Die Arztzuwanderungs-Debatte

13. Januar 2014
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Die von der CSU angestoßene Debatte über die sogenannte "Armutszuwanderung" ist in vollem Gange. Unter den Einwanderern befinden sich auch Ärzte aus Bulgarien und Rumänien. Kann es sich Deutschland überhaupt leisten, auf sie zu verzichten?

„Wer betrügt, der fliegt!“, warnt derzeit der Parteichef der CSU, Horst Seehofer. Gemeint sind Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die seit dem 1. Januar in Deutschland Arbeit suchen dürfen und auch Anspruch auf Sozialleistungen haben. Seehofer und seine Partei schüren die Debatte über die “Welle der Armutszuwanderung”, die in diesem Jahr über Deutschland hereinschwappen und die Sozialkassen schwer belasten soll.

Armutszuwanderung kein Massenphänomen

Angehörige anderer Parteien bemühen sich hingegen um Schadensbegrenzung und warnen davor, das Problem als Massenphänomen zu dramatisieren. „Wir haben es nicht mit einer flächendeckenden Herausforderung zu tun. Die Schwierigkeiten konzentrieren sich auf etwa ein Dutzend große Städte“, so der Oberbürgermeister von Nürnberg, Ulrich Maly. Und dort seien die sozialen Probleme auf einige wenige Stadtteile begrenzt.

Arbeitslosenquote unter Bundesdurchschnitt

Das neue Jahr ist bereits 13 Tage alt. Doch nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) seien nur punktuell Anzeichen für eine Armutszuwanderung aus Rumänien und Bulgarien nach Deutschland zu spüren gewesen. Der BA-Vorstand Heinrich Alt äußerte zuversichtlich: „Wir rechnen damit, dass unter den Neuzuwanderern jeder zweite eine gute Ausbildung mitbringt.“ Auch der Mikrozensus von 2011 bestätigt, dass nicht nur Menschen ohne Job zu uns kommen: Demnach haben 33 Prozent der Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien eine Lehre oder Ausbildung abgeschlossen, 21 Prozent besitzen einen Hochschulabschluss. 43 Prozent allerdings sind ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote in dieser Zuwanderungsgruppe unter dem Bundesdurchschnitt. Mitte 2013 waren 7,4 Prozent der Bulgaren und Rumänen in Deutschland arbeitslos gemeldet. Der Bevölkerungsdurchschnitt liegt bei 7,7 Prozent, die Arbeitslosenquote der gesamten ausländischen Bevölkerung mit 14,7 Prozent sogar noch weit höher.

Die meisten ausländischen Ärzte aus Rumänien

Ob Deutschland tatsächlich auf Einwanderer aus Bulgarien und Rumänien verzichten kann, lässt sich bei einem Blick auf die Ärztestatistik der Bundesärztekammer bezweifeln. Demnach waren im Jahr 2012 insgesamt 28.310 ausländische Ärzte in Deutschland beschäftigt. Die meisten von ihnen kamen aus Rumänien, nämlich 2.704. Auf Platz zwei liegt das finanziell gebeutelte Griechenland mit 2.258 Ärzten. Und immerhin 1.023 bulgarische Ärzte unterstützten die Patienten hierzulande in der medizinischen Versorgung. “Deutschland ist aufgrund des Ärztemangels in bestimmten Regionen und Bereichen auf die ausländischen Ärzte angewiesen”, sagte Hans-Jörg Freese, Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund.

Gutes Niveau halten

Deutsche Ärzte, die sich wegen der hohen Arbeitsbelastung oder der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf dazu entschließen, im Ausland zu arbeiten, hinterlassen Lücken, die von den ausländischen Kollegen geschlossen werden. Roland Stahl, Pressesprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), äußerte sich dazu gegenüber DocCheck: „Bis zum Jahr 2020 werden rund 50.000 niedergelassene Haus- und Fachärzte aus der medizinischen Versorgung altersbedingt ausscheiden. Insbesondere in ländlichen Regionen wird es schwierig werden, frei werdende Arztsitze neu zu besetzen.“ Man müsse vor allem den medizinischen Nachwuchs für die Niederlassung begeistern, so Stahl weiter. „Im Medizinstudium wollen wir die Aspekte der Niederlassung frühzeitig verankert wissen. Viele Operationen, die früher im Krankenhaus stattfanden, erfolgen mittlerweile überwiegend ambulant.“ Doch im Medizinstudium spielten die Belange der ambulanten Versorgung derzeit noch eher eine untergeordnete Rolle, so Stahl. „Gute Mediziner aus dem Ausland sind natürlich ebenfalls herzlich willkommen, in Deutschland zu arbeiten. Doch vergessen darf man dabei nicht, dass viele europäische Nachbarn vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie wir: In einer sich verändernden Bevölkerung nehmen chronische Krankheitsbilder zu – und damit steigt die Nachfrage nach medizinischen Leistungen. Das heißt: Alle Länder benötigen Haus- und Fachärzte.“

Die große Ärztewanderung

Dass die Ärztewanderung auch Probleme mit sich bringt, liegt auf der Hand. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, warnt: “Das darf nicht dazu führen, dass sich die Arbeitsbedingungen in Kliniken und Praxen verschlechtern und zum Beispiel künftig Ärzte zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen.“ Zum Schutz der Patienten müsse die ärztliche Versorgung auch mit ausländischen Kräften auf gleich gutem Niveau bleiben und die Verständigung zwischen Ärzten und Patienten reibungslos verlaufen. Daher setze sich die Bundesärztekammer für Sprachtests ein, die vor Erteilung der Approbation durch die Behörden von den Bewerbern zu absolvieren seien.

