Update erektile Dysfunktion: Immer auf den Kleinen

6. Januar 2014
Teilen

Schon bei Männern weit unter dem 40. Lebensjahr herrscht im Bett tote Hose – erektile Dysfunktionen beschränken sich keinesfalls auf ältere Patienten. Neben bislang unbekannten Risikofaktoren haben Ärzte neue Möglichkeiten gefunden, das Leiden zu behandeln.

Erektile Dysfunktion (ED) – ausschließlich bei älteren Männer relevant? Keineswegs, berichtet Andrea Salonia von der Universität Vita-Salute San Raffaele, Italien. Im Rahmen einer Studie untersuchte er 790 Patienten, die sich wegen sexueller Funktionsstörungen in einer Ambulanz vorgestellt hatten.

Jung und schlapp

Nach eingehender Anamnese fand Salonia bei 55,6 Prozent eine ED. Etwa 26 Prozent der Patienten waren maximal 40 Jahre alt. Bei ihnen ließen sich weniger Komorbiditäten nachweisen, und die Testosteronspiegel lagen erwartungsgemäß höher als bei Leidensgenossen über 40. Allerdings konsumierten jüngere Patienten mehr illegale Drogen und rauchten häufiger. Eine schwere Form der ED trat bei 49 Prozent aller jüngeren und bei 40 Prozent aller älteren Männer auf. Zwar ist Salonias Stichprobe zu klein für kausale Schlussfolgerungen. Jahre zuvor lieferte die Massachusetts Male Aging Study aber ähnliche Resultate: Vier von zehn Männern um die 40 leiden an einer ED. Im weiteren Leben steigt das Risiko pro Dekade um zehn Prozent an. Andrea Saloni bewertet für jüngere Menschen den Lebensstil als kritischen Faktor – sprich Nikotin und illegale Substanzen. Er fordert, Kollegen aus der Praxis sollten ihre Sexualanamnese nicht auf Männer jenseits des 40. Lebensjahrs beschränken.

Suche im Gefäß

Jacob Rajfer vom Harbor-UCLA Medical Center im kalifornischen Torrance fragte sich, ob es vielleicht noch andere Erklärungen gibt. Sein Team ging der Frage nach, welche Rolle Zufluss- oder Abflussstörungen bei jüngeren Menschen mit ED spielen. Zusammen mit Kollegen wertete Rajfer Doppler-Sonographien von 23 Patienten aus. Lediglich in einem Fall gab es Hinweise auf eine arterielle Gefäßerkrankung. Auch ließen sich die Schwellkörperarterien bei fast allen Studienteilnehmern um 50 Prozent oder mehr weiterstellen. Neun Männer unterzogen sich einer dynamischen Infusionskavernosometrie zur Diagnostik. Dabei zeigte sich, dass die Venen stärker durchlässig waren als erwünscht – ein neuer Aspekt. Rajfer kritisiert, in der Vergangenheit seien viele Studien mit Männern jenseits des 50. Lebensjahres durchgeführt worden, bei denen es durch Diabetes oder Hypertonie zu endothelialen Dysfunktionen gekommen war. Diese Erklärungen funktionieren bei Patienten unter 40 aber kaum. Hier sollte die Funktion der glatten Muskulatur im Corpus cavernosum penis gründlicher untersucht werden. Ohne vaskuläre ED machen auch neue therapeutische Konzepte wie Stoßwellentherapien kaum Sinn. Entsprechende Studien laufen zurzeit am Frankfurter Uniklinikum.

Freie Fahrt auf allen Spuren

Für Patienten mit einer ED atherosklerotischer Genese gibt es aber noch weitere Perspektiven. Jason H. Rogers aus Sacramento, USA, behandelt Betroffene mit einer Gefäßstütze. Er konnte zeigen, dass sklerotische Ablagerungen in der Arteria pudenda interna – sie versorgt den Schwellkörper beziehungsweise die Genitalien – und in der Beckenarterie Hand in Hand gehen. Für die Revaskularisation wählte Rogers 30 Männer aus, bei denen Phosphodiesterase-5-Hemmer nicht richtig wirkten. Als primären Endpunkt definierte er eine Verbesserung der ED um mindestens vier Punkte bei 50 Prozent aller Studienteilnehmer anhand des International Index of Erectile Function (IIEF). Der Kollege implantierte bei 19 Probanden einseitig insgesamt 27 Stents. Weitere elf Männer erhielten beidseitig insgesamt 29 Stents. Dabei kamen beschichtete Cobalt-Chrom-Legierungen zum Einsatz. Sie enthielten den antiproliferativen Wirkstoff Zotarolimus in BioLinx™-Polymere eingebettet. Dank dieser Technologie traten keine größeren Komplikationen wie Stentthrombosen oder arterielle Embolien auf. Nach sechs Monaten erreichten 59,3 Prozent aller Probanden den primären Endpunkt. Darüber hinaus verbesserte sich die maximale systolische Strömungsgeschwindigkeit in Penisarterien. Jason H. Rogers schreibt als Kommentar, ein entscheidendes Erfolgskriterium für Stents sei die Auswahl geeigneter Patienten. Ohne randomisierte Studien eignen sich diese Implantate aber nicht zur flächendeckenden Versorgung.

Risiken ganz ruhelos

Neben vaskulären Auslösern haben Forscher der Harward Medical School um Xiang Gao einen weiteren Risikofaktor identifiziert: Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) leiden signifikant öfter an ED. Gaos prospektive Studie umfasste mehr als 10.000 Männer, die zu Beginn auf RLS-Symptome untersucht worden waren. Bei 331 Probanden stellten Ärzte diese Diagnose, ohne dass es Anhaltspunkte für sexuelle Dysfunktionen gegeben hätte. Während des sechsjährigen Follow-Ups erkrankten 23,4 Prozent an ED. In der Vergleichsgruppe waren nur 15,4 Prozent betroffen. Männer mit fünf bis 14 RLS-Episoden pro Monat hatten ein um 34 Prozent höheres Risiko, bei Patienten mit 15 und mehr RLS-Episoden waren es sogar 49 Prozent. Xiang Gao schreibt, das Restless-Legs-Syndrom sei als Risikofaktor ähnlich bedeutsam wie Diabetes mellitus, Adipositas, Rauchen oder Depressionen. Welche Vorgänge diesem Phänomen zu Grunde liegen, wollen Forscher jetzt herausfinden. Sie haben längst noch nicht alle Pathomechanismen rund um erektile Dysfunktionen entschlüsselt.

162 Wertungen (3.77 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

30 Kommentare:

Dr. med. Michael Traub
Dr. med. Michael Traub

Interessant wäre, ob Frauen mit RLS gehäuft unter Anorgasmie leiden. Ist das untersucht worden und gäbe es auch da therapeutische Ansätze?

#30 |
  0
Dr. Elisabeth Pommé
Dr. Elisabeth Pommé

Aus persönlicher Erfahrung ist die ED nach Beginn von regelmässigem Sport deutlich rückgängig. Dies ist allerdings gewiss nicht das Ergebnios einer randomisierten Studie, sondern ein Einzelfall. ;)
Allerdings vielleicht ein guter Ansatz: Studien wie der Einflusses auf die ED durch Veränderung der Lebensführung wie Beginn von regelmässigem Sport (2-3 Stunden/Woche), Ernährungsumstellung, Nikotin weglassen etc. mal durch zu führen. Vielleicht ist deas ja mal ein grosser Anreiz für die Patineten, gesünder durchs Leben zu gehen, wenn dann der Sex wieder richtig spass macht, und zwar ohne Hilfsmittel.

#29 |
  0
Gast
Gast

@Dr. Eberhard Stamm,
jetzt muss ich den Kollegen Wissmann in Schutz nehmen.
In unserem Diskurs ging es um medizinische, insbesondere pharmakologische Fakten, die mit “wie” oder “als” 100%ig vermittelt wurden. Wenn Sie auf diesen außerhalb des Medizinischen gemachten kleinen Fehler, der übrigens sehr oft gemacht wird, schauen, sollten Sie ein linguistisches Netzwerk besuchen.
Hatten Sie das nötig?
Übrigens habe ich in Ihrem Text auch mindestens 3 (!) Fehler gefunden!

@Dr. med. Wolf Hemsing,
mir war das nur von Bären bekannt. Die können mit dem Stäbchen (es ist ein Knochen) auch ca. eine Stunde und länger kopulieren!

