Braune Fettzellen: Gen kurbelt Energieverbrauch an

27. Dezember 2013
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Je mehr braunes Fett ein Erwachsener hat, desto schlanker ist er. Forscher haben nun in braunen Fettzellen ein Gen identifiziert, das den Energiestoffwechsel ankurbelt und damit einen Schritt in Richtung therapeutischer Ansätze für Fettleibigkeit und Diabetes getan.

Neugeborene Säugetiere, Babys und winterschlafende Tiere haben besonders viel davon, um ihre Körpertemperatur aufrecht zu erhalten: Braunes Fettgewebe hat die Eigenschaft, durch Oxidation von Fettsäuren Wärme erzeugen und damit Energie verbrennen zu können. Auch in den Fettdepots Erwachsener kann das „gute“ braune Fett vorkommen – je mehr davon, desto schlanker ist die Person. „Braunes Fett gilt als ‚Fettverbrennungsfett’ und zeichnet sich durch eine besonders hohe Anzahl von Mitochondrien aus. Diese Zellkraftwerke sorgen für den hohen Energieumsatz der braunen Fettzellen“, erläutert Juliane Bogner-Strauß vom Institut für Biochemie der TU Graz.

Aktives Fettgewebe

Mit Unterstützung von Kollegen der Uni Graz, der Medizinischen Uni Graz und weiteren, internationalen Kollegen hat Bogner-Strauß in FWF-geförderten Projekten ein Gen untersucht, das ein bestimmtes Protein codiert: Dieses Protein kurbelt die Aktivität des braunen Fetts zusätzlich an und sorgt für einen erhöhten Energiestoffwechsel. „Je mehr von dem Protein vorhanden ist, desto mehr Mitochondrien finden sich in den Fettzellen und lassen diese noch ‚brauner‘ erscheinen. Außerdem ist der Fett– und Energiestoffwechsel in diesen Zellen stark erhöht“, schildert Juliane Bogner-Strauß.

Suche nach dem Auslöser

Den Forschern stellt sich jetzt die große Frage, welchen Auslöser es braucht, um das Protein, das nun die Bezeichnung NAT8L trägt, zu aktivieren: „Natürlich ist unser Ziel herauszufinden, wie genau dieses Protein im braunen Fett angeregt wird, noch mehr Energie zu verbrauchen“, erklärt die Biochemikerin. Langfristiges Ziel der Forscher ist es, auf Basis des untersuchten Proteins ein entsprechendes Therapeutikum gegen Fettleibigkeit und Diabetes zu entwickeln.

Originalpublikation:

NAT8L (N-Acetyltransferase 8-Like) Accelerates Lipid Turnover and Increases Energy Expenditure in Brown Adipocytes
Juliane Bogner-Strauß et al.; The Journal of Biological Chemistry, doi: 10.1074/jbc.M113.491324; 2013

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13 Kommentare:

Ärztin

Schade, da kommen keine Kommentare mehr. Mir fällt dazu jedoch ein, dass übergewichtige Menschen oft auch wärmeintolerant sind, was zur Wärmeisolation durch Fettgewebe passt. Und eine denkwürdige Passage im Marius Müller-Westernhagens despektierlichem Song “Dicke” lautet: Dicke schwitzen wie die Schweine…… Despektierlich, aber gut beobachtet.
Ich denke: die Sache mit dem braunen Fettgewebe ist eine Sackgasse!

#13 |
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Ärztin

Ja, die Regulation der Körpertemperatur gehört auch zu den Regelgrößen bei der Energiebilanz.
Aber was passiert, wenn ich ein besonders gut isoliertes Haus intensiv heize? Die Kerntemperatur steigt. Die Isolation platzt nicht ab.
Wenn ich ein schlecht isoliertes Haus wenig heize wird es innen kalt, es “friert”.
Hier stehen also zwei Konzepte gegeneinander: Heizen versus Isolieren
Entsprechende Modelle finden sich auch in der Tierwelt. Schlanke Tiere mit dünnem oder ohne Pelz in warmen Regionen und Tiere mit Fett und/oder dickem Pelz isoliert in kalten Zonen.
Die Natur ist schon vielfältig, wir Menschen sind wohl eher einfältig.

#12 |
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Gast
Gast

@Angela Bley und Stud Edith Meyer: “Aha”, kann ich da nur voller Bewunderung und Erstaunen antworten…

#11 |
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Studentin der Humanmedizin

An Herrn Medizinfotograf Meckes:
Es könnte sein, dass eine Heilfastenkur auch Ihnen etwas bringt!
In Dr. Med. Otto Buchinger’s Buch »Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden«, schreibt er unter dem Kopf “Magerkeit”, dass er Erfolg hatte mit solchen Kurpatienten, insofern sie allgemein gesund sind. Er hat nebst einer Klinik in Ueberlingen am Bodensee noch eine in Bad Pyrmont. Beide werden von Aerzten geführt, die auch immer wieder mal Artikel veröffentlichen in grossen Zeitschriften. Mehr braunes Speck wünsche ich Ihnen zu in diesem vielversprechenden Jahr 2014.

