Beruf “Sudologe” – Der Schweiß ist heiß

19. September 2006
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Die ärztliche Berufswelt erfährt eine immer stärkere Differenzierung. Im unüberschaubaren Dickicht der Zusatzbezeichnungen ist aber noch reichlich Platz für medizinische Nischentätigkeiten. Deshalb forscht DocCheck nach Fachgebieten, die es noch nicht gibt, aber dringend geben müsste. Anbetrachts des bevorstehenden Klimawandels macht ein neue Spezialdisziplin den Anfang: die Sudologie.

Die menschliche Schweißdrüse wird seit dem Beginn der industriellenRevolution zunehmend unterdrückt: Wir dürfen zwar alle mehr arbeiten -aber dabei auf keinen Fall mehr schwitzen. Ein Heer von Deodorants und Antitranspirantien zielt darauf, jede Sekretion komplettzu unterbinden. Insbesondere der Achselschweiß hat jede Form dersozialen Akzeptanz verloren. Nun fragen wir uns verunsichert: Wanndürfen wir schwitzen und wann nicht?

Antworten auf diese drängenden Fragen sollen in Zukunft Internisten mitder Zusatzbezeichnung “Sudologie” geben – wenn ihnen die Dermatologennicht zuvor kommen. Die Transpirationsmedizin hat angesichts purzelnderTemperaturrekorde allerbeste Aussichten, zum neuen Darling der Medienzu werden.

Der Sudologe soll nach ersten Vorstellungen der Bundesärztekammer überausreichende Erfahrungen mit folgenden Therapieverfahren verfügen:

  • Applikation subaxillärer Mikroklimaanlagen (Friotherapie nach Linde)
  • Legen von Schweißbypässen (glanduloglanduläre Anastomosen)
  • Stationäre Intensivtherapie akuter Schweißausbrüche
  • Anwendung adstringierender Ganzkörpertamponaden

Die kostbare Zusatzbezeichnung soll den Aspiranten der Sudologie – vonden chirurgischen Kollegen auch gerne “Transpiranten” genannt – erstnach einer zweijährigen klinischen Tätigkeit zuerkannt werden. Einkleiner Trost: Davon sollen 6 Monate in einem ambulanten Saunabetriebabgeleistet werden können. Eine weitere Differenzierung in die Gebiete”Allgemeine Sudologie” und “Spezielle Fußschweißtherapie” scheint schonjetzt unvermeidlich.

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