Apothekenhonorar: Die Offizin-Rebellion

31. August 2012
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Rund einen Monat, nachdem bekannt wurde, Apotheker können nur mit 25 Cent Honoraraufschlag rechnen, kippt die Stimmung: Kollegen lassen sich die Hinhaltetaktik aus Berlin nicht mehr länger gefallen.

Unter Federführung von „Apothekerprotest“ formiert sich Widerstand, aber auch einige Landesapothekerkammern und -verbände bekennen Farbe. Ein flächendeckender Streik steht bevor. Die „Widerstandsbewegung deutscher Apotheker“ organisiert bundesweite Streiks, um sich bei der Politik Gehör zu verschaffen. „Wir, die deutschen Apotheker und ihre Mitarbeiter, sind nicht mehr bereit, kampflos in den Ruin getrieben zu werden“, heißt es in einem Aufruf.

Wutapotheker reden Klartext

Jensen Hsieh aus Achern (Baden-Württemberg) von „Apothekerprotest“ sagt zu DocCheck: „Die meisten Apothekeninhaber verdienen heutzutage weniger, als wenn sie angestellt wären.“ Rund 30 Prozent schrieben rote Zahlen und müssten innerhalb der nächsten zwölf Monate schließen. Der Grund: „Unser gesetzlicher Versorgungsauftrag ist durch die Krankenkassen stark negativ kostendeckend.“ Jetzt geht es primär um einen bundesweiten Streik. Hsieh: „Das viele Gerede unserer Standesvertretungen bringt alles nichts. Wir können unseren Forderungen nur Gehör verschaffen, wenn wir ein Druckmittel aufbauen.“ Um öffentlichen Apotheken wieder eine Überlebensgrundlage zu geben, fordern Kollegen, Honorare dynamisch an wirtschaftliche Kenngrößen anzupassen und den verhassten Zwangsabschlag ganz abzuschaffen. Auch Nacht- und Notdienst, seit Jahren ein Minusgeschäft, sollten endlich fair entlohnt werden. Das haben Berufsverbände, allen voran die ABDA, bis heute nicht geschafft.

Gesetz mit Hintertür

Seit 2004 warten Apotheker vergebens auf eine Honorarerhöhung. Auch die 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes brachte Ende Juni nicht die erhofften Erleichterungen. In dem Text wird allerdings das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ermächtigt, „im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, den Festzuschlag entsprechend der Kostenentwicklung der Apotheken bei wirtschaftlicher Betriebsführung anzupassen“. So viel zur Theorie.

Berliner Zahlenspielereien

Um dieses Ziel zu erreichen, müsste die Rx-Fixvergütung laut ABDA und DAV von 8,10 Euro auf 9,14 Euro pro Packung angehoben werden. Anfang Juli bekamen die Bundesministerien für Gesundheit beziehungsweise Wirtschaft sogar ein spezielles Datenpanel von den Standesvertretern. Darin waren Betriebsergebnisse von mehr als 2.500 Apotheken aufgelistet, inklusive Kostenentwicklung beim Personal und bei Rx-Präparaten. Groß interessiert hat das Machwerk in Berlin wohl niemanden. Vielmehr griffen Politiker auf Daten des statistischen Bundesamts zurück – und kamen zu dem Schluss, eine Erhöhung von 8,10 Euro auf 8,35 Euro reiche aus.

Uneinigkeit in der Koalition

Doch selbst Union und Liberale sind sich uneins – jetzt gerieten auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie beziehungsweise das Bundesministerium der Finanzen aneinander. Wolfgang Schäuble (CDU) warnte aus Haushaltsdisziplin selbst vor den mehr oder minder bewilligten 25 Cent. Philipp Rösler (FDP) hält jedoch an der mageren Erhöhung fest – und am Abstimmungstermin noch im September. Auf Arbeitsebene platzten derweil Termine, und manche Besprechung entwickelte sich zum Desaster: Fritz Becker, Chef des Deutschen Apothekerverbands und Vorsitzender des baden-württembergischen Landesapothekerverbands, besuchte zusammen mit ABDA-Chef Heinz-Günter Wolf und ABDA-Vize Friedemann Schmidt am 22. August Daniel Bahr (FDP). Prompt gab es eine Abfuhr – Versuche, den Bundesgesundheitsminister von falschen Rechenmethoden zu überzeugen, schlugen fehl. Ob das geplante Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) mehr bringen wird, ist fraglich. Jetzt scheint zumindest auf regionaler Ebene die Zeit der Diplomatie vorüber zu sein.

