Diabetes: Zucker ohne Kaffee

22. März 2013
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Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die viel Kaffee trinken seltener an Typ-2-Diabetes erkranken. Wer hingegen viel rotes Fleisch isst, hat ein höheres Risiko einer Neuerkrankung. Neu ist die Idee, die Erkenntnisse in der Behandlung bei bestehendem Diabetes einzusetzen.

In Deutschland gehört Diabetes laut Robert Koch Institut mit 5,9 Millionen Betroffenen zu den großen Volkskrankheiten. Dies entspricht einer Diabetes-Häufigkeit von 7,3 Prozent. In der Gruppe der über 65-Jährigen sind zwischen 16 und 23 Prozent von einer Diabetes-Erkrankung betroffen. Diese Zahl wird bis zum Jahr 2030 weiter rasant um 1,5 Millionen – alleine bei den 55 bis 74-Jährigen ansteigen, wie epidemiologische Schätzungen kürzlich zeigten. Laut Expertenansicht ist die Dunkelziffer an unerkannten Fällen jedoch wesentlich höher. Australische Wisssenschaftler prognostizieren einen Anstieg der Diabetes Typ 2-Erkrankten bis 2025 um 65 Prozent auf 380 Millionen Personen, wobei die größte Anzahl auf Länder der Asien-Pazifik-Region mit geringem oder mittlerem Einkommen entfallen dürfte.

Langfristig verursacht Diabetes häufig Gefäßverengungen, die unter anderem zu Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie zu Schäden an Augen, Nieren und Nerven führen. Das Hormon Insulin schleust Blutzucker, der mit der Nahrung aufgenommen wird, in Zellen, welche diesen zur Energiegewinnung nutzen. Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 (DM) sind diese Zellen weniger empfindlich für Insulin. Das bedeutet, es wird mehr Insulin für den Zuckertransport benötigt. Diese Mehrarbeit führt zu einer Erschöpfung der Betazellen. In der Folge muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin ausschütten. Ist die Produktion nicht mehr ausreichend, kann der Blutzuckerspiegel gefährlich ansteigen. Der Stoffwechsel kann dadurch nicht mehr ordnungsgemäß erfolgen.

Australische Kaffee- und Tee-Meta-Studie

In eine australische Meta-Analyse (“Coffee, Decaffeinated Coffee, and Tea Consumption in Relation to Incident Type 2 Diabetes Mellitus”) flossen Daten von 18 Studien mit insgesamt 457.922 Patienten ein. Demnach führte jede zusätzlich pro Tag konsumierte Tasse Kaffe zu einem Sinken der Diabetes-Gefahr um sieben Prozent. Probanden, die pro Tag drei bis vier Tassen Kaffee tranken, waren in etwa um ein Viertel weniger gefährdet, als Personen die zwei oder weniger Tassen konsumierten. Auch drei bis vier Tassen entkoffeinierten Kaffees senkten das Risiko – im Vergleich zu vollständiger Abstinenz um etwa ein Drittel. Der Schutzeffekt von Tee war hingegen schwächer. Dennoch verringerte der Konsum von täglich drei bis vier Tassen Tee die Diabetes-Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu vollständiger Abstinenz um etwa ein Fünftel.

In einer weiteren Studie von Greenberg führte der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee bei 60-Jährigen und Jüngeren zu einer signifikaten Risikoreduktion von 40 Prozent. Bei den über 60-Jährigen war hingegen ein Risikoanstieg von 40 Prozent zu verzeichnen. Allerdings war die Stichprobe zu gering, um feststellen zu können, ob die Auswirkungen von entkoffeinierten Teekonsum tatsächlich altersbedingt sind. Dazu wären weitere Untersuchungen notwendig. Die Forscher vermuten hinter diesem Schutzeffekt nicht nur das Koffein sondern eine ganze Reihe von Kaffee-Inhaltsstoffen wie etwa Magnesium, Lignane, Chlorogensäure oder Antioxidantien. Insgesamt empfehlen die australischen Studienautoren ihren Diabetes-Typ-2-Risiko-Patienten, ihren Tee- und Kaffeekonsum zu steigern und darüber hinaus mehr Sport zu betreiben und ihr Gewicht zu reduzieren.

Deutsche EPIC-Studie

Die prospektive EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie mit 42.000 Teilnehmern, die vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) durchgeführt wurde, zeigte, dass Kaffeetrinken das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen nicht erhöht und sogar mit einem verminderten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Probanden, die mehr als vier Tassen (über 600 ml) koffeinhaltigen Kaffee konsumierten, hatten im Vergleich zu Testpersonen, die weniger als eine Tasse tranken, ein um 23 Prozent verringertes Typ-2-Diabetes-Risiko. Ein ähnlicher Zusammenhang gilt auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee. Die Wissenschaftler analysierten neben medizinischen Daten der Teilnehmer auch deren Ernährungs- und Lebensstildaten.

In der Nachbeobachtungszeitraum von knapp neun Jahren erkrankten 1.432 Studienteilnehmer erstmals an Typ-2-Diabetes, 394 erlitten einen Herzinfarkt, 310 einen Schlaganfall und 1.801 Teilnehmer erkrankten an Krebs. “Unsere Studienergebnisse decken sich mit den Resultaten aktueller prospektiver Studien aus den USA”, sagte Erstautorin Anna Flögel. Wer Kaffee gut verträgt und ihn gerne trinkt, sollte dies auch weiterhin tun, so die Epidemologin. Andererseits sollten sich Kaffeemuffel aufgrund der Ergebnisse nicht genötigt sehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen. “Es ist wichtiger, darauf zu achten, ausreichend Vollkornprodukte, wenig Fleisch sowie viel Obst und Gemüse zu essen, nicht zu rauchen und sich ausreichend zu bewegen”, ergänzt Studienleiter Prof. Dr. Heiner Boeing. Für die Flüssigkeitszufuhr böten sich neben Kaffee auch andere Getränke mit einem geringen Energiegehalt, wie Tee und Wasser, an.

Vollkornprodukte senken Diabetes-Typ-2-Risiko

Eine Reihe internationaler Langzeitstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen einem hohen Vollkornprodukte-Konsum und dem Schutz vor Diabetes-Typ-2. Erwachsene, die sich häufig mit Vollkorn ernährten, hatten im Schnitt ein 20-40 Prozent geringeres Risiko, als Personen, die verstärkt Weißmehlprodukte aufnahmen. Ein hoher Vollkornkonsum reduziert häufig das Körpergewicht und senkt damit das Diabetes-Risiko. Zahlreiche Beobachtungsstudien wie die finnische Montonen-Studie zeigten, dass ein Großteil der schützenden Wirkung von Vollkornprodukten auf deren hohen Ballaststoffanteil zurückzuführen war. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein hoher Anteil an löslichen Ballaststoffen die Verdauung verlangsamt. Dies führt zu einem geringeren Ansteigen des Blutzuckers, wodurch der Körper weniger Insulin ausschütten muss.

Diabetesforscher sind überdies der Ansicht, dass kurzkettige Fettsäuren, die durch den bakteriellen Abbau von unverdaulichen Kohlenhydraten im Dickdarm entstehen, die Glucoseverbrennung in der Leber erhöhen, die Freisetzung von Fettsäuren verringern und die Verstoffwechselung des Insulins verbessern. Vollkorn liefert auch einen hohen Magnesium-Anteil. Sowohl die Nurse´s Health -als auch die Iowa Women´s Health Study zeigten, dass eine hohe Magnesiumaufnahme einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Diabetes-Typ-2 leistet. Letztlich liefern auch die in Vollkornprodukten enthaltenen Inhaltsstoffe wie Antioxidantien, Phenolverbindungen und Phytoöstrogene einen wichtigen Diabetes-Schutz.

Mit einer neuen Studie bei bestehendem Diabetes wollen Wissenschaftler an der Unklinik Heidelberg untersuchen, ob eine spezielle achtwöchige Diät mit Kaffee, Vollkornprodukten und ohne rotes Fleisch die Zuckerwerte verbessert und Diabetes mildert. “Wir hoffen, dass Kaffee, Vollkorn und wenig rotes Fleisch die Insulinempfindlichkeit und damit die Blutzuckerwerte verbessern”, erklärt Dr. Jan Gröner, Assistenzarzt der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel, der für die Studie in Heidelberg verantwortlich zeichnet. “Über die genaue Wirkweise dieser Nahrungsmittel auf die Insulinempfindlichkeit gibt es bislang jedoch noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse.“

Allerdings gelten wenig Bewegung und Fettleibigkeit als hohe Risikofaktoren für DM. Für die Studie werden die Probanden per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Während eine Gruppe völlig auf rotes Fleisch verzichtet, viele Vollkornprodukte und fünf Tassen Kaffee pro Tag erhält, steht auf dem Speiseplan der Vergleichsgruppe täglich rotes Fleisch, aber kein Kaffee und keine Vollkornprodukte.

