Winterdepression: Wie frostrierend

16. Dezember 2013
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Das Wetter ist ungemütlich, die Sonnenstunden kann man zählen und unserem Körper und dem Geist fehlt Licht. Nicht Wenige klagen über schlechte Laune oder gar Depressionen.

Die sogenannte Winter- oder Lichtmangeldepression – auch saisonal abhängige Depression (SAD) genannt – ist von alters her bekannt. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Typische Beschwerden sind Antriebslosigkeit, Gereiztheit, Appetit- und Gewichtsverlust. Diese Depressionsform ist nicht nur saisonal, sondern auch regional. Bewohner der sonnenverwöhnten Mittelmeerländer sind kaum betroffen. Die Menschen in Skandinavien können hingegen ein (Trauer)Lied davon singen.

Dr. Norman Rosenthal vom National Institute for Mental Health in Washington beschreibt diese Depressionsform, bei der die depressiven Phasen häufig im Winter auftreten, meist im Frühjahr überstanden sind und auch atypische Depressionssymptome beklagt werden: Die Patienten haben ein verstärktes Schlafbedürfnis, mehr Appetit, vor allem auf Kohlenhydrate, und nehmen in der depressiven Phase zu. Bei der Revision des amerikanischen Diagnose-Klassifikationssystems „Diagnostic and Statistical Manual“ (DSM-III) ist die „Seasonal affective disorder“ in den Diagnosenkatalog aufgenommen worden und findet sich auch im heutigen DSM-IV.

Transmitter im Ungleichgewicht

Warum diese Verstimmung gerade zur Winterzeit auftritt, hat mehrere Gründe. Mit der Wichtigste ist sicherlich die fehlende Sonnenstrahlung. Das Licht und die UV-Strahlung der Sonne haben ganz unterschiedliche Auswirkungen auf unseren Körper. Wenn unser Gehirn über die Augen Helligkeit wahrnimmt, sinkt der Melatoninspiegel. Fehlt Licht, ist es genau umgekehrt: Melatonin wird vermehrt freigesetzt. Normalerweise wird Melatonin nur freigesetzt, wenn wir unserem Körper Schlafbereitschaft signalisieren. Unser Körper macht sich also dann tagsüber schlafbereit und wir werden müde. Für unsere Stimmungslage sind neben den Endorphinen auch der Botenstoff Serotonin zuständig. Wenig Licht, wenig Serotonin, viel dunkle Stimmung. Der Serotoninspiegel beeinflusst direkt den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Appetit-Kontrolle und das Schmerzempfinden. Bei Patienten mit Depressionen ist der cerebrale Serotoningehalt um 50 Prozent vermindert.

Viel Lux macht gute Laune

Was also tun? Raus ins Freie. In der Wohnung herrscht eine Lichtstärke von etwa 300 bis 500 Lux. Selbst an trüben Tagen und wolkenbedecktem Himmel sind es im Freien immerhin noch mindestens 1.000 Lux. Wenn dann an der frischen Luft noch Sport getrieben wird, schüttet der Körper zusätzlich Endorphine aus. Spezielle Tageslichtlampen ahmen teilweise das Lichtspektrum der Sonne nach und vertreiben mit 2.500 oder mehr Lux trübe Gedanken. Eine morgendliche halbstündige Behandlung mit polychromatischem Licht einer Stärke von 10. 000 Lux führt in einer Studie von Wirz-Justice bei ca. 60-75 Prozent der saisonal depressiven Patienten zu einer Remission. Eine Studie von Benedetti ergab, dass die depressiven Patienten einer Psychiatrieklinik im Schnitt 3,7 Tage eher entlassen werden, deren Zimmer auf der Sonnenseite liegt.

Vitamin D3 steigert Stimmung und Abwehr

Die Sonne ist aber nicht nur Licht- und Gute-Laune-Spender. Die UV-Strahlung ist wichtig für die Bildung von Vitamin D3. Genau genommen ist Cholecalciferol gar kein Vitamin, sondern ein Hormon, weil es der Körper selber bilden kann. Es wird in verschiedenen Schritten in das biologisch aktive 1,25-Dihydroxy-Vitamin D (Calcitriol) umgewandelt. Calcitriol (Vitamin D-Hormon) übt seine physiologischen Effekte überwiegend über die Wechselwirkung mit Vitamin D-Rezeptoren (VDR) aus. Diese wurden in über 30 Zielgeweben gefunden, die nichts mit dem Knochenstoffwechsel zu tun haben. 80 Prozent unseres Vitamin D wird aus Vorstufen durch das Sonnenlicht gebildet. In Deutschland reicht die Stärke der Sonnenbestrahlung nur etwa sechs Monate im Jahr aus, um eine ausreichende Vitamin D-Bildung zu gewährleisten.

Eine Studie der Universität Amsterdam belegt, dass bei Patienten mit Depressionen der Vitamin D-Gehalt im Blut durchschnittlich 14 Prozent niedriger ist. Vermutlich trägt ein Mangel in der Herbst- und Winterzeit dazu bei, dass wir uns häufiger erkälten. Bei einem niedrigen Vitamin D-Serumspiegel ist etwa das Erkältungsrisiko um 40 Prozent höher, als bei ausreichender Vitamin D-Versorgung. Das hat eine US-Studie mit etwa 19.000 Teilnehmern ergeben. Mehrere Ernährungsgesellschaften haben ihre Empfehlungen zur Vitamin D-Zufuhr überarbeitet: Die Richtwerte wurden 2012 deutlich nach oben korrigiert. Die Empfehlungen wurden von 5 µg (200 IE) auf 20 µg (800 IE) für Erwachsene angehoben. So drastisch wurde ein Wert noch nie nach oben korrigiert.

5-HTP als Gute-Laune-Spender?

In der Nervenzelle wird aus der Aminosäure L-Tryptophan mit Hilfe des Enzyms Tryptophanhydrolase 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) gebildet. Danach folgt die Umwandlung in  5-Hydroxytryptamin (5-HT), auch als Serotonin bekannt. Bei einer eingeschränkten Enzymaktivität kann der Serotoninspiegel sinken. Für die Umwandlung von L-Tryptophan wird außerdem ein Carrier benötigt. Führt man 5-HTP exogen zu, entfällt dieser Unsicherheitsfaktor. Etwa 7 Prozent des oral aufgenommenen 5-HTP werden resorbiert und passieren die Blut-Hirn-Schranke. In der Epiphyse wird im weiteren Verlauf aus Serotonin das Schlaf-Hormon Melatonin gebildet. Durch eine exogene, orale Substitution von 5-HTP wird der Serotoningehalt im synaptischen Spalt erhöht und so eine antidepressive Wirkung erzielt. Eine Metaanalyse von Shaw et al. belegt die Effizienz und Unbedenklichkeit des Einsatzes von 5-HTP als natürliches Antidepressivum.

Ein Großteil der Patienten mit Depressionen leidet unter Schlafstörungen, meist ist dies sogar das erste Symptom. Ein reduzierter Serotoninspiegel führt vermutlich auch zu reduzierten Melatonin-Werten, besonders bei betagten Patienten. Eine exogene Substitution von 5-HTP kann über diesen Mechanismus ein gestörtes Schlafverhalten und Schlaflosigkeit normalisieren.

Griffonia als 5-HTP-Lieferant

In einigen afrikanischen Pflanzen- und Früchtearten sind kleinste Spuren von 5-HTP und Serotonin enthalten. In einigen Bananensorten sind LT, 5-HTP und Serotonin bis zu Konzentrationen von 6-14 Prozent nachgewiesen. Die Afrikanische Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) ist eine verholzende Schlingpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die im Regenwald Westafrikas wächst. Sie enthält 5-HTP in hoher Konzentration. Griffonia greift multifaktoriell regulierend in das neurochemische Transmittergleichgewicht ein. 5-HTP ist ebenfalls die Vorstufe von Noradrenalin und ß-Endorphinen, beide Transmitter sind in die Entstehung von Depressionen, Angststörungen und anderer psychischer Erkrankungen eingebunden.

Auch die exogene Zufuhr von L-Tryptophan ist möglich, jedoch sind hierzu große Mengen (1-2 g) notwendig und der Metabolismus ist abhängig von einem störungsfreien Genpol und dem Mikronährstoffstatus wie beispielsweise Vitamin B6. Auch Melatonin steht als Arzneimittel zur oralen Anwendung zur Verfügung. In retardierter Form ist es bei Schlafstörungen des älteren Patienten zugelassen. Als Nahrungsergänzungsmittel wird es gegen Jet-lag angewendet.