Das Ländle macht mobil

Nach dem Erfolg einer Kundgebung in Kiel, zwar kamen nur rund 50 Kollegen, doch griffen zahlreiche Medien das Thema auf, rumort es auch in Baden-Württemberg. Becker kündigte baldige Warnstreiks in seinem Kammerbezirk an, hält jedoch länger andauernde Protestmaßnahmen ebenfalls für möglich. Die hessische Apothekerkammer und der hessische Landesapothekerverband machen ebenfalls Druck: Mittlerweile ging ein Schreiben an alle Chefs, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. Rund 70 Prozent der Befragten wären bereit, an zentralen Protestkundgebungen teilzunehmen. Brandenburg und Westfalen-Lippe denken in eine ähnliche Richtung. Auch die Apothekengewerkschaft ADEXA hat angekündigt, Arbeitgeber in Sachen Honorarerhöhung zu unterstützen und gegebenenfalls mit Verbänden und Kammern gemeinsam auf die Straße zu gehen.

Kritische Stimmen

Nicht alle Standesvertretungen sind von der Idee, einen flächendeckenden Streik zu organisieren, angetan. Magdalene Linz, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, kann den Unmut im Kollegenkreis gut nachvollziehen, spricht sich aber gegen verschlossene Türen aus. Vielmehr beruft sie sich auf den gesetzlich verankerten Versorgungsauftrag und will vermeiden, dass Bürger in die Schusslinie geraten. „Leider muss dies erst einmal auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden“, gibt Jensen Hsieh zu bedenken. „Wenn wir aber Erfolg haben, dann kommt das den Bürgern wieder zu Gute, geht es doch um die Abwendung der Schließung von vor allem ländlichen Apotheken.“

Geistesblitze an der Basis

Neben Streiks entwickeln sich im Kollegenkreis weitere kreative Ideen: Ann-Katrin Kossendey aus Wiefelstede (Niedersachsen) erklärt mit ihrem „25-Cent-Video“ auch Laien, warum Apotheker eine angemessene Honorierung fordern. Mehr als 24.000 User haben sich bis dato informiert und weitere Ausgaben von „Kossendeys Videothek“ folgten. Gabriela Aures aus Gaimersheim (Bayern) hingegen ließ sich – nur mit einem „Apotheken-A“ bekleidet – fotografieren. Ihre Botschaft: „Herr Rösler, in welche Tasche wollen Sie uns noch greifen?“ Beide Kolleginnen erregten bundesweite Aufmerksamkeit, was der ABDA in vollem Umfang bis dato nicht gelungen ist – trotz ihres Budgets von mehr als fünf Millionen Euro für die Presse- und Informationsarbeit.

Heißer Herbst

Ende 2012, nach der Urlaubszeit und nach den Schulferien, geht es noch viel mehr zur Sache. „Die dezentrale Koordinierung eines Streiks könnte über Notdienstturni gehen“, erklärt Jensen Hsieh. Kollegen planen außerdem, beim deutschen Apothekertag mehrere Anträge einzubringen, etwa die „Video-Apothekerin“ Ann-Katrin Kossendey. Ihre Forderung: Transparente Kommunikation statt Geheimniskrämerei bei der ABDA. Ohne deutlichen Druck von der Basis werden sich die Berliner Ministerien sicher kaum bewegen. Und nicht zu vergessen: In gut einem Jahr ist Bundestagswahl!