@Dr. med. Johannes Wissmann,
inzwischen habe ich im Fachinfo-Service bei Dopaminagonisten und L-Dopa
gelesen, dass beide diese Nebenwirkung haben. Aber Sie sehen offensichtlich in der Praxis diese Nebenwirkung nur bei den Patienten mit höherer Dosis eines Dopaminagonisten. Oder, wie Sie schon geschrieben haben, auch erst nach einer gezielten Befragung. Es wäre vielleicht interessant, ob auch Ihre auf L-Dopa eingestellten Patienten bei gezielten Nachfragen ähnliche Erfahrungen angeben.
MfG Fischer

#28 |
  0
Dr. med. Wolf Hemsing
Dr. med. Wolf Hemsing

Affen haben von Natur aus ein Stäbchen für immer drin.
Schade, nicht wahr?

#27 |
  0
Dr. Eberhard Stamm
Dr. Eberhard Stamm

Sehr geehrter Herr Dr. Wissmann,
Klar ist das für alle Männer (und Frauen) ab einem best. Alter interessant. Aber eins zu Ihrer Sprache:
“häufiger, wie” , “ungefährlicher, wie”, wie Sie schreiben, ist nicht gutes Deutsch! Nur so mal nebenbei!
Gleich – wie, Größer – als, so sagt man richtig im Deutschen. Leider scheint “als” im Sprachgebrauch in letzter Zeit zu verschwinden, eigenartigerweise!
Nichts für ungut, man lern nie aus! Dr. Eberhard Stamm

#26 |
  0
Dr. med. Johannes Wissmann
Dr. med. Johannes Wissmann

Herr Fischer,
Dopaagonist/L-Dopa: Verlust Impulskontrolle wurde – soweit ich mich erinnere 2002 bei Pergolid und Pramipexol beschieben – nicht bei L-Dopa. Daher meine Idee. Ob diese Hypersexualität bzw. der Verlusst der Impulskontrolle tatsächlich den Pat. mit ED hilft, könnte man m. E. schon mal ausprobieren. Die ED ist doch meist ein multifaktorielles Problem. Die NW von L-Dopaagonisten halte ich für ungefährlicher wie die der PDE-5-Hemmer .
ZU mir kommen Pat. mit RLS meist erst nach einem längerem Leidensweg, und da fragt kaum einer nach den Nebenwirkungen. Die wollen alle etwas haben, was ihnen endlich hilft. Natürlich beginne ich bei einer RLS Neuerkrankung auch mit l-Dopa. Oft reicht schon eine Umstellung der Einnahmezeiten, um RLS Beschwerden zu bessern – oder es wird Eisenmangel nicht beachtet oder die Pat. bekommen abends Amitriptylin zu Schlafen… u.s.w.
Bei Augmentation kommt für mich als nächster Schritt ein Dopaaginist in Frage. Oft reichen dann auffallend niedrige Dosen. Für mich spielen die NW der Dopaagonisten keine so große Rolle. Man muss vorsichtig aufdosieren. Wenn einem Pat. dann schlecht wird, gehts nicht: Auch bei manchmal auftretenden Weichteilvermehrungen an den Füßen, muss man absetzten und Spielsucht gibt es tatsächlich schon auch mal…Das sind aber alles keine größeren medizinischen Probleme.
Gruß Wissmann

#25 |
  0
Chiropraktiker

Dopamine?

#24 |
  0
Gast
Gast

@Dr. Wissmann
vielen Dank für die Antwort.
Die Nebenwirkung bei Parkinson-Pat. nach Behandlungen mit Dopaminagonisten (und wohl auch mit L-Dopa ?) war mir bekannt und führte auch zu meiner Überlegung.
Dopaminerge Impulskontrollstörung und Libidoerhöhung könnten wohl beide an den sexuellen Verhaltensänderungen bei einigen Patienten beteiligt sein?
Konkret geht es um einen Patienten, dessen RLS sich im Grenzbereich zur pharmakologischen Behandlungsnotwendigkeit befindet. Er lehnte bisher Medikamente zur Behandlung des RLS ab. Seine ED zeigte unter PDE-5-Hemmern keinen Erfolg.
Da, wie ich annahm, L-Dopa geringere Nebenwirkungen hat, könnte seine Bereitschaft bei diesem Medikament größer sein. Da Sie aber geschrieben haben:

” einen Dopaagonisten versuchen, auch wenn er z. B. mit L-Dopa … für das RLS zurecht kommt”,

entstand meine Frage an Sie, ob Sie die eventuell mögliche und damit beim Vorliegen eines RLS und einer ED gewünschte Nebenwirkung beim Dopaagonisten sehen, aber NICHT beim L-Dopa, obwohl doch beide letzten Endes Dopamin-Rezeptoren stimulieren?
Wie Sie schrieben, kann es ein Versuch sein, der bei einer vasculär bedingten ED wohl kaum Erfolg zeigen kann.
Wegen der Augmentation wird wohl eher ein Dopaagonisten bei RLS gewählt und so vielleicht öfters diese für mich pharmakologisch noch nicht verständliche Nebenwirkung gerade bei den Dopaagonisten gesehen?
Also, warum ein Dopaagonist und nicht L-Dopa?
Gruß Fischer