Nicht nur Ärzte willkommen

Doch auch arme Einwanderer einfach wegzuschicken, ist für Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau keine Option. Dabei gehört Dortmund zu den Städten, die besonders stark von Armutszuwanderung betroffen sind. Gegenüber „Focus Online“ sagte er: „Wir gehören zur Europäischen Union und haben dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien zugestimmt – auch die CSU. Jetzt zu sagen, wir machen die Grenzen dicht, ist an Phantasielosigkeit nicht mehr zu überbieten. Stattdessen sollte man überlegen, wie man den Regionen, die besonders betroffen sind, helfen kann.“

97 Wertungen (3.29 ø)

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40 Kommentare:

Großstadtarzt
Großstadtarzt

Liebe Leute,

fragen wir uns doch einmal folgendes: Werden all die zuwandernden Ärzte, die den teilweise unmenschlichen Bedingungen in ihren Heimatländern entfliehen, allesamt in strukturschwachen Landregionen arbeiten?!
Auch Rumänen, Bulgaren und Ärzte aus anderen Ländern wollen früher oder später keine finanziellen Risiken mit einer mittelmäßigen Hausarztpraxis in Brandenburg oder dem trockenen Niedersachsen auf sich nehmen. Letztlich lockt die bessere Bezahlung und die besseren Lebensbedingungen…und das ist natürlich legitim!
Aber: Wir lösen unser Problem nicht damit, dass wir (ich bitte das jetzt zu entschuldigen) fragwürdig ausgebildete Mediziner ohne oder nur mit unzureichenden Sprachkenntnissen ohne ausreichende Prüfungen Zugang zu unserem Gesundheitssystem gewähren. Ich habe selber erlebt, dass Ärzte aus Schwellenländern große Augen bei der medizinischen Versorgung einer Universitätsklinik bekommen. Es gibt auch bei uns schwarze Schafe, die lieber nicht auf Menschen losgelassen werden sollten. Aber es ist naiv und lächerlich, zu behaupten, die Qualität der medizinischen Ausbildung sei überall gleichwertig! Ich habe auch schon mehrfach erlebt, dass ausländische (Gast)Ärzte kein Wort in unserer Sprache herausbekamen. Chinesische Ärzte, die den Google-Translator für Arztbriefe verwenden…
Anästhesisten aus Rumänien, die “Gib mal Gas jetzt” auf fatale Weise falsch verstehen…

Ich bin dafür, den schwächeren und ärmeren Menschen auf dieser Welt zu helfen. Aber aus einer eigenen Not heraus vermeintliche “Fachkräfte” aus diesen Ländern abzuziehen halte ich für falsch! Heranwachsenden jungen Medizinern wird die Approbation wegen eines fehlenden Stempels oder eines Fehltages während des Praktischen Jahres verwehrt aber auf der anderen Seite geben wir Approbationen im Schlussverkauf heraus…traurig!

#40 |
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Freya Matthiessen
Freya Matthiessen

Hier nun das Zitat von Guntram Schneider:

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) tanzte da etwas aus der Reihe, als er im Dezember auf der Veranstaltung “Integration durch Ausbildung” vor der Handwerkskammer Münster meinte, “das Problem wäre schon gelöst, wenn mehr Patienten Englisch könnten”.

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40762/1.html

Vielleicht interessieren auch noch diese LINKS:

Der Nervenarzt
October 2013, Volume 84, Issue 10, pp 1203-1206
Notwendige Anglizismen in der Klinik? PD Dr. D. Huppert, T. Brandt
http://link.springer.com/article/10.1007/s00115-013-3897-2/fulltext.html

Die beiden Autoren halten griechische und lateinische Wörter anscheinend für [gutes Klinik-] Deutsch, indem sie (wie wir alle natürlich mehr oder weniger) diese in deutsche Deklinations- und Konjugations-Regeln zwingen. Die Autoren verwenden diese sprachlichen Übernahmen „in abundance“.

Egal, ob englisch- oder griechisch-latein-lastig:

http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/w_specials/special-arzt-patient/article/844353/schleswig-holstein-immer-patienten-verstehen-arzt-nicht.html

Freya Matthiessen

#39 |
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Gast
Gast

Claus Koßmann (Unternehmensberater): Beraten Sie doch mal die “Unternehmen” in der Medizin hin zu einer wieder mitmenschlicheren und ethischeren Medizinkultur. Einige Vertreter Ihrer Zunft sind ja gerademal gut für die pseudo-intellektuelle Durchgabe eines überkommenen und verantwortungslosen Wachstums- und Profitdenkens gegen Mensch und Natur. Machen Sie es besser! Gute Unternehmensberater werden gebraucht, auch, weil gute Ärzte gebraucht werden.

#38 |
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Stefka Blagoeva
Stefka Blagoeva

Warum redet man über Ärztezuwanderung aus Bulgarien? Es hat sich nichts für die Ärzte verändert seit den letzten 6 Jahren. Nach EU Richtlinie 36/2005 sollten die Diplome für viele Fachgebiete ab 01.01.2008 anerkannt sein. Es ist keine drohende Situation für die deutschen Ärzte – die Bulgaren sind selber eine aussterbende Nation mit negativem Wachstum. Die erwähnte in Wikipedia Einwohnerzahl von 7.364.570 (1. Februar 2011 [1]) ist aktuell ca 6. 900 000.

#37 |
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Student der Humanmedizin

“Wer betrügt, der fliegt!” -> aha – und wohin fliegen dann Uli Hoeness oder Franz Beckenbauer oder Ronald Pofalla oder Helmut Kohl oder oder oder …? Es ist natürlich keine Überraschung, so etwas von der CSU zu hören, aber besser wird es dadurch auch nicht, besonders da sie wissen, dass es in nicht unerheblich weiten Teilen der Bevölkerung auf fruchtbaren Boden stösst. Das ist billigster Populismus entweder an oder schon über der Grenze zum Faschismus.

#36 |
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Unternehmensberater

Wir konnten zu dieser völlig überzogenen Populismus-Debatte am letzten Sonntag im WDR WESTPOL Stellung nehmen: http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2014/0112/migration.jsp

#35 |
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Student der Humanmedizin

…bevor ich auf meinen Sarkasmus aufmerksam machen konnte, hab ich den Komentar versehentlich halb fertig abgesendet. Sorry!

Ich wollte eigentlich auf die Schippe nehmen, dass Gesundheit – und hier gerne die privatisierten Krankenhäuser – eher betriebswirtschaftlichen Zielen dient als der Versorgung der Bevölkerung.

Gerade gestern habe ich von dem “Kostenfaktor Ärztegehalt” in einer KH-Bilanz gelesen, den es zu senken gilt.

#34 |
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Student der Humanmedizin

Wir können nur davon profitieren, wenn die deutlich günstigeren Ärzte aus Rumänien kommen. Dann sinkt endlich auch die Bezahlung der deutschen Ärzte, die ja schon einen sehr großen Kostenfaktor in den Kliniken darstellen.

