Der Sprung ins kalte Wasser

13. April 2006
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Endlich ist es soweit! Ob lange Wartezeit oder direkter Einstieg nach dem Abitur, fast alle "Anfänger" fühlen sich am Anfang des Medizinstudiums noch ziemlich unsicher in Ihrer Haut. Wir geben Euch hier ein paar Tipps, die Euch den Einstieg in den Studiumsalltag etwas erleichtern werden.

Bürokratische Angelegenheiten

Die Zusage für den Studienplatz ist erhalten, die freudigen Luftsprünge gemacht. Aber was nun? Sich zuerst einmal im Studiendekanat/Studentensekretariat offiziell für das erste Semester einschreiben (dazu solltet Ihr einen entsprechenden Brief erhalten haben, der über die Termine und die Universität im Allgemeinen informiert) ist schon mal das Wichtigste. Mit dem Einschreiben erhaltet Ihr auch euer Studienbuch, in das Ihr nach Semestern sortiert die belegten Kurse eintragt und diese durch das Studiendekanat bestätigen lassen müsst. Was genau eingetragen werden muss, erfahrt Ihr vom Studiendekanat oder höheren Semestern. Im Zweifel immer nachfragen!
Weitere wichtige Unterlagen, die Ihr beim Einschreiben erhaltet, sind die Immatrikulationsbescheinigungen sowie der Studentenausweis. Die Immatrikulationsbescheinigungen werden zur Vorlage beim BaföG-Amt sowie bei der Krankenkasse benötigt. Also gut aufbewahren!
Der Studentenausweis ermöglicht es Euch, Ermäßigungen bei vielen verschiedenen Dienstleistungen (öffentlicher Nahverkehr) und Freizeitangeboten wie Kino, Theater und Zoobesuchen zu erhalten.
Natürlich sind zeitgleich zu Semesterbeginn auch die Semestergebühren (je nach Uni €80-€160) fällig. Hiermit wird hauptsächlich der Verwaltungsaufwand bezahlt, aber ein Teil fließt auch in studentische Gremien und/oder wird zur Finanzierung des Semestertickets verwendet. Dieses erlaubt Euch die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.

Die Einführungs- oder Ersti-Woche

Der offizielle Teil des Einstiegs liegt nun hinter Euch. In den meisten Universitäten werden von den Fachschaften und AGs Einführungswochen organisiert. Diese Wochen werden auch oft liebevoll "Ersti-Wochen" genannt – als Abkürzung zu Erstsemestler -Wochen. In dieser Zeit erhaltet Ihr Rundgänge über das Universitätsgelände und werdet oft in kleinere Gruppen aufgeteilt. Engagierte Studenten höherer Semester, so genannte "Tutoren", beantworten Euch alle Fragen zum Studium und zeigen Euch die "Sehenswürdigkeiten" der fremden Universitätsstadt. Damit Ihr auch wisst, in welchen Clubs und Kneipen Ihr in Zukunft Euren "Lernfrust" ablassen könnt ;-). Ein Pflichttermin ist natürlich die "Erstsemester-Party", die Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre Eure Mitstreiter für die kommenden 6 Jahre besser kennen zu lernen. Also rein ins Getümmel!Jetzt wird es ernst!
Eingeschrieben und eingeführt… jetzt fängt das Medizinstudium richtig an! Zuerst erhaltet Ihr, meist durch offizielle Personen wie dem Dekan der medizinischen Fakultät, eine Begrüßungsvorlesung. Kurz danach fangen auch schon die ersten Vorklinischen Vorlesungen in großen Hörsälen statt. Dabei ist es wichtig, zwei kleine Abkürzungen im Vorlesungsverzeichnis zu beachten:

  • s.t. (Lat. Sine Tempore = "Ohne Zeit" oder zur vollen Stunde): eine Vorlesung um 10 Uhr s.t. fängt also auch wirklich um 10:00 Uhr an.
  • C.t. (Lat. Cum tempore = "mit Zeit" oder immer um viertel nach): hier wird das Akademische Viertelstündchen mir einberechnet. Eine Vorlesung, die also um 10 Uhr c.t. anfängt, fängt in Wirklichkeit um 10:15 an.

