KHK: Vorsicht vor Väterchen Frost

27. Dezember 2013
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Vorsicht beim Schneeschippen: Wenn draußen die Temperaturen sinken, ziehen sich im Körper die Blutgefäße zusammen. Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit sollten daher den Arzt aufsuchen, sobald sie starke Atemnot, Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb spüren.

Leidet eine Person ohnehin unter verengten Herzkranzgefäßen, können Kälte und Aktivität leicht zu einer Durchblutungsstörung und zu einer Überlastung des Herzmuskels führen. Eine nuklearmedizinische Untersuchung verrät, wie groß die Gefahr eines Herzinfarktes ist und ob ein vorbeugender Eingriff erfolgen muss. Gibt die Myokardszintigraphie keinen Anlass zur Sorge, kann ein drohender Infarkt bei Herzpatienten mit fast 99-prozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden, erklärt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN). Dies belegt eine neue Studie.

Risiko bei koronaren Herzkrankheiten

Etwa eine Million Menschen leiden in Deutschland an verengten Herzkranzgefäßen, an einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Bei starker Kälte verengen sich die Gefäße zusätzlich und das Herz muss das Blut gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. Für Patienten mit bereits vorgeschädigten Herzkranzgefäßen kann das gefährlich werden – eine Durchblutungsstörung und eine Überlastung des Herzmuskels droht, im Extremfall sogar Herzinfarkt oder plötzlicher Herztod. “Herzpatienten sollten Beschwerden wie Atemnot, Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb unbedingt ernst nehmen, wenn sie bei winterlicher Kälte auftreten”, sagt Professor Dr. med. Detlef Moka, 1. Vorsitzender des BDN.

Myokardszintigraphie gibt Durchblick

Ob Grund zur Sorge besteht, kann eine Myokardszintigraphie klären. Die Untersuchung kann kurzfristig ambulant durchgeführt werden und macht sichtbar, ob und wie stark die Nährstoffversorgung des Herzmuskels eingeschränkt ist. Dazu erhält der Patient ein schwach radioaktiv markiertes Medikament in die Vene gespritzt, das sich vorübergehend im Herzmuskel anreichert und die Sauerstoffsättigung widerspiegelt. “So können wir das Ausmaß der Durchblutungsstörung bestimmen”, so Moka. “Unnötige Eingriffe im Herzkatheter können sich vermeiden lassen, wenn die Myokardszintigraphie zeigt, dass eine Verbesserung der Durchblutung dadurch nicht zu erzielen ist.”

Darüber hinaus gibt die Myokardszintigraphie ein hohes Maß an Sicherheit. Findet der Nuklearmediziner dabei nämlich keine Durchblutungsstörung des Herzens, ist die Gefahr eines Infarktes bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung mit fast 99-prozentiger Sicherheit ausgeschlossen. Dies belegt eine Studie an 266 Patienten, die im “Journal of Nuclear Cardiology” veröffentlicht wurde. Wie die Wissenschaftler herausfanden, beträgt die Wahrscheinlichkeit, als KHK-Patient trotz normaler Myokardszintigraphie innerhalb der nächsten zwölf Jahre einen Herzinfarkt zu erleiden, jährlich nur 1,2 Prozent.

Welche Therapie ist am sinnvollsten?

“Die Stärke der kardiologischen Nukleardiagnostik liegt unter anderem in dieser Prognosesicherheit”, sagt der BDN-Vorsitzende Moka. Ihre Aussagekraft sei höher als die einer Computer- oder Magnetresonanztomografie des Herzens. “Myokardszintigraphien sind bei Planung und Kontrolle der KHK-Therapie unverzichtbar”, so Moka. Die Untersuchung versetze Ärzte in die Lage, zu erkennen, ob besser Lebensstiländerung, Herzmedikamente, eine Gefäßerweiterung oder Bypass-Operation als Therapie angezeigt sind.

Originalpublikation:
12-Year outcome after normal myocardial perfusion SPECT in patients with known coronary artery disease; Machiel J. M. Ottenhof et al, Journal of Nuclear Cardiology, October 2013, Volume 20, Issue 5, pp 748-754

29 Wertungen (3.97 ø)

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2 Kommentare:

Wer ist für diesen irreführenden Werbeartikel eigentlich redaktionell verantwortlich?

#2 |
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Tobias Törber
Tobias Törber

“starke Atemnot, Schmerzen […] im Brustkorb” sind doch die Leitsymptome eines ACS – hier ist Eile geboten und nicht der Weg zum nächsten Hausarzt.

#1 |
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