E-Coaching fürs Praxispersonal

10. Juni 2005
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Um die Performance des Praxispersonals zu optimieren, hat die Bundesärztekammer die Entwicklung eines E-Learning-Fortbildungsangebots für Arzthelferinnen angestoßen. Im Projekt LearnART sollen wirklichkeitsnahe Situationen simuliert werden, um die Problemlösungsfähigkeiten der Mitarbeiter zu verbessern.

Fortbildung ist bekanntlich zum Megathema geworden. Die Ärztekammern werden geradezu überflutet mit Anträgen für zertifizierte Fortbildungsveranstaltungen, auf denen Ärzte die begehrten CME-Punkte sammeln können. Dabei wird vor allem das E-Learning immer wichtiger, das Ärzten in Form von Onlinefortbildungen Zeit spart und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden kann. Nur um die, die sich schon immer brav fortgebildet haben, kümmerte sich bisher niemand. Die Arzthelferinnen blieben beim Tele-Hype außen vor.

Tun wir mal so als wäre Montagmorgen…

Mit dem E-Learning-Vorhaben LearnART soll sich das jetzt ändern. Initiiert von der Bundesärztekammer und konzipiert und durchgeführt vom Institut für Berufs-, Wirtschafts- und Sozialpädagogik (IBW) will LearnART die Computerlücke auch beim Praxispersonal schließen. Gedacht ist daran, das E-Learning zu einem Teil einer umfassenderen Fortbildung an Berufskollegs oder Bildungseinrichtungen des Gesundheitswesens zu machen. Es handelt sich also nicht einfach um die Arzthelferinnenversion der ärztlichen Multiple Choice-Fortbildung. Das Besondere an LearnART ist der hohe Praxisbezug. Es ist, Pädagogensprache, „situativ“ angelegt. Soll heißen: Anhand von typischen Alltagssituationen werden in einer Art virtueller Praxis Szenarien durchgespielt, in die das Praxispersonal im Alltag kommen kann.

Blended Learning – Klingt wie Kaffee, ist aber Fortbildung

LearnART ist um drei thematische Schwerpunkte herum aufgebaut, nämlich Praxismanagement, Qualitätsmanagement und Kommunikation. Es ist damit angelehnt an den Fortbildungsberuf Arztfachhelfer/-in, der in zehn Landesärztekammern auf der Grundlage von §46 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz geregelt ist. Auch wenn LearnART formal als E-Learning-Projekt firmiert, handelt es sich tatsächlich um eine Mischform, um etwas, das Pädagogen „blended learning“ nennen. Die Telelernphasen sind dabei auf den begleitenden Präsenzunterricht abgestimmt und dienen der Vor- und Nachbearbeitung. Diejenigen, die die E-Learning-Einheiten entwerfen, sollen dabei möglichst auch den Präsenzunterricht abhalten, damit beides nicht aneinander vorbei läuft. Technisch basiert LearnART auf der E-Learning-Plattform ILIAS, die ursprünglich an der Universität Köln entwickelt wurde und die mittlerweile als Open Source-Projekt weiter ausgebaut wird. Statt passiv vor dem Bildschirm zu sitzen, ist Interaktion gefragt. Die Dozenten können sich in die E-Learning-Einheiten einschalten. Es gibt die Möglichkeit, Tutorsysteme zu etablieren. Und natürlich dürfen die Teilnehmer an den Fortbildungen auch untereinander kommunizieren, wofür außer dem direkten E-Mail-Kontakt auch Chats und Foren zur Verfügung stehen sollen.

Fördergeld arbeitet noch

Wer seine Mitarbeiter auf den E-Learning-Zug setzen möchte, muss sich noch ein Weilchen gedulden. Leider waren die Projektverantwortlichen in Köln gegenüber dem DocCheck-Newsletter zu keinerlei Aussagen zum Starttermin bereit, wie man sich überhaupt sehr wortkarg gab. Die Förderphase des mit 1.213.189 Euro aus dem Programm Neue Medien in der Bildung des Bundesforschungsministeriums finanziell reichlich ausgestatteten Projekts endet im Mai 2007. Erste Lerneinheiten sollen aber schon vorher fertig gestellt werden. Den Anfang machen die drei Module „Patienten aufnehmen“, „Personal/Praxis koordinieren“ und „Mit Kollegen kommunizieren“. In den weiteren Runde folgen „Patienten behandeln“, „Patienten koordinieren“ und „Mit Patienten kommunizieren“, außerdem „Patienten verwalten“, „Qualität darstellen“ und „Kommunizieren als Führungskraft“.

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