Statine: Entzündungshemmende Wirkung im Fokus

11. Dezember 2013
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Forscher konnten kürzlich im Rahmen einer Studie zeigen, dass der Anwendungsbereich von Statinen gezielt auf entzündungshemmende Therapieformen ausgedehnt werden könnte.

Statine werden häufig eingesetzt, um einen erhöhten Cholesterinspiegel zu senken. Die Arzneistoffe tragen aber auch dazu bei, entzündliche Prozesse bei Krankheiten wie Atherosklerose und Typ-2-Diabetes einzudämmen. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben nun herausgefunden, wie Statine ihre positive entzündungshemmende Wirkung entfalten. Demnach stimulieren Statine die Produktion einer löslichen Form des Proteins Receptor for Advanced Glycation End Products (RAGE). „Der Level von löslichem RAGE wird durch die Spaltung von membranständigem RAGE erhöht. Dadurch wird die Menge von membranständigem RAGE und damit auch dessen entzündungsfördernde Wirkung verringert“, teilte Dr. Elzbieta Kojro vom Institut für Pharmazie und Biochemie – Therapeutische Lebenswissenschaften der JGU mit. Da Statine schon seit Jahrzehnten als nebenwirkungsarme Cholesterinsenker in Gebrauch sind, könnte deren Anwendungsbereich nun gezielt auch auf entzündungshemmende Therapieformen bei anderen Erkrankungen wie Atherosklerose und Diabetes ausgedehnt werden.

Die günstigen Auswirkungen einer Statin-Therapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atherosklerose und Diabetes sind gut bekannt. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung dieser Krankheiten spielt das membranständige Protein Receptor for Advanced Glycation End Products. Glykierte Proteine (AGEs) koppeln an diesen Rezeptor an und aktivieren ihn. AGEs werden im Körper durch eine Verknüpfung von reduzierenden Zuckermolekülen und Proteinen erzeugt. Bei Diabetikern ist der Blutzuckerspiegel erhöht, wodurch es zu einer vermehrten Bildung von AGEs kommt.

Zwei lösliche Formen von RAGE

Die Aktivierung von membranständigem RAGE wird durch lösliche Formen dieses Rezeptors moduliert. Lösliches RAGE kann zum einen Liganden abfangen und damit neutralisieren und zum anderen auch durch Wechselwirkung mit membranständigem RAGE dessen Aktivierung verhindern. Im Blut zirkulieren zwei lösliche Formen von RAGE, die entweder durch alternatives Spleißen (esRAGE) oder durch eine proteolytische Spaltung von membranständigem RAGE (sRAGE) durch Metalloproteinasen erzeugt werden.

Die Forscher untersuchten nun, ob zwischen Statinwirkung und sRAGE-Produktion ein Zusammenhang besteht. In Zellkulturexperimenten konnten die Biochemiker zunächst zeigen, dass ein Cholesterinentzug die Menge an sRAGE stark erhöht. In einem weiteren Schritt entdeckten die Wissenschaftler, dass Statine die Freisetzung von sRAGE über die Metalloproteinase ADAM10 induzieren. „Des Weiteren beobachteten wir, dass Statine schon in therapeutisch relevanter, niedriger Konzentration effektiv die sRAGE-Freisetzung stimulieren“, so Kojro.

Entzündungsfördernde Aktivität senken

Da die Freisetzung von sRAGE durch eine Spaltung von membranständigem RAGE erfolgt, wird hierbei die Menge an membranständigem RAGE verringert und somit dessen entzündungsfördernde Aktivität erniedrigt. Das Forschungsergebnis beschreibt auf molekularer Ebene erstmalig einen Mechanismus, der die entzündungshemmenden Eigenschaften von Statinen erklärt.

Originalpublikation:


Statins stimulate the production of a soluble form of the receptor for advanced glycation end products
Patricia Quade-Lyssy et al.; 
The Journal of Lipid Research, doi: 10.1194/jlr.M038968; 2013

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2 Kommentare:

Nebenwirkungsarm? Liest man im Patientenforum über z.B. Simvastatin u. aus Berichten aus der Praxis: Muskelschmerzen, ältere Menschen, die sich kaum noch bewegen konnten, Herzrhytmusstörungen, die dann wiederum mit Betablockern bekämpft werden, verschlechterte Nierenwerte usw.

#2 |
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Ärztin

Die Forscher untersuchten nun, ob zwischen Statinwirkung und sRAGE-Produktion ein Zusammenhang besteht.
Das ist der Schlüsselsatz im Artikel. Da ist noch nichts bewiesen!
Fakt ist, dass Statine bedingt durch den Wirkmechanismus auf molekularere Ebene prodiabetogen sind. Eine Entzündungshemmung des selbst ausgelösten bzw .genährten Diabetes vom metabolischen Typ mittels eines noch nicht einmal erwiesenen Mechanismus als Vorteil darzustellen ist….naja unseriös…sagt uns das doch, dass dieses Medikament nicht nur Diabetes auslöst sondern auch noch Immunreaktionen negativ beeinflusst.
Die Entzündungsreaktion ist grundsätzlich eine wichtige Immunreaktion, die lediglich in bestimmten Situationen “aus dem Ruder” läuft.
Z.B auch bei der durch Statine ausgelösten Rhabdomyolyse…..

#1 |
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