#33 |
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Dr. med. Holger Schleip
Dr. med. Holger Schleip

Holger Schleip, Augenarzt

Vielen Dank, Herr Karmann.
Klar, dass Sprachkurse für uns billiger einzurichten sind als ausreichend Medizin-Studienplätze. Aber vom armen Rumänien erwarten, dass es mit seinen Steuergeldern für das reiche Deutschland Ärzte ausbildet – wie Leute meinen, das könnten wir uns moralisch leisten, das verstehe ich nicht.
Wäre ich Rumäne, ich würde Ausländerfeind werden – jedenfalls Deutschenfeind.

#32 |
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Deutsche Ärzte wandern ab. Das Deutsche Krankensystem ist am Ende.
Regelleisungsvolumen,Regresse,Krebsgeschwür Bürokratie, miserable Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung. Keine Unterstützung von
hochbezahlten unfähigen Ärztefunktionären und Politikern.
Die armen ausländischen Ärzte und Pflegekräfte werden von diesem System
auch ausgebeutet ,da man ihnen dies alles verschweigt. Sie werden für dumm
verkauft.So muss man weiterhin nichts ändern .Deutschland ist nicht das Paradies
sondern die Hölle.Ein multimorbides System bleibt so am Leben.

#31 |
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Gast
Gast

@Silke Lauffer: Top! Und ja; viel wichtiger als (auch die ärztliche Bezahlung, die in der breiten Masse viel niedriger ist, als das die FOCUS-MONEY- und BILD-Leser immer denken), sind menschenwürdige Arbeitszeitregelungen, gerade auch im Interesse der Patienten. Ja!

Danke für den Kommentar!

Hier in der Diskussion gefunden (Link): https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-gewerkschaftsfreiheit-kein-streikverbot-per-gesetz

#30 |
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Silke Lauffer
Silke Lauffer

Lieber Lars,

Milliarden!!!! und ja, auch Ärzte und Pflegepersonal haben menschenwürdige Arbeitszeitregelungen und eine entsprechende Bezahlung verdient!

#29 |
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Student der Humanmedizin

Ich habe es leider sehr oft erlebt das insbesondere in der Chirurgie viele viele ausländische Ärzte tätig sind die kaum oder gar kein Deutsch sprechen. Ich habe nichts dagegen, wenn ausländische Ärzte aufgrund von Fort,-Weiterbildung in Deutschland Tätig sind und es immer eine Kontrollinstanz gibt. Ich finde es aber fahrlässig, gar moralisch unvertretbar auch wenn es womöglich gute Chirurgen von der Arbeitstechnik sein mögen, diese auf Patienten loszulassen. Dies liegt daran das meiner Meinung, der Beruf eines Chirurgen bzw. allgemein eines Arztes grade nicht nur die reine technische Seite ist, sondern auch ein Großteil die menschliche Seite und dazu bedarf es ZWINGEND der Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Das schafft auch vertrauen und ist im Endeffekt, auch für die außenwirkung entscheidend, spiegelt sich dies also auch in der Unternehmensbilanz wieder auch wenn vermeintlich ausländische Ärzte evtl. sogar “günstiger” sind. Ich denke wenn man einerseits die Ärzte, bei dem Überschuss an Millionen im Gesundheitssystem besser bezahlen würde und zweitens wesentlich mehr Studienplätze schaffen würde, hätte man nicht das Problem. Es gibt genug junge motivierte Menschn hier in Deutschland deren einziges Ziel es ist Medizin zu studieren die dazu menschlich wie auch geistig sehr gut in der Lage sind, denen aber durch die astronomisch hohen NC´s kaum eine Chance gegeben wird. Die NC sind ja eine direkte Folge aus dem Studienplatz mangel, weshalb auch da der Lösungsansatz liegt.

#28 |
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Norbert Rademakers
Norbert Rademakers

“Deutsche Ärzte, die sich wegen der hohen Arbeitsbelastung oder der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf dazu entschließen, im Ausland zu arbeiten”

alle Schieben Gründe vor, warum deutsche Ärzte ins Ausland abwandern.
Ich hätte eine Lösung:
BEZAHLT DIE ÄRZTE VERNÜNFTIG!!! — und schon ist jeglicher Ärztemangel behoben.
dann müssen keine Ärzte aus anderen Ländern importiert werden, die sicherlich auch dort gebraucht werden.

#27 |
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Norbert Manteuffel
Norbert Manteuffel

Mein Vater war auch ein HAKIM

#26 |
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Klaus-Peter Karmann
Klaus-Peter Karmann

Wer kümmert sich in den Ursprungsländern dann eigentlich um die Alten und Kranken, wenn deren Ärzte zu uns kommen, weil sie bei uns gebraucht werden? Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, was diese ganze Arbeitnehmerwanderung für Europa als ganzes bedeutet?

#25 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Ob Pro oder Kontra will ich mal dahin gestellt sein lassen, auch Billiglöhne für ausländische Ärzte , Ingeneure oder Facharbeiter, teilweise auch die Sprachprobleme.

Auch ich war schon Patient und habe im Beruf (44 Jahre) fast alle Facetten erlebt,
von den Krankenschwestern aus Asien, bis zu Ärzten aus dem Orient und dem östlichen Europa, denn die gibt es nicht erst seit heute oder wird es morgen geben.
Ich habe schon qualifizierte ausländische Mitarbeiter kennen gelernt !!!!
Doch es gibt auch den Aspekt der Mentalität und das was die Patiente hier in Deutschland immer mehr und das mit Recht erwarten:
Die Augenhöhe von zu Arzt und Pflegepersonal zum Patienten. Und diese Augenhöhe hinkt gewaltig. Ist es falsch und arrogant wenn ein Patient Diagnose und Therapie hinterfragt und dann vom Arzt die brüskierte Antwort erhält: “Schließlich bin ICH der Arzt, schon mein Vater war ein großer Hakim ” !!!!
Diese Reaktionen werden stärker, je weiter man nach Osten und Süden kommt, besonders aber zu den Grenzen Asiens hin.
Wie soll da ein Vertrauen Patient – Arzt entstehen ?
Was macht dieser Patient in Zukunft ?
Wird er eine verordnete Therapie befolgen ?
Hat er überhaupt den Arzt richtig verstanden ?
Hat der Arzt den Patienten richtig verstanden ?