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Pharmazie

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24 Kommentare:

Sehr geehrter Herr Matschke,

warum reagieren Sie so dünnhäutig?
Apotheker verstehen durchaus eine Menge von Naturwissenschaften, das haben nicht nur Physiker gepachtet und wenn Sie darauf so viel Wert legen, respektieren Sie vielleicht meine Meinung, da ich auch einen universitären Titel in pharmazeutischer chemie erlangt habe und mein Fach sehr liebe. Sie haben durchaus recht, dass vielen meiner Kollegen und Kolleginnen Betriebswirtschaft abgeht, das liegt aber nicht nur an unserer vermeintlichen Unfähigkeit, sondern vielmehr an dem mangelnden Angebot der Ausbildung im Pharmaziestudium. Das wird schon lange von uns angemahnt! Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Ärzte, die eine Praxis führen, in dem Bereich allerdings teilweise noch viel schlechter agieren. Das wurde mir in vielen Gesprächen u.a. mit Buchhaltern klar.
Zu ihrem Punkt bezüglich des Überangebots an Apotheken in D haben sie zu der Zahl an sich recht, nur rangiert D im europäischen Vergleich, was die Anzahl an Einwohnern pro Apotheke angeht, im Mittelfeld! Man kann wahrlich nicht von einem Üerangebot sprechen. Das Bild der vielen aneinander gereihten Apotheken in der Einkaufsstrasse ist offensichtlich ein Trugschloß und mir gefällt es auch nicht. So wie es genauso viele Arztpraxen in menschenerfüllten Gebieten gibt, so befinden sich natürlich auch viele Apotheken in Praxisnähe und jeder versucht mit seinem Geschäft die beste Lage zu ergattern (typisches betriebswirtschaftliches Phänomen). Fahren Sie aber mal aufs ländliche Gebiet, da werden sie lange nach einer Apotheke suchen müssen.
Ob Kettenapotheken (Filialen sind ja eine Art Vorstufe) für den Patienten/Verbraucher wünschenswert sind, wenn Apotheken zukünftig nur nach betriebswirtschaftlichen/industriellen Interessen geführt werden, ist stark zu hinterfragen (das Fremdbesitzverbot wird fallen!!!). Erfolgreiche Apotheken (kenne viele Beispiele dafür) sind insbesondere in der Beratung/Sortimentsauswahl/Konzept/Marketing stark.
Solange diese Leistung nicht entsprechend honoriert wird, um auch das erforderliche Personal etc. zu bezahlen, werden die wohnortnahen Apotheken nicht überleben.
Schlecht geführte Apotheken sterben aus oder haben bereits dicht gemacht. Wettbewerb gibt es auch zwischen Apotheken und der Kunde – solange ihm die freie Wahl gelassen wird – entscheidet nach Qualitätsgesichtspunkten und weniger nach dem Preis (dazu gibt es angesehen Studien). Meines Erachtens ist eine Erhöhung der Honorierung an die Leistung der Apothekenberatung zu koppeln, nur ist das schwer umsetzbar bzw. messbar (es gibt Projekte wie ABDA-KBV-Modell). Wir müssen uns darauf verlassen, dass die guten Apotheken auch zukünftig den meisten Zulauf an Rezepten bekommen.
Ich habe mich bewusst für den Dienst am Menschen entschieden und gegen die universitäre Laufbahn und ich will auch mein Bestes geben, aber es muss eine faire Bezahlung geben, damit ich/meine Kollegen und Kolleginnen davon leben können. Das Recht sollten Sie uns auch zugestehen.

#24 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

@ Dr. Peter Matschke
Wenn sie im außereuropäischen Ausland wohnen, dann kümmern Sie sich doch einfach um die Verhältnisse dort!
Die meisten selbstständigen Apotheker/innen, die ich kenne, haben weniger bis gleich viel im Portemonnaie als nach Tarif bezahlte angestellte Apotheker.

Ob es zu viele oder zu wenige Apotheken gibt sei dahin gestellt. Fakt ist aber doch, dass das nicht der Markt regelt sondern die Politik. Und während andere streiken (Zeitungsartikel, heute: 2Ärzte streiken wegen zu geringer Honorarerhöhung”) oder eine besonders gute Lobby haben (Pharmafirmen? GH?) lassen sich die Apotheker alles gefallen. Es wird höchste Zeit mal deutlich “NEIN” zu sagen.