#23 |
  0
Dr. med. Johannes Wissmann
Dr. med. Johannes Wissmann

An Gast bez. RLS und ED.
Immer wieder gibt es Parkinson-Pat. , die unter Behandlung mit Dopaagonisten sexuell überaktiv werden. Das ist sicher häufiger, wie man denkt, man muss nur dazu die Ehepartner gezielt befragen. Bei Pat. mit RLS und mit ED würde ich es daher auf eine Versuch ankommen lassen. Ob dies aber tatsächlich eine ED verbessern kann, weiß ich natürlich auch nicht. Die Frage ist auch, ob die übliche niedrige Dosierung für RLS ausreicht. Denn das sind meist Parkinson-Pat. mit höherer Tagesdosis eines Dopagaonisten z. B. Pramipexol 3×0,7 mg/die, während die Zulassungsgenze für RLS bei Pramipexol bei 0,54 mg/die liegt. Die ev. Nebenwirkungen würde ich nicht so problematisch ansehen.
Gruß Wissmann

#22 |
  0

@Dr. Freiburg: wenn meine Eltern so gedacht hätten wie Sie, gäbe es mich nicht. Das mag Ihnen vermutlich ziemlich egal sein. Aber selbst, wer mit 40 keinen Nachwuchs mehr zeugen möchte, hat doch wohl das Recht auf ein erfülltes Sexualleben.
@”anonymus” (gast): Was haben Sie dagegen, wenn ein 85-Jähriger noch Verlangen nach Körperlichkeit verspürt?

#21 |
  0
Susanne Hainich
Susanne Hainich

Meinen Sie mit den “illegalen Substanzen” am ehesten Mariuhana als meist konsumierte ill. Substanz?? Wenn ja und nachgewiesen dann bitte: Schreiben Sie das ganz groß auf Plakate und hängen Sie es überall auf, wo sich junge Männer/Schüler /Pubertierende aufhalten. Vielleicht kann man sie schrecken mit dem drohenden Angriff auf die Männlichkeit… Depressionen und Psychosen scheinen sie ja nicht zu fürchten, auch die eingeschränkte Fruchtbarkeit nach dem regelmäßigen Genuss solcher “tollen Sachen” soll ja schon beeinträchtigt werden.

#20 |
  0
Sophia Falke
Sophia Falke

Frage an den Autor:

Die Risikofaktoren sind mit “Nikotin und illegalen Substanzen” ziemlich weiträumig gefasst. Gibt es da keine genaueren Angaben, die auf einen möglichen Pathomechanismus schließen lassen könnten?

#19 |
  0
Gast
Gast

@Dr. Wissmann
Beim Lesen des Artikels hatte ich auch die Überlegung, warum bei Pat. mit
RLS UND ED nicht einen Versuch mit Dopamin starten.
Warum denken Sie, dass das im Vergleich zu den Dopaminagonisten nebenwirkungsärmere L-Dopa nicht geeignet ist?

#18 |
  0
Alex Karsai
Alex Karsai

noch nix von skat gehört? meine nicht das spiel-lol

#17 |
  0
Dr. med. Johannes Wissmann
Dr. med. Johannes Wissmann

Lassen Sie doch meinen Hinweis so stehen wie er ist:
Bei Pat. mit RLS und (!) erektiler Dysfuntion könnte man einen Dopaagonisten versuchen, auch wenn er z. B. mit L-Dopa oder auch ohne Medikamente für das RLS zurecht kommt.
FA Neurologie

#16 |
  0

@Dr. Wissmann: Soory, Herr Kollege, habe Ihren Vorschlag im ersten Moment (pharmakodynamisch) nicht unmittelbar nachvollziehen können. Wahrscheinlich ist es ein in bestimmten Fällen durchaus vielversprechender Therapieversuch – sozusagen ex iuvantibus :)

#15 |
  0

@Dr. Wissmann: Vorsicht, schauen Sie sich die Beiträge, die hier diskutiert werden einmal chronologisch und inhaltlich genauer an und lassen Sie sich nicht von anonymen Quereinsteigern/-innen hinters Licht führen.