Ich sage immer und spreche immer von “Gefährlichem Halbwissen, Eitelkeit und falsch verstandenen Therapien ” die Krankenblätter sind voll davon !!!

Ich habe immer noch einen Arzt der aus dem vorderen Orient kommt, der ein Schrifrdeutsch spricht, auch den ortsübliche Dialekt versteht und der mit seinen Patienten auf Augenhöhe komuniziert …….

Das hat mit Geld und politischen und sozialpolitischen Querelen nichts zu tun, es ist der Schatten über den nicht jeder springen kann.

#24 |
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Ann-Katrin Fritz
Ann-Katrin Fritz

Liebe Frau Mathiessen

Ich meinte “geschätzt”, nicht geschützt. Autorechtschreibkorrektur des iPads. Interessant wie aggressiv einem entgegen getreten wird mit völlig leeren Argumenten.
Und ich sprach von unseren Fachärzten und nicht den Patienten. Ich denke, dass wenn man ihren Kommentar liest, sie der Meinung sind, in Deutschland stimmt die Qualitätskontrolle bei den Jung- und Fachärzten.
Ich habe in 5 verschiedenen Ländern auf drei verschiedenen Kontinenten praktiziert und muss leider sagen, dass in Deutschland nicht alles Gold ist, was glänzt. Jeder “Depp” wird da doch zum Facharzt. Null Qualitätskontrolle – die Spreu ist nicht vom Weizen zu unterscheiden. 20-30min Facharztprüfung am Ende von ein paar Jahren – kaum jemand fällt durch. Wie weiß da ein Patient ob er es mit einem sehr guten oder einem Durchschnitts- oder gar inkompetenten Arzt zu tun hat?
Es sollte egal sein, wo ein Arzt (oder anderer Arbeitnehmer) herkommt, solange er den Job machen kann – und zwar nicht irgendwie, sondern zu einem hohen Standard.
Es ist traurig zu sehen wie viele fremdenfeindliche Kommentare auf einem Portal wie diesem geschrieben werden. Alle Ärzte sollten gemäß ihres Ausbildungsstands das gleiche verdienen – egal wo sie studiert haben. Dumpingpreise – wir reden von hochqualifizierten Studienabgängern. Und natürlich sollten diese Deutsch sprechen & das vor Zulassung geprüft werden – das ist wohl selbstredend. In England müssen auch alle neuen Ärzte aus dem Ausland einen Sprachtest ablegen – das wurde übrigens u.a. eingeführt nachdem der Deutsche Allgemeinarzt in England einem Patienten eine Opioidüberdosis gab.
Außerdem steht es dem Deutschen Staat genauso wie den USA, Canada, Großbritannien, Australien, Hong Kong, Neuseeland & Singapur frei Facharztausbildungen aus dem Herkunftsland anzuerkennen oder auch nicht. Ich habe Kollegen, die in ihrem Herkunftsland mehrere Jahre schon praktiziert haben & trotzdem wieder bei Null anfangen musste. Ist in anderen Ländern auch Gang und Gebe.
Jemand der die doch recht rigorosen Facharztausbildungssyteme anderer Länder nicht kennt, sieht vermutlich nicht, wie marode und verkalkt das Deutsche Ausbildungssystem bei Jungärzten nach der Uni ist. Und ja, man sollte sich mal fragen, warum überhaupt so viele gute Jungärzte ins Ausland abgewandert sind & mal daran arbeiten. Man wird teilweise wie der letzte Depp im PJ behandelt. Chefs, die Studenten im OP anschreien weil sie den Haken nicht richtig halten (unbezahlt versteht sich). Wo gibt’s denn so was? Studienkollegen (davon unzählige) die in Deutschland jenseits ihrer Kompetenz arbeiten müssen & dabei Patientenwohlsein aufs Spiel setzen. Es wird Zeit, dass das veraltete System grundlegend überarbeitet wird, bessere Qualitätskontrolle bei den Facharztausbildungen stattfinden (offener Wettbewerb – egal wo man herkommt), nicht jeder mehr Facharzt werden kann (begrenzte staatlich überwachte Ausbildungstellen) & Patienten mehr im Vordergrund stehen. Ich möchte als Patient einen kompetenten Arzt, der mich natürlich auch versteht – wo der herkommt ist doch schnurzpiepegal, solange er gut ist.

#23 |
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Dr. Master Implantologie Mirko Kohl
Dr. Master Implantologie Mirko Kohl

Ja klar. Ärzte werden eingekauft zu billigpreisen aus dem ausland.
Somit schützt uns die verwaltung vor dem supergau der kommt , wenn die bürgerversicherung die letzten winkel der ärztlichen Selbstbestimmung austrocknet. Dann wenn die 40-40 jährigen sich überlegen die praxis zu verkaufen um im ausland zu arbeiten. Dann rechtfertigt die verwaltung ihre jahrelange sparpolitik auf dem rücken der zahlenden vesicherten . Die böSen geldgierigen ärzte werden dann durch die emigrantendoktoren abgelöst. Und der laden wird weiter abgezapft und ausgepumpt. Es gibt uberall trends und Übertreibung und crash. Auch hier. So lang das land der lämmer schweigt wird den anfängen nicht getrotzt. Die breite masse lässt aich berieseln mit den sinnfreien ergüssen unserer multmedia gesellschaft. Keiner äussert zusammenhaenge zwischen multimedia handyfrequenzen und gehirnströmen. Stromverteiler ohne abschirmung der magnetfelder, gehsteie mit kabel drin ohne abschirmung. Grenzwerte weit dippelt ao hoch wie gesetzlich erlaubt… Keiner pruft das . Aber:Noch eine pille für ADHS und migraene. Der nächate amoklauf kommt bestimmt und keiner schaut hin. Alle reden sich mit den bekannten studien ins grab. Keiner forscht jeder laesst aich bezahlen fur studien. Wo leben wir eigentlich. Jeder verdient das was er ruft.

#22 |
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Es ist ja so einfach: statt die Gründe für die Abwanderung und den Ärztemangel in manchen Regionen zu finden und zu ändern, holen wir lieber Personal aus anderen Ländern, die bereit sind, für weniger Geld zu arbeiten. Sprachbarrieren, die gerade in unserem Beruf ins Gewicht fallen, ignorieren wir geflissentlich, Hauptsache, die Stellen sind besetzt! Wir erweisen keinem Patienten einen Dienst, wenn sie den Arzt nicht verstehen und umgekehrt, wenn es Verständigungsprobleme der Ärzte untereinander gibt. Eine kritische Analyse wäre wichtig, um die Ursache des Ärztemangels zu bekämpfen, statt achselzuckend zu sagen ” klappt doch, holen wir Eben Leute aus anderen Ländern”!
In vielen anderen Ländern sind die Hürden hoch gesetzt für ausländische Ärzte: es werden Sprach-und Fachkompetenz gefordert, die Arztzulassung des eigenen Landes muss z.T. nachgeholt werden, da nützt auch jahrelange Berufserfahrung nichts! (USA, Kanada, Australien, etc). Warum sind wir bereit, andere, eventuell niedrigere Standards zu akzeptieren? (Wobei Ärzte aus Anderen Ländern nicht automatisch schlechter qualifiziert sind! Sie sind oft eine Bereicherung durch ihre Erfahrung, das nur als Randbemerkung!) Die Antwort ist einfach: weil es so viel bequemer ist und wir als Gesellschaft uns nicht aus der Komfortzone bewegen müssen und nachdenken oder gar etwas ändern!

#21 |
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Gast
Gast

ganz einfach: Prüfungs- und Praxisnachweis der kompetenten Sprachverwendung auf dem europäischen Niveau “C2” für alle ausländischen und in Deutschland tätig sein wollenden Ärzte gesetzlich vorschreiben. Das spart blutige Katastrophen in den Krankenhäusern und dann klappt’s auch mit der guten Zusammenarbeit. Lasst es euch aus Erfahrung gesagt sein, liebe Kollegen!

(Aktuell wird für eine Arbeitserlaubnis im medizinischen Sektor nur “B2” vorausgesetzt, während für ausländische Medizinstudenten “C2” gilt.)

#20 |
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Dr. med. Egbert Treskow
Dr. med. Egbert Treskow

Ein Problem:

Zugewanderte Ärzte (auch aus Rumänien) kennen oft ihre gewerkschaftlich verankerten Rechte als Arbeitnehmer(innen) in Deutschland nicht oder nicht ausreichend. Hinzu kommt noch die latente Furcht davor, wieder (vorschnell) ins Heimatland zurück zu müssen. Da werden auch viel eher Überstunden, die nicht registriert werden, geleistet.

Deutsche Ärzte zieht es gleichzeitig zum Teil in die Schweiz, wegen vermeintlich besserer Arbeitsbedingungen dort. Vielen schweizer Ärzten stößt das aber auf, weil die deutschen Kollegen sehr viel bereiter sind, mehr Überstunden zu leisten.

Die einheimischen Bevölkerungen sind jeweils nicht davon begeistert, dass ihre Anliegen im Krankenhaus teilweise wörtlich zu nehmend nicht mehr verstanden werden…

Was oft auch vergessen wird: Genauso wie in anderen Berufen, wandern nicht alle deutschen Ärzte aus Deutschland ab, können manche auch gar nicht! Viele brennen aus, sind nicht mehr berufsfähig und müssen z.T. in die Frührente gehen.

Und in genau dem Moment, da die berufliche Freizügigkeit EU-weit auch für Rumänien und Bulgarien gilt, wollen CDU und SPD das Streikrecht kleiner Gewerkschaften wie das des Marburger Bundes abschaffen…

Link: https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-gewerkschaftsfreiheit-kein-streikverbot-per-gesetz

Davon abzugrenzen ist die echte akademische Kooperation zwischen den Ländern Europas und den anderen Ländern des Erdballs. Anders als die auf Ausbeutung “von oben” angelegte Aktualpolitik, geht es beim länderübergreifenden akademischen Austausch tatsächlich um kulturelle, wissenschaftliche und arbeitsbereichernde Kooperation.

#19 |
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Franz Demir
Franz Demir

So was kann ja nur von einem NRW LandesARBEITsminister Guntram Schneider kommen: “Es würde schon helfen, wenn mehr Patienten Englisch könnten.”

Ja Fr. Ann-Katrin Fritz zu Ihrem Spruch:”wo im Fernsehen Hochdeutsch gesprochen wird, kann sich der Patient bei seinem Termin ja auch mal Mühe geben, damit der u.U. ausländische Arzt ihn verstehen kann – können die Patient in England auch.”

Sagen Sie das mal einem Sachsen, Oberpfälzer oder Friesen! Die werden Ihnen sagen, “wir dachten, wir leben in Deutschland! Sollen wir uns denn nun schon befleißigen Hochdeutsch oder gar Fremdsprachen für einen Arztbesuch lernen? Aber das ist scheinbar typisch für manche hier soooo übertrieben fremdenfreundliche Leute, dass sich ein Ureinwohner sämtlichen Zuwanderern anpassen soll, anstatt andersrum, wie es in anderen Ländern üblich ist! Da kann ich nur sagen, ich bin froh, dass ich schon ein gewisses Alter erreicht habe, dass ich das was sonst noch auf uns zukommen wird, nicht mehr erleben muss. Sorry, aber das denke ich bei dem was in der BRD so abgeht des öfteren!

#18 |
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Dr. med. Harald Bliesath
Dr. med. Harald Bliesath

Die Behauptung “Deutschland ist aufgrund des Ärztemangels in bestimmten Regionen und Bereichen auf die ausländischen Ärzte angewiesen” ist kritisch zu hinterfragen:
– woraus resultiert dieser Ärztemangel? Teilweise aus der Unfähigkeit der Verantwortlichen akzeptable Arbeitsbedingungen (strukturell und finanziell) für deutsche Ärzte zu organisieren. Diese wandern in bessere ausländische Positionen ab und hinterlassen Lücken.
– was geschieht mit den offenen Stellen? Sie werden teilweise mit bulgarischen / rumänischen Kollegen besetzt, die auch zu niedrigen Gehältern arbeiten (zur Freude der Verwaltung) und unserer Sprache nur unzureichend mächtig sind. Dies geht zu Lasten der Patienten. In den beschriebenen Ländern ist das auch Ausbildungsniveau zu hinterfragen. Weiterhin geht das Gerücht um, dass Medizinexamina und Studienplätze von alten Parteiseilschaften beeinflusst worden sein sollen.
Ich kann mich nur der Forderung anschließen, dass Qualitätskontrolle und rigorose Ausbildungsprogramme zu etablieren sind.
Eine Reduktion des deutschen Bürokratismus würde wahrscheinlich einige Kolleginnen und Kollegen genauso zum Verbleib motivieren wie akzeptable Gehälter. Der Arbeitsmarkt soll frei sein, jedoch nicht zu Lasten der medizinischen Versorgung.