133 Wertungen (4.14 ø)
Medizin

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24 Kommentare:

PD Dr. Hartmut Grimm
PD Dr. Hartmut Grimm

@ Bayerl (5) extra wegen dieser Idee habe ich durchgescrollt: was mache ich Ärmster, der gerne Steaks isst und viel Kaffee trinkt: bin ich noch gesund oder zuckere ich schon?
Wenn ich tagsüber Milchkaffee trinke, aber abends nach dem Essen doppelten Espresso mit viiiiiel Zucker – bin ich noch normal?
Abgesehen davon: bei zwei Einflussfaktoren sollte man(n) auch versuchen, die Interaktionen zu checken!? –> komplettes 2×2 Design und etwas mehr Fantasie bei den Einflussfaktoren!

#24 |
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Interessante Fragestellung, ob Kaffeegenuss eines bestimmten Ausmasses (ohne Zucker nehme ich an? Leider konnte ich diese irgendwie essentielle Information im Text nicht finden) eventuell einen protektiven Einfluss hinsichtlich der Entwicklung eines Diabetes Typ 2 haben koennte!(“mit” Zucker waers glaube ich eher unwahrscheinlich!?). Bzw ob es ueberhaupt irgendeine Kausalitaet zwischen diesem beiden Groessen geben koennte? Klar ist bisher nur, dass wir noch keine Kausalitaet diesbezueglich bewiesen haben…. oder der Zucker noch mitberechnet werden muss….und dass die Studien meinen Kaffeekonsum (3-4 Tassen taeglich) nicht akut beeinflussen werden!

#23 |
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Es war echt unterhaltsam.Nun habe ich ein Problem.Sollte ich jetzt noch mehr Kaffee trinken? oder doch damit aufhören, weil die Prostata mir zu schaffen macht. Gibt es Studien über Kaffeetrinken und Prostatahyperplasie?

#22 |
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Ärztin

Herr Triebel und Herr Peveling, sollten Sie nicht meinen Beitrag sondern die Metaanalysen mit Ihrere Kritik gemeint haben muss ich mich bei Ihnen beiden entschuldigen.

#21 |
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Ärztin

Die Pestizidbelastung bei Tee ist wesentlich höher als bei Kaffee. Um die Kafffeebohne ist eine Beere, auf Teeblätter gelangen Pestizide direkt.

Danke Herr Wolkersdorfer, so wollte ich das auch gesehen haben.

– Ursächlich gesichert sind Übergewicht und Bewegungsmangel beim Diabetes Typ 2 im Zusammenhang mit einer genetischen Komponente.-
Vergessen wir meist, dass Diabetes meistens auftritt, wenn die Serumkonzentrationen der Geschlechtshormone in fortgeschrittenem Alter unter eine individuelle kritische Grenze fallen.
Unterschlagen wird auch, dass Geschlechtshormone in Fettgewebe gespeichert werden (wissen wir aus der Sportmedizin) und dass die altersbedingte Zunahme der Fettspeicher zur Sicherung der hormonellen Homöostase erforderlich ist, -individuell unterschiedlich gewichtet natürlich.
Zuerst kommt also der natürliche Abfall der Hormonkonzentration mit konsekutiver Fettzunahme um die Homöostase aufrecht zu erhalten, dann dekompensiert das System und z.B bei Frauen beginnt die Menopause mit relativ gleichzeitigem Auftreten des Diabetes, falls genetisch veranlagt.
Der Faktor Bewegung, erforderlich um die Insulinsensibilität der Insulinrezeptoren zu erhöhen, (insulinunabhängige Zuckeraufnahme)bekommt ebenso wie eine der neuen Situation angepassten Ernährung (weniger KH, eventuelle BE-Kontrolliert, heute wird oft einfach (anaboles)Insulin substituiert)zunehmend Bedeutung. Eine neue Homöostase stellt sich ein, je nach Geschwindigkeit des Fortschreites des Alterungsprozesses lässt sich der Beginn der diabetischen Stoffwechsellage noch einige Zeit/Jahre damit aufschieben.
Man könnte auch Geschlechtshormone substituieren, was aber zugunsten der Statintherapie (bringt der Pharmaindutrie mehr Geld) heute (leider) nicht mehr propagiert wird.
Dies Alles kann man nicht in Metaanalysen lesen. Diese Erkenntnisse erfordern ein Studium der Originalarbeiten und noch ein bisschen Studium von Literatur quer durch die Fachrichtungen.
Herr Triebel und Herr Peveling, wenn das für Sie auch geballter Unsinn ist, dann bemitleide ich ihre Patienten.