#23 |
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Naturwissenschaftler

@#22 eimer 12:

Über die exakten Zahlen zur Apothekendichte will ich mich nicht streiten, hatte das auf die Schnelle ergooglet, die aktuellen Zahlen für 2011 und 2012 liegen wohl beim Statstischen Bundesamt noch nicht vor.
So weit auseinander sind Ihre und meine Zahlen ja gar nicht.

Was auffällt ist, daß die Zahl der Filialapotheken drastisch zugenommen hat und auch die Zahl der Versandapotheken.
Haben die das bessere Geschäftsmodell gefunden?

Ihre im letzten Absatz Ihres langen Beitrags aufgestellten Behauptungen sind mangels Quelle nicht nachvollziehbar und darüber hinaus wohl auch falsch.
Den Apothekern, die ich kenne, geht es überwiegend sehr gut.

#22 |
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Naturwissenschaftler

Lieber Herr Apotheker Stuhrmann,

das freut mich für Sie, wenn es Ihnen in der Schweiz so gut geht.
Wo ist dann das Problem?
Ich lebe ca. 1/2 Jahr im Jahr im außereuropäischen Ausland und fühle mich dabei auch sehr wohl.

#21 |
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Apotheker

@#19

Herr Dr.Matschke,denken Sie doch einfach mal nach.
Wem helfen Durchschnitte? Es sind 3800 Einwohner
pro Apotheke,mal2000 mal 6000.Wem hilft es,die
Zahl zu vermindern und nicht zu wissen :WO ?

Zur Debatte stehen nicht die,die als zu häufig
whrgenommen werden,sondern die,die weniger auffällig für ca 70% der Menschen da sind.
Vulgo:landapotheken.Die Ärzte sind da schon am
abziehen,die Apotheken folgen staatlich forciert.

Das macht keinen Sinn.Der Staat kann weiter den Hahn zudrehen bis sich die Machtverhältnisse
umkehren.Wollen Sie das bezahlen?

#20 |
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Naturwissenschaftler

@#17 Uwe Dietze, Apotheker/in

Wenn Sie es so ganz genau wissen wollen:
Der Dr. Peter Matschke ist Physiker und Volkswirt.
Und wer ist der Apotheker Uwe Dietze überhaupt?
Verstehen Sie, was Naturwissenschaften sind?
Verstehen Sie etwas davon, wie man eine Apotheke betriebswirtschaftlich führt?
Haben Sie das gelernt oder betreiben Sie es als Autodidakt?
Hier, in einer Kleinstadt im Speckgürtel einer süddeutschen Großstadt sehe ich 10 Apotheken, 4 davon in einer knapp 300 m langen Straße.
In Deutschland kommt – im Durchschnitt – eine Apotheke auf etwas mehr als 3.600 Einwohner, das ist das Problem. Es gibt einfach zu viele Apotheken. Da muss sich etwas ändern.

#19 |
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Apotheker Hansfried Hofeditz
Apotheker Hansfried Hofeditz

Die Politiker sollten auch mit einer Diätenerhöhung von 25
Cent alle 8 Jahre zufrieden sein. Aber Sie bestimmen ja
Ihre Diätenerhöhung selber,jedes Jahr um 3-5% und noch ev.
mehr.Der Streik muß her u. auch die Schließung der Hälfte
der Apotheken für mehrere Tage.

#18 |
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Uwe Dietze
Uwe Dietze

Wer ist Dr.Peter Matschke überhaupt und wieso meint er sich in der Apothekerbranche so gut auszukennen, dass er unqualifizierte Texte schreibt ? Naturwissenschaftler ist keine Berufsbezeichnung, das sind wir Apotheker auch. Vielleicht ein Lehrer?

#17 |
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Der grösste Fehler war die Umstellung von prozentualen Aufschlägen in Honoraraufschläge. Damals hat die Regierung die Möglichkeit eingebaut über die Kassenabschläge komplikationslos das Honorar zu steuern. Tenor der ABDA – es hätte schlimmer kommen können-. Proteste gab es kaum, da sich niemand über die Konsequenzen im Klaren war.
Zum Streik: Eine Schliessung aller Apotheken bis auf die Notdienstapotheken funkioniert vor lauter Missgunst der “Kollegen” untereinander nicht. Vielleicht: eine Hälfte (!) der vorhandenen schliesst heute, die anderen dafür morgen usw.

