Diabetes: Seuche in süß

13. Dezember 2013
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Scheinbar unaufhaltsam breitet sich die Diabetes-Epidemie weltweit aus. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Betroffene. Die Deutsche Diabetes-Hilfe fordert: Man solle aufhören, bunte Broschüren zu drucken, und endlich eine praxisnahe Präventionspolitik durchsetzen.

Tick, tick … alle zwei Sekunden erkrankt ein weiterer Mensch an Typ-2-Diabetes. Das symbolisiert zumindest der Zähler auf der Webseite Welt-Diabetes-Tag.de. Mehr als 385 Millionen Menschen weltweit sollen laut Schätzungen der Internationalen Diabetes Vereinigung (IDF) bereits unter der Stoffwechselstörung leiden. Und die Prognosen sehen düster aus: Die Organisation geht von 592 Millionen Diabetikern im Jahr 2035 aus. Jeder zehnte Mensch auf der Erde wird betroffen sein. Die meisten von ihnen werden in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen leben und unter 60 Jahre alt sein. Diese Zahlen werden auch Hintergrund des Welt-Diabetes-Kongresses sein, der im Dezember in Melbourne, Australien, stattfinden wird.

98 Millionen Diabetiker in China, 65 Millionen in Indien und 24 Millionen in den USA führen die Liste der Länder mit den meisten Zuckerkranken an. Regional betrachtet beheimatet die westliche Pazifikregion, zu der Australien, China und Japan gehören, mit 138 Millionen Betroffenen die meisten Diabetiker auf der Welt. Welche Epidemie rollt da auf uns zu?

Afrika und Pazifikregion am schlimmsten betroffen

In manchen Gebieten werden die Menschen von der Diabetes-Welle bereits heute regelrecht übermannt. So ist bereits jeder dritte Erwachsene auf der Pazifikinsel Tokelau betroffen – ein Mikrokosmos, der zeigt, wie sich die Krankheit auch in bevölkerungsreicheren Ländern in den kommenden Jahrzehnten ausbreiten könnte. Am schlimmsten wird es die Region südlich der Sahara treffen, vermutet die IDF. Dort rechnet die Organisation mit einer Verdopplung der Diabeteskranken bis zum Jahr 2035. „Adipositas und Bewegungsmangel sind die Hauptrisikofaktoren für Typ-2-Diabetes“, weiß Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes-Hilfe. „Gerade in ärmeren Ländern greifen die Menschen immer häufiger auf energiereiche, billige Nahrung zurück“, erklärt er, wie die Zahlen zustande kommen.

Mehr Tote und zahlreiche Undiagnostizierte

Pünktlich zum Weltdiabetes Tag am 14. November wurde auch die sechste Ausgabe des Diabetes Atlas veröffentlicht. Im Vergleich zur Vorjahresausgabe wurde darin auch die Todesstatistik nach oben korrigiert. Während man im Jahr 2012 noch von 371 Millionen Betroffenen und 4,8 Millionen Diabetes-Toten ausging, sind es in diesem Jahr bereits 5,1 Millionen Menschen, die an der sogennanten Zuckerkrankheit und ihren Folgen verstorben sind. Geschätzte 175 Millionen Menschen wissen außerdem bisher nichts von ihrer Diabeteserkrankung. Gerade sie sind besonders gefährdet, an den Folgen ihrer Stoffwechselstörung zu sterben. Auch das Verständnis der Krankheit lasse noch zu wünschen übrig: Diabetes gelte in vielen Teilen der Welt noch als „Wohlstandskrankheit“, betonte Michael Hirst, Präsident der IDF auf dem International Diabetes Leadership Forum in Istanbul, Türkei. Diese Annahme blockiere nach wie vor die dringend benötigten finanziellen Mittel, um die seuchenartigen Verbreitung von Typ-2-Diabetes einzudämmen.