#20 |
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Hans-Peter Schwarz
Hans-Peter Schwarz

Möglicherweise helfen die diversen FETTE (kurzkettige ? ) ähnlich wie die dem Vollkorn zugeschriebnenen positiven Effekte
Klar ist aber andererseits, daß Kaffee als Diuretikum den vorhandenen Blutzucker auf weniger Volumen verteilt.
Die Frage, ob ich 10 Tassen Kaffee mit oder ohne 10 Zucker trinke wird im Artikel nicht einmal angesprochen. Das wäre für die Heidelberger Studie (mit hiesigen Temperaturen!) vielleicht doch interessant
Bei Kaffee halte ich es im Übrigen für wichtig, auf Bio- Qualität zu achten, ansonsten kommt garantiert ein bei uns längst verbotenes Pflantenschutzmittel….z.B. DDT in meine Tasse. Faxtor x Konsum Zahl der Tassen x Tag x Jahr x Lebensjahr

#19 |
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Also bitte, mehr Contenance wahren! Es geht hier nicht darum, das ein Autor eigene Ergebnisse veröffentlicht, sondern Studienergebnisse zusammenfasst, die andere verzapft haben. Also wäre es erstens angebracht: die Studien im Original lesen und zweitens: sich dann ein Bild machen und bewerten bzw. mit den Studienautoren diskutieren. Dass es einen Studien- und Korrelationswahn gibt, wissen wir alle…”Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt…” Das kennen wir als Naturwissenschaftler zur Genüge. Würde man in der Forschung nicht nur für Veröffentlichungen bezahlt, sondern für wirkliche Forschungsqualität, wären manche Studien nie veröffentlicht worden. Nächste Frage ist auch, wer hat die Studie in Auftrag gegeben und wer bezahlt sie? Deshalb lese ich diese News trotzdem gerne, Begründung siehe Kommentar von Frau Bettina Wachsmann.

#18 |
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Dr. med. Meinolf Wettzel
Dr. med. Meinolf Wettzel

Es gibt keinen 100% Arabica Espresso !! Immer ist in Espresso ca. 10% Robusta, wegen der Crema

#17 |
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Helga Seemann
Helga Seemann

Als “red meat” wurde in Amerika das bezeichnet, was wir in Deutschland “Wurstwaren” nennen.

#16 |
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Bettina Wachsmann Wachsmann
Bettina Wachsmann Wachsmann

ich wundere mich immer wieder mit welcher latenten Feindseligkeit und Besserwisserei kommentiert wird. Warum immer diese kleinen Gehässigkeiten untereinander und oft auf den Autor bezogen. Bringt meist keinen informativen Mehrwert, hinterlässt schlechte Stimmung. Nicht-Ärzte sind dabei meist die größten ‘Gschaftlhuber’.
Gibts im Norden einen ähnlich passenden Ausdruck? ;-)

Finde die Artikel meist ganz interessant, es geht doch nicht darum, daß schwerwiegende,unumstößliche, wissenschaftliche Postulate aufgestellt werden. Dann darf man nur Leitlinien lesen und auch die haben oft ein Ablaufdatum. Es geht doch um neue Denkrichtungen, Vorstöße die an dieser Stelle einfach auch einen gewissen Unterhaltungswert haben.