#16 |
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Apotheker

Eine Demo in Berlin vor den Ministerien und in der Jägerstraße mit einigen 1.000 ApothekenINHABERN(!) würde schon mal eine mediale Aufmerksamkeit erregen – die bereits vorgeschlagenen Mittwochsdemos. Die Apotheke zu schließen trauen sich bestimmt die wenigsten, nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Wir sind eben EINZELHANDEL.
Leider jammern die meisten nur und laufen weiterhin der ABDA hinterher, sonst hätten wir schon mehr als nur 145 Mitglieder http://www.freie-apothekerschaft.de

#15 |
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Sehr geehrter Herr Kollege Kley, ich hoffe, Sie gehören nicht zu den Kollegen, die Arzneimittel wie Billigware zum Super- Sonderangebot verramschen. Solange wir uns damit herumärgern müssen, sind die ganzen Aktionen nämlich ziemlich unglaubwürdig!

#14 |
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Sven G. Goebel
Sven G. Goebel

Verkehrte Welt?
Wer hat Interesse daran, daß die Zahl der Apotheken sinkt?
Der Kunde wohl kaum.
Dr. Matschke? Die Politik und die Krankenkassen?
Aber was würde sich ändern?
Wer glaubt ernsthaft, Arzneimittel würden günstiger, wenn es weniger Wettbewerb gäbe?
Der Kunde jedenfalls nicht. Er hätte zudem längere Wege.
Dr. Matschke? Die Politik und die Krankenkassen?

Würden weniger Discounter auch zu billigeren Lebensmittelpreisen führen?
Weniger Pommesbuden=billige Pommes?
Weniger Autohändller=billige Autos?
Dann wäre ich zunächst für weniger Verwaltung, weniger Krankenkassen, weniger Behörden und Abgeordnete=weniger Steuern und weniger Abgaben für alle.

Der Wunsch nach weniger Apotheken ist absurd außer von manchen Apothekeninhabern selbst.
Volkswirtschaftlich ist er schwachsinnig.

Die Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken versorgen tagtäglich zuverlässig und günstig die Menschen unseres Landes mit Arzneimitteln, Hilfsmitteln, wertvollen Informationen und Dienstleistungen.
Die Wertschöpfung der Apotheken beträgt dabei nur ein Bruchteil der Kosten des gesamten Gesundheitssystems.
Wer ausgerechnet an dieser Schraube drehen will, um Geld zu sparen, kann nicht rechnen.
Da müssen andere Gründe eine Rolle spielen.
Populismus, Neid, Gier?

Hunderttausende Kundenkontakte täglich sollten von den Kolleginnen und Kollegen genutzt werden, um Politik für die eigene Sache zu machen. Sonst macht es keiner.

Bevor man sich an einem bestens funktionierenden System zu schaffen macht, hätte die Politik längst ein paar dicke Bretter zu bohren:
z.B.: europaweite Angleichung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel,
Verbesserung des Verbraucherschutzes (gefälschte Arzneimittel, Datenmißbrauch im Internet), Rechtssicherheit bzgl. Retaxationen, Beschränkung der Krankenkassen auf ihre Kernaufgabe etc. etc.

Es ist schon erstaunlich, wie leidensfähig unsere Branche ist.
Ärzte und Apotheker (m/w) leisten viel und haben vieles auszuhalten.
Grund genug, auch zusammen zu halten und gemeinsam für eine vernünftige Gesundheitspolitik und jeweils angemessene Bezahlung anzutreten.
Andere tun es auch.

#13 |
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Das Argument es gäbe zu viele Apotheke, sticht nicht
siehe
http://www.krautinvest.com/?p=347
oder auch
http://www.apotheken-informieren.de/es_gibt_zu_viele_apotheken.html
sonst hätten wir auch zu viele Maler, Autowerkstätten….