#10 |
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Studentin der Humanmedizin

Danke, Angela, für Ihre erfreuliche Nachricht. Sie mögen andere Leidenden dazu anregen, sich mal für eine Fastenkur zu entscheiden!
Gemäss Dr Otto Buchinger, grosser Konkurrent des Herrn Dr Mayr, sind nur die schwere organische Herzkrankheiten, Diabetes, Schizophrenien und andere schwere Geisteskrankheiten (wegen der Gefahr der Suizidalität)Kontraindikationen zur Heilfastenkur.
Für den Kampf gegen Adipositas wäre die Unterscheidung zwischen “braunem Fett und weissem Fett” bestimmt ein bequemes Tor zur Gewichtsabnahme. Ist schon bekannt, wie man “braunes Speck” heranzüchten kann mittels Nahrung? Kann man mit einer einfachen Biopsie überprüfen, welche Qualität Speck man hat? Und ob sich im Laufe der Zeit etwas ändert an der Speck-Qualität? Ich finde die Unterscheidung zwischen den Fettqualitäten verheissungsvoll. Die Heilfastenkur, wie ich sie mehrmals pro Jahr gemacht habe, führt nämlich eher zu mehr Fett: Man bewegt sich weniger während des Fastens, baut Proteinen (also Muskelmasse) ab, und sobald man nach der Kur wieder Salz zufügt, ist es vorbei mit dem rigiden Gewichtsverlust! Das Heilfasten zwecks Gewichtsabnahme finde ich aber psychologisch betrachtet sehr gut, weil man innert Kürze die Selbsterfahrung macht des Wohlgefühls und Bessergefühls bei weniger Körpergewicht. Es lässt sich ganz effizient den Unterschied spüren zwischen Dick- und weniger Dicksein. Auch seine eigene biologische Machbarkeit durch Fleiss diesbezüglich ist psychologisch eine beste Schule…

#9 |
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Angela Bley
Angela Bley

Ich war letztes Jahr im Januar 3 Wochen zur Mair-Kur in der Naturheilklinik, Dres. von Rosen, in Gersfeld, mit allerschwerster, generalisierter Neurodermitis, die mich 5 Monate arbeitsunfähig machte. Als Heilpraktikerin habe ich gegen 5 Schulmediziner kämpfen müssen, die mir grundsätzlich Cortison verordnen wollten.
Heute genieße ich deren Bewunderung, wegen meiner Charakterstärke.
Jetzt im Januar fahre ich wieder für 10 Tage in die Schloßparkklinik zu Mair-Kur, weil ich gesund bleiben möchte und für mich ist das die beste Vorsorge.

#8 |
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Studentin der Humanmedizin

Der Herr Zahnarzt Katrofiel hat’s ganz richtig:
Fasten ist fast in allen Fällen gesund. Es gibt wenig Kontraindikationen, und ältere Menschen sowie auch menschen mit einem tiefen Blutdruck können eine Heilfastenkur machen in einer “Buchinger-Klink”, zB in Ueberlingen am schönen Bodensee.
Lesen Sie sich doch mal ein in die Literatur, bevor Sie einen freundlichen Arzt niedermetzeln mit Bemerkungen eines Niveaus des Unwissenden! Es gibt soviel Geschwatz in solchen wertvollen blogs, wenn Sie einfach in Unwissenheit drauflos gehen.
Ich selber habe oft bei guter Gesundheit geheilfastet während zehn Tage, mit Colon-Hydro-Therapien am ersten, dritten und fünften Tag, und war wie neugeboren!
Man verliert ausserdem viel Gewicht. Nur dauert es ein Paar Tage, bis Körperfett verbrannt wird. Zuerst wird viel Wasser ausgeschieden, und im Laufe der Zeit verliert man auch Proteinen. Ich selber heilfaste nicht mehr zwecks Gewichtsabnahme, da es kaum etwas bringt. Aber als Reinigungskur ist es die Königin der Therapien. Fasten zwecks Gewichtsabnahme tue ich denn lieber mit einer Gemüse- und Früchtekur, und supplementiere dann vieles, vor Allem auch DHA, damit die Hirnsubstanz nicht leidet an den rigiden Diätkuren während längerer Zeit. Fasten lohnt sich immer!

#7 |
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Gast
Gast

@Zahnarzt Katrofiel:
Als (Zahn)Arzt die Methode des “Fastens” als nebenwirkungsfrei mit garantiertem Erfolg zu verkaufen, halte ich für zumindest fragwürdig.
Einseitige Radikalmethoden sind immer unnatürlich und schädlich, wie Sportkarenz und Chips beim Fernsehen…

#6 |
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Fasten verbrennt auch Fett. Ist nebenwirkungsfrei, führt garantiert zum Erfolg und kostet nichts.

#5 |
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Monika Geissler
Monika Geissler

■Diätberatung, Kalorienreduktion (z.B. Reduktionsdiät)
■Verhaltenstherapie: Das Hunger- und Sättigungsgefühl wird neu erlernt, außerdem werden Stress abgebaut und Essstörungen vorgebeugt.
■Regelmäßiges körperliches Training/Bewegungstherapie (Sport und Bewegung)
Dies ist die beste Therapie gegen Fettleibigkeit und Diabetes.

#4 |
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Medizinfotograf / Designer

Und was mache ich? In meinem Körper scheint es weder braune noch gelbe Fettzellen zu geben. Ich bin trotz viel Essen (zu) schlank und friere schnell. An die Untergewichtigen denkt wieder niemand! ;-)

#3 |
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Studentin der Humanmedizin

Danke für den wertvollen Artikel! Wenn immer Probanden gesucht werden, machen Sie doch auf dieser Site die Ausschreibung, damit ich, Potatoe ohne Couch, mich anmelden kann. Ab 1. Januar tue ich aber mein Bestes, ab zu nehmen ohne Medikamente, nämlich mittels gesunder Kost. Wenn’s denn doch nicht gelingt, wie schön wäre es, sich braune Fettzellen züchten zu können!

#2 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

es wird also ein Medikament gesucht,
mit dessen Hilfe man als couch-potatoe soviel (fr)essen kann wie man möchte,
und trotzdem schlank bleibt?

#1 |
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