Aber sie immer kritische, schwer abwägende, tonnenschwere deutsche Seele kann damit wohl schlecht umgehen. Miesepeter. Gibts dafür z.B. ein italienisches Wort? Selbst Grantler’ klingt netter! Ich freu mich schon auf nordische humorlose Aufreger.
Los Psychotherapeuten, Pharmazeuten, Heilpraktiker gebt’s es mir! ;-))

#15 |
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Wenn sie weiterhin derartig blödsinnige Artikel publizieren, werde ich DocCheck abbestellen. Denn:

NIEMALS darf man eine Korrelation als Kausalität interpretieren. NIEMALS! Das lernt man in der ersten Stunde Statistik, Herr Strausz.

#14 |
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Ärztin

Und ich behaupte, die Diebetes-reduziernde Wirkung kommt dadurch, daß die Leute statt Softdrinks mit ihrem hohen Zuckeranteil eben Kaffee oder Tee trinken (hier wäre es wichtig, auf Unterschiede zwischen zusätzlicher Milch- und/oder Zucker-/Süßstoffzugabe zu unterscheiden).

Denn wenn man Kaffee/Tee trinkt, kann man keine Softdrinks trinken. Und das macht man ja nicht nur einmal, sondern gewohnheitsmäßig. Daß dies nach einigen Jahren die genannten Unterschiede bei der Diabetes-Häufigkeit hat, kann ich mir schon vorstellen.

Die Frage ist ja auch, wie intensiv die Leute nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt wurden. Und auch dann ist noch zu berücksichtigen, daß wohl nicht alle ihre wahren Ernährungsgewohnheiten offenbaren. Das kennt man ja auch von anderen Befragungen.

Somit muß ich meinen Vorrednern zustimmen: diese Untersuchung besagt in dieser Form noch gar nichts.

#13 |
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Mal ist es rotes Fleisch, mal fehlt Vitamin D, mal hilft Zimt und mal hilft Kaffee und Tee. Nach einer gewissen Zeit wird alles wieder in Frage gestellt.
Ursächlich gesichert sind Übergewicht und Bewegungsmangel beim Diabetes Typ 2 im Zusammenhang mit einer genetischen Komponente. Alle weiteren Dinge sind gefährliche Spekulationen und unwissenschaftlich.

#12 |
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Dr. med. Ingo Wachernig
Dr. med. Ingo Wachernig

Die Studie sagt nicht welcher Kaffee verwendet wurde. Arabica? Robusta? Dass Kaffee gute Inhaltsstoffe hat ist bekannt (Huminsäuren z.B.), aber ich gebe zu bedenken, dass die Robusta Tiefland Sorten erhebliche Mengen an Spritzmittelrückständen aufweisen, daher viel saurer sind und das Pancreas mehr schädigen. Ebenso halte ich eine decoffeinierung für unnatürlich und durch den Eingriff, der das Naturprodukt verändert als schädlicher, als den guten 100 % Arabica Espresso.

#11 |
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zu #6
nach meiner Kenntnis, ich habe mich damit früher einmal sehr intensiv befasst, geht es um den Eisengehalt, der höher ist als in “blassem Fleisch” (Geflügel). Eisen ist ein mächtiger potentieller “Oxydator”. Es gibt theoretische Vorstellungen, dass “Antioxydantien” z.B. den Alterungsprozess verlangsamen können oder die Häufigkeit des (häufigsten) Dickdarmkrebses, was selbstverständlich zu kurz gegriffen ist. Eisen hat die Besonderheit, dass es schlecht ausgeschieden werden kann.
Jedenfalls ist in der Statistik der Ernährungsforschung ein (minimaler) negativer Einfluss auf das Colon-Ca nicht mehr nachweisbar, wenn gleichzeitig ausreichen Gemüse bzw. Ballastoffe dabei waren.

Völlig irrational wird die Antipathie gegen rotes Fleisch, wenn man weis, dass Eisen der häufigste “Spurenelementmangel” der Welt ist, auch im Westen speziell bei Frauen mit regelmäßigem Blutverlust und Fleisch die wichtigste natürliche Eisenquelle darstellt.

mfG

#10 |
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Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen!

#9 |
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Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

geballter Unsinn!