Da 5-HTP keinen Carrier für die Überwindung der Blut-Hirn-Schranke benötigt, ist es nach oraler Aufnahme in hohen Konzentrationen im ZNS nachweisbar; bei L-Tryptophan beträgt die Bioverfügbarkeit lediglich etwa 1 Prozent. Auch deshalb wird L-Tryptophan um 1000 Prozent höher dosiert als 5-HTP.

163 Wertungen (4.21 ø)

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31 Kommentare:

Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Nun, anonymer Gast#30,
meinst du denn, die EFSA (European Food Safety Authority) ist auch leichtsinnig?
Sie hat 2012 die NOAEL (no observed adverse effect level) für Erwachsene auf 250µg Vit.D pro Tag heraufgesetzt!

EFSA Journal 2012;10(7):2813

Ja, klar es gibt eindeutig “fehlende Wirksamkeit” bei Dosierung UNTER 25µg.
Und unsere DGE will ja noch weniger.
Die kommen allmälig in Erklärungsnot, warum sie die wissenschaftlichen Fakten ignorieren.

#31 |
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Gast
Gast

Dies ist ein sehr leichtsinniger und gefährlicher Artikel, der sowohl die degenerativen Effekte von Serotonin als auch die fehlende Wirksamkeit von Vitamin D Supplementen in den allermeisten Studien ignoriert. Ein typisches Beispiel wie Medizinjournalismus nicht aussehen sollte.

>>> Correlation does not equal causation.

#30 |
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Aus wissenschaftlicher Sicht, ist die zu niedrige Dosierungsempfehlung der DGE für Vit.D und ähnlicher Gesellschaften jedenfalls nicht nachvollziehbar.
Der Verweis auf Vorfahren ist gleichbedeutend mit erheblich höherer Mortalität
und erinnert an Impfgegner die natürlich alle Überlebende sind,
denn die Toten diskutieren nicht mehr mit.

Ein weiteres sehr häufiges Defizit zeichnet sich bei Vit.B12 mit zunehmendem Alter ab. Dabei steht eher der Nervenschaden als die Anämie im Vordergrund.

besinnliche Festtage

#29 |
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Manfred Büttner
Manfred Büttner

Vielen Dank, Herr Bastigkeit, für den Artikel. Nicht nur die Menge der Kommentare zeigen: Ein hochaktuelles und breit interessierendes Thema.
Zur Vitamin D Substitution wollte ich, gerade auch im Hiblick auf den Tenor einiger Komentare aber auf das allseits bekannte: “Nicht jeder Mensch ist gleich” und die naheliegende Konsequenz: “Standard-Werte für alle sind”, zumal bei einem potenten Stoff wie Vitamin D “mit hoher Wahrscheinlichkeit alles andere als sachgerecht”. Dazu u.a. etwa die DocCheck-News-Artikel von Philipp Graetzel, 24.4.2009 “Vitamin D – streibarer Stoff” und Julia Hofmann, 25.3.2011 ” Supplemente – Zuviel des Guten”.
Von der Tatsache, dass all jene Menschen unter uns, deren Vorfahren “schon immer” in den hiesigen Breiten gelebt haben, naturgemäß auf keinen gleichbleibend hohen Vitamin D Spiegel angepasst sein können, mal abgesehen. Es ist heute vermutlich noch nicht hinreichend absehbar, was ein dauerhaft hoher Vitamin D Spiegel, ja auch nur ein dauerhaft gleichbleibender Vitamin D Spiegel für Auswirkungen hat. Kann sein: positive; kann aber auch sein: negative.
Das spricht natürlich keinesfalls grundsätzlich gegen eine Vitamin D Substitution. Nur sollte das nicht pauschal geschehen. Sondern wie immer: passend auf den einzelnen Menschen… Logisch.

#28 |
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Stefan Kelter
Stefan Kelter

@ Gast
Alkohol mit Vitamin D zu vergleichen ist schon sehr gewagt.
Denn mir ist kein positiver Effekt von Alkohol bekannt, es sei denn, Sie denken an mehr Mut beim Ansprechen des anderen Geschlechts.
Vielleicht sollten Sie sich mal in der englischsprachigen Literatur umsehen, wenn Ihnen bisher nichts bekannt ist.
Und es geht auch nicht um “einfach so” eine Hochdosierung zu empfehlen, sondern eine Empfehlung sollte Hand in Hand mit einem Test des Vitamin D Spiegels im Blut gehen.
Ja, frei verfügbar sind hohe Dosen schon. Jedenfalls für diejenige, die wissen, dass man höhere Dosen in Holland – US Import – frei bekommt und zudem sehr viel preiswerter.

#27 |
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Gast
Gast

Lieber Herr Kelter,

eine fixe Grenze für Vitaminsubstitutionen wird Ihnen/uns keiner geben können. Es handelt sich hier lediglich um eine Grenze der sicheren Anwendung für den Durchschnitt der erwachsenen Normalbevölkerung.
Sicherlich gibt es Individuen, die bereits ab deutlich niedrigeren Werten Anzeichen einer Überdosierung entwickeln und auf der anderen Seite auch Individuen, die ein Vielfaches dessen vertragen.
Selbst bei Alkohol, einem Stoff der weltweit von Jung bis Alt regelmäßig in großen Mengen eingenommen wird, kann Ihnen niemand sagen, ab wann der Leberschaden oder andere Erscheinungen manifest werden.
Es hat lange gedauert, bis aktuelle Studien die latente Gefahr von unbeschwerter Vitaminsubstitution nachgewiesen haben. Bei Vitamin D stehen gute Analysen meines Erachtens noch aus. Wahrscheinlich wird es noch ein längerer Schlagabtausch zwischen Befürwortern (z.B. Orthopäden) und Kritikern (z.B. Internisten) bleiben. Ich jedenfalls werde niemandem “einfach so” die dauerhafte hochdosierte Vitamin-D-Substitution empfehlen…aber da es sich um frei verfügbare Substanzen handelt, kann das ja jeder selbst entscheiden.

#26 |
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Stefan Kelter
Stefan Kelter

Vitamin D: “Die Empfehlungen wurden von 5 µg (200 IE) auf 20 µg (800 IE) für Erwachsene angehoben. So drastisch wurde ein Wert noch nie nach oben korrigiert.”

Und es ist immer noch lächerlich, gemessen an dem, was Wissenschaftler empfehlen, die sich mit der Materie beschäftigt haben.

Ich habe folgende Erfahrung gemacht mit Hochdosierung (innerhalb von 8 Tagen 500.000 I.E., jetzt 5.000 I.E. täglich):
– Ab / seit dem 2. Tag verschwand die Tagesmüdigkeit und ich hatte erheblich mehr Energie.
– Mein bis dato vorhandener Heißhunger auf Süßes verschwand über Nacht und jetzt können Weingummis, Schokolade und Kuchen in meiner Nähe “überleben”.

#25 |
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Gast
Gast

Die Duale Reihe – Biochemie (Ausgabe 2008) deckt sich hierbei mit dem Löffler.
Zur Entstehung von Endorphinen aus Pro-Opiomelanocortin (POMC) hat Herr Prof. Agricola bereits alles gesagt.

#24 |
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Gast
Gast

Nachdem ich den guten alten Löffler et al. aus dem Regal genommen habe, muss ich Herrn Professor Agricola zustimmen:
5-Hydroxytryptophan (5-HTP) steht an zweiter Stelle der Serotoninsynthese aus L-Tryptophan über 5-HTP zu 5-Hydroxytryptamin (Serotonin). Der Abbau über eine Monoaminoxidase erfolgt über 5-Hydroxyindolacetaldehyd zu 5-Hydroxyindolacetat. Hier ist nirgendwo die Katecholaminsynthese betroffen (s. Beitrag von Prof. Agricola).

#23 |
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Medizinjournalist

Hallo Prof. Agricola,
mir liegen hier andere Daten vor:http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8887988
ich werde dennoch noch mal in die Tiefe gehen.
Bei Vitamin D ist mir ein Transferfehler unterlaufen, die Einheiten stimmen, aber es muss in der Tat Mikrogramm und nicht Milligramm heissen, danke an die aufmerksamen Leser!!

#22 |
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Medizinjournalist

Hallo Herr Dr. Klemm, vermutlich haben wir unterschiedliche Chemiebücher. 5-HTP steigert nachweislich den Spiegel an Noradrenalin, s. u.a.:

http://www.holistichelp.net/blog/5-htp-and-the-many-faces-of-depression/

#21 |
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Prof. Dr. Hans Agricola
Prof. Dr. Hans Agricola

der Artikel ist gut recherchiert und geschrieben. Nur 5HTP ist keine Vorstufe für das ß-Endorphin. Endorphine und weitere andere Neuropeptide gehen aus dem Trägerprotein POMC hervor. Die Synthesewege für Neuropeptide und die biogenen Amine sind verschieden. Auch die Synthesewege von Serotonin (Indolamin) und den Catecholaminen (DOPA, Dopamin, Noradranalin und Adrenalin) unterscheiden sich erheblich.
Ihren Satz überdenken:”5-HTP ist ebenfalls die Vorstufe von Noradrenalin und ß-Endorphinen, beide Transmitter sind in die Entstehung von Depressionen, Angststörungen und anderer psychischer Erkrankungen eingebunden”
entsprechend ändern. Danke für den Artikel und weiter so.

#20 |
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Gast
Gast

@Susanne Gastiger: Eine pauschale Therapieempfehlung ohne Kenntnis der Begleitumstände ist nicht risikofrei und der gewissenhafte Arzt würde hierzu keine Antwort in ein Forum stellen. Wie das Heilpraktiker sehen, kann ich nicht beurteilen.
Wie fast immer gibt es auch bei frei verfügbaren Arzneimitteln, wie den Vitamin-D-Präparaten, gewisse gesundheitliche Risiken.

@Dirk-Rüdiger Noschinski: Diese Anonymität schützt mich in meiner professionellen Arbeit. Grundsätzlich ist dies aber nicht persönlich gemeint gewesen, sondern mein Kommentar drängte sich bei der Lektüre Ihrer Internetseite und der Vita von Professor Einwächter geradezu auf.
Ich will hier aber keine Diskussion über die Kompetenzen verschiedener Berufsgruppen anfangen.
Ich empfehle Ihnen als interessiertem Leser die Lektüre der zahlreichen Studien, die sich via Pubmed finden lassen. Und Lehrbücher über Endokrinologie (mit den Gefahren der Vitamin-D-Überdosierung) finden sich auch zur Genüge.
Wie immer ist Lassen sich nach ausführlicher Beschäftigung mit dem Thema leider keine pauschalen Handlungsempfehlungen aussprechen. Ansonsten hätten sich die Mediziner bereits klarer positioniert.
Und das Thema MS ist wohl etwas komplizierter als “Vitamin-D heilt Depression”…

#19 |
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Susanne Gastiger
Susanne Gastiger

Herr Noschinski,

würden Sie Kindern/Jugendlichen, die eine saisonale depressive Verstimmung haben, auch eine Substitution mit 25(OH) D3 empfehlen?

Danke für die immer sehr aufschlussreichen Kommentare!

#18 |
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Gast
Gast

Vitamin D wirkt vermutllich nicht nur über eine Modulation des Immunsystems. Experimentell beeinflusst es neurotrope Faktoren und wirkt neuroprotektiv. (J.P. Kesby et al. / Molecular and Cellular Endocrinology 347 (2011) 121–127 The effects of vitamin D on brain development and adult brain function)

#17 |
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@ Gast: Mir mutet etwas sonderbar an, wenn jemand in einem Forum anonym ein anderes Forumsmitglied entwertet ohne mich oder meine Arbeit zu kennen :-)

#16 |
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Dr. nikolai Klemm
Dr. nikolai Klemm

seit wann ist 5-HTP die Vorstufe zu Noradrenalin? Bitte einen Blick ins Lehrbuch der Organischen Chemie werfen!

#15 |
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Gast
Gast

Es mutet schon etwas sonderbar an, dass ein Heilpraktiker (mit “eigener Therapie” gegen die MS) einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie etwas zur Ätiologie der Depressionen bei MS-Patienten erklären will :)

#14 |
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Gast
Gast

Gut !! Endlich mal ein Artikel zum Thema welcher nicht das Thema verfehlt und so fundiert ist das man nur noch offen darüber sprechen kann !!! Weiter so !
Wo sind die Kritiker von Vitamin D3 geblieben ? ;)

#13 |
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@ Herr Prof. Einwächter: Sie haben absolut Recht, aber das Problem bei MS-Patienten und ihren Depressionen ist m.E. (ich beschäftige mich mit dem Thema sei zwanzig Jahren) der inflammatorische Prozess im ZNS.
Depressionen bestehen bei MS Patienten gar nicht selten schon Jahre vor der Erstdiagnose.
Möglicherweise hat das etwas mit der Regulation der IDO bzw. TDO zu tun, und damit einer Beeinflussung der Serotoninsynthese, jedenfalls ist das mein heutiger Stand.
Vitamin D wirkt auf diese Synthese nur indirekt, indem es u.a. über regulative Effekte auf die TH1-TH2-Achse in die Entzündung eingreift. Eine direkte Wirkung gibt es nach meinem Kenntnisstand nicht.
Haben Sie noch eine Idee bzw. eine Info zu dem Thema MS und Depression?
Fragende und herzliche Grüße

Dirk-Rüdiger Noschinski

#12 |
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Prof. Dr. med. Hans Martin Einwächter
Prof. Dr. med. Hans Martin Einwächter

Hierher gehört auch die Gabe von Agomelanin, ein Antidepressivum, welches unter dem Namen Valdoxan bekannt ist. Es bnormalisiert vor allem die circadianen Rhythmen wie Schlaf-Wach-Rhythmus. es hat nur geringe Nebenwirkungen, während die Gabe von Melatonin durchaus problematisch sein kann, da es die Melanozyten stimuliert und ein Melanom hervorrufen kann.
Vitamin D allein hat keine antidepressiven Eigenschaften, wie eine Studie von Hauser et al. bei depressiven MS-Patienten gezeigt hat. (MS ist auch Lichtabhängig- in Afrika gibt es kaum MS).Aber der Artikel von Matthias Bastigkeit ist gut, zeigt er eine weitere Dimension der Depressionsbehandlung auf.

#11 |
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Maria Komm
Maria Komm

Herrn Neher kann ich nur zustimmen! Danke ;-)

#10 |
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Heilpraktikerin Brigitte Gotter
Heilpraktikerin Brigitte Gotter

Hallo … guten Morgen …. ich glaube die Studien von Prof. M. Holick sind schon etwas älter, aber keiner will sie hier im Lande hören.
Dass Vitamin D-Mangel zu etlichen chronischen Erkrankungen führen kann, ist auch schon seit längerem bekannt, ebenso genau so, dass ein ausreichender Vitamin D-Status weitere Krankheits”schübe” usw. verhindern kann. Toxische Wirkung des Vitamin D beginnt > 250 nmol/l ! Bis jetzt hatte ich etliche Pat., die den Vit. D-Status überprüfen ließen und hier im Lande war kein einziger dabei, der einen ausreichenden Vit. D-Status hatte. Sogar eine Pat., die von Ende Oktober bis Ende November d. J. für 3 Wochen in Kenia war und jeden Tag genügend in der Sonne war, hatte einen Vitamin D-Mangel. Sollte der Speicher voll sein, ist er nach 4 – 5 Wochen aufgebraucht und die Menschen hier im Lande sind spätestens Anfang Dezember mit Vit. D unterversorgt.
… zu Serotonin/Melatonin kann ich nur sagen … Leute macht mal einen Darmaufbau! Das Serotonin, das im ZNS wirken soll, “muß ja zuerst mal ordentlich im Darm verarbeitet und resorbiert werden”. Das ist zwar jetzt etwas grob gesagt, aber eine genaue Ausführung führt jetzt zu weit. Dass das Krankheitsbild Depression (nicht nur Winterdepression) so zunimmt, liegt z. B. mit an den vielen Antibiotikagaben, die die Darmschleimhaut angreifen und die Darmflora ins pathogene Milieau abgleiten lassen! Weiter müssen Unverträglichkeiten zu Fructose berücksichtigt werden, die mit der Tryptophan-Synthese kollidieren …….. man kann auch mal versuchen alles an der Wurzel anzupacken und nicht nur an der Oberfläche herumwurschteln!

#9 |
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Weitere medizinische Berufe

Es ist erstaunlich (oder doch nicht!), daß sich die Erkenntnis den Wert des Vitamin D3 betreffend in Mediziner kreisen so langsam entwickelt. Ich arbeite schon seit Jahren mit hochdosiertem Vitamin D3 und kann nur sehr positive Ergebnisse verbuchen. Ich selbst und viele meiner Patienten/Klienten haben erstaunliche Ergebnisse erfahren. So ist der Kommentar von Wolfgang Neher (Kommentar 1) völlig angebracht. Wenn es den Pharmagiganten nicht gelingt Haare in diese Suppe zu streuen, dann prophezeie ich dem Vitamin D3 eine grandiose und erfolgreiche Zukunft.
Gerhard Martin

#8 |
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Tina Multhaupt
Tina Multhaupt

Anfang der 00er Jahre gab es einen Wirkstoff 5-HTP 50mg mit zwei Namen:
Der eine war frei verkäuflich, der andere rezeptpflichtig.
Dosierung: gleich.
Firma: identisch.