#17 |
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Gast
Gast

“Ich bin vor fast 10 Jahren nach England ausgewandert, da das Arbeitsklima …inmeinen Augen besser ist und man hier Geschütz wird – auch als Berufsanfänger”. (Ann-Katrin Fritz)

Ms Fritz, vor was oder wem werden Sie “Geschützt”?

Es fällt mir schwer, bei Ihnen das von Ihnen vom Arzt allgemein geforderte “Einfühlungsvermögen’“ zu erkennen, wenn Sie schreiben:

“Und zu Zeiten, wo im Fernsehen Hochdeutsch gesprochen wird, kann sich der Patient bei seinem Termin ja auch mal Mühe geben, damit der u.U. ausländische Arzt ihn verstehen kann – können die Patient in England auch”.

Es ist befremdlich, wenn Sie von DEN [Einheits-] Patien[en] sprechen. Die gibt es nicht in Deutschland und schon gar nicht in England. Verlangen Sie von jedem dieselben Kompetenzen? Von demjenigen, der mehrere Jobs tags und nachts annehmen muss, um leben zu können? Oder der 90jährigen, die bisher einen kompetenten, nicht-ver- und eingebildeten Hausarzt gewohnt war?

Wenn Sie sich gestatten einfühlsam zu sein, dann fallen Ihnen noch weitere Patienten- bzw. MENSCHEN-gruppen ein, von denen Sie etwas verlangen, was diese nicht leisten können.

Sie scheinen vollkommen zu vergessen, dass‚ Ms Fritz, dass Patienten Ihr Einkommen sichern. Patienten sind keine Bittsteller, und auch Bittsteller sollte man nicht “dressieren” wollen.

Schön, dass es Ihnen in England beruflich gut geht. Meine Kenntnisse über Patienten“karrieren, geklagt von diesen selbst und von Ärzten in England, mögen begrenzt sein, umso mehr würde ich es begrüssen, wenn sich hier englische Patienten, vielleicht auch Zuwanderer, zu Wort melden würden.

Wie wär es mit einer “Aufnahmeprüfung“, denen sich Patienten stellen müssen, bevor sie einen Arzttermin erhalten? Einen versteckten numerus clausus gibt es ja schon.

Wir sollten uns gegenseitig nicht überfordern mit unangemessenen Forderungen, weder der Patient den Arzt, und auch der ‚Arzt nicht den Patienten. Letzterer ist in der ‚Regel ‚ungeschützt.

Ms Fritz, vor was oder wem werden Sie “Geschützt”?

Freya Matthiessen

#16 |
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Drs Ludwig Grote
Drs Ludwig Grote

Aufruf an deutsche Ärzte rumänisch und bulgarisch zu lernen.
Damit das in diesen Ländern noch größer werdende Versorgungsloch ausgeglichen werden kann, vielleicht über Ärzte ohne Grenzen.
Oder Gründung einer Hilfsorganisation “Ärzte für Rumänien und Bulgarien”

#15 |
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Ann-Katrin Fritz
Ann-Katrin Fritz

Es ist ein freier Arbeitsmarkt. Ich bin vor fast 10 Jahren nach England ausgewandert, da das Arbeitsklima netter ist, die Ausbildung strukturierter und in meinen Augen besser ist und man hier Geschütz wird – auch als Berufsanfänger. Viele meiner Kollegen hier sind auch aus aller Welt. So lange man die Sprache spricht & qualifizier ist, besteht kein Unterschied. Facharzt werden nur die besten hier und im Gegensatz zu Deutschland bekommen nur ca 1/2-2/3 eine Ausbielungsstelle = es herrscht Qualitätskontrolle. Vielleicht sollte sich Deutschland mal was abschauen & bundesweite rigorose Ausbildungsprogramme mit bundesweiten schriftlichen & mündlichen Facharztprüfungen einführen, damit nur die besten Facharzt/Allgemeinarzt werden & nicht Hinz & Kunz. Woher die Besten der Besten letztendlich stammen ist völlig egal, solange der Patient von einem hoch-kompetenten Arzt versorgt wird, der nicht nur Wissen & technische Kentnisse hat, sondern auch effizient kommunizieren kann, Einfühlungsvermögen hat & ein Teamplayer ist. Und zu Zeiten, wo im Fernsehen Hochdeutsch gesprochen wird, kann sich der Patient bei seinem Termin ja auch mal Mühe geben, damit der u.U. ausländische Arzt ihn verstehen kann – können die Patient in England auch.

#14 |
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Alle Analysen sind doch Schnee von gestern. Schließlich haben sich die Grenzen ja erst seit ein paar Tagen richtig geöffnet.
Mal sehen, ob die Armutseinwanderung nicht doch ein Massenphänomen wird, bei über 3 Millionen Angehörigen einer “mobilen ethnischen Minderheit”, (politisch korrekt ausgedrückt) , die da auf dem Sprung sind. Und wieviele Ärzte darunter sind, werden wir noch erleben.
Bis jetzt fiel diese Gruppe nicht durch Qualifizierte und Akademker auf, eher durch einen hohen Anteil an Analphabeten, wie mir mein rumänischer Kollege bestätigte.
Mal sehen, was die Analysen in 2 oder 3 Jahren ergeben.

#13 |
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Thomas Korthals-Benner
Thomas Korthals-Benner

Alle Achtung, es gibt sie noch, die Leute denen das Schönreden bedenklicher Zustände und das gebetsmühlenartige Wiederholen von geschönten “Fakten” zuwider ist (-gut gebrüllt Herr Demir !)

Eins vorweg -ich bin weit davon entfernt, den “Armutszuwanderer” zu verurteilen.

Wäre ich Roma in Rumänien oder Bulgarien, müßte mit meiner Familie unter den bekannt katastrophalen Bedingungen leben , meine Kinder könnten zur Schule gehen… auch ich würde schnellstmöglich das Weite suchen.