Zu den Kernpunkten des 6. Diabetes Altas gehören außerdem folgende Fakten:

  • Im Jahr 2013 wurden 548 Milliarden US-Dollar für Diabetes ausgegeben.
  • Nordamerika führt diese Liste mit medizinischen Angeboten für Diabetiker an.
  • In Südostasien weiß die Hälfte der Betroffenen nichts von ihrer Diabeteserkrankung.
  • In Afrika sind Dreiviertel aller Diabetestodesopfer jünger als 60 Jahre.
  • Im mittleren Osten und Nordafrika leidet jeder Zehnte unter Diabetes.
  • In Süd-und Mittelamerika wird die Anzahl an Diabetikern innerhalb einer Generation um 60 Prozent zunehmen.

Mehr als sechs Millionen Diabetiker in Deutschland

Der aktuellen Zahlen zur Diabetes Prävalenz in Deutschland, die die Barmer GEK gemeinsam mit der Deutschen Diabetes-Hilfe veröffentlicht hat, folgen dem weltweiten Trend. Demnach ist die Zahl der Betroffenen vom Jahr 2008 bis 2012 um 14 Prozent gestiegen. Aus den Daten lässt sich außerdem ableiten, dass bundesweit etwa acht Prozent aller gesetzlich Versicherten von der Krankheit betroffen sind – das sind mehr als sechs Millionen Deutsche. Und auch hierzulande wird deutlich: In strukturschwachen Gebieten sind deutlich mehr Menschen an Typ-2-Diabetes erkrankt als in finanziell besser gestellten Regionen. „Billige, energiereiche, fette und zu salzige Nahrung ist in Deutschland wie weltweit ein Hauptfaktor für den rasanten Anstieg der Krankheit“, so Prof. Danne. „Deutschland gehört zu den Europameistern im Übergewicht. Dadurch haben wir auch diese beträchtliche Zunahme an Typ-2-Diabetes.“ Alleine auf falsche Ernährung und zu wenig Bewegung lasse sich die Entstehung von Typ-2-Diabetes allerdings nicht reduzieren. „Bestimmte Familien und ethnische Bevölkerungsgruppen haben genetisch bedingt ein höheres Risiko als andere“, erklärt Danne. So läge die Prävalenz für Typ-2-Diabetes im arabischen Raum bereits bei 30 Prozent.

Keine bunten Broschüren

Die Zahlen zur Ausbreitung von Typ-2-Diabetes sind erschreckend. Die Deutsche Diabetes-Hilfe hat jedoch klare Vorstellungen, wie man zumindest hierzulande dem Problem Herr werden könnte: „Wir fordern einen nationalen Diabetesplan, da der rasante Anstieg von Typ-2-Diabetes kein reines Gesundheitsproblem, sondern auch ein gesellschaftliches Problem ist.“ Allein mit einer angestrebten Verhaltensänderung der Betroffenen könne das Problem nicht gelöst werden, so Danne. „In den Risikogruppen wird eine Verhaltensänderung kaum umgesetzt. Wir sind zwar Weltmeister im Drucken von bunten Broschüren, aber diese erreichen die Risikogruppen nur sehr unzureichend.“ Wichtiger sei es, gesundes Verhalten einfacher zu machen. „Dazu gehört beispielsweise eine Lebensmittelkennzeichnung, die auf einfache Weise verdeutlicht, was ein gesundes Lebensmittel ist und was nicht. Auch Schüler sollten flächendeckend über gesunde Ernährung und die Bedeutung von Bewegung aufgeklärt werden.“ Der Verband fordert auch gesetzgeberische Maßnahmen zur Eindämmung von Typ-2-Diabetes: „Ähnlich der Tabaksteuer für Zigaretten, setzen wir uns für eine Zucker- und Fettsteuer ein. Denn eine Gesundheitsabgabe auf Fett und Zucker reduziert nachweislich den Verbrauch und finanziert flankierende Maßnahmen, um gesundes Verhalten leichter zu machen.“

126 Wertungen (4.36 ø)

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25 Kommentare:

Diabetes wird weiter zunehmen,
da selber kochen ja als typisch “weibliche” Tätigkeit
in unserer wunderbar fortschrittlichen “Gender-Zeit” abgelehnt werden muss.

mfG

#25 |
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nicht schon wieder eine Steuer!!!
So ein Schwachsinn.

