Überblick im Konditionendschungel

13. Oktober 2006
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Wer sich das Studium auf Pump finanzieren möchte, muss sich zunächst mit vielen verschiedenen Angeboten und Modellen auseinandersetzen. Wir versuchen das Knäuel an Konditionen von Krediten und Fonds zu entzerren.

Studienkredite sind in der Regel Bankdarlehen wie alle anderen Kredite auch. Anders ist lediglich die Art der Auszahlung (in monatlichen Raten) und der Modus der Rückzahlung (Ruhephase nach Beginn der Arbeit, langfristige monatliche Rückzahlung). Bildungsfonds unterscheiden sich grundsätzlich dadurch, dass man keinen festen Rückzahlungsbetrag wie bei den Krediten hat. Während man als Student vom Bildungsfonds monatlich Zahlungen erhält, muss man als späterer Arbeitnehmer für einen festgelegten Zeitraum einen Anteil seines Gehaltes an den Fonds zurückzahlen.

Studienfonds in Deutschland
Während Studienfonds in den USA zu festen Größen in der Studienfinanzierung gehören, sind sie in Deutschland noch rar gesät. Studienfonds zahlen Geld an Studenten aus einem Topf ein, in dem später die Studenten selbst einzahlen. Zusätzlich beteiligen sich Investoren am Fonds und tragen so einen Teil des Risikos mit. In Deutschland werden Studienfonds derzeit für ausgewählte Studiengänge und Hochschulen von CareerConcept und gekoppelt an Auswahlkriterien bundesweit von der DKB angeboten.

Dabei zahlt man bei CareerConcept zur Tilgung für eine festgelegte Zeit einen Anteil des Einkommens. Bei der DKB erfolgt die Rückzahlung genau wie bei einem Kredit durch absolut festgelegte Monatsraten. Der Zinssatz liegt mit 5 Prozent recht günstig. Der DKB-Studienfonds eignet sich vor allem für ehrgeizige und erfolgreiche Studenten. Schliesslich muss man die Zwischenprüfung schon mit guter Note bestanden haben und ein Empfehlungsschreiben eines Professors für die Bewerbung mitbringen. Ebenfalls ein möglicher Nachteil ist die Rückzahlung in festgelegten Raten zu 250 Euro monatlich.

Studienkredite abseits der KfW
Neben dem KfW-Studienkredit bieten auch einige private Banken Kredite zur Studienfinanzierung an. Zur Zeit sind unter anderem die Deutsche Bank, DresdnerBank und die apoBank mit Angeboten ausgerüstet. Auch die Sparkassen bieten Studienkredite an, die jedoch regional unterschiedliche Zinssätze und Tilgungsmodalitäten aufweisen. Ein Vorteil der meisten privaten Angebote gegenüber dem Angebot der KfW-Bank ist in jedem Fall die höhere Flexibilität, beispielsweise im Rahmen von Auslandssemestern.

Die Deutsche Bank bietet mit dem DB-Studentenkredit eine Lösung, die sich vor allem für Studenten anbietet, die sich das Studienende finanzieren möchten. Hier ist die Deutsche Bank trotz geringfügig höherer Zinsen im Vorteil gegenüber der KfW, da keine einmaligen hohen Bearbeitungsgebühren anfallen. Bei der Deutschen Bank kann man sich in höheren Semestern bis zu 800 Euro monatlich auszahlen lassen, in den ersten beiden Semestern jedoch nur 200 Euro monatlich. Der Zinssatz beträgt in der Auszahlungsphase 5,9 Prozent, in der Tilgungsphase ist ein flexibler Zinssatz von etwa 8 Prozent anzunehmen. Getilgt werden kann über höchstens 12 Jahre, die Gesamtschulden dürfen 30.000 Euro nicht übersteigen, die Höchstdauer für die Auszahlung beträgt 5 Jahre.

Die DresdnerBank bietet bei einer monatlichen Höchstauszahlung von 600 Euro einen recht hohen Zinssatz von knapp 9 Prozent im Grundstudium und knapp 7 Prozent im Hauptstudium an. Die Höchstdauer für die Auszahlung kann bis zu 7 Jahre betragen, die Schulden dürfen dabei 35.000 Euro nicht übersteigen. Zurückgezahlt wird in bis zu 15 Jahren, wobei der Zinssatz mit steigender Rückzahlungsdauer auf bis zu 9 Prozent ansteigt. Die Dresdner Bank finanziert auch Aufbaustudiengänge und bietet bei den Zinsen Rabatte, wenn man eine abgeschlossene Berufsausbildung oder bei Studienabschluss ein sehr gutes Examen vorweisen kann. Für die Finanzierung des gesamten Studiums ist das Angebot der Dresdner Bank sicher nicht die günstigste Lösung und bietet sich daher nur in Sonderfällen an.

Die apoBank ist als Dienstleister für Angehörige von Heilberufen gut auf die Situation der Mediziner eingestellt. Neben dem KfW-Studienkredit, den die apoBank mit anbietet, bietet sie auch flexible Kreditmodelle an, die beim Zinssatz ungefähr dem Angebot der Deutschen Bank entsprechen. Als monatliche Auszahlung kann man bei der apoBank bis zu 300 Euro in Anspruch nehmen. Die Rückzahlungsmodalitäten sind sehr flexibel und können vielfach variiert werden. Ein Schmankerl stellen die Möglichkeiten zur Finanzierung des PJ und der Examensvorbereitung dar. Für Mitglieder des Marburger Bundes oder des Hartmannbundes sind monatliche Auszahlungen von bis zu 700 Euro monatlich möglich. Man kann sich dabei das ganze PJ über, oder aber auch nur drei Monate zur Examensvorbereitung finanzieren lassen.

Fazit
Wer einen Studienkredit möchte, kann zwischen einer Vielzahl von Angeboten wählen. Ein Bildungsfonds stellt bei entsprechenden Voraussetzungen seitens des Studenten immer eine gute Alternative dar und sollte in Vergleiche mit einbezogen werden. Studienkredite sollten nur nach guter Beratung und eigenen Vergleichen aufgenommen werden. Leichtsinn kann am Ende des Studiums sehr teuer werden.

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