Wer war eigentlich… Emil Theodor Kocher

13. Februar 2006
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Wer kennt ihn nicht, den "Kocher"-Kragenschnitt bei Schilddrüsen-Op`s oder die Reposition des Schultergelenks nach "Kocher". Wer war dieser vielseitig begabte Mediziner und welche Behandlunsmethoden können noch auf ihn zurückgeführt werden:

Am 25 August 1841 wurde Theodor Koch als zweiter Sohn des Ingenieurs Jakob Alexander Kocher und dessen Frau Maria geb. Wermuth, in Bern geboren. Er verbrachte die ersten Kinderjahre in Burgdorf. 1858 immatrikulierte er sich nach dem Besuch des Literargymnasiums an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern. Dort wurde er Mitglied des Zofingervereins und bereits 1865 doktorierte er "summa cum laude". Nach Studienaufenthalte in Zürich ( 1865), Berlin (1865-1867), London und Paris (1867) kehrte er nach Bern zurück, habilitierte sich und wurde chirurgischer Assistent am Inselspital. Zwei Jahre später eröffnete er eine eigene Praxis und verheiratete sich mit der einzigen Tochter des Grosskaufmanns Johannes Witschi. Aus dieser Ehe entstammten drei Söhne. Im Jahre 1872 wurde Emil Theodor Kocher in Bern zum ordentlichen Professor für Chirurgie gewählt. Sein Ruhm wuchs und galt ebenso dem Forscher und praktischen Chirurgen wie dem charismatischen Arzt und Dozenten.

In den Jahren 1904-1905 liess er an der Schlösslistrasseden Ilmenhof, eine Privatklinik mit 25 Zimmer. bauen. Dieses Kocherspital wurde später von seinem Sohn, Privatdozent Dr. med. Albert Kocher, weitergeführt. Neben dem Krankenhaus stand das Gästehaus, das heutige Haus der Universität. Unter Kocher studierten viele ausländische Studenten, darunter viele russische Emigrantinnen und Emigranten. Unter den Patienten war unter anderem Lenins Frau, Nadeschda Konstantinowa Krupskaja, die sich 1913 von Kocher operieren liess.

Wichtige Stationen von Kochers Ruhm waren:

  • das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie ( 1901),

  • der Vorsitz des Ersten Internationalen Chirurgenkongresses (Brüssel 1905, mit Kochers Aufforderumng zur Krebsforschung),

  • die Auszeichnung durch den Nobelpreis (1909, als erster Mediziner) für seine bahnbrechenden Arbeiten über die Physiologie, Pathologie und Chirurgie der Schilddrüse,

  • die Feier zum 40. Jahrestag seiner Ernennung zum Ordinarius.

Diese Feier vergalt er durch die Errichtung der Theodor-Kocher-Stiftung zur Erweiterung der wissenschaftlichen Forschung mit einem Kapital von 200.000 Franken, und die Öffentlichkeit dankte wiederum durch die Umbenennung der Inselgasse in Theodor-Kocher-Gasse.

Bereits 1870 wurde Emil Theodor Kocher als Wissenschaftler bekannt, durch eine neue Reduktionsmethode bei Schulterverrenkungen. Neben der Wund- und Bruchbehandlung stellte die Chirurgie der inneren Organe den Hauptteil Teil seiner Arbeit dar. Die Operationen und Behandlungen bei Magen- und Darmerkrankungen, des Gehirns (insbesondere Epilepsie), die männlichen Geschlechtsorgane und schließlich auch die Schilddrüse, zu deren Physiologie und Pathologie er gänzlich neue, kontrovers diskutierte Hypothesen und Ergebnisse darstellte, waren die Hauptthemen seiner Arbeit. Theodor Kocher soll insgesamt etwa 6000 Operationen an der Schilddrüse ausgeführt haben. Er entwickelte außerdem eine Reihe von Wundbehandlungsmethoden, später dann auch die ersten aseptischen Wundversorgungen. Durch seine Arbeit als Ausbilder für Militärärzte bekam Kocher außerdem Einblick in die Behandlung von Schusswunden und machte dies zu einem weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit. Kocher war auch Spezialist in Knochenbrüche und die Osteomyelitis
Am 27. Juli 1917 starb Kocher in Bern und liegt auf dem dortigen Bremgartenfriedhof begraben. Nach vielen Zeugnissen war der berühmte Chirurg gottesfürchtig. Er übte private Wohltätigkeit, zumal unentgeltliche ärztliche Behandlung ärmerer Personen. Zusammen mit seiner Frau stiftete er das Chorfenster der Blanche Eglise von La Ne

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