#24 |
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Bambang Subaktyo
Bambang Subaktyo

Ich heisse Bambang Subaktyo, komme aus Indonesia.
Von 1995 habe einen Versuch ueber Pete fruit (Parkia speciosa) um einige krankheiten zu curen, auch fuer Diabetes mellitus. Eine menge personnen die diese Therapy teil genommen, haben from diabetes geheilt nicht nur die blutzuckerkontroll stabiliziert aber richtig geheilt. Es ist ein Naturheilmittel. [Kommentar von der Redaktion gekürzt]

#23 |
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Manfred van Treek
Manfred van Treek

Zu Klaus-Günther Coracino (Arzt): Sie schreiben: “Aber wohlweislich wird in der GKV Cortisol (Selye-Stress) in der Regel nicht bestimmt, auch nicht Magnesium, Chrom und Zink. Wo käme die Pharma-Industrie denn auch hin, wenn nicht patentierbare und daher billige Substanzen ihre Zielgruppe vermindern würden? Und eine der wichtigsten Sustanzen, Benfotiamin, “soll” von der GKV nicht erstattet werden, trotz gegenteiliger Studien, die ihre Wirksamkeit gegen die Glykosylierung und gegen die diabetische Polyneuropathie (vor allem in Kombination mit Pyridoxin und Vitamin B12) belegen.” Dieses Gesetz trat am 1.4.2003 unter einer rot-grünen Bundesregierung in Kraft!!! Ausschluss von Naturheilmitteln aus der Kassenverordnung. Protegierung von Big-Pharma – Danke Rot-Grün!! Ich lasse per GKV-Labor-ÜSchein auch Cortisol, Zink, Selen und Vitamin B bestimmen; denn es gibt kein Labor-Budget!! Man muss nur eine Begründung haben, und die steht in den Feldern: Diagnose und Befunde.
Empfehlung: bei Youtube Prof Lustig Uni San Francisco über High Fructose Corn Sirup – Sugar the bitter truth

#22 |
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Annemarie Lippert
Annemarie Lippert

@1 und 3: Prinzipiell ist der Gedanke, diejenigen auch zahlen zu lassen, die ihre Gesungheit selbst schädigen, nachvollziehbar und richtig. Nur, wie definiert man “selbst schuld”, wo zieht man die Grenze? Nicht jeder Diabetes Typ 2 entsteht durch falsche Ernährung, manche Leute haben einfach das Pech, mit den falschen Erbanlagen geboren zu sein. Und müßte man dann nicht auch Patienten mit Sportverletzungen oder Kniearthose durch Fußball ihre Behandlung selbst zahlen lassen? Immerhin sind sie auch selbst schuld? Für die Bewegung reicht schließlich auch eine Stunde am Tag gehen… Man kommt bei sowas sehr schnell in Grauzonen und zu willkürlichen Entscheidungen.

#21 |
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Ernährungsberaterin DGE Christine Köhler-Theißen
Ernährungsberaterin DGE Christine Köhler-Theißen

Die Diabetikern in unserer Rehaklinik erhalten eine aktuelle Schulung (nicht Infos von vorgestern, wie ich aus den Rückfragen erfahre). Begleitet wird diese mit praktischen Modulen wie z.B. Einkaufstraining.
Das ist wesentlicher nützlicher als eine Broschüre – Einkaufen ist Alltag. Die Krankenkassen sollten diese Trainings über Rezept verrechnen und über den jeweiligen Arzt verschreiben lassen. Ebenso wie Kochkurse und Bewegungsangebote.

#20 |
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Mitarbeiterin Industrie

Warum muss bei uns alles besteuert werden. Ist den nicht auch der Industrie ein verschulden zuzuordnen die Fertigprodukte mit massen an Zucker versüsst. Den Käufer letztliche in die irre führt. Eine Erziehung zu gesunder Ernährung sollte bereits im Kindesalter beginnen. In unseren Schulen geht die Ernährung unter. Das wäre sicherlich ein sehr effizienter Ansatz der kommenden Generation Übergewicht und Bewegungsarmut zu ersparen.