#8 |
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Ärztin

Eine Erklärung für die “Fleischtheorie” wäre die einfache Tatsache, dass (unter anderem in rotem)Fleisch glucoplastische Aminosäuren enthalten sind, die bei entsprechender Stoffwechseldisposition die Gluconeognese füttern. Kaffee dagegen (auch ohne Zucker getrunken) ist dafür bekannt den Serum-BZ anzuheben und eine reflektorische Insulinausschüttung zu veranlassen. Für Teekonsum ist kein BZ-Anstieg beschrieben.
Aber kein Mensch ernährt sich von Kaffee, Tee, Vollkornprodukten oder Fleisch alleine. Die Mischung macht´s wahrscheinlich, der Stoffwechseltyp tut sein Übriges dazu und schon dazu gibt es keine Daten. Die entnimmt man dann “Metaanalysen” und mischt sich seinen persönlichen Interpretationscocktail.
Man kann alle Aspekte der in diesen Metaanalysen festgestellten Daten in Einzelstudien zur jeweiligen Fragestellung nachlesen und erhält teilweise widersprüchliche Ergebnisse. Leider werden bei Metaanalysen gerne Fakten in Zusammenhang gebracht die nicht kausal miteinander zusammenhängen. Ein ungeordneter Datenmatsch, der “irgendwie” miteinander in Zusammenhang steht. Die Schlussfogerungen der Zusammenhänge sind häufig falsch, ähnlich
Metaanalysen bearbeiten auch ältere Daten die teilweise bereits überholt sind. Ernährungsfokussierte Analysen berücksichtigen darüber hinaus die multifaktorielle Genese des Typ II Diabetes nicht und vermitteln ein falsche Bild der Krankheit.

#7 |
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Cornelia Weber- Hunke
Cornelia Weber- Hunke

Ich hätte die “Geschichte” mit dem roten Fleisch gerne einmal biochemisch erklärt?! Hat dieses der Autor vergessen?

#6 |
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Die Heidelberger Studienplanung zum Schluss hat offensichtlich das Ziel,
etwas gegen rotes Fleisch in die Hände zu bekommen.

Es fehlt dafür allerdings noch der Vergleich einer dritten Gruppe,
die rotes Fleisch mit Vollkorn und 5 Tassen Kaffee kombiniert.

Ich weis jetzt schon das Ergebnis:
Die Gruppe mit Vollkorn, Kaffee UND rotem Fleisch
wird besser abschneiden als die Gruppe mit Vollkorn, Kaffee OHNE rotem Fleisch :-)

mfG

#5 |
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Rudolf Bauer
Rudolf Bauer

Zucker ohne Kaffee oder besser Kaffee ohne Zucker?
Oder weniger Zucker durch Kaffee?
Auch hier gibt es inzwischen passende Studien,
Wie verhält es sich mit Zuckerersatzstoffen?
Was richtet die mit Heißhunger gegessene Praline an?

#4 |
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Rudolf Bauer
Rudolf Bauer

Ich habe nur noch vermisst, daß sich über oral aufgenommenes Magnesium in Pulverform oder über Frühstücksmüsli ausgelassen wird.Der Teekonsum und die Teeart bleibt auch noch zu diskutieren.
Wenn einer sein Leben lang täglich Zigarren und Pfeife geraucht hat,gibt er das auch durch diese Studienergebnisse nicht auf.
Außerdem ist nicht zu erklären welche Auswirkungen das auf Diabetes haben soll.
Daß Vollkornprodukte und ein geringerer Fleischkonsum bei mehr an Obst und Gemüse günstig ist,wird wohl so sein.
Kommt es dabei auf den aktuellen Verbrauch an oder auf die Gesamtmenge eines ganzen Lebens?
Es gibt Studien, die einen erhöhten Kaffeekomsum eigentlich verbieten.
Es sind noch viele Fragen offen.

#3 |
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So ein geballter Unsinn – und der Mythos vom “roten Fleisch” – es geht doch bei allem immer umn “wieviel” – nicht um “was”; messen und mischen kann man alle Daten, ob es Sinn mach oder nicht. Schätzungen und Hochrechnungen sind unseriös und allenfalls “Bild-Zeitungs-Niveau”. Sowas möchte ich hier nicht lesen.

#2 |
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Gewöhnlich klicke ich diese doccheck news gleich weg, nun habe ich leider doch diesen Artikel gelesen, der wieder nur das Grundübel der gegenwärtigen Medizin bestätigt: den Studienwahnsinn. Statistische Erhebungen ersetzen Kausalität. Wer’s glaubt wird selig. Statistisch korrelieren kann man alles, warum nicht lieber gleich Astrologie und Woodoo?

#1 |
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