Es gibt viele Vorschriften die wir beachten müssen. Neben den staatlichen Regularien gibt es die “kleine” Krankenkassenbürokratie. Rabattverträge über die wir uns den Mund fusslig reden, kostenloses Inkasso für Krankenkassen ( Rezeptzuzahlungen, Rezeptabrechnung), Retaxrisiko an jeder Ecke. Das die “vielen” Apotheken, mit ca. 150000 Mitarbeitern, von den gesamten Krankenkassenausgaben nur 2,3% bekommen, aber Krankenkassen mit ebensovielen Mitarbeitern offiziell 6-8% Verwaltungskosten produzieren, ist den wenigsten bewusst.
Ohne entsprechende Vergütung geht das nicht. Weg mit den vielen Sonderopfern der letzten Jahre, die den kranken Kasse Milliarden gebracht haben und uns nur Arbeit.
Über Risiken und Nebenwirkungen kann nicht der Postbote oder der Busfahrer aufklären.

#12 |
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Apotheker

@ 1/2

In einem sind Ärzte und Apotheker gleich.Es zieht sie dahin,wo
viele Menschen sind.Das ist wie mit den Motten und dem Licht.Das
Licht zieht an.Aber verringern weniger Lichtquellen die Motten?
Genausowenig wie weniger Tankstellen den Benzinverbrauch senken
Jedoch,was haben Apotheker und Tankstellen gemeinsam:von Ihrer
Hauptaufgabe können sie nicht leben.
Und weils viele Apotheken gibt, gehts allen gut? Nicht die Apotheken schaffen den Markt,sondern die Ärzte.Gehen die Ärzte
weg,verschwinden auch die Apotheken.Und Ärzte verschwinden
vornehmlich,wenn die Zahlungskraft sinkt oder das Arbeitsvolumen
unzumutbar wird.Drohender Ärztestreik reicht politisch für das
Füllhorn,Seltsam,dass die Skrupel hier so gering sind.
Apotheker haben hier wenig Übung,stehen aber vor einem höheren
Notstand als die Ärzte jetzt.Die haben kürzlich ein Viertel
mehr verdient.Netto! Die meisten Apotheker etwa ein Viertel weniger.Nicht durch verlorenen Wettbewerb,sondern durch
staatliche Selektion.Die einen wurden bessergestellt als die anderen.Mit ungleichen Waffen kämpft sich schlecht.

#11 |
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Klaus Dietmar Wirsching
Klaus Dietmar Wirsching

In meinem Ort (12 000 Einw.) haben schon zwei Apotheken geschlossen, ich meine auch. Im letzten Monat habe ich
1000 ¿ Gewinn gehabt. Vor Steuern !

#10 |
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Apotheker Rudolf Kley
Apotheker Rudolf Kley

Die Gründung einer Gesunheitsschutzpartei rückt näher. Die Zeit scheint jetzt endlich reif zu sein. Kollegen wollen aus ihren angestammten Parteien austreten, um dies zu ermöglichen. Endlich ist es soweit. Gott sei Dank! Mehr auch hier http://www.deapo.de/images/1-neu/pharmazie/Honorar.jpg oder unter http://www.deapo.de

#9 |
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Karsten Kiepert
Karsten Kiepert

Sehr geehrter Herr Matschke,
als Naturwissenschaftler sollten Sie einen Sachverhalt aber nicht einfach mit Schlagworten abkanzeln.
Sie täuschen sich tatsächlich. Denn die Beratung, die auch eine naturwissenschaftliche Leistung ist, sowie die Notdienste und die gesetzlichen Dokumentationpflichten werden nicht kostendeckend honoriert. Verwechseln Sie hier bitte nicht die wissenschaftliche Beratung mit der Verramschung von Kosmetik oder Bonbons.
Ich wünsche Ihnen nicht, am Freitagabend mit einem Notfallrezept für ein Antibiotikum auf eine Internetapotheke angewiesen zu sein.
Ich stehe Ihnen zum Beispiel am Sonntag von 9:00 bis 22:00 mit meiner ganzen naturwissenschaftlichen Kompetenz in meiner Apotheke zur Verfügung, weil ich dazu gesetzlich verpflichtet bin. Ich gebe Ihnen gerne einen Einblick in die tatsächliche Arbeit in einer Apotheke.
Mit freundlichen Grüßen
Karsten Kiepert / apotheke an der oper – berlin

#8 |
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Apotheker

Wenn wir jetzt nicht streiken, werden wir nie ernstgenommen von der Politik.

