Lipidsenker: Leitlinien kriegen ihr Fett weg

2. Dezember 2013
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Hitzige Debatten sind beim Thema „Cholesterin und Statine“ eher Regel als Ausnahme. So wundert es kaum, dass neue US-Leitlinien derzeit für einige Fehden sorgen. Neue Fettsenker lassen vermuten, dass es Streithähnen auch in Zukunft nicht an Munition mangelt.

Die neuen Leitlinien seien ein „dicker Kuss für Big Pharma“, meinen Kritiker. Millionen gesunder Menschen würden durch diese Leitlinien zu Patienten gemacht, die Statine bräuchten, schreiben in der „New York Times“ unter anderen Dr. Rita Redberg, Kardiologin und Chefredakteurin des Fachmagazins „JAMA Internal Medicine“ sowie Dr. John David Abramson von der „Harvard Medical School“ in Boston. Und: Die Mehrheit der Leitlinien-Autoren habe enge Beziehungen zur pharmazeutischen Industrie und die für die Leitlinien verantwortlichen Fachgesellschaften, die „American Heart Association“ und das „American College of Cardiology“, bekämen Zuwendungen von großen Arzneimittelherstellern. Dies alles gebe den neuen Empfehlungen zumindest ein wenig schmackhaftes Geschmäckle, sagen Kritiker („British Medical Journal“).

Die Steine des Anstoßes

Als Ursache der kritisierten Indikationsausweitung gilt zum einen eine neue Strategie bei den Zielwerten für das LDL-Cholesterin, und zum anderen, dass zur Einschätzung des kardiovaskulären Risikos ein neuer Score („CV Risk Calculator“) verwendet wird. Die neue Zielwerte-Strategie besteht darin, dass nicht mehr wie bisher partout bestimmte absolute Zielwerte erreicht werden müssen; denn für den Nutzen der bisherigen Strategie gebe es keine ausreichenden Belege, so die Begründung der Leitlinien-Autoren. Die Orientierung an absoluten Zielwerten könne dazu führen, dass manche Hochrisikopatienten nicht ausreichend behandelt, Menschen mit niedrigem kardiovaskulären Risiko hingegen übertherapiert würden, argumentiert Dr. Neil Stone, der leitende Autor der Leitlinie zu den Lipiden.

Empfohlen wird eine Statintherapie bei vier Patientengruppen, und zwar bei:

  1. Patienten, die bereits eine kardiovaskuläre Erkrankung haben
  2. Patienten mit LDL-C-Werten von 190 mg/dl und darüber
  3. Diabetikern im Alter zwischen 40 und 75 Jahren
  4. 40- bis 75-jährige Menschen, bei  denen zwar keine kardiovaskuläre Krankheit bekannt ist, die aber ein Erkrankungsrisiko von mindestens 7,5 Prozent innerhalb von zehn Jahren haben

Je nach Gruppe, zu der ein Patient gehört, und in Abhängigkeit vom individuellen Risiko sollte die Statintherapie entweder intensiv sein oder moderat. Intensiv bedeutet, dass das LDL-C wenigstens um 50 Prozent reduziert wird, als moderat ist eine Reduktion von 30 bis maximal 49 Prozent definiert. Zielwerte gibt es also weiterhin, aber relative, nicht absolute.

Stimmen aus Deutschland

Die Leitlinien und die Abkehr von den absoluten Zielwerten stoßen auch in Deutschland erwartungsgemäß auf Zustimmung wie auf Kritik. Der Berliner Kardiologe Dr. Wolfgang Derer etwa soll laut Medienberichten von dem neuen Konzept sehr angetan sein. „Das sind sehr gut gemachte Leitlinien, da sie sich auf die Evidenz beziehen, die es gibt. Bisher beruhte bei der Behandlung der Hypercholesterinämie sehr viel mehr auf Expertenmeinung“, so Derer in einem Medscape-Beitrag. Außerdem könnten die neuen Leitlinien für die Ärzte auch eine Vereinfachung der Behandlung bedeuten.