#14 |
  0
Dr. med. Johannes Wissmann
Dr. med. Johannes Wissmann

Dann sollte man bei denen mit RLS und erektiler Dyskunktion unbedingt einen Therapieversuch mit einem Dopaagonisten starten…

#13 |
  0

Das ist polemischer Quatsch! Aber warum schreiben Sie anonym?

#12 |
  0
Gast
Gast

@ Dr. med. Ernst Schulte-Wintrop

Sie verschreiben sicher noch einem 85j. Viagra, nur damit er seine neue 22 j. Freundin…….

Tja, die moderne Medizin machts eben möglich und die Pharma verdient schön mit. Daher haben Sie sicher schon 6 Ipads zuhause rumliegen…..

#11 |
  0

Schade!

#10 |
  0
Gast
Gast

@ Dr. med. Ernst Schulte-Wintrop:

das ist mein Ernst!

#9 |
  0

@Dr. Graf: Danke für die Unterstützung
@Dr. Freiburg: Sorry, Herr Kollege, aber das ist doch nicht Ihr Ernst?

#8 |
  0
Dr. med. Jens Freiburg
Dr. med. Jens Freiburg

im Alter von 40 Jahren sollte die Familienplanung ja wohl auch abgeschlossen sein! Das liegt ganz in der Sache der Natur. Meiner Meinung muss das “Ding” daher auch nicht mehr permanent stehen.

#7 |
  0

@Frau Schuster: klasse Beitrag!!

@Dr. Schulte-Wintrop: auch Ihnen kann ich nur zustimmen: “…das vorwiegend an überkommenen maskulinen Verhaltensmustern orientierte feministische Emanzipationsmodell…” – oh ja – ich würde mich freuen, wenn auch eine gewisse Frau A. Schwarzer Ihre Zeilen liest. :)

#6 |
  0

@Herrn Jurisch: Ich stimme Ihnen ja vollauf zu, erst einmal den Weg über gesunde Lebensführung zu gehen. Aber, dass die vegane Variante der Weisheit letzter Schluss ist, wage ich zu bezweifeln. Ohne (künstliche) B12-Substitution, ist ein Mangel unausweichlich. Der bei fast allen Veganern viel zu hohe Omega-6 : Omega-3-FS-Quotient ist im Hinblick auf die inflammatorische Anfälligkeit kontraproduktiv und bei vielen wird die vergleichsweise schlechte Verfügbarkeit von dreiwertigem (Häm)Eisen in pflanzlichen Lebensmitteln zum Problem. M.E. ist ein venünftiger Umgang mit nicht aus der Massentierhaltung stammendem Fleisch nicht zuletzt wegend der hohen biologischen Wertigkeit tierischen Eiweißes der Gesundheit zuträglich – auch für arteriosklerotisch gefährdete Menschen. Ohne diesen XXL-, jeden Tag Fleischberge- und all you can eat-Wahn würde sich die Massentierhaltung im Sande verlaufen.
Dass sich Veganer nach eigenem Bekunden so wohl fühlen, liegt m.E. an deren insgesamt bewussterer und gesünderer Lebensweise (Bewegung, Alkohol, Nikotin), woran es vielen “Alles(fr)essern” in unserer Gesellschft leider fehlt. Aber ich bin ziemlich sicher, dass aus rein gesundheitlicher Sicht Veganer von regelmäßigem, vernünftig dosierten Verzehr vom Fisch-, Fleisch-, Eiern-, Käse etc. profitieren können (individueller geschmacklicher Genuss und Verträglichkeit immer vorausgesetzt).

#5 |
  0
Ärztin

Mein PC spinnt mal wieder: Diese Ernährungsweise aber als Lösung für das Problem erektile Dysfunktion beim jungen Mann zu propagieren halte ich den Betroffenen gegenüber für ausgesprochen kontraproduktiv und zynisch.

