Medizinstudium: Apps für den Kittel

12. September 2012
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Woran erkennt man im Krankenhaus den Studenten? Na klar: An den vielen Taschenlehrbüchern, die aus dem Kittel hervorquellen. Oder etwa doch nicht? DocCheck zeigt Euch, wie Ihr Euch zukünftig das unnötige Geschleppe riesiger Fachwälzer sparen könnt.

In den letzten News haben wir Euch zwölf Apps vorgestellt, die das Lernen für Prüfungen einfacher und mobiler gestalten. Doch damit nicht genug! Das Smartphone entpuppt sich auch im klinischen Alltag als unschlagbare Hilfe! Direkt am Patientenbett, in der Visite oder beim Briefeschreiben, die große Auswahl an Fachapps macht das Smartphone zum Medizin-Allrounder. Doch in dieser Fülle verliert man schnell den Überblick. Wir haben uns daher zwölf Apps für Euch herausgepickt, zum Großteil sogar wenig kostspielig oder gar kostenlos.

inPractice® Oncology

Diese App ist ein vollständiges, englisches Nachschlagewerk zu allen onkologischen Themen. Besonders onkologische Therapieschemata lassen sich so schnell nachschlagen und sind durch die Kombination mit PubMed aktuell. Einen besonderen Vorteil stellt die enthaltene Medikamentendatenbank dar.

Preis: kostenlos
Plattform: iPhone/iPad

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The Merck Manual – Professional Edition

“The Merck Manual of Diagnosis and Therapy” ist das weltweit meistverkaufte medizinische Lehrbuch. Die erste Auflage wurde 1899 veröffentlicht. Die aktuelle, 19. Auflage wurde mustergültig auf das iPhone und iPad übertragen. Die Inhalte werden vom Gerät heruntergeladen und lokal gespeichert, wodurch sie immer verfügbar und schnell durchsuchbar sind. Diese App gehört defintiv zu den teuereren Anwendungen, doch dafür erhält man hier eines der berühmtesten Nachschlagewerke in hervorragender Umsetzung für’s Smartphone.

Preis: 27,99 €
Plattform: iPhone/iPad

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Differential Diagnosis from the BMJ Group

Im klinischen Alltag hat man nach der Anamnese und Untersuchung des Patienten schnell eine Verdachtsdiagnose. Doch dieser Verdacht sollte nicht dazu führen, die Differentialdiagnosen zu übersehen. Um diese im jeweiligen Fall schnell nachzuschlagen, bietet sich “Differential Diagnosis from the BMJ Group” an. Über 10.000 Diagnosen können gesucht werden, sortiert nach Organsystem, Symptom und Erkrankungen. So werden die alternativen Diagnosen in der Klinik nicht vergessen.

Preis: 1,59 €
Plattform: iPhone/iPad

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Best Practice decision

Wer noch nicht lange in der Klinik ist, oder gerade in einer Famulatur ein fast neues Fachgebiet für sich “entdeckt”, wird diese App lieben. Die BMJ Group gehört zur British Medical Association, welche unter anderem seit 1840 das “British Medical Journal” herausgibt. Sie steht damit für höchste Qualität und Zuverlässigkeit. Die App liefert evidenzbasierte Informationen zu zahlreichen Krankheiten, zur Diagnose, Behandlung, Prävention und Nachsorge. Durch kurze, präzise Anweisungen lassen sich Entscheidungen schneller fällen, bei einer gleichbleibend hohen Qualität.

Preis: kostenlos (komplett 69,99 €)
Plattform: iPhone/iPad

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Arznei aktuell

Ein Patient wird aufgenommen und diktiert eine lange Liste von Medikamenten, von denen nur ein Drittel gemeinhin geläufig ist. Wem das bekannt vorkommt, der sollte – statt tausende Namen auswendig zu lernen – einfach diese App laden. Über 61.000 Medikamente sind mit Wirkstoff, Darreichungsform, Indikation, Dosierungsanleitung, Nebenwirkungen und Kontraindikationen erfasst. Durch den Arzneimittel-Scanner lässt sich sogar der Barcode der Verpackung scannen und das Medikament wird einem direkt angezeigt.

Preis: kostenlos
Plattform: iPhone/iPad

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Arznei check

Um Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Arzneimitteln zu erkennen, musste früher viel in der Roten Liste geblättert werden. Heute reichen ein paar Klicks auf dem Smartphone: Der “Arznei check” schützt die Patienten effektiv vor Wechselwirkungen. Nach Eingabe der Medikamente werden detaillierte medizinische Hintergrundinformationen zum pharmakologischen Effekt, den Risiken, zu Symptomen und zu Gegenmaßnahmen angezeigt.

Preis: 7,99 €
Plattform: iPhone/iPad

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Labormedizin i-pocket

Schon in der letzten Ausgabe der DocCheck News behandelten wir für Euch eine App, die sich der Labormedizin annahm. Diesmal steht nicht das Erklären der Begriffe im Mittelpunkt, sondern die genauen Daten und deren Bedeutung. Das “Labormedizin i-pocket” ist die perfekte Ergänzung im klinischen Alltag: Grundlagen, Analysemethoden, labormedizinische Befunderhebung mit Gliederung nach Organ- bzw. Stoffwechselsystemen. Diese App steht Euch kostenlos zur Verfügung.

Preis: kostenlos
Plattform: iPhone/iPad

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Universal Doctor Speaker full

Im Studium lernen wir so einige lateinische und griechische Begriffe, und in der Doktorarbeit vor allem englische. Wie viele Sprachen sollte ein Arzt sprechen können? Deutsch, Arabisch, Katalanisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Japanisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch und Spanisch? Mit der “Universal Doctor Speaker full” wird das möglich. Die App erleichtert die Kommunikation mit ausländischen Patienten! Hunderte von Texten und Fragen sind in verschiedene Sprachen übersetzt vorhanden – sogar vorgelesen. So können im Notfall schnell unmittelbare medizinische Bedürfnisse, häufige Symptome und Erkrankungen abgeklärt werden.

Preis: 4,99 €
Plattform: iPhone/iPad

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Medical Procedures

Die “Med Procedures”-App bietet exakt das, was sie verspricht: Über 100 verschiedene Untersuchungsmethoden und Verfahren werden mit zahlreichen Bildern detailliert beschrieben. Die App wird weiterhin ständig durch noch ausführlichere Bildbeschreibungen ergänzt. Wem also die UaKs und Demonstrationen nie ausgereicht haben oder wer einfach nur am Krankenbett plötzlich nicht mehr genau weiß, wie der Allen-Test funktioniert, der wird diese App lieben!

Preis: 10,49 €
Plattform: iPhone/iPad

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MedCalc Pro

Schon mal die GFR schnell überschlagen? Wie sieht es mit dem CRB-65-Score aus? BSA, BMI, SIRS-Kriterien, ABI, APGAR und ASA-Klassifikation? Wer nicht alles auswendig kann, der braucht sich jetzt nicht mehr verstecken: Dank des “MedCalc Pro” wird die Fülle von Formeln, Scores, Skalen und Klassifikationen beherrschbar. Diese gelungene App umfasst mehr als 240 Formeln und Scores, kann diese leicht berechnen und Patienten zuordnen. Eine definitive Empfehlung!

Preis: 3,99€
Plattform: iPhone/iPad

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Antibiotika i-pocketcards 2012

Welche Antibiotika bekommt der Patient mit akuter eitriger Bronchitis? Und welche der mit Lobärpneumonie? Welches Antibiotika kann ich bei Enterococcus faecalis einsetzen? Antworten liefert ein Blick ins Lehrbuch oder am Patientbett das Smartphone mit der App “Antibiotika i-pocketcards 2012”. Diese steht Euch kostenlos zur Verfügung und sollte daher auf keinem iPhone fehlen!

Preis: kostenlos
Plattform: iPhone/iPad

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A2Z of Dermatology

Famulatur in der Dermatologie und alles wird zur Blickdiagnose? Die App “A2Z of Dermatology” umfasst 115 verschiedene dermatologische Krankheitsbilder mit kurzer Beschreibung und erklärenden Fotos. Sie basiert auf dem “Quick Reference Atlas of Dermatology” von Dr. I. Williams und Dr. V. Ankrett und wurde von einem begeisterten Nutzer des Textbuches entwickelt, um nie wieder darauf verzichten zu müssen. Sie ist auf jeden Fall einen Blick wert!

Preis: 2,99€
Plattform: iPhone/iPad

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Das Smartphone wird also gerade am Krankenbett zur ultimativen Hilfe: großes Lexikon, Taschenrechner, Merkzettel und vieles mehr in einem. Schon jetzt gibt es einige Abteilungen in Deutschland, die ihre Ärzte standardmäßig mit einem iPhone ausstatten. Wir werden sehen, welche medizinischen Apps der Markt in der Zukunft noch hervorbringt.

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Studium

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3 Kommentare:

cand.med. Thomas Rätsch
cand.med. Thomas Rätsch

Ich möchte auch in die Kerbe meiner Vorredner schlagen. Die Apple Produkte können sich mit vielen neuen Android Smartphones weder preislich noch technisch messen. Trotzdem wird dieser Apple Kult an allen Ecken und Enden zelebriert. Das geht bei der Integration von Smartphones in Kfz-Systeme los und zieht sich bis in die Medizin hinein. Damit muss endlich mal Schluss sein. Leider scheint es für Android wirklich nicht viele sinnvolle medizinische Apps zu geben. Ich selbst habe lediglich Arznei Aktuell (komplett kostenlos) als Nachschlagewerk für Medikamente installiert. Ich würde mich freuen, wenn wir es endlich mal schaffen, auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda, diesen Apple-Lobbyisten (soll kein persönlicher Angriff in Richtung des Verfassers sein) das Wasser abzugraben.

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Martin Hilpert
Martin Hilpert

Lieber Autor,
ich kann mich nur dem Kommentar von Fr. Wilcke anschließen. Informieren Sie sich doch bitte über den aktuellen Marktanteil von Android-Endgeräten im Vergleich zu Apple-Produkten. Ich frage mich ebenfalls wieso diese KOMPLETT ignoriert werden?!

#2 |
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Studentin

Und was bitte ist mit all den Smartphone-Nutzern, die kein Apple-Produkt besitzen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es nicht auch für Android gute Medizin-Apps gibt und vermisse diese in Ihrem Artikel!

#1 |
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