Rheumatoide Arthritis: Schonende Variante im Test

4. Dezember 2013
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Der sofortige Einsatz eines mit Nebenwirkungen und höheren Kosten verbundenen Biologikums bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis bringt keine besseren Ergebnisse als eine schonendere Variante mit verzögertem Einsatz von Biologika, so das Resultat einer aktuellen Studie.

In der randomisierten OPTIMA-Studie unter Leitung von Josef Smolen, Leiter der klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien, stellten die Wissenschafter fest, dass eine sechsmonatige Therapie mit dem gängigen Antirheumatikum (Methotrexat) und anschließender Kombinationstherapie mit einem Biologikum bei Patienten, die nicht hinreichend auf Methotrexat ansprechen, genauso gute Ergebnisse zeigt wie eine Therapie, bei der die Kombination aus Methotrexat und Biologikum von Beginn an eingesetzt wird. Smolen: „Entscheidend ist dabei aber, dass die Biologikumtherapie, in diesem Falle mit dem Tumornekrosefaktor-Blocker Adalimumab, relativ rasch nach Versagen von Methotrexat, also nach etwa sechs Monaten, hinzukommt; darüber hinaus handelte es sich um Patienten mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf der rheumatoiden Arthritis.“

Paradigmenwechsel in der Therapie der rheumatoiden Arthritis?

Als zweiten Aspekt entdeckte das Team, dass es möglich sein müsste, bei früh eingesetzter Kombinationstherapie des Biologikums mit Methotrexat das Biologikum nach sechs Monaten abzusetzen, wenn zuvor eine niedrige Krankheitsaktivität erzielt wurde, und diesen Status dennoch beibehalten zu können. Smolen dazu: „Die Möglichkeit, von der Kombinationstherapie zurück zur nichtbiologischen Behandlung zu wechseln, wäre ein Paradigmenwechsel in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis, für den aber noch die Bestätigung durch ähnliche Studien nötig ist.“

Große Studie

In die große Studie waren rund 1.000 Hochrisikopatienten an 161 Standorten mit hoher Krankheitsaktivität, erhöhtem Infektionsrisiko und Gelenkschwellungen 18 Monate lang involviert. Diese hohe Krankheitsaktivität betrifft etwas weniger als 50 Prozent der Betroffenen mit rheumatoider Arthritis. Rund drei bis fünf Prozent der Bevölkerung hat entzündliches Rheuma (in Österreich sind es damit rund 250.000 bis 400.000 Menschen) und rund 1% eine rheumatoide Arthritis (in Österreich ca. 80.000).

Originalpublikation:

Adjustment of therapy in rheumatoid arthritis on the basis of achievement of stable low disease activity with adalimumab plus methotrexate or methotrexate alone: therandomised controlled OPTIMA trial
Josef S. Smolen et al.; The Lancet
, doi: 10.1016/S0140-6736(13)61751-1; 2013

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1 Kommentar:

Ärztin

Rund drei bis fünf Prozent der Bevölkerung hat entzündliches Rheuma (in Österreich sind es damit rund 250.000 bis 400.000 Menschen) und rund 1% eine rheumatoide Arthritis (in Österreich ca. 80.000).

wie ist das gemeint- was ist der Unterschied zwischen entz. Rheuma und RA ??

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