Kritisch sieht die Aufgabe der absoluten LDL-C-Zielwerte hingegen die „Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie“. In Übereinstimmung mit den europäischen Leitlinien sollte, so die DGE in einer Stellungnahme,  zunächst an LDL-Zielwerten festgehalten werden. Professor Klaus Parhofer, Leiter der Arbeitsgruppe Stoffwechsel am Klinikum der Universität München Großhadern, erläutert: „Die neue US-Leitlinie ist eine Neuorientierung und unterscheidet sich von unseren Strategien. Da es keine Interventionsstudien gibt, die Zielwerte miteinander vergleichen, so die Argumentation der Amerikaner, könne auf Zielwerte auch ganz verzichtet werden.“ Damit werde jedoch eine „indirekte Evidenz“ ignoriert, so Parhofer. Er plädiere laut der DGE-Mitteilung dafür, den lange erprobten Weg der Cholesterin-Zielwerte weiterzugehen: „Nicht zuletzt die konsequente Umsetzung dieser Behandlungsstrategie, also das Abschätzen des Gesamtrisikos, das Festlegen eines Zielwertes und die Gabe von Statinen, hat zum Rückgang der atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen geführt.“

Die sogenannte Evidenz fehle nicht nur für die Strategie der absoluten LDL-C-Zielwerte; sie fehle auch für die Strategie der neuen Empfehlungen der US-Fachgesellschaften, moniert dem Medscape-Beitrag zufolge auch Professor Ulrich Laufs vom Universitätsklinikum des Saarlandes. Zudem bedeute die Strategie der prozentualen Senkung, „dass nun eher komplexe Berechnungen vom Hausarzt erwartet werden“. Dabei müsse außerdem der LDL-Ausgangswert bekannt sein, was im Alltag häufig nicht der Fall sei.

Neuer Score übertreibt angeblich das Risiko

Ein besonders großer Stein des Anstoßes ist der neue Risiko-Score, mit dem ermittelt werden soll, ob ein Patient ein kardiovaskuläres 10-Jahres-Risiko von unter oder von über 7,5 Prozent hat. Mit diesem Score werde das Risiko massiv überschätzt, so die beiden Harvard-Professoren Paul M. Ridker und Nancy R. Cook im „Lancet“. Laut Ridker und Cook werde mit dem neuen Score das kardiovaskuläre Risiko – in Abhängigkeit von der Population – um 75 bis 150 Prozent überschätzt. Bemerkenswert außerdem: Ihre kritischen Berechnungen zu dem Score haben die beiden Kardiologen angeblich schon vor rund einem Jahr dem für die Leitlinien zuständigen „National Heart, Lung, and Blood Institute“ zugeschickt; die Berechnungen seien allerdings nicht bei den US-Fachgesellschaften angekommen, die die Leitlinien erstellt haben.

Selbstverständlich verteidigen die Leitlinien-Autoren den neuen Score: Er sei sehr viel besser als alle bisherigen Versuche zur Risikoeinschätzung, basiere auf mehr Daten und liefere auch spezifische Aussagen zu Afro-Amerikanern, so die Kernargumentation etwa beim Kongress der „American Heart Association“ in Dallas, wo die neuen Leitlinien eins der Themen-Highlights waren. Es gebe, so die Leitlinien-Autoren auch keinen Grund, die Implementierung des neuen Score zu verzögern, wozu etwa der US-Kardiologe Professor Steven Nissen (Universität von Ohio in Cleveland) rät. Dieser Score sei zuvor nicht publiziert worden, so dass eine genaue Analyse nicht möglich gewesen sei, kritisierte Nissen, der – nur zur Erinnerung – vor wenigen Jahren mit seiner wissenschaftlichen Arbeit ganz erheblich zum Niedergang des Antidiabetikums Rosiglitazon beigetragen hatte.

Der Risikowert von 7,5 Prozent sei allerdings nicht in Stein gehauen, so Neil Stone, einer der Leitlinien-Autoren. Man stehe ohnehin nicht am Ende der Diskussionen, sondern erst an ihrem Anfang, sagte der Kardiologe von der „Northwestern University Feinberg School of Medicine“ in Chicago.