#19 |
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holger schwellnus
holger schwellnus

…ich erinnere mich noch an eine Studie der Amerikaner von Dr. Ingrid Fonk in Ihrem Buch der Darmparasitosen erwähnt, die 1984 bei Diabetes Patienten nach einer Low Dosed Gabe von Mebendazol über 4? oder 6? Wochen signifikante Rückgänge der Insulinpflicht registriert haben…wir sind 30 Jahre weiter und in Deutschland existieren Parasitenerkrankungen scheinbar nicht mehr…meine hausärztlichen Kollegen in meinem Umfeld kommen sie jedenfalls nicht mehr in das Bewußtsein (trotz all der Schwierigkeiten in der der Diagnostik jedoch unbegründet, denn die parasitären Belastungen im Gammelfleisch müssten doch bei der Massentierhaltung eher zunehmen)

#18 |
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holger schwellnus
holger schwellnus

Aber es ist nicht nur das Übergewicht und der Bewegungsmangel…die Qualität der Massentierzuchtendprodukte lässt sehr zu wünschen übrig…das bedeutet das die Gefahr einer stummen Parasitenerkrankung, die sich in einer Schwäche der Insulin-produzierenden Betazellen des endokrinen Pankreas ausdrückt, immens steigt, bleibt den schulmedizinern aufgrund er eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten verborgen. Leichter tun wir uns Komplementärmediziner die energetische Testungen ergänzen und erfolgreich Diabetes mittels Parasitenkuren heilen…denn auch in meinem Umfeld gibt es +60-jährige mit 125kg bei 160cm und besten Blutzuckerwerten…die Dame müßte schon längst Diabetes haben ;-))

#17 |
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Eine Epidemie ist definiert als ansteckende Massenerkrankung. Seit wann ist Diabetes mellitus ansteckend ???

#16 |
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Dr. med. Juliane Heimer
Dr. med. Juliane Heimer

Super Kommentar vom Kollegen Woestmann! Sogar eine Referenz zu ‘Peak-Oil’ (Globales Ölfördermaximum), großartig!

#15 |
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Diätassistent

Zuckeralkohole= Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall usw. das ist auch nicht erstrebenswert, man sollte Industriell verändertes weitestgehend meiden.

#14 |
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Heilpraktiker

Ich plädiere auch für Birkenzucker (xylit, Xylitol). Ist leider nicht subventioniert und deswegen für viele noch zu teuer. Fazit: Beim Zucker subventionen runter, Steuern drauf. Birkenzucker vergünstigen.

#13 |
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Karin Holzhaus
Karin Holzhaus

Warum propagiert man nicht mehr die Anwendung von Xylit oder
Stevia, aber die Zuckerlobby ist wohl stärker!
karin jenensis

#12 |
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Heilpraktikerin

Wo soll man denn da anfangen?
Eigentlich müssten alle Fertiggerichte vom Markt verschwinden.
Jeder sollte sich sein Essen selbst zubereiten oder eben roh essen.
Alle raffinierten Lebensmittel müssten weg.Die Industrie würde Amok laufen
Aber wie viele Menschen gibt es heute, die nicht mehr kochen können oder
angeblich keine Zeit dazu haben? Die Kinder wissen nicht mehr wo die Lebens-
mittel herkommen, ausser aus dem Kühlschrank…
Die meisten Erwachsenen wissen noch wie es früher geschmeckt hat,
aber heute schmeckt irgendwie alles anders.
Es gibt fast keine hart arbeitenden (Körperlich) Menschen mehr, alles sitzt:
in der Schule, im Auto, im Bus, am Arbeitsplatz, Auch die Fitness- Studios,
die mittlerweile wie Pilze aus dem Boden sprießen, werden uns nicht
retten können. Das Ganze ist ein riesiges Geschäft und von der Politik
auch so gewollt – der Rubel muss rollen.

