Eine Kostprobe vom IMPP

13. Februar 2006
Teilen

Das neue Hammerexamen nimmt immer mehr Form an. Nachdem in einem Testlauf mit Freiwilligen die neue Art des Fragens an Fallbeispielen ausprobiert wurde, stehen jetzt Fallbeispiele zum Download bereit. Erster Eindruck: die Fallbeispiele sind lang und durchaus nicht trivial.

Die drei Fallbeispiele umfassen alle einen Fall, der auf mehreren Seiten dargestellt wird. Es werden Angaben zur Diagnostik und zu den einzelnen Therapieschritten gemacht. Der Verlauf mit all seinen Komplikationen wird ausführlich und übersichtlich dargestellt. Die Fragen beziehen sich dann auf bestimmte geschilderte Punkte im Fallbeispiel.

Kurz vorgestellt – Die drei Beispiel-Fälle

In Fall 1 geht es um eine 55 Jahre alte Frau mit scheinbar uncharakteristischer Symptomatik, bei der im weiteren Verlauf eine Tuberkulose festgestellt wird. Zudem liegen kardiale Beschwerden und ein Diabetes mellitus Typ II vor. Mitten aus dem Leben gegriffen sozusagen. In der Bildbeilage finden sich unter anderem ein EKG und ein Röntgen-Thorax.

Fall 2 ist aus der Pädiatrie. Es geht um einen Säugling mit einer Meningokokkensepsis. In der Bildbeilage sind ein Liquor-Ausstrich und das klinische Bild eines Waterhouse-Friedrichsen-Syndroms zu sehen.

Fall 3 ist ein Zusammenspiel aus Gastroenterologie und Viszeralchirurgie. Eine 52-jährige Frau mit einem Coloncarcinom wird vorgestellt. Das Karzinom wird diagnostiziert, reseziert und mit einer adjuvanten Chemotherapie behandelt. Im postoperativen Verlauf entwickelt sich eine Wundkomplikation.

Die Kunst des Fragens – einmal um die Welt und zurück
Das IMPP stellt die Fragen zu bestimmten Zeitpunkten während Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Es wird beispielsweise im Fall 1 nicht nur die Therapie und Diagnostik der Tuberkulose gefragt, sondern auch die Einstellung des Diabetes mellitus und die Auswertung des EKG.

Damit sind die Fallbeispiele der Realität stark nachempfunden. Dazu trägt auch bei, dass typische Komplikationen eine Medikamententherapie abgefragt werden oder im pädiatrischen Fall die Möglichkeiten zur Impfung.

Fazit – Lernen am Beispiel macht Sinn

Das Lernen für das Hammerexamen wird anspruchsvoller. Die momentan angebotenen Lehrbücher für das alte Examen sind relativ ungeeignet. Die wertvollste Lektüre sind Fallbeispiele. Man muss sich immer fragen: Was ist zu tun? Warum wird diese Maßnahme der anderen vorgezogen? Was kann passieren, wenn ich mit dieser Therapie beginne?

Dabei werden die Fächergrenzen so schnell gesprengt, wie in der Realität von Station zu Station verlegt wird. Keines der vorgestellten Fallbeispiele beschränkt sich auf nur ein Fachgebiet. Ein Download der Fallbeispiele lohnt sich auf jeden Fall.

Abzuwarten bleibt, wie die Bücher zur Vorbereitung ausfallen werden. Die Verlage haben in ihrem eigenen Interesse sicherlich viele Informationen zusammengetragen um den Studenten frisches Übungsmaterial anbieten zu können.

0 Wertungen (0 ø)
Allgemein

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

Copyright © 2016 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: