Gesundheitswesen: Pflegebeben Stärke 9

9. Dezember 2013
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Eine aktuelle Studie belegt: Von allen europäischen Ländern trifft Deutschland der Sparkurs im Gesundheitswesen offenbar am härtesten – zumindest was das Pflegepersonal im Krankenhaus betrifft. Darunter leiden sowohl die Pflegekräfte, als auch die Patienten.

Längst hat der Spardruck auch das Gesundheitswesen erreicht und stellt dort Pflegefachleute vor eine schwierige Aufgabe: Sie müssen immer wieder entscheiden, welche pflegerischen Maßnahmen sie ihren Patienten wegen Zeitmangels vorenthalten müssen.

Wann wird welche Pflegemaßnahme gestrichen

Wissenschaftler des Fachbereichs Pflegewissenschaft der Universität Basel gingen nun erstmals der Frage nach, welche notwendigen pflegerischen Maßnahmen in allgemeinen chirurgischen und medizinischen Abteilungen von europäischen Akutkrankenhäusern nicht durchgeführt werden können und wie oft dies vorkommt. Hierfür werteten die Forscher Daten von 33.659 Pflegenden aus 488 Krankenhäusern in zwölf europäischen Ländern aus (Belgien, England, Finnland, Deutschland, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden, Schweiz). Diese waren ursprünglich im Rahmen der internationalen Studie „Nurse forecasting in Europe“ (RN4CAST) erhoben worden. Deutschland war mit 49 Krankenhäusern beteiligt, in denen insgesamt 1.508 examinierte Pflegefachkräfte befragt worden waren.

Deutschland hält viele traurige Rekorde

Im internationalen Vergleich landete Deutschland auf dem letzten Platz, was den Ausbildungsstand der Pflegekräfte betrifft. Während in Spanien und Norwegen alle Beschäftigten über einen Bachelor Abschluss verfügten, war das bei den Deutschen Teilnehmern bei keinem einzigen der Fall. Im europäischen Durchschnitt konnten 54% aller Pflegekräfte diesen Ausbildungsstand vorweisen. Auch bei der Arbeitsbelastung hält Deutschland den europäischen Negativrekord: Hierzulande muss eine Pflegekraft im Krankenhaus etwa 13 Patienten versorgen, norwegische Kollegen nur fünf. Und damit nicht genug: 61% der deutschen Pflegekräfte gaben an, in ihrer letzten Schicht mehrmals mit nichtpflegerischen Aufgaben beschäftigt gewesen zu sein. In keinem anderen europäischen Land waren derart viele Pflegefachpersonen zu fachfremden Arbeiten angehalten worden – im europäischen Durchschnitt waren es rund 34%, in Spanien sogar nur 17%.

Vorletzter Platz beim Auslassen pflegerischer Maßnahmen

Um zu erfassen, auf welche Bereiche ihrer pflegerischen Aufgaben das Fachpersonal im Akutfall verzichtet, erstellten die Studienautoren eine Liste aus 13 pflegerischen Maßnahmen, die von direkter physischer Pflege und Überwachung eines Patienten über die Planung und Dokumentation der Pflege bis hin zu psychosozialen Pflegekomponenten reichte. Mitarbeiter in der Krankenpflege wurden dazu aufgefordert, diejenigen Aktivitäten zu vermerken, die sie in ihrer letzten Schicht wegen Zeitmangels nicht ausführen konnten.

Im europäischen Durchschnitt mussten Pflegefachpersonen 3,6 von 13 pflegerischen Maßnahmen in ihrer letzten Arbeitsschicht auslassen. Auch hier bildet Deutschland, allerdings vor Griechenland, das Schlusslicht der Tabelle mit durchschnittlich 4,7 ausgelassenen pflegerischen Maßnahmen. Testsieger in diesem Bereich waren Krankenhäuser in der Schweiz, den Niederlanden und Schweden mit 2,8 nicht gewährten Pflegeanwendungen, dicht gefolgt von Finnland und Norwegen mit einem Durchschnittswert von 2,9. Am Ende der Tabelle steht Griechenland mit 5,8 ausgelassenen pflegerischen Maßnahmen.

Gespräche und Schulung der Angehörigen fallen weg

Waren die Pflegekräfte zur Rationierung gezwungen, so verzichteten sie europaweit am häufigsten auf Gespräche mit den Patienten. Auch andere psychoedukative Maßnahmen wie z.B. das praktische Anleiten von Patienten und ihren Angehörigen entfielen häufiger als beispielsweise Maßnahmen wie Pflegeplanung und Dokumentation, Patientenüberwachung, Umlagern von Patienten und das rechtzeitige Verabreichen von Medikamenten. „Psychoedukative Maßnahmen gehören zwar seit jeher zu den Kernaufgaben der Pflege, werden aber angesichts knapper Ressourcen häufig nicht durchgeführt. Sie erhalten vom Pflegefachpersonal geringere Priorität, da sie sehr zeitintensiv sind und der Zeitaufwand schlecht planbar ist“, so Studienleiter Dr. René Schwendimann vom Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel.

Negativer Einfluss auf Arbeitszufriedenheit

Das Rationieren von pflegerischen Maßnahmen sei selbst innerhalb der Pflege ein Tabuthema, stelle es für Pflegefachpersonen doch ein berufsethisches und moralisches Dilemma dar, schreiben die Wissenschaftler. Dies könne sich negativ auf die Arbeitszufriedenheit auswirken und gar zu Burnout oder Berufsausstieg führen. Gerade deshalb sei es wichtig, dass zu diesem Thema im Gesundheitswesen ein offener Diskurs geführt wird, so die Studienautoren.

Krankenhausmanagement gefordert

Die Rahmenbedingungen für die Pflegefachleute spielen beim Auslassen pflegerischer Maßnahmen offenbar länderübergreifend eine Schlüsselrolle. In Krankenhäusern, in denen Abteilungsleiter über eine hohe Führungsqualität verfügten, kam es seltener dazu, dass pflegerische Maßnahmen den Patienten vorenthalten werden mussten. Auch die stimmige Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegekräften sorgte dafür, dass sich Pflegekräfte eher umfangreich um ihre Patienten kümmern konnten. Erwartungsgemäß beeinträchtigte auch das Ausmaß von nichtpflegerischen Tätigkeiten wie etwa das Reinigen von Patientenzimmern den Umfang, in dem sich die Pflegekräfte um ihre Patienten kümmern konnten. „Das Spitalmanagement kann durch die Optimierung der Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass Pflegefachpersonen pflegerische Maßnahmen weniger häufig rationieren müssen“, so Schwendimann. Doch angesichts der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen in vielen europäischen Ländern könne sich der Wegfall von Pflegemaßnahmen noch weiter verschärfen, vermuten die Studienautoren. Sie plädieren dafür, das Pflegepersonal regelmäßig zu befragen, um so Ressourcenmängel frühzeitig zu erkennen und beheben zu können.

Denn die Studienlage ist eindeutig: Wo genügend gut ausgebildetes Pflegepersonal im Einsatz ist, genesen Patienten schneller und sterben seltener. Die Anzahl der Pflegekräfte zu erhöhen, scheint zunächst zwar mit erhöhten Kosten verbunden zu sein, Studien belegen jedoch, dass eine derartige Maßnahme kosteneffektiv ist. Dr. Schwendimann erklärt, warum: „Eine bessere Qualität der Arbeitsumgebung des Pflegefachpersonals sowie eine geringere Anzahl Patienten pro Pflegefachkraft weisen signifikante Zusammenhänge beim Pflegepersonal auf, wie tiefere Burnout-Raten, höhere Arbeitszufriedenheit und geringere Kündigungsabsichten und bei den Patienten eine höhere Zufriedenheit mit der Spitalpflege. Alles Zusammenhangsfaktoren, die indirekt kostenwirksam sind.“

197 Wertungen (4.79 ø)

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39 Kommentare:

Christoph Frank
Christoph Frank

Ich möchte der Vollständigheit halber hinzufügen, dass der Personalschlüssel in Norwegen ein völlig anderer ist als in Deutschland. Um zum Beispiel auf der Intensivstation eine Fachpflegekraft pro Patient einsetzen zu können, wird zusätzlich ständig Personal aus Schweden und Dänemark angestellt und dafür auch überdurchschnittlich bezahlt. Vermittlungsagenturen in Skandinavien geben die hohen Löhne an die Angestellten weiter – in Deutschland fällt die Vergütung deutlich geringer aus.

#39 |
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Jewgenij Beluchin
Jewgenij Beluchin

Sehr geehrte Frau Künstle,
es ist bedauerlich dass Sie an einen scheinbar ignoranten Kollegen vom mäßigem Intellekt gestoßen sind. Ich bin seit 2 Jahren Assistenzarzt in der Inneren Medizin und schätze die Arbeit des Rettungsdientes und des Pflegepersonals sehr. Erfahrenes Personal erkennt und löst das Patientenproblem oftmals schon bevor ich überhaupt weiß, dass der Patient in meiner Notaufnahme ist (z.B. Schocklagerung, Sauerstoffgabe, Anlage i.v. Zugang, Infusionen, Pflegemaßnahmen etc.). Das hält uns Ärzten den Rücken frei für die medizinische Kernbehandlung und dafür bin ich sehr dankbar. Übrigens habe ich zuletzt eine 72h Arbeits-Woche gehabt und denke mir, dass ich selbst nichts Gescheites gelernt habe. MfG

#38 |
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Katrin Künstle
Katrin Künstle

Herrn Giesen, #31, muss ich zustimmen: ich komme aus dem Rettungsdienst, der auch mal mein Traumberuf war – leider ist auch das vorbei. Bei einem Gespräch über schlechte Bedingungen und Bezahlung, wie sie auch im RD herrscht, konnte ein anwesender Arzt nur beitragen “Hätter ihr halt was Gescheites gelernt”. Hier ist es ähnlich wie in der Pflege: die Ärzte und Patienten können nicht ohne uns, dennoch schauen die Doktoren auf uns herab und bemühen sich gleichzeitig aus lauter Standesdünkel an und von höchster Stelle, eine Verbesserung in der Ausbildung zu verhindern – siehe das leidige NotSanGesetz-Thema…

#37 |
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Gast
Gast

Hallo,
wenn ich diesen Artikel lese und die Kommentare wird mir immer wieder bewusst, dass ich mich mit meiner Berufswahl als GKP vielleicht doch falsch entschieden habe.
Wo liegt das Problem?
Meine ersten beruflichen Kontakte zum Krankenhaus liegen mittlerweile 13 Jahre zurück und der Beruf hat mir damals gefallen!
Seit damals ist einige Zeit vergangen, aber ich kann mit Fug’ und Recht behaupten es ist kontinuierlich schlechter geworden! Ich habe in der Zeit 5 verschiedene Träger (konfessionell und privat) in 7 verschiedenen Krankenhäusern erlebt und unter dem Strich sind ALLE gleich:
Entscheidungen zu Strategien werden am runden Tisch einer Geschäftsführung getroffen, aufgrund von wirtschaftlichen Erwägungen (was oftmals notwendig ist!).
Dummerweise werden diese Entscheidungen von Menschen getroffen, die weder Ahnung von der Materie der Arbeit haben noch in der Lage sind weiter als bis zum nächsten Quartal zu denken. Einige dieser Entscheidungen führten ins Gegenteil: Kostendruck -> Sparmassnahme -> Abnahme der Qualität -> geringere Patientenzahlen -> erhöhter Kostendruck
Ebenfalls wurden diese kleinen juristischen Hürden nicht wirklich beachtet: wer ist verantwortlich, wenn ein Patient aus dem Bett fällt, die Pflegekraft auf ihrer Station mit 6 Überwachungs-/Monitorplätzen und 9 “normalen” internistischen Patienten alleine ist?
Antwort: die Pflegekraft!
Ausser sie hat eine Überlastungsanzeige geschrieben…
Aber was ist, wenn diese Überlastungsanzeige mehr oder weniger von der PDL “verboten” wird (nicht ausdrücklich natürlich)…
Dies ist nur eines von vielen Beispielen, die mich tangieren.

Welche Chance hat die Pflege?
Als erstes müssen ALLE erkennen Pflege ist nicht gleich Pflege!!!
Diese Vereinheitlichung und Gleichmachung halte ich für gefährlich und unnötig! Des Weiteren geht sie am Bedarf vorbei. Nicht jeder kann und will alles machen: es gibt deutliche Unterschiede zwischen der Pflege in einer Betreuungseinrichtung und einem OP, allerdings wird oft erwartet, dass jeder Alles kann – das ist nicht nur maximal optimistisch … es ist dumm und gefährlich!
Wenn aber die Pflege diesem Bild selbst entspricht ist sie selber schuld.

Organisation innerhalb der Berufsgruppen…
Ein sehr leidiges Thema denn: wir sind uns nicht annähernd einig, wie wir unseren Beruf selber gestalten können: ich persönlich würde die Tätigkeit lieber in die medizinische Richtung erweitern und in dem Bereich z.B. durch Fortbildungen Rechte und Pflichten im Bereich Patientenbehandlung erwerben, viele möchten auf keinen Fall über die Grundpflege hinaus aktiv werden etc. Solange diese Fragen nicht aktiv diskutiert werden sind wir nicht in der Lage uns mit uns selber zu Solidarisieren. Nur die Aussage “wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen” wird uns als Berufsgruppe nich weiterbringen.

Dies sind nur ein paar Gedanken, die ich zwischen zwei Nachtdiensten habe, wenn sie jemandem missfallen oder nicht weit genug gehen möge er es auf die Nachtdienste schieben.

CFS

#36 |
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Heide Schneider
Heide Schneider

Es muss eine gesetzliche Regelung zur Personalbemessung in der stationären Pflege geben! Zeichnen Sie die Petition mit, damit die Politik endlich aufwacht! https://www.openpetition.de/petition/online/mindestpflegepersonalbesetzung-in-deutschen-krankenhaeusern

#35 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Wer politisch keine Lobby hat, da jahrzehntelang nur geduldet statt wirklich gefördert, der KANN aus eigener Kraft in diesem Land nur untergehen!
Pflege wird weder von der Politik, von den zerstrittenen Berufsverbänden, von Gewerkschaftsbund, von Wohlfahrtsverbänden oder Kirchen auch nur ansatzweise so gefördert, daß sich der Dienst am Nächsten dauerhaft lohnen könnte.
Jetzt startet die Politik und ein Berufsverband zusammen mit der Industrie auch zu unserem Unheil , die “Verkammerungsaktion” mit dem Vorwand deren “Interessen” zu vertreten !
Davor kann nur gewarnt werden!
Schafft endlich klarere Rahmenbedingungen für eine bessere ( patientenorientierte ) Pflege , und gebt Pflegenden eine eigene gewerkschaftliche Macht!!!
… dann wird sich VIELES sehr schnell regeln!!!

#34 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Fachkräftemangel, auch speziell in der Pflege ist “Hausgemacht”. Wer über Jahrzehnte sein Fachpersonal wie “Leibeigene” behandelt und entsprechend bezahlt, muss sich nicht wundern, wenn deutsches Fachpersonal ins Ausland gehen, wo sie mit “Handkuss” aufgenommen und entsprechend gewertschätzt werden. Das unsere Ausbildung, ohne B.A. trotzdem angesehen ist, kann nicht verleugnet werden. Auch kann man Äpfel schlecht mit Birnen vergleichen, wenn man den Abschluss wo anders B.A. nennt und in Deutschland “Staatsexamen”. Eine ähnliche Disskussion, gibt es ja über die Zugangsvorraussetzungen, wo in anderen Ländern 12…13J. Schulbildung vorrausgesetzt werden. Es wird dabei nur vergessen zu erwähnen, dass 13J. Schulbildung in anderen Ländern noch lange nicht bedeuten, dass diese Schüler bereits das Abitur hätten. Es zählt in anderen Ländern die Kindergarten.- / Vorschulzeit einfach mit dazu. Dann kommen deutsche Schüler MIT Abitur dann locker auf 15…16J. “Schulbildung”.
Ein weiteres Problem, ist der Pflegeschlüssel! War noch vor Jahren: “Weniger pflegen mehr” an der Tagesordnung, ist es Heute: “noch Weniger pflegen noch mehr”. Wenn das Pflegepersonal auf Dauer auf Verschleiß gefahren wird, wird es schnell selbst zum “Pflegefall”.
Was machen die anderen Länder mit ähnlicher Demokraphie anders, wenn sie sich mehr Personal leisten können und dazu auch angemessen ihr Personal bezahlen ?

#33 |
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Als Schlusslicht sind wir die Nr.1
Mangel auf allen Ebenen. Wenn das Pflegepersonal,kaum noch vom Verdienst leben kann. Ein modernes Ausbeutersystem verlangt unmenschliches.
Sowohl Pflegepersonal ,wie zu Pflegende sind gleichermassen betroffen.
Aber es wird ,wie üblich alles schöngeredet. Aber es passiert nichts.
Wo sind die Politiker ? Ach so ,dieses ist nicht wahlrelevant.
Wir haben einen Exportschlager Ärzte,Kankenpflegekräfte . Nix wie weg aus
Deutschland. Das Boot säuft ab und alle schauen ruhig zu. Wir hoffen auf ein Wunder und leiden weiter. Aber es wird bestimmt mal besser. Weiter hoffen !

#32 |
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HpA Regina Pfensig
HpA Regina Pfensig

Ich kann Herrn Detlef Norbert Ledermann nur voll und ganz zustimmen.

Als Pflegeassistentin weiß ich ganz genau wovon er spricht und ich bin ganz ehrlich, ich möchte nicht auf die Pflege, so wie sie heute ist, später angewiesen sein. Es muss einfach mal was passieren um stärker auf den Notstand hinzuweisen.

#31 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Sehr geehrter Herr Falkenhain,
es wirkt immer etwas irritierend, wenn ein Kommentare von der Art wie von Ihnen zu diesem Thema verfasst wurde.
Zwei Punkte möchte ich dazu anmerken:
1. Es ist eine despektierliche Arroganz, wenn ein Berufsstand sich anmaßt, die Ausbildungsinhalte, Prüfungsordnung und Abschlußqualtät eines anderen Berufsstandes zu bestimmen bzw. zu beeinflußen. Woher nehmen sich die Ärzte das Recht dazu? Bei der Diskussion um die Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung als Pflegekraft wurde seitens der deutschen Ärzteschaft und andere Kompattanten Anfang des Jahres massiv in Brüssel interveniert. In Brüssel war dies ein Treppenwitz und stieß auf allgemeines europäisches Verwundern über diese Unart in Deutschland, dass der ärztliche Berufsstand glaubt, die Belange eines anderen Berufsstande, nämlich der Pflege, regeln zu können und zu dürfen. Schuster bleibe bei Deinen Leisten!
2. Der Griff in Langenscheidts Großwörterbuch und diese vollkommen überflüssige Belehrung über den Begriff “Bachelor” wirkt ebenso störend, zumal dies ein international anerkannter akademischer Abschluss ist, wohin der deutsche ärztliche Abschluss in den USA wegen Ermangelung eines MSc und mangelnder Vergleichbarkeit nicht anerkannt wird und ihr lieben Ärzte dort eure drei Examinas nochmal ablegen dürft, bevor die Aufnahme der Tätigkeit als Arzt gestattet wird.
Des Weiteren: Sicherlich gibt es Qualitätsunterschiede in den einzelnen nationalen Curriculas zur Pflegeausbildung, jedoch sollte dies immer vor dem Hintergrund des jeweiligen nationalen Gesundheitssystem betrachtet werden. Und die Behauptung eines Herrn Bahr, dass der deutsche Abschluss in einem Pflegeberuf genauso gut wenn nicht sogar besser ist als jeglicher Bachelor-Degree in einem der anderen 26 EU-Nationen, erinnert mich an lang vergangenen Zeiten, frei nach dem Motto: “An dem deutschen Wesen soll die Welt genesen!”
Achtet auf Eure Gedanken!!!

#30 |
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Anästhesiepfleger

Benjamin Franklin: “Wer der Meinung ist, dass man für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.”

#29 |
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DR.MED.VET. ÖISTEIN GAARDEN
DR.MED.VET. ÖISTEIN GAARDEN

Das GROSSE GESCHÄFT mit kranke Menschen ? Warum müssen die Krankenhäuser jeden Cent umdrehen um zu überleben wenn die Krankenkassen jährlich einen Pluss von 50 bis 60 Milliarden verbuchen ? In Norwegen sind alle gleich durch den Staat versichert ,- hier werden keine Gewinne gemacht und keine grossen Marmorpaläste gebaut wie die div Krankenkassen in Deutscland . Dadurch werden auch die Pflegekräfte viel besser betzahlt und haben günstigere Arbeitsbedingungen .

#28 |
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Johanna Darka
Johanna Darka

Das kann ich nur rundum bestätigen! Wie in Deutschland mit den Pflegekräften umgegangen wird, ist lebensgefährlich für die PatientInnen! Ich selbst wäre im Krankenhaus einmal nach einer sehr schweren Operation beinahe gestorben, weil die Pflegekräfte überlastet waren und sich nicht um mich kümmern konnten. Als Privatpatientin lag ich in einem Einzelzimmer, auf mein Klingeln konnte gerade niemand reagieren. Mein Leben verdanke ich einer Freundin, die zufällig gerade zu Besuch kam! Eine schlimme Erfahrung. Der Krankenpfleger der Station hat sich übrigens sehr herzlich dafür bei mir entschuldigt. Sie waren gerade damit beschäftigt, einen anderen Patienten vor dem Sterben zu bewahren!
Zu den Missständen in unserem Gesundheitswesen habe ich mich auch schon in meinem Buch “Die Wunde in mir – Misshandlung auf Krankenschein” geäußert. Zu finden und zu bestellen über http://www.johannadarka.com

#27 |
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Ulrike Henniges
Ulrike Henniges

Ja, wir Pflegekräfte sollten etwas tun! Da möchte ich an dieser Stelle doch die Werbetrommel rühren, für die Aktion “Pflege am Boden”.
Nähreres unter http://www.pflege-am-boden.de/ oder auf facebook. Am 14.12. um 16 Uhr startet bundesweit die nächste Aktion. Von 16 Uhr bis 16:10 Uhr treffen sich Pflegende und auch alle Menschen die uns unterstützen wollen und legen sich zu Boden, in vielen großen und auch kleinen Städten. Auf der Homepage steht genau geschrieben an welchem Standort wir uns treffen. Es ist der dritte Fashmop dieser Art. Je mehr wir werden, desto besser!

#26 |
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Medizinjournalistin

Liebe Frau Giese,

den Link zur Studie finden Sie im zweiten Absatz des Artikels oder hier:
http://qualitysafety.bmj.com/content/early/2013/10/25/bmjqs-2013-002318.abstract

Herzliche Grüße

Sonja Schmitzer

#25 |
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Norbert Thyen
Norbert Thyen

Die Herren Falkenhain und Degenhardt sind nicht ausreichend informiert:
es gibt sehr wohl einen Bachelor Pflege und ist eine Alternative zur 3 jährigen Ausbildung in der Pflege. Dieser Hochschulabschluss erweitert den (wissenschaftlichen) Horuzont der Pflege und führt hoffentlich langfristig zu einer Verbesserung der Situation im Pflegeberuf, da Argumente für eine Pflegequalität (die auch angemessene Personalbesetzung erfordert) pflegewissenschaftlich belegt werden können.

#24 |
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Gast
Gast

Stimmt. Man leistet mehr als man kann, hat immer 10 Sachen die zur selben zeit warten und länger bleibt man auch ständig.
Das da vieles auf der Strecke bleibt ist logisch. Pflegefachkräfte werden verheizt. Die Bourne Out Grenze liegt bei 7 Jahren. Kein Wunder also das viele weitere Qualifikationen nicht schaffen weil die Belastung zu hoch ist.

#23 |
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Pflegewissenschaftlerin

bitte- von welcher aktuellen Studie ist hier die Rede?ich halte es für wenig wissenschaftlich wenn hier die Studie nicht eindeutig benannt wird.

#22 |
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Sven Freudenberg
Sven Freudenberg

!!!

#21 |
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Ehrenamtl.Betreuer Paul Kruza
Ehrenamtl.Betreuer Paul Kruza

Dieser Artikel zeigt was real in Deutschland sich abspielt undkann garnicht genug an die Öffentlichkeit gebracht werden.Hier sieht man ebenso wie auf dem Rücken von Ärzten-Pflegekräften und nicht zuletzt zum Schaden von Pat.ausgetragen wird-ja es schreit zum Himmel-denn so sieht es auch in den Pflgeheimen Deutschlands aus ob es Private Träger sind oder Öffentl.Rechtliche oder Kirchliche.
Wenn das so weiter so geht-muss man sich nicht wundern das eines Tages ein Schild an den Aufnahmen der Lrh.steht-SB Behandlung.

#20 |
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Altenpfleger

Ich selbst habe mich vor drei Jahren durch den Pflegenotstand in die Schweiz “gerettet”, doch auch dort werden mittlerweile Kosten gespart und Pflegepersonal langsam abgebaut. Die Hausärzte stellen weniger Rezepte aus für Physio- und Ergotherapie und Medikamente werden möglichst auf Generika umgestellt. In ca. 5 bis 10 Jahren könnten also in der Swiss ähnliche Zustände herrschen wie in der BRD. Ab 2014 ist nicht mehr das SRK zuständig für die Anerkennung der Altenpfleger aus BRD. Ab nächstem Jahr werden alle Altenpfleger, die in der Schweiz sich um eine Anerkennung bemühen nur noch als FaBe (Facharbeiter Betreung) anerkannt. Das heißt viel weniger Lohn als in der BRD und viele Kompetänzen werden nicht anerkannt z.B. Blutdruckmessen, s.c. Spritzen ect. Eine Erklärung wäre, dass sich die Länder nicht gegenseitig das Wasser abgraben wollen, sprich uns Pflegekräfte.
Zurück zum Pflegenotstand in der BRD:
Wenn eine kritische Masse an Pflegekräften, auf ihrer Arbeit die Bewohner/Patienten so versorgen, wie sie in ihrer Ausbildung gelernt haben, bzw. menschenwürdig arbeiten , dabei würden natürlich andere BW viel zu kurz kommen und das ein paar Wochen durchziehen, würden zwar nicht mitziehende Kollegen verärgern aber vor allem den Arbeitgeber und über kurz oder lang gekündigt. Jetzt greift das System, Arbeitslosigkeit, Stellenangebote wird es genug geben und bei der neuen Stelle das gleiche durchziehen, während man nebenbei die Heimaufsicht auf die Missständen vom alten Arbeitgeber aufmerksam macht. Eine Hammerharte Methode, aber jedesmal wenn ich über den Missstand in der Pflege hören, zerreißt es mir das Herz und daher muss es endlich mal einen deutlichen Ruck geben. Lieber die Bewohner ein paar Wochen leiden lassen, es ist hart, aber wir ja auch ich lassen sie schon zu lange leiden. Also wer hat den Mut und lässt sich nicht mehr vorschreiben, wie er seine Pflege durchführen soll ?
Ein verzweifelter Pfleger mit einem Herz für die Bewohner.

#19 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Oder vergessen wir alle alles, was da Tag täglich geschieht! Hey man, es ist mein und ganz vieler Traumjob, viele würden noch da arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen weiter stimmen würden – doch die werden stetig ” angepasst” – der Ökonomie halber!

Bullshit würde der Amerikaner sagen und etwas tun! Was ist los in unserem Land, in dem Generationen alles wieder aufgebaut haben? Und jetzt lassen wir ein so hohes Gut – unsere Gesundheit durch einzelne wenige Marktinteressen kaputtmachen?

#18 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Uns und unser allen anvertrauten Patienten zu Güte!

#17 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Und ich frage noch mal: Wo sind all die Menschen im Gesundheitswesen Ärzte wie Pflege, um endlich darauf aufmerksam zu machen? Stehen WIR endlich auf!!!

#16 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Ich habe weiter gelesen

#15 |
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Ärztin

Ich selbst stolpere bei Hausbesuchen über den von Pflegestationen zunehmend verwendeten Terminus “Klienten” in der Pflegedokumentation. Zeigt doch, als was die Patienten von Verantwortlichen gesehen werden.

#14 |
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Große Bereiche des Gesundheitswesens, hat die im Grundgesetz verankerte Basis verlassen,
pervertiert zum Gewinn orientiertem Moloch. Es verschlingt durch aufgeblähte Verwaltung
(zu vieler Krankenkassen und jede hat einen Vorstand usw.) Unsummen.

Auf Kosten der Pflegekräfte und deren Schützlinge, wird eine Pflege betrieben die zum Himmel stinkt.
Auf anderer Seite werden Pflegesätze verhandelt, die Anbetracht steigender Kosten die Luft zum Atmen nimmt. Hierdurch genötigt, wird an Fachkräfte gespart. Warum dann der Glaube, dass ein Studium daran etwas ändern könnte?

Solange examinierte Pflegekräfte (ich war eine) Verantwortung für Menschenleben übernehmen.
(Altersheim für 120 Personen in der Nachtschicht mit zwei Helfer) und mit 1400 Euro brutto abgespeist werden können, durch medizinische Zeitarbeitsfirmen.
Solange wird es, nicht mehr Menschen geben, die in der Pflege ihre Zukunft sehen.
Denn Aktionäre Pflegen nicht. Sie wischen auch diesen Armen nicht die Ärsche ab, die vor lauter Harn wunde Ärsche haben.
Sie pflegen einzig Ihre fetten Brieftaschen und dicke Bankkonten.

Solange es Unternehmen staatlich erlaubt wird, durch Ausschweigen und Wegsehen und Hirnverbrande Zertifizierungen die nichts sind als Augenwischerei und soviel über Qualität aussagen wie der Blick in den Kaffeesatz.

Bleiben Leute von früh bis Sie ins Bett kommen in Ihren “Windeln sitzen” weil die Kapazität errechnet und aus Kostengründen den ganzen Tag halten müssen.

Es gäbe noch viel mehr zu sagen.

Zum Schluss.
Die Pflege braucht nicht mehr Bürokratie.
Die Pflege braucht nicht mehr Professionalität.
Die Pflege braucht eine Lobby, die gesetzlich den Pflegekräften den Rücken stärkt.
Denn Gesetze, sollten nicht nur das Papier Wert sein auf das es geschrieben steht oder um Wände zu zieren. Sie sollten in der Praxis umsetzbar sein, damit das Personal, dass genötigt wird unmenschliches, unwürdiges zu Praktizieren eine unabhängige Anlaufstelle hat. Damit Gewinngierige keine Chance haben weiter ihre Systeme in der Pflege mit Stoppuhr durchzusetzen.

#13 |
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Petra Kinkartz
Petra Kinkartz

Ein leidiges Thema. Die Patienten berichten mir zuhauf und glaubhaft von wirklich basalen Fehlern und Nachlässigkeiten, der völlig überforderten und frustrierten Pflagekräfte, die gute medizinische Erstarbeit z.b.. operative Arbeit zunichte machen, bzw gefährden. Mir wird Angst und Bange auch für unser aller Wohlergehen, so wir uns in Krankenhäuser begeben müssen. Noch schlimmer ist das dann in den gepriesenen Kliniken in privater börsennotierter Konzernträgerschaft, denn die wollen Rendite von 10 oder 14 Prozent erwirtschaften. Was nur über massives Einsparen der Personalkosten geht mit Vernachlässigung der Behandlungsqualität. Was die Behandlungen immer teuer machen.

#12 |
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Franziska de Jong
Franziska de Jong

Traurig, dass Menschlichkeit und Zuneigung dem Pflegeberuf den Nacken bricht.
Früher war der Beruf durch die Ordensschwestern abgedeckt. Die Versorgung der Kranken war Mission für den Glauben. Die Schwestern haben damals sogar auf den Stationen geschlafen. Auch das war schon Ausbeutung, aber weil es aus christlicher Nächstenliebe war, war es für den Einzelnen tragbar. Schon damals ist also keiner auf die Barikaden gegangen und jetzt, wo die Pflege nicht mehr nur der Nächstenliebe zuliebe ausgeübt wird hat sie aber dennoch den Ruf, dass man alles mit ihr machen kann.
Die Ärzte schaffen es auf die Barikaden zu gehen, die Hebammen ebenfalls. Nur die Pflege schafft es nicht, scheinbar hat sie eine Menge Jahre aufzuholen in denen sie still gehalten hat. Es fehlt eine Lobby, die klar macht, dass ohne die Pflege der “Laden” nicht läuft. Irgendwann sind auch die Herrschaften an der Spitze alt, ich möchte gerne mal wissen, wen sie dann an ihrem Krankenbett stehen haben. Wohl die Schwester, die sie sich mit ihrem Geld leisten können und nicht die, die sie bei ihrem Sparkurs verdient hätten.

#11 |
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Mitarbeiter Industrie

Vor 13 Jahren habe ich den Pflegeberuf verlassen, da schon damals die Rahmenbedingungen so waren, dass ich mir diese Aufgabe nicht bis zur Rente zugetraute. Seit dem haben sich diese Bedingungen noch drastisch weiter verschärft. Offensichtlich gewollt von all den “Gesundheitsreformern” die außer Kosteneinsparung keine anderen Ziele verfolgt haben. Natürlich sind die Pflegenden dafür mitverantwortlich, da deren Verbands- und Lobbyarbeit, wenn überhaupt vorhanden, unterirdisch war und ist. Der Marburger Bund hat es in den letzten Jahren demonstriert, wie man für den eigenen Berufsstand bessere Bedingungen aushandelt. Die Pflegenden allerdings stimmen lieber mit den Füßen ab, was sicher auch mit der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung für diesen Beruf zusammenhängt. Für “so wenig” lohnt es sich vielleicht auch nicht zu kämpfen!? Die Gesellschaft wird mit den Folgen zurecht kommen müssen.

#10 |
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Anuschka Dolezalek-Frese
Anuschka Dolezalek-Frese

Ein Versuch, sich zu äußern und bei der politik anzuklopfen ist folgender link:
https://www.openpetition.de/petition/online/mindestpflegepersonalbesetzung-in-deutschen-krankenhaeusern

Ansonsten – in Berufsverbänden oder der Gewerkschaft organisieren. Solange die Pflege in Deutschland sprachlos ist, wird sich nichts ändern. Die hinlänglich bekanntermaßen schlechte Situation ständig zu beklagen, bringt gar nichts!

#9 |
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Heilpraktikerin

Auch ich kann ein Lied singen, vom Pflegekräftemangel. Ich bin da jetzt zwar raus, aber ich gebe mich nicht zufrieden! Über die Initiative von einer Patientin, die die Geschichte mal ganz ‘egoistisch’ genommen hat und einen Brief an die Bundesregierung verfasste, diesen bei Seniorbook einstellte, finden sich gerade einige Menschen zusammen, um sich gegen diese Pflegekatastrophe stark zu machen. Wir sind bereits dabei die Medien anzuschreiben und um Unterstützung zu bitten. Wichtig ist vor allem, dass die Bevölkerung sensibilisiert wird. Denn: Wir sind alle potentielle Patienten!
Die Pflegekräfte bracuhen dringend die Unterstützung von allen Seiten, damit mehr qualifizierte Kräfte eingestellt und diese endlich ordentlich bezhalt werden. Dann muss endlich diese Einstellung der ‘Leute’ aufhören, dass ‘Schwester Helmut und Pfleger Berta’ immer und überall und zu jeder Zeit habhaft sind, sie pausenlos im Einsatz zu sein haben und das auch ergebens so wünschen. Das überkommene Bild der ‘guten Schwester’ muss revidiert werden! Das hat nichts damit zu tun, dass die Pflegekräfte sich plötzlich zu schde sind für verschiedene Tätigkeiten. Oh nein. Es geht ja gerade um die achtsame Zuwendung, die ein erkrankter Mensch sowohl in der Klinik, als auch im Heim und häusl. Pflege benötigt. Nur allzugerne hätte ich mir mal die Herrschaften, die ja alle so wichtig sind, wie z.B. MDK, Politiker, BGler, und Arbeitgeber in Schlips und Kragen an die Kittelschürze gebunden und im Schweinsgalopp mit über Station geschleift.

Ich wünsche mir, dass wir nicht mehr jeder für sich sein Klagelied singt, sondern dass wir in einen unüberhörbaren Chor einstimmen, damit jeder zufrieden sein kann: Die Pflegekräfte, die Ärzte, die Arbeitgeber (die ohne PK auch nichts wären!) und nicht zuletzt die Patienten/Bewohner, die ja im Mittelpunkt unserer aller Bemühungen stehen.

Wer sich hierfür interessiert, kann/darf/soll sich über folgende Email bei mir melden: renate.rathmann@gmx.net
Wir beabsichtigen eine Facebookseite einzurichten und eine Petition ins Leben zu rufen.
Den Helfern helfen, hilft dir selbst!

#8 |
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Dass in unserem Land die Pflege an die Wand gefahren wird ist schrecklich und im Grunde ein Skandal..und es wird schlimmer, denn durch die Alterspyramide wird der Bedarf an Pflege wachsen..kein Gekd in Ausbildung und Löhne zu investieren ist also schiere Dummheit, Kurzsichtigkeit und Geiz..der an Pflege und Kranken ausgelassen wird..

#7 |
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Ich könnte heute noch 120 Überstunden “abfeiern” aus meinen klinischen Zeiten, weil auf immer weniger Schultern immer mehr drauf geladen wurde.

Wenn ich beim Dienstplan machen sah, dass ich am Wochenende mal wieder nur mit 3 Pflegekräften für den ganzen Tag da stehe, war ich am Verzweifeln.
Es war nicht selten, dass wir Wochenende um Wochenende durchgearbeitet haben, weil niemand da war. Personal war krank geschrieben worden ….

Heute hab ich eine multimodale schmerztherapeutische Praxis und nehme mir Zeit für meine Patienten.
2015 gehe ich in Rente und will mich nicht mehr diesem Druck aussetzen. Die Klinik hat einen verheizt. Man sieht keine älteren Schwestern mehr ….

Dokumentation muss sein. Heute genauso wie früher. Aber dass “meine” Patienten und meine Mitpflegekräfte dafür verschlissen wurden, ist nicht mehr das, weshalb ich in die PFLEGE gegangen bin.

Eine Klinik ist ein kaufmännischer Betrieb geworden. Die Patienten werden so schnell wie möglich durchgeschleust und durch oft unnötige OPs wird alles finanziert.

Ein Lösungsansatz wäre, mehr Personal einzustellen und uns anständig zu bezahlen.

#6 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Man sollte hier die Inhalte bzw. Bezeichnung für den Bachelor in den Nachbarländern mit der fundierten 3 jährigen Pflegeausbildung mit endender staatlichen Prüfung (Examen ist eine Fehlbezeichnung!) vergleichen! Ich selber hatte die Möglichkeit im Nachbarland Österreich zu arbeiten! Dort bin ich Diplom-Pflegekraft. Ich habe selber erlebt was in Österreich von den Pflegekräften zur Prüfung verlangt wurde und musste doch erstaunt feststellen, dass es hier gravierende Unterschiede zu Deutschland gab! Und zwar war hier definitiv die deutsche Ausbildung führend! Und zum Thema Pflegemangel: es wird seit Jahren über diese nun vorherrschende Situation geforscht, diskutiert, geredet, verhandelt… – ohne nennenswerte Ergebnisse! Heute haben wir eine für sicherlich alle Pflegekräfte gleichermaßen unhaltbare Situation! Doch wo sind all die frustrierten Menschen? Warum wird hier nicht mal gestreikt? Darauf aufmerksam gemacht welcher Riesen große Skandal hier läuft und von jedem einzelnen mitgetragen wird?! Ärzteschaft und Pflege haben noch nie so weit aus einander geklafft bei der Vertretung ihrer Interessen – jeder kämpft für sich ( wenn man von kämpfen in der Pflege sprechen kann?!). Ich jedenfalls zieh auch nach 8 Jahren in diesem – meinem Traumjob den Hut und werde aus dem Pflegebereich aussteigen! Man kann sich nur entscheiden: mitlaufen nach dem Motto “Augen zu und durch” oder einfach gehen! Leider

#5 |
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Es ist nicht nur der eklatante Mangel an Pflegepersonal zu beklagen. Auf der anderen Seite müssen die Schwestern – auch im Nachtdienst, wenn sie z.T. allein auf einer Station mit 30 Patienten sind – dokumentieren. Was sie dokumentieren? Natürlich, was sie tun. Oder sollte man besser sagen, was sie nicht tun? Denn dazu kommen sie ja nicht vor lauter Dokumentation. Und das ist kaum übertrieben. Und es wird auch immer mehr. Alle 2 Tage kommt eine neue Dokumentationsliste und ein neuer Score, entworfen von irgend einem Sesselpupser. Statt des vielbesprochenen Abbaus in der Bürokratie ist das genaue Gegenteil der Fall. Die Dokumentation soll den Pflegestandard sichern. Aber mittlerweile ist auch hier das Gegenteil der Fall. Man kann getrost davon ausgehen, dass eine miserable Pflegesituation herrscht, gerade wenn die Dokus “stimmen”. Das Gleiche gilt für die Pflegeheime.
Im Übrigen bin ich froh, dass es den Bachelor für die Pflegenden in Deutschland nicht gibt (@ Dr Degenhardt). Warum sollte man einen etablierten Titel in einen dummen Anglizismus überführen? Lächerlich: Bachelor heißt soviel wie lediger Jüngling. Was sollen wir mit sowas? Auch hier gilt: Nicht mehr die Inhalte zählen sondern das, was auf dem Papier steht, und alles was neu ist, wird für gut befunden.

#4 |
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Manches an der Studie vergleicht Äpfel und Birnen. Hätte man erfragt, wieviele Pflegekräfte ein Staatsexamen haben, hätte das Deutschland auf den ersten Platz katapultiert. Ich glaube nicht, dass ein dreijähriges Studium per se besser ist, als eine fundierte verschulte praktisch-theoretische Ausbildung.

Aber der Rest stimmt nachdenklich – der zunehmende Kostendruck auf die Krankenhäuser zwingt zum Sparen. Nachdem patientenferne Arbeitsbereiche ausgelagert oder ausgepresst sind, geht es bei der Pflege weiter.
Hier sind dringend Verbesserungen beim Vergütungssystem gefordert.

#3 |
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Nichtmedizinische Berufe

Mein Kommentar dazu:

Ode an die Sedierung
Wenn die Ärzteschaft es will,
sind viele Alte früher ‘still’.
Sehr hilfreich ist die Pharmaindustrie,
mit Pillen für die Psychiatrie.
Da gibt es Psychopharma- Neuroleptika,
für jeden ist ‘ne Pille da.
Verschrieben wird sie ohne Zaudern;
die Praxis mancher Ärzte lässt erschaudern.
Da werden alte Menschen heimlich, still und leise
auf verbrecherische Weise
mit Chemie viel tausendfach sediert;
weite Kreise wissen das und dennoch: Nichts passiert!
Selbst in manches Altenheim
zog die gleiche Haltung ein.
Es sind nicht Arzt und Pfleger schlechten Willens,
nur das System ist Grund des kriminellen ‘Stillens’.
Dagegen müssen sich auch die strikt wehren,
die sich strafbar handelnd selbst beschweren.
Die Petition von Annet Kleischmantat
bringt vielleicht ein Resultat?
Aktuell zeigt Transparency auf
was das System schon lange nimmt inkauf.
Doch muss man ständig weiter streiten
mit den Fakten, die den Grund bereiten!
So geht es lang’ schon, Jahr für Jahr,
so dass es jedem wird ganz klar:
Die Problematik mit den Alten
ist mit Pharma auszuschalten.

Walter Mette 21.07.2013

#2 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Warum man da noch Studien erstellen muss. Alle die, die in den letzten 10 Jahren in diesem, ehemals schönen und angesehenen Beruf, gearbeitet haben, wissen, dass wir die nächste Generation von Patienten mit starken psychischen Erkrankungen, oder aber die eiskalten Engel sind. Wieviele Verdienen an unserer täglichen Arbeit mit, die sich mit Bürokratie und Verwaltung umherschlagen dürfen? Wieviel ist ein Mensch noch wert? Ist sein Preis wie der Preis an der Fleischtheke gestiegen? Menschlichkeit ist jedenfalls äußerst teuer-wird jedenfalls nicht bezahlt. Aber dies ist vieleicht ja auch eine Marktidee: Menschlichkeit und Zuneigung messbar machen und an den Meistbietenden verkaufen! Das wäre zwar eine Art Prostitution (wobei Psychiater ja auch fürs zuhören bezahlt werden), aber lukrativ.
Danke, liebe Politik, dass ich mal einen Traumjob hatte.

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