#4 |
  0
Ärztin

Guten Abend Herr Jurisch, ich stelle mir gerade vor wie unsere männlichen Vorfahren, sagen wir einmal vor ca 10000 Jahren, durch unsere Wälder streiften um die optimale vegane Ernährung gegen ihre erektilen Dysfunktionen zu jagen und sammeln; – so ganz ohne Veggie-Supermarkt und Convenience-Importprodukten (mit Transport- und Verarbeitungs-bedingt bedenklicher CO2-Bilanz und ebenso bedenklicher Zusatzstoffe).
Glücklich haben Sie dann ihre Gluten-Schnitzel und ihre Soja-Wurst über dem offenen Feuer gegrillt und dazu Haferdrinks geschlabbert.
Wussten Sie, dass die beliebtesten Lebensmittel des Nichtveggies heutzutage vegan sind? Nicht? Fritten und Bier, Wein und Schnaps, Softdrinks….eine “kleine Fritten” und eine Cola bei Mcdoof….
Aber: Spaß beiseite, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten spielen sicher eine nicht unerhebliche Rolle und ziemlich viel psycho-Stress wohl auch. Immerhin passen die im Artikel genannten Zahlen nicht wirklich zu den Zahlen der gängigen Playboy- und Penthouse-Umfragen. Manch einer, fürchte ich, hat die gleichen Probleme wie viele Frauen, die es trotz aller Anstrengung nicht schaffen den Ansprüchen von forever young und fit for fun gerecht zu werden.Manch einer schafftes nicht den körperlichen Rahmenbedingungen mit Waschbrettbauch, jung und dynamisch schon mit 25 Jahren von ganz oben auf der Karriereleiter auf die Damenwelt (und Herrenwelt) herabzublicken, so wie GQ oder men´s health als erstrebenswert suggerieren.
Ganz bestimmt ist wahr: entscheidendes Erfolgskriterium für Stents ist die Auswahl geeigneter Patienten.
Männer sind halt auch nur Menschen und keine Automaten.
Veggie darf jeder gerne sein, wenn er es sich leisten kann und den passenden Supermarkt in der Nähe hat. Diese Ernährungsweise aber als Lösung für das Problem erektile Dysfunktion beim jungen Mann (

#3 |
  0

Interessant ist der Schlusssatz, dass noch längst nicht alle Pathomechanismen der ED entschlüsselt sind. Wäre nicht interessant der naheliegenden Frage nachzugehen, ob nicht eine ubiqitäre sexuelle Reizüberflutung in den Medien zu einer systematischen Desensibilisierung führt, wodurch die erektile Reizschwelle angehoben wird? Im Ergebnis Gleiches könnte auch das aktuell propagierte, vorwiegend an überkommenen maskulinen Verhaltensmustern orientierte feministische Emanzipationsmodell bewirken: Der auf gegengeschlechtliche Reize programmierte oder fixierte Mann findet in der realen Welt nicht mehr das passende Pendant. Beide Mechanismen, einzeln oder kombiniert, könnten das zunehmende männliche Erektionsversagen, das angesichts der enormen Umsätze von Viagra und Co. epidemische Ausmaße zu haben scheint, erklären. So gesehen wäre die zunehmende Inzidenz von (funktioneller) Erektionsschwäche gerade auch in jüngeren Jahrgängen als eine “natürliche” oder “logische” Konsequenz auf “moderne” Medienwelt und Geschlechterrollen aufzufassen. Anders ausgedrückt: Bevor nicht der soziokulturelle (und epigenetische) Hintergrund von ED hinterfragt und verstanden ist, dürften in vielen Fällen (rein mechanistisch angelegte) medizinische Maßnahmen ein zwar einträgliches Geschäftsmodell, nicht aber ein wesentlicher Beitrag zu einer ganzheitlichen Problemlösung sein – weder auf den Einzelfall noch auf die wachsende Population der Betroffenen bezogen.

#2 |
  0
Heilpraktiker Steffen Jurisch
Heilpraktiker Steffen Jurisch

Nun, und wo bleibt die Frage nach den Ursachen der Aeteriosklerose und den Restless-legs? Bevor man einen Stent einsetzt, der den Schwellkörper des Gliedes mit Blut versorgt sollte man vielleicht einen Stent für die bessere Hirndurchblutung legen, und zwar bei Beiden, Patient und Operateur. Denn das würde die Denkleistung, die Nachdenkleistung bei beiden verbessern und man würde eventuell auf die einfache Lösung des Problems kommen – ernähren sie sich vegan, ohne tierische Fette und Cholesterin und die ED verschwindet wieder. So einfach ist es.
Denn, Man(n) sollte sich vielleicht mal Fragen, wenn erst mal der Schwellkörper des Mannes nicht mehr versorgt wird, was wird dann noch alles nicht versorgt?
Oder glaubt man noch daran, dass eine Arteriosklerose nur partiell auftritt?
Steffen Jurisch, Heilpraktiker

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: