksam verhindert werden. Ist ein Splitting notwendig, sollte die abendliche Dosis deutlich höher gewählt werden. Beispielsweise 200 mg am Tag, 350 mg vor dem Schlafengehen. Auch bei oralen Beta-2-Sympathomimetika kann eine ungleichmäßige Gabe, wie morgens 5 mg und abends 10 mg Terbutalin, besser vor nächtlichen Anfällen schützen. Üblicherweise fördert eine einmal täglich Gabe die Adhärenz. Zumindest ist das so bei Erkrankungen, bei denen der Leidensdruck für den Patienten gering ist, beispielsweise bei Hypertonie. Bei Asthma und besonders bei COPD empfindet der Patient eine zusätzliche Gabe seines bronchospasmolytischen Parasympatholytikums als Erleichterung. Die LAMAs (long-acting muscarinic antagonists) Tiotropium und Aclidinium wirken unterschiedlich lang und können nach dem COPD-Typ ausgewählt werden. Tiotropium ist lange wirksam und darf nur einmal täglich verabreicht, das neuere Aclidinium kann zusätzlich am Abend appliziert werden.

Kortikoide vor dem Hahnengeschrei

Steroide hingegen sind Frühaufsteher. Am besten wirken sie, wenn 2/3 der Dosis morgens und 1/3 in den Nachmittagsstunden gegen 15 Uhr gegeben wird. Wer weniger Nebenwirkungen haben will, muss früh aufstehen. Am besten sind Steroide verträglich, wenn die morgendliche Gabe vor acht Uhr morgens erfolgt. In dieser Zeit schüttet die Nebennierenrinde am meisten Steroide aus. Durch die endogene und exogene Steroidzufuhr kann die Dosis geringer gewählt werden, und eine potentielle Suppression wird vermindert. Eine medikamentöse nächtliche Cortisongabe hätte fatale Folgen. Der Körper würde einen zu hohen Cortisonspiegel messen und die eigene Hormonproduktion drosseln. Ist eine Suppression aber erwünscht, sollte beispielsweise beim Dexamethason-Hemmtest die Gabe am Abend stattfinden.

Ranitidin abends, Omeprazol morgens

Da nachts durch die gesteigerte Parasympathikusaktivität die Säuresekretion am stärksten ist, sollen H2-Antihistaminika abends eingenommen werden. Protonenpumpenhemmer hingegen agieren als verzögert wirkende Prodrugs und werden am morgen genommen, um abends am besten zu wirken.

Blocker blocken gerne früh

Der systolische und diastolischer Blutdruck sinkt nachts bei Gesunden. Die meisten Patienten mit essenzieller Hypertonie, der häufigsten Form des Bluthochdrucks, haben zwar erhöhte Blutdruckwerte, aber ein normales Profil mit nächtlichem Blutdruckabfall. Frühmorgens steigen außer dem Blutdruck auch Puls, Catecholamin-Plasmakonzentration und peripherer Gefäßwiderstand.

Parallel dazu kommt es zu dieser Tageszeit besonders häufig zu pektanginösen Beschwerden und zu Herzinfarkten. Betablocker sollten morgens, am besten vor dem Frühstück, eingenommen werden. Nachts haben sie nahezu keinen Effekt. Für diese Tageszeitabhängigkeit ist vermutlich der nachts ohnehin schon niedrige Sympathikotonus verantwortlich, der sich nicht weiter verringern lässt. ACE-Hemmer hingegen verlieren auch nachts nicht ihre Wirkung und können bei Einnahme am Tag oder abends den Druck in der Schlafphase zu stark senken. Sie werden deshalb wie ihre blockenden Kollegen am Morgen geschluckt.

Metamizol ist Frühaufsteher

Auch Analgetika wollen nach der Uhr dosiert werden. Metamizol wirkt am besten morgens, Acetylsalicylsäure wird hingegen am besten vertragen, wenn die Einnahme gegen 22.00 Uhr erfolgt. Indometacin wirkt zur Zeit der Tagesschau am verträglichsten. Klagt ein Rheumatiker jedoch besonders in den Morgenstunden über Beschwerden, sollten NSAR abends genommen werden. Patienten mit starken Schmerzen benötigen nachts mehr Opiate.

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22 Kommentare:

Medizinjournalist

Danke fuer die Meinungen und Diskussionen! Zur Klarstellung
1) Diclofenac sollte grundsätzlich auf nüchternen Magen genommen werden, nur wenn die Verbindung SOFORT löslich ist (als Resinat, Pellets…) kann eine Gabe nach dem Essen erfolgen da die Loesung den geschlossenen Magenausgang passieren kann.
2) Ramipril: aus pharmakodynamischer Sicht und therapieorientiert (Blutdruckspitzen am Morgen, evtl. Sedierung) erfolgt die Einnahme vor dem Schlafengehen. Aus pharmakokinetischer Sicht (bessere Resorption) erfolgt die Einnahme morgens nüchtern. In den unterschiedlichen Fachinformationen findet man BEIDE Empfehlungen. Ich tendiere zur abendlichen Einnahme.

#22 |
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André Kramer
André Kramer

Plasmahalbwertszeit und Wirkdauer korrelieren nicht immer.
Die Plasmahalbwertszeit der PPIs beträgt zwar nur ca. 1 Stunde, die Hemmung der Säureproduktion hält aber aufgrund der irreversiblen Bindung an die Protonen-Pumpe sehr viel länger an (1-5 Tage; Effekt lässt in dem Maße nach, wie H+/K+-ATPase-Moleküle neu synthetisiert und in die luminale Zellmembran
eingebaut werden)

#21 |
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Was jetzt??
“Direkt vor dem Schlafengehen sollte genommen werden: …..Ramipril”.
Wenige Zeilen darunter:
“ACE-Hemmer werden …. am Morgen geschluckt”.

#20 |
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Grundsätzlich kann man zunächst mal froh sein, wenn man bei Patienten soviel Compliance erzeugt, daß sie Ihre Mediamente regelmäßig nehme.
Zum Artikel: PPI haben eine Halbwertszeit von etwa 60 Minuten, da soll es Sinnig sein den nächtlichen Reflux mit einer morgendlichen Gabe zu behandeln? Amlodipin mit einer HWZ von 35-50 Stunden soll morgens gegeben werden? Warum nicht Abends? Oder Irgendwann? ATII-Antagonisten sollen Abends gegeben werden, ähnlich wirkende ACE-Hemmer mal morgens, mal abends…
Ich glaube hier hätte man besser recherchieren können – mir sind hier deutlich zu viele Ungereimtheiten.

#19 |
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dr gabriela Förster
dr gabriela Förster

Ich habe eine Frage :
“ACE-Hemmer hingegen verlieren auch nachts nicht ihre Wirkung und können bei Einnahme am Tag oder abends den Druck in der Schlafphase zu stark senken. Sie werden deshalb wie ihre blockenden Kollegen am Morgen geschluckt.”
Weiter unten steht :
“Direkt vor dem Schlafengehen sollte genommen werden
Ramipril”
Ramipril ist doch auch ein ACE Hemmer, warum soll dieser dann vor dem Schlafen und die anderen Präparate am Morgen geschluckt werden?
Vielen Dank für Ihre Antwort,

Dr. Gabriela Förster

#18 |
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André Kramer
André Kramer

Lieber Herr …,
sollte das Ihre Erfahrung mit Ihrer Apotheke sein, kann ich Ihren Ärger verstehen.
Aber es steht es Ihnen frei, sich eine Apotheke zu suchen, die Sie besser berät.
Ich bin mir sicher die gibt es. In Deutschland existieren 20221 Apotheken (Stand 2012) mit 48422 Apotheker/innen und genauso wenig wie Sie möchten, dass jemand der schlechte Erfahrungen mit einem Krankenpfleger gemacht hat, auf “die Krankenpfleger” schimpft, obwohl er Ihre Arbeit/Arbeitsweise vielleicht gar nicht kennt, genauso wenig möchten dies
die übrigen 48421 Apotheker/innen. Wie soll denn eine Zusammenarbeit der Pfleger, Ärzte und Apotheker/innen zum Wohle des Patienten stattfinden, wenn Pauschal- bzw. Vorurteile gepflegt werden und wir uns gegenseitig keine Chance geben?

Lieber Herr Roth,
so weit ich das beurteilen kann, können Sie die Einnahmezeitpunkte beibehalten, nur das ASS 100 protect (welches üblicherweise magensaftresistente Tabletten sind), sollten Sie,
wenn ich es im Artikel richtig gelesen habe, vor dem Schlafengehen einnehmen. Da ASS 100 protect magensaftresistente Tabletten sind, sollte die letzte Mahlzeit mindestens 2 besser 3 Stunden vor dem Schlafengehen gewesen sein.

#17 |
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Weitere medizinische Berufe

Ich habe meine Frage vergessen zu stellen:
Ich trinke morgens nur Kaffee und nehme dazu Metoprolol + Ramipril ein. Mit dem Mittagessen ASS 100 protect und abends nach dem Essen Atorvastatin.
Soll ich die Zeiten/Medikamente so beibehalten bzw. welche Einnahme sollte ich zeitlich verändern? Dem Artikel kann ich das nicht eindeutig entnehmen.

#16 |
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Weitere medizinische Berufe

Ich habe noch einen Widerspruch gefunden. Wann soll ich Ramipril Nehmen?
“vor dem Schlafengehen” : u.A. Ramipril. Weiter unten im Artikel “Blocker blocken gerne früh” ACE-Hemmer ( Ramipril ) morgens schlucken.

#15 |
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André Kramer
André Kramer

Zieht man die gängigen Lehrbücher bzw. Fachinformationen zu Rate, sollte die retardierte Form zu oder nach dem Essen genommen werden. Zudem sind meines Wissens die gastrointestinalen Nebenwirkungen zum Großteil durch die Verminderung der Prostaglandinsynthese, weniger durch die direkte Reizwirkung des Diclofenacs (= 2-(2,6-Dichloranilino)phenylessigsäure) bedingt.

#14 |
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Dr. Martin Laser
Dr. Martin Laser

Im Kapitel Diclofenac widerspricht sich der Autor: Die retardierte Form wird vor den Mahlzeiten empfohlen, weiter unten steht dann “Ausgenommen sind Tabletten zum Auflösen (Produkte mit der Bezeichnung dispers oder Tabs), Pellet-Kapseln und retardierte Formen. Diese sollte der Patient, wie in den Gebrauchsinformationen allgemein empfohlen, nicht auf nüchternen Magen einnehmen”
Was stimmt jetzt?

#13 |
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André Kramer
André Kramer

André Kramer
Apotheker und Arzt
Wirklich ein sehr hilfreicher Artikel!
Herr Suntheim, bitte erlauben Sie mir ein paar Worte zu Ihrem Kommentar.
Meinen Respekt vor Ihrem Beruf! Bin der Meinung, dass die Arbeit der Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in unserer Gesellschaft viel zu wenig honoriert wird. Meine Frau ist selber lange Jahre Krankenschwester gewesen und ich weiß von Ihren Erfahrungen aus dem Krankenhaus. Von daher kann ich Ihren Unmut ein Stück weit verstehen. Auf der anderen Seite finde ich es schade, wenn Pfleger, Ärzte und Apotheker nicht miteinander sondern gegeneinander arbeiten. Vor- und Pauschalurteile werden sicherlich nicht helfen, dass sich diese Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten verbessert.
Daher ein paar Fakten zu Ihrer Information. Ein Großteil der Apotheker/innen in Deutschland sind angestellt. Seit 1. Juli 2013 beträgt das Tarifgehalt nach Bundesrahmentarifvertrag für einen angestellten Apotheker/in im 1. Berufsjahr
3174 € brutto. Die höchste Tarifstaffel erreicht er/sie nach 11 Berufsjahren mit einem Gehalt von 3850€ brutto. Ab 1. Juli 2014 gibt es eine Tariferhöhung, so dass sich das Gehalt im 1. Berufsjahr auf 3222€, ab dem 11. Berufsjahr auf 3908€ beläuft. Ich überlasse es Ihnen, diese Zahlen zu bewerten.
Sicherlich gibt es wie in jedem Beruf auch bei den Apothekern/innen schwarze Schafe, die schlecht beraten. Natürlich sollte das nicht sein und schadet dem gesamten Berufsstand. Der/die Patient/in hat in den meisten Regionen Deutschlands die freie Wahl. Er/sie sollte sich die Apotheke suchen, wo er sich am besten aufgehoben und beraten fühlt.
Schade finde ich es, wenn Sie den Anschein erwecken, Apotheker/innen wären nicht am Wohle und der Beratung der Patienten/innen interessiert, sondern nur daran, möglichst viel Geld zu verdienen. Zwar kann ich nur für uns und die Apothekerkammer Westfalen-Lippe sprechen, aber wir haben das Fortbildungszertifikat der Kammer und ich weiß anhand der Zahlen, dass die Apotheker/innen in Westfalen-Lippe sehr fortbildungsaktiv sind. Zum anderen beschäftigen wir uns auch regelmäßig mit dem Thema Arzneimitteleinnahme, da wir als altenheimversorgende Apotheke Schulungen für das Pflegepersonal geben (sogar geben müssen).
Ich hoffe, dass Sie den Apothekern/innen eine neue Chance geben und wir hinkommen zu einer freundschaftlichen, guten Zusammenarbeit im Sinne des Patienten.
In diesem Sinne Ihnen ein schönes Wochenende!
André Kramer

#12 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Hallo, toll das endlich mal so einen Artikel gibt , allerdings versteh ich das mit dem Diclofenac auch nicht ! “Diclofenaczubereitungen, insbesondere wenn sie retardiert sind, sollten vor dem Essen eingenommen werden.”
+ “Ausgenommen sind Tabletten zum Auflösen (Produkte mit der Bezeichnung dispers oder Tabs), Pellet-Kapseln und retardierte Formen. Diese sollte der Patient, wie in den Gebrauchsinformationen allgemein empfohlen, nicht auf nüchternen Magen einnehmen.
ALSO WAS IST DENN NUN RICHTIG????