Sorgen um neue „Hoffnungsträger“

Die neuen US-Leitlinien haben aber nicht allein kontroverse Diskussionen über Zielwerte und Risiko-Score ausgelöst, sondern wohl auch etwas Unruhe – und zwar bei jenen, die darauf hoffen, dass relativ schnell Statin-Alternativen zur Verfügung stehen, für die es nach Einschätzung vieler Kardiologen einen großen Bedarf gibt; aber leider gibt es noch keine Belege für ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis. Ein solcher Mangel an Belegen ist es jedoch, der die Autoren der US-Leitlinien dazu bewogen hat, vom routinemäßigen Einsatz von Nicht-Statin-Therapien abzuraten.

Dieses Beharren auf „harten“ klinischen Endpunkten hat nun die Sorge genährt, dass sich die Zulassungen neuer Wirkstoffe zur Cholesterin-Senkung erheblich verzögern könnten. Betroffen davon könnten gerade jene neuen Substanzen sein, die derzeit als Hoffnungsträger mit Blockbuster-Potenzial gelten: die so genannten PCSK-9-Hemmer. PCSK-9 steht für „Proprotein Convertase Subtilisin/Kexin 9“. Dabei handelt es sich um eine Serinprotease, die in der Leber synthetisiert wird und sich dort an LDL-Rezeptoren bindet. Folge davon ist, dass die Fähigkeit der Leber, LDL-C aus dem Blut zu „entfernen“, abnimmt; der LDL-C-Spiegel im Blut steigt. Wird die PCSK-9 gehemmt, stehen mehr LDL-Rezeptoren zur Verfügung. Diese nehmen LDL-C aus dem Blut auf, der LDL-C-Spiegel sinkt.

Klinischer Nutzen neuer Wirkstoffe

Derzeit sind mehr als zehn Antikörper gegen das Enzym in unterschiedlichen Phasen der klinischen Entwicklung. In der Phase 3 sind der Antikörper Alirocumab des US-Unternehmens Regeneron (Sanofi), der Antikörper Evolocumab (AMG 145) des Biotech-Unternehmens Amgen und der Wirkstoff  RN-316 von Pfizer. Die enorme Effektivität auf den LDL-Cholesterinspiegel ist unstrittig, die prozentuale LDL-C-Reduktion liegt teilweise bei deutlich über 50 Prozent; auch die Sicherheit gilt bislang als unproblematisch, wenngleich selbstverständlich, wie stets bei neuen Substanzen, dazu noch nicht alle Karten auf dem Tisch liegen können. So gibt es, um nur ein Beispiel zu nennen, experimentelle Hinweise auf einen möglichen Anstieg des zerebralen Beta-Amyloid-Spiegels, woraus sich die Sorge ergibt, die Therapie könnte das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung erhöhen („Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes“). Bislang handelt es sich aber allein um tierexperimentelle Befunde; ihre Relevanz für Menschen ist noch völlig unklar.

Unklar ist bislang aber vor allem, ob diese neuen Wirkstoffe tatsächlich einen klinischen Nutzen haben. Noch gibt es für die neuen Substanzen nur Belege dafür, dass sie Surrogat-Parameter beeinflussen, also vor allem das LDL-Cholesterin. Die Phase-3-Studien haben erst begonnen.

Beruhigende Stimmen

Immerhin gibt es aber auch schon beruhigende Stimmen. Möglicherweise werden die neuen Lipidsenker von der FDA ohne Belege dafür zugelassen, dass sie vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützen. Die Wirkung der neuen Substanzen auf den LDL-C-Spiegel, den Blutdruck und Entzündungsparameter wie das hochsensitive CRP könnten genügen, so laut US-Medien Dr. Eric Colman von der FDA, einer der für neue Arzneimittel maßgeblichen Direktoren der US-Behörde. Die FDA glaube an das LDL, wird auch Dr. Michael Koren in US-Medien zitiert, Leiter einer gerade publizierten Datenauswertung zu dem PCSK-9-Hemmer Evolocumab („Circulation“).

Kurzum: Das Thema Cholesterin-Senkung wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft für kontroverse Diskussionen sorgen. An Munition für spannende Fehden wird es sicher nicht mangeln.

157 Wertungen (4.69 ø)

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19 Kommentare:

Diplom-Biologe Alexander Papaioannu
Diplom-Biologe Alexander Papaioannu

Meistens ( fast immer) werden Leitlinien nicht zur Verbesserung der Medizin,- sondern zur Umsatzsteigerung von Pharmaka genutzt. Ich möchte hierbei an einen interessanten DocCheckbeitrag aus der Jahre 2010 mit dem Titel „Augen auf beim Leitlinenkauf“ erinnern. Das könnte einige Bücher mit spannenden (skandalösen) Inhalten füllen. Selektive Studien werden selektiv ausgewertet . Haüfig wird behauptet, dies geschehe im Sinne der „Evidence Based Medicine“ , obwohl eher eine „Eminenz Based Medicine“ celebriert wird.
In der aktuellen amerikanischen Leitliniensituation werden etliche Denk- oder Interpretationsfehler (absichtlich?) gemacht.

Alle Statine wirken nicht linear zu ihrer Dosis. So hat z. B. 10mg Atorvastatin bereits 80-90% der Wirkung der achtfachen (80mg) Dosis.

Statin ist nicht gleich Statin!
Statine sind unterschiedlich hydrophil oder lipophil und werden entsprechend unterschiedlich metablosiert und eliminiert. Hinzu kommt, dass
Statine gewaltig unterschiedliche Verteilungsvolumina, Plasmaeliminationshalbwertzeiten (HWZs) und Bioverfügbarkeiten haben. Die meisten (außer Cerivastatin, Atorvastatin und Rosuvastatin) wirken fast nur präsystemisch in der Leber, welche eine Vermehrung der hepatischen LDL-Rezeptoren und damit den cholesterinsenkende Effekt aller Statine herbeiführt. Deutlich anders sieht es im systemischen Bereich, insbesonders im Endothel der Gefäße aus, wo die vielen direkten postiven pleiotropen Effekte der Statine auf die Gefäßwände nicht allmählich, sondern schnell sich auswirken können. Bei Betrachtung der Ereigniskurven der großen prospektiven Endpunkstudien an immerhin insgesamt ca 38000 Patienten wie LIPID, CARE, 4S und HPS fällt auf, dass sich die Vorteile der teilweise sehr erheblichen Cholsterinsenkungen erst nach ein bis zwei Jahren zeigen ,obwohl doch die deutlichen Verbesserungen der Cholsterinwerte bereits nach wenigen Wochen vorliegen. Warum wurde für die Verumpatienten in o.g. Studien immer nur ein relativ später Nutzen trotz der schnellen Cholesterinsenkungen aufgezeigt? (Hier ist übrigens erwähnenswert, dass o.g. Studien mit Pravastatin und Simvastatin durchgeführt wurden. Diese Statine haben aufgrund ihrer niedrigen systemischen Bioverfügbarkeit von 4-10%, und der kurzen HWZ s von 2-4 Stunden nahezu nur präsystemische Wirksamkeit und so können diese auch z.B. in vivo keine hs-crp-Werte absenken.)

LDL ist nicht gleich LDL
In der prospektiven HPS-Studie mit über 20000 Patienten unter der Anwendung von 40mg Simvastatin wurde eine Risikominderung für kardiovaskuläre Ereignisse unabhängig von der Höhe der Cholesterinsenkung aufgezeigt.
Die LDL-Partikel im Blut liegen unterschiedlich vor, sie können mannigfaltig oxidiert oder glykosiliert oder beides sein und haben damit auch unterschiedliche Dichten und Größen und atherogene Potentiale. Kleine, high density LDL-Partikel sind besonders gefährlich. So haben häufig Diabetiker trotz niedriger LDL-Werte ein relativ hohes atherogenes Risiko, da sie besonders hohe Anteile des hochatherogenen high density LDLs haben.

Fazit: Wie so oft, nichts Neues: Nicht die Wahrheitsfindung sondern Geld regiert die Welt und leider auch die Medizin.

#19 |
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GG
GG

Dies ist wieder einmal ein alter Hut! Referenzwerte senken – Pharmaumsatz steigern. Geht´s der Wirtschaft gut – geht’s uns allen gut, oder? Oder der WHO? Vor jahrezenten war der Cholesterinwert 240, danach 200, und nun denkt man/frau darüber nach: “Darf´s ein bisschen weniger sein?. “Selbiges gilt unisono u.a. für den Body-Mass-Index.

#18 |
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Heilpraktikerin Ursula Tüffel
Heilpraktikerin Ursula Tüffel

Den Ausführungen von Herrn Ursinus kann ich voll und ganz beipflichten.
Frau Thomaßen spricht an, was mir auch durch den Kopf geht: Warum wird plötzlich nur noch LDL als Kriterium benutzt? Wissen die Erfinder dieser neuen Standards nicht, daß die Berücksichtigung des LDL-Gegenspielers HDL ebenso wichtig ist? Bewegt sich das Verhältnis LDL = 5 und HDL = 1 in diesem Rahmen, ist keine Behandlung erforderlich, denn dann sorgt HDL für das erforderliche Gleichgewicht. Der Gesamtcholesterinwert sagt ebenso wenig aus wie der LDL-Wert allein, selbst wenn er 200 betragen würde.

Der Gast und Frau Dr. Groeneveld sprechen ebenfalls einen wichtigen Punkt an: Rohkost und Ernährung im allgemeinen gehören hier zur Vorsorge. Sie verhindert bzw. vermindert nicht nur die ohnehin kritisierten angeblichen Risikofaktoren, sondern wirkt auch heilend. Die oft gefährlichen Nebenwirkungen der Statine sollten unbedingt vermieden werden.

Cholesterin ist ein lebenwichtiger Stoff für viele Körperfunktionen, nicht umsonst reguliert der Körper ihn in engen Grenzen selbst. 2004 erwähnte der Spiegel in einem pro Statine-Artikel eine Mega-Studie, die in den USA 10.000 oder 12.000 GESUNDE Personen im Alter von 16 bis über 80 auf ihren Cholesterinstatus überprüft hatte. Dabei stellte sich heraus, daß der Wert mit zunehmendem Alter recht gleichmäßig ansteigt. In jungen Jahren lag er um 200, ab 60, 70 und 80 stiegen die Werte bis über 450 an. Und diese Menschen waren kerngesund! In dem langen Artikel ging dieser Satz fast unter – sollte er wohl auch. Mir erscheint durchaus nachvollziehbar, daß im Alter mehr Cholesterin benötigt wird, um die Arterien zu reparieren bzw. geschmeidig zu halten.

Da Arteriosklerose zu den Risikofaktoren zählt, hier noch ein Hinweis auf ein Naturheilmittel, mit dem man diese erfolgreich und nebenwirkungsfrei behandeln kann: Padma 28, aber bitte das Originalrezept aus der Schweiz und nicht das “abgespeckte” der EU, dem drei Wirkstoffe entzogen wurden und das dadurch teilweise leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen verursacht sowie eine geringere Wirkung entfaltet. Dies ist ein rundum ausgewogenes Mittel der Tibetischen Medizin und wer weiß, wie deren Rezepturen entwickelt wurden und werden, wird verstehen, warum die Entfernung gleich mehrerer Bestandteile die Wirkung vermindert. Es gibt also schon seit ewigen Zeiten weit Besseres als Statine oder Neuentwicklungen, die dann mit schwerwiegenden, zunächst weitgehend unbekannten Nebenwirkungen, als Großstudie, auf die menschlichen Versuchskaninchen losgelassen und wieder mal negative Schlagzeilen verursachen werden.

#17 |
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Lieber Kollege Schätzler,

ich habe mich nunmal auf die relevante Fachliteratur und die so genannten Experten konzertieren müssen (siehe Links); die inzwischen mindestens 300 oder 400 Kommentatoren und ihre Kommentare ebenfalls zu zitieren, hätte den Rahmen gesprengt und kaum zusätzlich Erhellendes gebracht. Mit Unfairness hat das nichts zu tun. Nebenbei bemerkt: Ich kann in Ihren Kommentaren keine Hinweise auf meine vorher zu diesem Thema längst erschienen Beiträge entdecken (wobei ich nicht der Ansicht bin, dass man lesen muss, was ich geschrieben habe). Insofern halte ich Ihren Vorwurf der Unfairness nicht für fair. Trotzdem viele Grüße und danke für den Kommentar!

#16 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Ist das Problem nicht die vermeintliche “Alternativlosigkeit”, die die Politiker gerne bemühen, wenn es um Entscheidungen geht?
Im Bankensektor wird es uns vorgemacht, und im Gesundheitsbereich sieht es nicht anders aus: die Politik ist der Büttel der Konzerne ( in der Hoffnung auf Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bzw. in Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen ) und nicht wirklich an der Volksgesundheit interessiert.
Dadurch werden keine wirklich unabhängigen Studien zu den Lebensstilfaktoren, die eine Verbesserung der Volksgesundheit, in diesem Falle eben der Cholesterinwerte, gemacht. Es könnte ja herauskommen, daß man der Pharma- und Lebensmittelindustrie auf die Füsse treten würde / müsste.
@ Frau Dr. Maike Groeneveld / Dr. oec. troph. Claudia Laupert-Deick:
Sie haben einerseits sehr recht, doch wenn ich mir die Mehrzahl der OecotrophologenInnen ansehe, so leiern sie Standardwissen der DGE ( Ernährung ) herunter, welches vielleicht das Schlimmste verhindert, aber nicht wirklich weiter hilft.
Doch wer sich eigenverantwortlich schlau macht und bereit ist zu experimenetieren, kann schnell eine deutliche Verbesserung herbei führen.
So lagen bei mir die Cholesterinwerte lange bei ca. 210 / 40 ( Gesamtch. / HDL ), und das trotz Vollwerternährung und viel Sport ( intern. erfolgreicher, 60-jähriger Altersklassensportler mit ca. 13 % Körperfett ). Der Ersatz von ca. 1.500 kcal Kohlenhydraten täglich aus Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln usw. durch Nüsse und Käse bewirkte innerhalb von 6 Monaten eine Veränderung auf 190 / 80.
Das Problem ist der hohe Kohlenhydratanteil in unserer Nahrung. Zum Glück gibt es inzwischen genug Literatur von querdenkenden Medizinern, die es dem Interessierten ermöglicht, auch ohne Pharmaindustrie gesünder zu werden.

#15 |
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Dr. med. R. Brenner
Dr. med. R. Brenner

Ich schließe mit dem Vorkommentar vollumfänglich an. Danke für die Informationen!

Gast schrieb am 2. Dezember:
“Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Teil des Lebenswerks des englischen Epidemiologen Dennis Burkitt (1911-1993). Seine Beobachtungen in Afrika zeigten, dass es dort wenig oder kaum kardiovaskuläre Erkrankungen gab, auch bei alten Menschen.

Wissenschaftlich wurde und wird die geringere damalige Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen in Afrika auf den primärpräventiven Effekt der Absenkung des Cholesterinspiegels unter osmotischer Herauslösung und Exkretion des ansonsten im enterischen Kreislauf gebundenen Cholesterins zurückgeführt.

Die osmotische Herauslösung des enterischen Cholesterins durch den osmotischen Sog unverdaulicher, zellulärer Nahrungsbestandteile steht dabei im Zusammenhang mit einem damals höheren Anteil von Rohkost in der beobachteten afrikanischen Population.”

#14 |
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Sehr geehrter Herr Thomas Kron,
es gehört zur Medizin-journalistischen Fairness, in einem Beitrag auf DocCheck®News zumindest darauf hinzuweisen, dass exakt zur Thematik des e i g e n e n Berichtes bereits v o r h e r ein kritischer Beitrag auf DocCheck®Blog erschienen ist:
http://news.doccheck.com/de/blog/post/1038-forget-to-think/
Am 17.11.2013 habe ich beschrieben, was die in “Circulation” publizierten neuen Leitlinien des American College of Cardiology (ACC) und der American Heart Association (AHA) als waghalsiges Umdenken bedeuten – Cholesterinsenkung ohne Wenn und Aber und um jeden Preis. Ohne größeres Nachdenken “fire and forget”! Ohne Risiko-analytische und -adaptierte Therapie lässt man den individuellen Patienten mit allen Imponderabilien im Stich, um willfährig der Pharmaindustrie zu folgen, die Statine am liebsten profitabel ins Trinkwasser entsorgen würde. Und das bei einer NNT (number-needed-to-treat) selbst bei Hochrisiko-Patienten bis zu 100 (Prof. Dr. N. Marx, RWTH Aachen, ABCD-Symposium auf dem Petersberg am 30.11.2013).
Wie gesagt, das ist einfach nicht fair von Ihnen. Denn auch auf Medscape Deutschland und in Englisch auf Medscape International hätten sie weitere differenzierte Kommentare von mir nachlesen können.
http://www.medscapemedizin.de/artikel/4901655_2
http://www.medscape.com/viewarticle/814152
und zum neuen Risiko-Score
http://www.medscape.com/viewarticle/814579?nlid=39643_1982&src=wnl_edit_medn_fmed&uac=153065FK&spon=34

#13 |
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Dr. Maike Groeneveld
Dr. Maike Groeneveld

Dr. oec. troph. Claudia Laupert-Deick
Das läuft so weiter wie immer, die Ärzte werden von der Pharmaindustrie fortgebildet und lernen, dass nun noch häufiger Statine eingesetzt werden müssen. Viel wichtiger wäre es, wenn man ihnen mal erklären würde, wie man Menschen auf dem Weg zu einem gesünderen Lebensstil verhaltenstherapeutisch begleiten kann. Sofern kein Herzinfarkt oder eine manifeste KHK vorliegen, sind zunächst alle Maßnahmen der Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion auszuschöpfen. Sollte dies nicht gelingen, sind Experten wie Oecotrophologen, Sport- und Psychotherapeuten einzubeziehen. Patienten müssen viel mehr lernen selbst Verantwortung für Ihre Gesundheit zu übernehmen, anstatt Medikamente einzuwerfen, deren Nutzen nicht gesichert sind, die Nebenwirkungen aber dosisabhängig mittlerweile bei 40 % der Betroffenen nachgewiesen sind.

#12 |
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@Thomas Bachofer: unqualifiziert!

#11 |
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Zwei Dinge wären vorrangig zur Qualitätsverbesserung in der Pharmakotherapie so schnell wie möglich durchzusetzen:

1. In allen klinischen Studien ist groß zu Anfang der Summary einzufügen, ob und in welchem Umfang die Studie durch welche Pharmaproduzenten oder Pharmavertreiber finanziert wurde und ob einer oder mehrere der Autoren für welche Pharmaproduzenten oder -vertreiber tätig sind oder waren. Falls alles nicht der Fall ist, sollte zu Beginn jeder Summary stehen “Studie wurde aus unabhängigen Forschungsmitteln finanziert und keiner der Autoren bezog oder bezieht Zuwendungen von der Pharmaindustrie”. Das würde für alle Ärzte die Orientierung sehr viel einfacher machen.

2. Alle Mitglieder von Gremien die Leitlinien verfassen, müssen schriftlich verbindlich erklären, dass sie keinerlei Zuwendungen irgendwelcher Art von der Industrie erhalten. Ärzte müssen sich einfach zu Beginn ihrer Karriere verbindlich entscheiden, ob sie absolut unabhängige Wissenschaftler, die NUR der wissenschaftlichen Wahrheit verpflichtet sind, sein wollen, oder ob sie auch lukrativ für die Industrie arbeiten wollen, weil beides einfach unvereinbar ist. Auch wenn viele immer wieder das Gegenteil behaupten.

Leider habe ich die Befürchtung, dass beides nicht so einfach durchzusetzen ist …. Bis dahin hilft nur Misstrauen gegen alles, was man so liest und hört und “empfohlen” bekommt.

#10 |
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Thomas Bachofer
Thomas Bachofer

Die sollen ihre Statine selber fressen.

#9 |
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Das einzige, was ich hierzu anzumerken habe:
WER LEGT DIE REFERENZWERTE FEST???
Sollten wir als Ärzte nicht nach naturwissenschaftlichen Regeln, sprich der ›Evidenz-Basierten Medizin‹ handeln und nicht als Gefälligkeitssklaven der Pharmaindustrie/-lobby missbraucht werden?
Letztlich steht das Wohl des Patienten im Mittelpunkt!
›PRIMUM NIHIL NOCERE.‹

#8 |
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Dipl. -Ing. Frank Pawellek
Dipl. -Ing. Frank Pawellek

Ich würde mir wünschen, das auch in der Diskussion über das Cholesterin, ein Ursache Wirkverständnis entsteht, welches näher an die Tatsachen ran reicht. Der Körper erhöht das Cholesterin (Radikalfänger), ja nicht ohne Grund. Vitamin C kann der Mensch ja leider nicht mehr selbst produzieren, Cholesterin aber sehr wohl. Was passiert denn wohl, wenn wir dafür sorgen, dass genügend Radikalfänger vorhanden sind? Würde der Körper dann immer noch sehr viel Cholesterin produzieren bzw. dieses dann auch noch zur Reparatur der Gefäße einsetzen? Eine nachhaltige Klärung könnte uns von der Richtliniendiskussion ein wenig wegbewegen. Einen Versuch wäre es doch wert?

#7 |
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Gast
Gast

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Teil des Lebenswerks des englischen Epidemiologen Dennis Burkitt (1911-1993). Seine Beobachtungen in Afrika zeigten, dass es dort wenig oder kaum kardiovaskuläre Erkrankungen gab, auch bei alten Menschen.

Wissenschaftlich wurde und wird die geringere damalige Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen in Afrika auf den primärpräventiven Effekt der Absenkung des Cholesterinspiegels unter osmotischer Herauslösung und Exkretion des ansonsten im enterischen Kreislauf gebundenen Cholesterins zurückgeführt.

Die osmotische Herauslösung des enterischen Cholesterins durch den osmotischen Sog unverdaulicher, zellulärer Nahrungsbestandteile steht dabei im Zusammenhang mit einem damals höheren Anteil von Rohkost in der beobachteten afrikanischen Population.

#6 |
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Mitarbeiter Industrie

Ich finde diese Diskussionen sehr gut! Bleibt nur noch zu klären, wie die maroden Gesundheitssysteme diesen Kostendruck aushalten sollen und dann auch der zweite (oft vergessene) Aspekt: Wer hat denn ab morgen so viel Knete, Euros, Rubels oder Dollares ? Ein Blick auf die Welt: Immer mehr Menschen in Rente und Alters-Vorruhestand, immer längere Lebenszeiten, welche natürlich die Gesundheits- und Rentenkassen belasten! Wo soll da noch das Geld herkommen, um via Lipidsenkern Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen? Welcome to Reality or Austerity?

#5 |
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Heilpraktikerin

Abgesehen von den Einwendungen von Lothar Ursinus, hinter denen ich ebenfalls stehe: die von den Patienten mitgebrachten Blutlaboruntersuchungen (meist vom Hausarzt erstellt) zeigen in 9 von 10 Fällen keine Unterscheidung mehr zwischen LDL und HDL. Sprich: “Cholesterin ist halt hoch”. Ob “High” oder “Low” – geschweige denn welcher von Letzteren – wird hier meist nicht mehr geprüft. Alles über einen Kamm und heraus mit den Statinen. Billig, fatal …. und traurig

#4 |
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Herr Ursinus,
ich unterstütze alles was Sie schreiben, aber den Glückwunsch für mehr Krebsgeschehen nicht. Der Fokus auf die Cholesterinvermeidung und die neuen Leitwerte zeigen nur, dass die alten Leitwerte nicht so gut für den Verkauf von Statinen waren wie die neuen sein werden. Das war und ist ein Skandal um das Cholesterin, der bekannt ist, zunimmt und mehr Kritik hervorrufen sollte, aber keinen Zynismus.

#3 |
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Heilpraktiker

Mafia, ick hör dir trappsen……

#2 |
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Lothar Ursinus
Lothar Ursinus

Mit dieser Strategie wird es mehr Krebsfälle geben als uns lieb ist. Cholesterin ist ein Steroide, kein Fett. Es ist ein Ausgangsstoff für Hormone und Vitamin D. Der wichtigste Ansatzpunkt liegt im Zellschutz. Cholesterin wird in die Zellmembran eingebaut. Da 90% in der Selbstregulation der Leber liegt, ist es fatal, diese Selbstregulation durch Cholesterinsenker zu unterbinden. Eine nicht geschützte Zelle kann entarten, den Stoffwechsel verändern und zur Krebszelle werden. Glückwunsch, mit den neuen Leitlinien gibt es mehr Krebsgeschehen und somit auch ein gutes Geschäft für die Pharmaindustrie. Cholesterinsenker sind Q10-Räuber und schwächen die Muskulatur (das Herz ist ein Muskel), sorgen für eine Schilddrüsenunterfunktion und Störungen im Stoffwechsel.

#1 |
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