#7 |
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tut mir leid, aber “…/in” bitte ich zu streichen !

H.-O. Kornstädt
Apotheker

#6 |
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Apotheker Jochen Eichholtz
Apotheker Jochen Eichholtz

Leider ist mal wieder zu befürchten, dass sich mein alter Spruch ..”mit ApothekerInnen kann man keine Schlacht gewinnen”.. erneut bewahrheitet. Es ist nicht zu glauben, wie wenige Apotheken wenigstens ab und zu mal in die Leserbriefe in den Apothekenzeitungen sehen oder DocCheck, DAP, Apothekerprotest etc.
Nur wenn mindstens ein Drittel mitmacht, kann dieser mehr als berechtigte Protest Wirkung zeigen.
Genau so verstehe ich nicht, dass nicht tausende von Apotheken Kurzarbeit beantragt haben!! Ich mache das jetzt schon zum dritten mal. W”enn auf einen Schlag die Bundesagentur für Arbeit 100.000 Kurzarbeiterinnen asu Apotheken berichten müssten, würden auch den dümmsten Politikern die Augen und Ohren zumindest ein bißchen aufgehen.
Bei dem Protest müssen aber unsere einzigen wirklich treuen Verbündeten – die Kunden – besonders betreut werden.Alle Apotheken, die offiziell geschlossen werden, sollten ihren Kunden die Möglichkeit eröffnen, sich ein eigenes Bild von unseren bürokratisch aufgezwungenen “Leistungen” anzusehen. Öffnet Eure Retaxationsordner, Eure gesamten Dokumentationsordner, den Haufen an fehlerhaften Rezepten und, und, und.
Und geht mit den Kunden hinter den Bildschirm und zeigt ihnen den ganz normalen Wahnsinn, was von uns bei j e d e m Rezept zu beachten ist und welcher Zusammenhang zwischen den fehlerhaften Rezepten aus den Arztpraxen – obwohl diese ja rechtlich verpflichtet sind, eine Verordnung ordnungsgemäß auszustellen !! – und den Retaxationen besteht.
Und in einem jetzt schon herzustellenden Handzettel ist darauf hinzuweisen, dass es in Kürze tatsächlich nur noch halb so viele Apotheken gibt, wenn die Politik nicht endlich aufwacht.
Wacht endlich auf und bildet wenigstens einmal eine geschlossene Front !!!
Mit wütenden Grüßen Euer Jochen Eichholtz

#5 |
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Apothekerin

Apotheker arbeiten nach einem Akkordentlohnungssystem. Mehr Packungen = mehr Lohn. Eine Sücklohnerhöhung (25 cent = 3% nach 8 Jahren) mit dem Zuwachs an abgearbeiteten Packungen gegenzurechen ist ein Hohn und an Zynismus nicht zu überbieten.
Ich höre immer nur Rechenfehler aber von keinem Rechenbeispiel.
Die Ärzte sind da viel cleverer, obwoh die ja auch nach dem Punktakkordlohn Prinzip arbeiten

#4 |
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Naturwissenschaftler

@ #1: Im Sinne der Gleichbehandlung mit den Ärzten haben Sie zwar ein Argument auf Ihrer Seite, aber wenn bei den Ärzten ein Fehler gemacht wurde muss der doch nicht bei den Apothekern wiederholt werden. Es gibt auch zu viele Ärzte in D.

#3 |
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Naturwissenschaftler

Streiken Sie nur, sägen Sie den Ast, auf dem Sie sitzen, ab.
Die Versandapotheken freuen sich schon.
Die Apothekendichte in D ist viel zu hoch, so schlecht kann es den Apothekern gar nicht gehen.
Und um die Apotheken, die sich betriebswirtschaftlich nicht tragen, ist es doch nicht schade. Oder täusche ich mich da?

#2 |
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Gabriel Schäffner
Gabriel Schäffner

Streik ein bis 2 Monate lang auch keine Notdienste.Soll die Politik doch sehen was sie davon hat.Ärzte bekommen Millionen Apotheken einen feuchten Händedruck.

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