#11 |
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Gast
Gast

Herr Schlitt
Ich nehme Ramipril morgens und abends -je eine halbe Tablette auch die anderen nehme ich bis auf ASS alle 2x am Tag

#10 |
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Gast
Gast

Ich finde den Artikel prima,aber ganz ehrlich ,ich habe kein Bock,den ganzen Tag mit meiner Medi-Schachtel rum zu laufen. 1. ich frühstücke nie. Am Morgen essen ist einfach nicht mein Ding ,also schlucke ich alle Tabletten mit einmal am Morgen. Die Abendmedikamente nehme ich,wie es gerade ist auch alle auf einmal,weg sind sie -vor oder nach dem Essen,das spielt bei mir keine Rolle und das schon seit 7 Jahren ohne Probleme. Ich hab sie schon im Krankenhaus so bekommen (nach dem 1. Herzinfarkt ) da gabs auch nur Früh und Abend ,alles in einem Becherlein mit 50ml Wasser. Ich hab die ASS auf Abend umgestellt (bekam sie immer Morgens)und trinke gute 300ml Wasser dazu . Mein Arzt ist zufrieden und ich auch .Nun wem soll man glauben? Hier so,im Krankenhaus so — ich mach es weiter so wie bisher,bisher gab es keine Probleme mit den Nieren und Leberwerten – alles im grünen Bereich. ABER was bei mir funktioniert muss nicht bei jedem Funktionieren !

#9 |
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Dieser Artikel bestätigt mich in meiner jahrelangen Annahme, dass die angebliche “Wirkungslosigkeit” von Medikamenten (insbes. z.B. Analgetika, Psychopharmaka…) durch eine falsche Einnahmezeit bzw. falsche Beziehung zur Nahrungsaufnahme beeinflusst wird (neben dem häufigsten Fehler der falschen Dosierung)!!
Solche Angaben sollten FETTGEDRUCKT auf jeder Pillenpackung und auch in den Arzneimitteldatenbanken für Ärzte in der Praxis-EDV stehen !!!

Ramipril zum Abend??? Da müssten aber einige kardiologische Standardwerke umgeschrieben werden ;-))) ….man lernt nie aus….

#8 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Bitte nicht immer auf die Hausärzte einschlagen! Es ist die Aufgabe der Apotheker und der Pharmakologen auf diese Dinge hinzuweisen. Wofür bekommt diese Berufsgruppe sonst ein so unendlich aus dem Rahmen fallendes Gehalt. Sie wollen die Apotheke vor Ort mit der Begründung des Beratungsbedarfes – dann sollen sie diesen auch endlich fachkompetent decken und Hausärzte und Pflegedienste adäquat beraten.
Selbst in den dafür vorgesehenen Fortbildungen, war dies bisher immer ein Randthema und auf Beipackzetteln meist kaum praxistauglich ausgeführt.

#7 |
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Super Artikel!
PPI nimmt man am besten 15 bis 30 Minuten vor einer Hauptmahlzeit ein, dann kann es die Wirkung am besten entfalten. Die Tageszeit hängt aus meiner Sicht dann davon ab, wann die Beschwerden auftreten. D.h. bei nächtlichem Reflux Einnahme vor dem Abendessen (dieses dann wiederum am besten spätestens 3h vor dem Zubettgehen.)

#6 |
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Philipp Weiser
Philipp Weiser

Ein sehr sinnvoller Beitrag da in diesem Fall häufig Fehler gemacht werden bzw. die aufklärung seitens der Hausärzte mangelhaft ist.

@Heike
Das ist kein direkter Widerspruch, es stimmt beides der Magen darf nicht leer sein, ein kleiner Snack oder so ähnlich sollte man im Bauch haben, aber eben keine schwere Mahlzeit.

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Dr. Bernhard König
Dr. Bernhard König

Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass diese Ausführungen eine praktische Relevanz haben + die Therapie in irgendeiner Weise beeinflussen. Das Zeitkonto des Arztes wird dabei schon eher strapaziert!

#4 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Sehr schön! Eine derartige Auffrischimpfung in Sachen Arzneimitteleinnahme sollte regelmäßig stattfinden.
Aber eine Frage zu Diclofenac retardiert: 1. Satz = Einnahme VOR dem Essen; vorletzter Satz = Einnahme NICHT auf nüchternem Magen. Ja was denn nun? ;)

#3 |
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Delia Giordano
Delia Giordano

Sehr informativ!
Und sogar bekommt man in Apotheken in einer Beratung vermittelt. Einfach nur die richtige Apotheke wählen! ;)

#2 |
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Nichtmedizinische Berufe

Solche Hinweise wären für Patienten Gold. Doch Gold ist ein knappes Gut. Schade, dass gerade für solche Sachen man so wenig Informationen von Ärzten und Apothekern bekommt.

#1 |
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