Doch die hier immer wieder zitierten Statistiken zeigen nicht einmal die halbe Wahrheit:

In der Arbeitslosenstatistik werden nur gemeldete, arbeitssuchende Personen erfaßt.

Kinder, nicht als arbeitssuchend registrierte (Ehe)-Partner und Alte stellen aber rund 70% der “Problemzuwanderer” und nehmen Transferleistungen in Anspruch (Ernährung, Wohnen, Gesundheit, Schule, Verwaltung…) .

Auch die zahlreichen “Selbstständigen” (24 Std. Kiosk, Schrotthändler, Transportunternehmer…) unter den Zuwanderern werden in der Arbeitslosenstatistik nicht erfaßt -verdienen aber nur in Ausnahmefällen soviel, daß sie ihren Lebensunterhalt oder ´gar den ihrer Familie davon bestreiten können.

Sie erhalten im Regelfall Leistungen als “Aufstocker” .

Minderqualifizierte Zuwanderer üben seit Jahren einen enormen Wettbewerbsdruck im Niedriglohnsektor aus und machen diesen erst möglich !
Als Allgemein- und Arbeitsmediziner erlebe ich jeden Tag life, wovon ich hier rede.

Der Anteil der gegen Minibeiträge bei vollem Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherten und beitragsfrei Mitversichertern, nimmt unglaubliche Ausmaße an.

Dies bekommen dann die “Leistungserbringer” -und hier meine ich ausdrücklich nicht nur uns Ärzte, mit deutlicher Mehrarbeit bei gleichem Lohn oder Honorar zu spüren.

Das dicke Ende kommt dann später mit dem Anspruch auf Grundsicherung.

Die Apparatschiki der CSU solltzen sich bedeckt halten, auch die hatten -wie die Vertreter aller anderen entscheidungsrelevanten Parteien, genug Zeit, über Vermeidungsstrategien (z.B. konsequente und effektive Starthilfe vor Ort in den europäischen “Armutsstaaten”) nachzudenken.

Wir brauchen Qualität statt Quantität -Zuwanderung auf hohem Qualifikationsniveau -jederzeit !

Nur… wir bekommen Masse statt Klasse.

Wie war das noch bei Wilhelm Busch…

“Aber wehe, wehe, wehe -wenn ich auf das Ende sehe!”

#12 |
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Freya Matthiessen
Freya Matthiessen

“Zum Schutz der Patienten müsse die ärztliche Versorgung auch mit ausländischen Kräften auf gleich gutem Niveau bleiben und die Verständigung zwischen Ärzten und Patienten reibungslos verlaufen. Daher setze sich die Bundesärztekammer für Sprachtests ein, die vor Erteilung der Approbation durch die Behörden von den Bewerbern zu absolvieren seien”.

Sprachtests sollten “am Patienten” durchgeführt werden. Üblich scheint es zu sein, dass entweder ein Arzt oder ein Student einen solchen in der Prüfung simuliert.

Haben nicht auch Ärzte mit der Muttersprache Deutsch ein Problem, ihre deutschsprachigen Patienten zu verstehen? Haben nicht beide in der Regel unterschiedliche “Muttersprachen Deutsch”? Sogar wenn es sich um das so genannte “Hochdeutsch” handelt?

Tja, und wenn der deutsche Arzt aus Bayern und der rumänische Arzt mit “Sprachzertifikat für das Medizinerdeutsch (das ja eigentlich ein Gemisch aus Latein, Griechisch und Englisch ist) sich in Sachsen niederlassen?

Da sagte doch jemand:
„Ban d Dokter net kann geschwatz bi mej, ko her glei widder gegä oder s git wanncher Gald“

Tja, wo will er denn in Zukunft noch hinwechseln?

Und da seufzt der NRW LandesARBEITsminister Guntram Schneider angeblich: “Es würde schon helfen, wenn mehr Patienten Englisch könnten.

Welche englische Sprachebene meint er wohl? Immerhin wird in allen deutschen Schulen Englisch unterrichtet… Da muss sich das Curriculum wohl in Zukunft darauf einstellen, was der Schüler an Sprachkenntnissen für alle Krankheiten, die ihm je widerfahren könnten, benötigt…

Kennen Sie nicht auch Politiker und Ärzte, die nicht ausreichend Englisch beherrschen? Die brauchen ggf. ja nur angemessene Englischkenntnisse, wenn sie einen Arzt aufsuchen. Ob sie das akzentgefärbte Englisch dann auch verstehen, ist fraglich.

Auf der einen Seite existiert das nicht verständliche Auswahlkriterium für die Zulassung zum bzw. dem Ausschluss vom Medizinstudium in Deutschland, auf der anderen Seite scheint es egal, auf welche Weise ein zugewanderter Arzt zugelassen wurde.

Schämt sich eigentlich noch jemand in Deutschland dafür , armen Menschen in anderen Ländern den Zugang zum Arzt noch mehr als bisher zu erschweren? Sollten da vielleicht „Ärzte ohne Grenzen“ einspringen?
Freya Matthiessen

#11 |
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Fred Olaf Schupp
Fred Olaf Schupp

Verehrte Frau Schmitzer !
Bevor die mauer quer durch Deutschland gebaut wurde , arbeiteten hunderttausende DDR-Bürger im Westteil unseres Landes 60% zu 40 % DM d.h.,
60 % Ost und 40 % Westgeld ! Erst nach 1961 stzte eine Flut von ausländischen Arbeitskräften ein , die in der BRD händeringend gesucht und gebraucht wurden .
Einige Male wurde versucht , der masseneinwanderung entgegen zu wirken , in dem Rückwilligen einen finanziellen Ausgleich anbot , das half nur kurze Zeit und seitdem nimmt die Einwanderung nach Deutschland nicht ab , diese wird, politisch gewoillt und gefördert ! Wenn aber , in allen Bezuirken dieses Landes Auswander Büros eingerichtet werden , um Deutschen Facharbeitern eine Ausreise in andere Länder schmackhaft zu machen , welche Entwicklungsmöglichkeiten diese haben , ich hier lesen muss , die faulen Säcke sollen gefälligst arbeiten gehen , dann kommen solche Argumente von sogenanntenm höhergestellten Persönlichkeiten , die niemals an einer Arbeitsmarkt-Front gewesen sind !Hier wirden Deutsche Facharbeiter zur Ausreise animiert , gleichzeitig tönt die Politik – wir brauchen händeringenbd ausländische Facharbeiter ! So viel Heuchelei , wird auf Dauer nicht gut gehen !
Fred Olaf Schupp

#10 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

@ Fr. Schlumbohm:
Ist das wirklich ein ethisches Problem?
Ein Gehaltsgefälle ist noch kein Abwerbeversuch.
Die freie Wahl von Arbeitsplatz und Wohnort sollten wir auch den Kollegen aus EU-Beitrittsländern zugestehen, es ist ihre Entscheidung und ihr Menschenrecht.
Da spielen ja noch ganz andere Faktoren außer Gehältern eine Rolle wie soziale Sicherheit, Ausbildungschancen für die Kinder etc.