Es gibt im Laufe Eures Studiums im Groben drei verschiedene Arten von Lernveranstaltungen:

  • Vorlesung: im großen Hörsaal wird von einem Professor ein Vortrag gehalten
  • Seminar: in kleineren Gruppen wird das in der Vorlesung behandelte Thema vertieft. Diese Schulklassen großen Gruppen werden von Professoren und Lehrkräften geleitet.
  • Praktikum: Hier handelt es sich um Praktische Kurse, in denen Ihr aktiv teilnehmt, chemische Versuche durchführt, seziert usw.

Zusammen mit dem Besuch von Vorlesungen fängt auch das Lernen an. Hiermit solltet Ihr nicht lange warten, denn das Tempo, das auf der Uni vorgelegt wird, ist um einiges höher als in der Schule. Wer hier einmal locker, lässt hat es schwer, wieder aufzuholen. Die Divise heißt also "Dran bleiben"!

Welche Lehrbücher sind für mich geeignet?

Nur Vorlesungen zu besuchen wird Euch nicht viel weiterbringen, natürlich müsst Ihr auch zuhause die Themen der Vorlesungen weiter vertiefen und viele Einzelheiten auswendig lernen. Damit Ihr auch die für Euch richtigen Lehrbücher auswählt, solltet Ihr Euch vorher erst gut informieren. Nicht einfach blindlings den Empfehlungen der Professoren vertrauen. Es gibt verschiedene Lerntypen. Findet raus, welches Buch zu Eurem Lerntyp passt, damit Ihr das wertvolle Geld nicht sinnlos ausgebt. Am besten, Ihr fragt mal bei höheren Semestern nach, welches Buch sie Euch für bestimmte Fächer empfehlen können. Bücherflohmärkte an der Uni sind hierfür ein heißer Tipp und nebenbei erwerbt Ihr hier die gebrauchten Bücher zu ermäßigten Preisen, da lacht Euer Geldbeutel! Ein weiterer guter Tipp ist, die Bücher in der Bibliothek schon mal Probe zu lesen. Leseproben gibt es auch bei medizinstudent.de, diese sind unter den einzelnen Fachrubriken zu finden.

Lehrbücher können grob in Standard-, Kurz/Kompaktlehrbücher, Kompendien/Repetitorien und Examensliteratur unterteilt werden.

  • Standardlehrbuch: hier wird wichtiges Wissen mit Hintergrundinformationen vermittelt. Diese Bücher sind vor allem für große Fächer wie Anatomie, Biochemie, oder Physiologie geeignet
  • Kurz/Kompaktlehrbuch: eher für die kleineren Fächer wie Biologie, Chemie oder Physik geeignet, da diese "nur" Ergänzungsfächer sind.
  • Kompendien/Repetitorien: Diese Bücher enthalten die wesentlichen Fakten aufgeführt in Schlagwörtern. Diese sind vor allem nach dem Lernen sinnvoll, um den Lernstoff noch einmal ins Gedächtnis zu führen. Es lohnt sich aber auch, vor dem Lernen mal diese Bücher zur Hand zu nehmen um einen Überblick der wichtigsten Themen zu erhalten.
  • Examensliteratur: ist vor allem zu empfehlen, wenn der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung am Horizont erscheint.

Elsevier bietet die verschiedensten Arten von Lehrbüchern für Erstsemestler an. Eine Übersicht der Angebote findet ihr in unseren weiterführenden Links. Zu den einzelnen Büchern gibt es auch Probekapitel zum Herunterladen, damit Ihr vor dem Kauf erstmal testen könnt, ob das betreffende Buch zu Euch passt.

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