#11 |
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Heilpraktiker

Cola, Limonaden, Softdrinks Fastfood, Eiscrems usw töten mehr Menschen als Kriege. Und die Industrie vedient sich dämlich

#10 |
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Es ist doch stoffwechsel-physiologisch ganz einfach: unsere kohlenhydratreiche Ernährung (in dieser Form auch von der DGE so gefordert) schießt vor allem mit Weizenprodukten (uns natürlich anderen “Süßigkeiten”, aber vornedran der Weizen) den Isulinspiegel übermäßig hoch. Das bringt sekundär verschiedene Reaktionen, u.a. Freisetzung von Entzündungsparametern (s. Arteriosklerose) und Insulinresistenz. Und irgendwann ist aus der prädiabetischen Stoffwechsellage ein echter Diabetes geworden.
Konsequenz: Kohlenhydratarme Ernährung (außer für körperliche Schwerarbeiter und Sportler) und viel Bewegung zum Verbrennen der überschüssigen Kohlenhydrate. Nicht “low-fat” (Fette kann der Körper nur begrenzt herstellen, aber Kohlenhydrate) sondern “low-carb”.
Ich doch ganz einfach. Beweis sind die von meinen Vorkommentatoren zitierten Beispiele.

#9 |
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Klaus sauber
Klaus sauber

Wir besteuern Kraftstoffe ungemein hoch, obwohl wir ihn für die Fortbewegung dringend brauchen. Beim Zucker, den die Leber selbst herstellen kann, besteuern wir viel zu wenig.

#8 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

und:

wann lernt und lehrt die DGE wissenschaftliche Erkenntnisse?

Die Schweden sollen ja nun vom Alt-Dogma “fettarm essen” abgerückt sein und ihren Bürgern “zucker- bzw. KH-arm” empfehlen.
Das wird wohl so manchem nicht “schmecken” …

#7 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

@5: Glykierung?

@1-@5 dem ist ja heftig zuzustimmen, aber Mensch und Gesellschaft sind nicht so. Unser Steinzeitprogramm (welcher Arzt spricht davon?) fordert “Energie bunkern”, “Zucker bunkern”, “Energie sparen”; und unsere Zivilisation bietet reichlich die Möglichkeiten dazu.
Welche Maßnahmen bekräftigen und entwickeln unter diesen Verhältnissen das (ebenfalls genetisch angelegte) Gegenprogramm der Bewegungsfreude?
Schule und Bewegung? Fehlanzeige. usw. usw. Wann werden versteckte Zucker sanktioniert, wann dürfen überzuckerte Produkte nicht mehr als gesund für Kinder beworben werden?
Mir sagte die Ehefrau eines Diabetikers: solange die Kasse die Medikamente bezahlt, kümmert er sich auch nicht. Zwangshebel sind ja nicht geeignet, aber Geld sollte schon im Spiel sein.

#6 |
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Die Diabetiker als Verursacher zu behandeln ist verfehlt. Per Verordnung sind Diabetikerprodukte aus Supermärkten verbannt worden. Dieser Skandal muss rückgängig gemacht werden und Produkte mit Stevia, Xylit und Erytrit müssen gefördert, ihrer derzeitigen Überteuerung entgegengewirkt werden. Auch Mogelpackungen, die trotz Maltose und Isomaltose als “zuckerfrei” angeboten werden, müssen entlarvt werden. Bei Fetten sollten nur die tierischen und raffinierten geächtet werden, aber nicht natives Kokosöl.
Und was ist mit dem immensen Anstieg von Stress durch Existenzangst, die seit Jahren durch die Politik immer weiter geschürt wird? Wir haben doch alle mal was von Steroid-Diabetes gehört. Aber wohlweislich wird in der GKV Cortisol (Selye-Stress) in der Regel nicht bestimmt, auch nicht Magnesium, Chrom und Zink. Wo käme die Pharma-Industrie denn auch hin, wenn nicht patentierbare und daher billige Substanzen ihre Zielgruppe vermindern würden? Und eine der wichtigsten Sustanzen, Benfotiamin, “soll” von der GKV nicht erstattet werden, trotz gegenteiliger Studien, die ihre Wirksamkeit gegen die Glykosylierung und gegen die diabetische Polyneuropathie (vor allem in Kombination mit Pyridoxin und Vitamin B12) belegen.

