Lange Durststrecke zum Medizinstudium

12. April 2006
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Einen Studienplatz in der Medizin zu bekommen ist kein leichtes Unterfangen. Da sich viel mehr Studenten um einen Platz bewerben als Plätze vorhanden sind, muss ausgewählt werden. Oft scheitert der Studienbeginn nach dem Abitur daher am Numerus clausus.

Studienplätze in der Medizin sind hart umkämpft. Nach den neuen Zahlen der ZVS vom Februar 2006 bewerben sich bundesweit 9 Abiturienten um einen Studienplatz. Klar ist, dass dadurch viele Interessenten zunächst auf der Strecke bleiben und warten müssen. Noch eine Spur brisanter ist es an beliebten Hochschulorten wie Berlin und Köln, wo es noch mehr Bewerber auf den einzelnen Studienplatz gibt.

Die ZVS, Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen, vergibt die Studienplätze nach drei Kriterien:

  • Abiturbestenquote (20%)
  • Wartezeitquote (20%)
  • Hochschulquote (60%)

Das wichtigste Auswahlkriterium ist die Durchschnittsnote im Abitur. Um einen Studienplatz zu erhalten, sollte man den Numerus clausus der gewünschten Hochschule unterschreiten. Dabei gibt es zum einen den Numerus clausus der Abiturbestenquote, nach dem 20 % der Studienplätze vergeben werden. Dieser liegt derzeit bei Werten um die 1,5. Zudem gibt es das Auswahlverfahren der Hochschulen, wobei die meisten Hochschulen als Auswahlkriterium ebenfalls die Abiturnote bestimmt haben. Nach diesem Verfahren werden 60 % der Studienplätze vergeben. Die Länge der Wartezeit, nach der 20 % der Plätze vergeben werden, beträgt derzeit im Schnitt 9 Semester.

Die Bewerbung

Die Bewerbung für einen Studienplatz in der Medizin muss der Interessierte an die ZVS richten. Bis zu 6 Präferenzen kann man dabei für den Hochschulort angeben. Nur an einigen wenigen Universitäten sollte man sich zusätzlich direkt bewerben. Die meisten Universitäten haben die Auswahl nach der Hochschulquote in die Hände der ZVS gegeben und lassen nach der Abiturnote auswählen. Interessant ist der Ansatz in Tübingen, wo Bewerber mit abgeschlossener Berufsausbildung Bonuspunkte erhalten.Der Antrag auf einen Studienplatz kann jetzt auch über das Internet gestellt werden. Die ZVS hat hierzu AntOn auf die Webseite gestellt. Auch detaillierte Informationen zum Stand der Dinge und zu Form und Ablauf der Bewerbung stehen auf der Webseite des ZVS zur Verfügung.

Medizin ohne NC?

Ohne Zugangsbeschränkung durch den Numerus clausus kann man in Deutschland leider nicht Medizin studieren. Einzige Alternative bleibt das Ausland. Insbesondere Universitäten in Ungarn und Tschechien umwerben vor allem deutsche Studienanwärter, die an der ZVS-Hürde gescheitert sind.

Wer mit dem Gedanken spielt, den NC im Ausland zu umgehen, sollte sich in jedem Fall vorher gut informieren und sich darüber klar werden, dass in jedem Fall Studiengebühren für die ausländische Uni anfallen.

Einen Studienplatz in der Medizin zu ergattern war sicherlich noch nie besonders leicht und das wird wohl auch so bleiben.

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