Wurde jedoch kaum, und wenn, dann nur kurzfristig, auf Rezept verordnet, selbst wenn man Mediziner auf diese Möglichkeit der Depressionshemmung (?) hinwies.
Lorazepam hingegen wurde dauerverordnet für einen Zeitraum von über zweieinhalb Jahre.

Glücklicherweise konnte die Dame später den Lorazepamgebrauch ohne Absetzerscheinungen von heute auf morgen beenden.
Das ist aber nicht immer so.
Daher empfinde ich Melatonin in einer Dosierung bis 10mg/p.d als völlig ok.
Ebenso 5-htp bis 100up .

á pro pos Serumspiegel:
Wer mißt in einem Altenpflegeheim den Serotonin-, Vit-D, Vit-E, Vit- B-Spiegel im Serum oder Urin?
Viele angeblich demente Patienten könnten mit optimaler Versorgung ein frohes Leben leben!

#7 |
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Ich selbst arbeite seit vielen Jahren mit 25(OH) D3 bei meinen Patienten mit Autoimmunopathien und kann nach einigen hundert behandelten Fällen sagen:
Prophylaktsche Werte bei Gesunden liegen irgendwo zwischen 100-150 nmol/l.
Aber therapeutisch wirksame Spiegel bei Betroffenen beginnen bei 140 nmol/l.
Wichtig dabei ist, dass der Serum-Ca Spiegel nicht über Norm ansteigt (habe ich in den letzten zehn Jahrennur fünf oder sechsmal gesehen, bei allen Betroffenen wurde im Nachhinein durch einen Facharzt eine Erkrankung der Nebenschilddrüse diagnostiziert). Toxische Spiegel beginnen laut eine Stellungnahme der DGE von Dezember 2012 bei über 400 nmol/l.
Aude sapere

Dirk-Rüdiger Noschinski

#6 |
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Stefanie Roché
Stefanie Roché

Wer realistischere Werte zum Bedarf und der Substitution von Vitamin D3 sucht, dem empfehle ich die Seite des kanadischen Gesundheitsminiteriums “Health Canada”. Dort findet sich unter anderem eine über 1000 Seiten schwere Zusammenfassung von Studien zum Thema Calcium und D3, mit detailierten Schlußfolgerungen zu Tagesbedarf, Substitution, Höchstdosen und Serumzielwerten.

#5 |
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Weitere medizinische Berufe

Lt. Laborbericht steht da: 50,5 ng/ml , also Nanogramm/ml

#4 |
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Altenpflegerin

Sind Sie sich mit der Angabe in mg sicher? Sollte es nicht eher µg heißen?

#3 |
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Rolf Frommberger
Rolf Frommberger

“In einigen Bananensorten sind LT, 5-HTP und Serotonin bis zu Konzentrationen von 6-14 Prozent nachgewiesen”. Ein bisschen viel, oder?

#2 |
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Weitere medizinische Berufe

Guten Morgen “Gesellschaft für Ernährung in Deutschland”. Diese hat Werte vorgegeben die nur krank machen können. Die Pharmaindustrie freut sich!
Meinem Hausarzt war das unbekekannt
Sein Labor gab, die auch etwa den Studien aus USA und UK entsprechen. dagegen Zielwerte vor von 30 – 100 ng/ml
Ich hatte bei 10 ng/ml im Winter und war dauern abgeschlagen und erkältet Seit etwa einm Jahr habe ich durch 20.000 iE Gaben je Tag mein Soll auf 50,5 ng/ml. Ich fühle mich wie Frisch gebbohren, bin 75 Jahre alt
errhöht, also ein guter Mittelwert.
Die Gesellschaft für Ernährung gibt immer noch Zielwerte vor die der Gesundheit nicht dienen. Da gibt es noch mehr Punkte dazu die gut für einen Abend mit einem Kabarettdisten wären,
Ich lass mich durch zu wenig D3 nicht mehr krank machen

#1 |
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