Sportliche Leistung: Durch besseren Schlaf steigern

26. November 2013
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Sportler klagen häufig über Schlafprobleme. Guter Schlaf ist jedoch für die Regeneration und Leistungsfähigkeit von enormer Bedeutung. Eine aktuelle Studie belegt nun den positiven Effekt von akustischer Neurostimulation im Schlaf.

Bereits vor einigen Jahren konnte der positive Effekt von speziellen Tönen auf die Tiefschlaffrequenzen und die Schlafdauer bei Schlafpatienten gezeigt werden. Dieser schlaffördernde Effekt konnte nun in einer Gruppe von gesunden Nachwuchsleistungssportlern bekräftigt werden. Die Studie wurde im Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln unter der Leitung von Dr. Vera Abeln durchgeführt.

Im Schlaf wurden die Hirnwellen von Nachwuchsprofifußballern durch modifizierte Audiosignale, sogenannte binaurale Beats, mit schlaftypischen Frequenzen stimuliert. Die Stimulationsfrequenzen wurden dabei in elektronische Musik eingebettet und über ein leistungsstarkes Audiosystem in einem ergonomisch geformten Kissen abgespielt. Innerhalb von acht Wochen verbesserte sich die subjektiv bewertete Schlaf- und Aufwachqualität sowie die morgendliche Befindlichkeit der Athleten signifikant. In einer zweiten Gruppe von Sportstudenten, die für acht Wochen auf dem gleichen Kissen nächtigten, jedoch nicht der akustischen Neurostimulation unterlagen, zeigten sich hingegen keine Verbesserungen.

Es wird angenommen, dass sich diese psychologischen Verbesserungen auch auf physiologischer Ebene auswirken bzw. durch physiologische Veränderungen hervorgerufen werden. Athleten könnten diese Art der Schlaftherapie zur Leistungssteigerung unterstützend einsetzen. Weiterführende Studien sind geplant.

Originalpublikation:

Brainwave entrainment for better sleep and post-sleep state of young elite soccer players – A pilot study
Vera Abeln et al.; European Journal of Sport Science, DOI: 10.1080/17461391.2013.819384; 2013

28 Wertungen (3.57 ø)

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5 Kommentare:

Gast
Gast

Ich habe das (zugegebenermaßen sehr teure) Equipment (Player mit Kopfhörer / “Audio-Kopfkissen” / Powernapping Liege) selbst über einen längeren Zeitraum ausprobiert.
Es gibt 2 Bereiche, wo das System eingesetzt werden kann:
Schlaftherapie:
hier wird das Gerät für die gesamte Nacht bei Schlafstörungen angewendet (eigene Versuche sind seit über 1 Jahr sehr erfolgreich), die mir zur Verfügung gestellten Studien zeigen zumindest aus meinem Verständnis (und ich bin kein Esoteriker) durchaus nachvollziehbare positive Auswirkungen. Für mich als Arbeitsmediziner wäre ein potentielles Anwendungsgebiet bei unseren Probanden/Patienten auch Schlafstörungen durch Schichtdienst, unregelmäßige Arbeitszeiten mit Überstunden etc..
Powernapping:
hier haben wir in unserer Praxis über mehrere Wochen die (sehr teure) Liege, die man ggf. durch erheblich preiswertere, bequeme Möbel ersetzen könnte, mit dem Personal ausprobiert. Wichtig ist dabei, den Raum (trotz der einen gewissen Schallschutz bietenden Kopfhörer) ausreichend akustisch abzuschotten, damit man wirklich abschalten kann. Die (mit der Nachttherapie forcierten) Tiefschlafphasen sind zwar in den 20 Minuten Anwendungsdauer natürlich nicht zu erreichen (und auch nicht gewünscht). Positiv ist jedoch der von den Teilnehmern geschilderte Erholungseffekt und die im Programm implementierte sanfte Weckfunktion, sodass man keine Angst haben muss, nicht rechtzeitig wieder aufzuwachen.
Dr. med. Joern-Helge Bolle / Facharzt für Arbeitsmedizin

#5 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Dipl.Biol. Walter, sie haben über ein zugelassenes Medizinprodukt geschrieben. Könnten Sie mir ggf. den Namen des Gerätes mitteilen. Vielen Dank im voraus. Lg. Dr. Junior

#4 |
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Dr. Jörg Heuser
Dr. Jörg Heuser

Welches Gerät soll das sein?

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Dipl. Biol. Thorsten Walter
Dipl. Biol. Thorsten Walter

Es gibt inzwischen ein zugelassenes Medizinprodukt, das die körpereigene Melatoninproduktion deutlich erhöht, die Tiefschlafphase verlängert, die Sauerstoffaufnahme verbessert und damit Schnarchen und Atemaussetzer reduziert – alles ohne Pharmaka, Strom oder Nadeln. In der Folge wacht man erholt auf, hat eine größere Stresstoleranz und mehr Leistungsfähigkeit.

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Dr. med. Christiane Siefert-Ajtai
Dr. med. Christiane Siefert-Ajtai

Das wäre doch auch eine Therapiemöglichkeit für Schlafstörungen statt Tabletten!

#1 |
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