Die Verdienstmöglichkeiten und höhere Lebensqualität in Stadtnähe sind für deutsche Jungärzte so gesehen ja auch ein ethisch fragwürdiges Abwerben aus ländlichen Gebieten.
Menschen gehen nun mal hin, wo sie die besten Möglichkeiten für sich und ihre Familie erwarten.
Daran finde ich nichts unethisches.

#9 |
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Bernd Schmieder
Bernd Schmieder

Wir vertreiben unsere ausgebildeten Ärzte und locken die in ihren Heimatländern noch viel dringender gebrauchten Ärzte zu uns. Ob das wirklich fair oder gar menschlich ist ? Ich denke nicht.

#8 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

Liebe Frau Heitzer,

vielleicht haben Sie ja eine zündende Idee, wie wir den unzähligen hochqualifizierten faulen Säcken einhei(t)zen und sie zum Arbeiten bringen können. Bis das erledigt ist, sollten wir uns allerdings weiterhin über motivierte Zuwanderer freuen.
Ihr Vorname lässt ja zumindest einen Migrationshintergrund in irgendeiner Generation vermuten. Falls dem so ist: Herzlich willkommen und danke für Ihre Mitarbeit! Freuen Sie sich mit den neu hinzukommenden Kollegen auf eine gute Zusammenarbeit und weniger Überstunden. Mer muß och jönne könne ;-)

Viele Grüße!

#7 |
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Dr. Christina Schlumbohm
Dr. Christina Schlumbohm

Ich frage mich genauso wie die Kollegin Jaffke-Witt , ob es ethisch vertretbar ist, Ärzte aus einem anderen EU Land abzuwerben, obwohl sie vielleicht dort genauso dringend gebraucht werden. WEnn darüber hinaus Ärzte aus dem Inland wiederum ins Ausland gehen weil sie mit den Arbeitsbedingungen nicht zufrieden sind. heißt das doch im Umkehrschluss, dass Ärzte aus z.B. Rumänien weniger hohe Erwartungen an die Arbeitsbedingungen haben oder aber die in Deutschland ausgebildeten jungen Ärzte unrealistische Erwartungen an das Berufsbild des Arztes mitbringen?

#6 |
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Zuwanderung: warum nicht. Vorraussetzung nicht einafch ausl.Zeugnisse anerkennen, die gibts ggf auch gegen Devisen und nicht Prüfung (persönl.bekannte Fälle) . Wichtig Sprache. Zunehmend sehen wir an Kliniken Ärzte, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, wesentliche Probleme bzw. Krankheiten ihrer Patienten nicht verstehen. Aber die Stellen sind bestzt, Träger und Politik sind dann zufrieden.

#5 |
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Lieber Kollege(?) Demir,

Ich habe eine Lösung parat; vielleicht kann man die Zuwanderer bei der BundeswÄhr
unterbringen !?

LG Unimed

#4 |
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Altenpflegerin Urszula Heitzer
Altenpflegerin Urszula Heitzer

man sollte überhaupt überlegen, ob es sinnvoll ist Fachkräfte aus dem Ausland zuholen, wenn hier im Lande tausende zu Hause sitzen, die arbeiten könnten, aber zu Faul sind um zu Arbeiten! Sich nicht schämen, das Sozialnetz auszubeuten, während die arbeitende Bevölkerung immer mehr zur Kasse gebeten wird!

#3 |
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Wer übernimmt eigentlich die Verantwortung für die zurückbleibenden Patienten in Bulgarien oder Rumänien? Hier, wo ich lebe haben wri seit Jahren natürlich nicht deutsche Ärzte, was die Behandlung der älteren Menschen sehr erschwert. Die ungenügenden Deutschkenntnisse sind ein immenses Hemmnis, hier spricht man aber außerdem noch sehr viel Platt. Auch die Zuwanderung von Ärzten erfolgt wegen besserer Verdienstmöglichkeiten bei uns und die Abwanderung häufig auch aus Gründen des Verweigerns der überbordenen deutschen Bürokratie. Vielleicht sollte mal das alles auf den Prüfstand gestellt werden.

#2 |
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Franz Demir
Franz Demir

Nun von allen Seiten wegen der “Armutsdebatte” auf die CSU einzudreschen finde ich genau so erbärmlich wie das Schönreden der teilweise unhaltbaren Zustände in vielen Großstädten. Jeder weiß welche Volksgruppe damit gemeint ist, aber alle zerreden das Thema indem sie auf die “normalen, arbeitssuchenden” Zuwanderern hinweisen. Kein Politiker der CSU meint damit diese, sondern die Vorgenannten, die schwer bis gar nicht integrierbaren Sinti und Roma, die den Kommunen große so Sorgen bereiten und noch größere Kosten verursachen, das seit Jaaaahren schon auf Pump geschieht.
Dieses Zerreden der Probleme stößt den Bürgern immer mehr auf, deshalb gibt es in der BRD die so weitverbreitete Politikverdrossenheit! Und was sich die EU-Kommission oder -Politiker rausnehmen, indem diese über die Sozialpolitik der BRD sogar schon mitbestimmen wollen ist schlichtweg eine Unverschämtheit. Und da fragen sich noch unsere nationalen und EU-Politiker warum die EU(-Politik) so unbeliebt ist. Man könnte meinen die haben alle Tomaten auf den Augen und die Ohren abgeklappt! Bei manch einer Gelegenheit wird gerne der Spruch: “Währet den Anfängen”! der gilt auch hier, aber dafür ist es leider schon zuuu spät!

#1 |
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