#5 |
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Seit wann ist Diabetes mellitus “ansteckend” und damit eine “Epidemie”??? Es ist ein weit verbreitetes Fehlverhalten aufgrund mangelnder Erziehung und Überangebot, aggressiver Werbung und Ignoranz. Hier sind in erster Linie die Eltern gefragt, ihre Kinder vernünftig zu ernähren. Mit “Epidemie” hat das nichts zu tun. Und wenn die Eltern wahllos in sich hineinstopfen, warum sollten es die Kinder dann besser wissen? Wenn in Schulen Sportstunden gestrichen werden und in Kindergärten die Kinder nur bei “gutem” Wetter rausgeschickt werden, warum wundern wir uns dann?

#4 |
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Peter Scherbaum
Peter Scherbaum

Ich schließe mich der Meinung von Herrn Dr. Weihe an. Das ist meiner Meinung nach der aussichtsreichste Ansatzpunkt überhaupt. Wer sich seine Gesundheit bewusst kaputt macht (und zwar auf allen Gebieten!), sollte auch dafür zahlen und nicht die Allgemeinheit.
Peter Scherbaum

#3 |
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Dr. med. U. Woestmann
Dr. med. U. Woestmann

Vor einiger Zeit las ich im deutschen Ärzteblatt einen Beitrag, der unter anderem die aktuelle Wirtschaftskrise in den USA und die dort hohe Inzidenz des Diabetes mellitus Typ 2 thematisierte.

Thematisch wurde in diesem Zusammenhang die kubanische Wirtschaftskrise von 1991-1996 analysiert.

Als 1991 die Petroleumlieferungen der kollabierten Sowjetunion an Kuba auf dem Schiffsweg plötzlich wegbrachen und das U.S.-Wirtschaftsembargo gegen Kuba weiter galt, stellte die kubanische Regierung der Bevölkerung mehr als 1 Million Fahrräder zur Verfügung.

Außerdem wurde jeder Bürger/jede Familie dazu ermutigt, ein kleines Stück Garten in ihrer Wohnumgebung zu bewirtschaften. In der Folge stieg(!) die Lebenserwartung der kubanischen Bevölkerung in dieser Zeit um zirka 8 Prozent, Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen nahmen ab — in einer volkswirtschaftlichen Lage, die von Ökonomen als ‚schwere Wirtschaftskrise’ bezeichnet wurde.

Referenzen:
1) http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54005/Kuba-Wirtschaftskrise-senkte-Diabetes-Rate [ZITAT: “Da das Benzin für die Autos fehlte, ließ die Regierung mehr als eine Million Fahrräder verteilen und folgte damit, wenn auch unfreiwillig, einem Ratschlag von Diabetologen, die eine Reduktionsdiät nur für sinnvoll halten, wenn sie von einem Sportprogramm begleitet wird (da sonst die Gefahr besteht, dass Muskel- statt Fettmasse abgebaut wird).” ZITAT ENDE]
2) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23571838 [“Population-wide weight loss and regain in relation to diabetes burden and cardiovascular mortality in Cuba 1980-2010: repeated cross sectional surveys and ecological comparison of secular trends.” (BMJ. 2013 Apr 9, Franco M, Bilal U, Orduñez P, Benet M, Morejón A, Caballero B, Kennelly JF, Cooper RS)]
3) https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderperiode_in_Kuba
4) http://www.theguardian.com/world/2013/apr/09/hard-times-heart-disease-diabetes-cuba
5) https://en.wikipedia.org/wiki/The_Power_of_Community:_How_Cuba_Survived_Peak_Oil

#2 |
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Dr. Heinrich Weihe
Dr. Heinrich Weihe

Das ganze Leben ist Problemlösen, sagt Karl Popper. Und die Probleme werden nicht gelöst, indem immer neue Steuern erfunden werden. Zu gesünderem Leben sollten die Menschen erzogen werden. Und das ist nur dann erfolgreich, wenn sie zu mindestens einen Teil der durch ihre Lebensweise verursachten Kosten selbst tragen müssen und nicht alles von der Gemeinschaft mitgetragen werden muss.
Dr. Weihe

#1 |
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