HKL-Erkrankungen: Gallensteine erhöhen Risiko

20. November 2013
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Wie eine große Langzeit-Beobachtungsstudie mit 46.468 weiblichen und männlichen Studienteilnehmern nun zeigt, haben Menschen mit Gallensteinen ein um 24 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gallenstein- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten in Ländern mit westlichem Lebensstil häufig auf. Bislang hatten nur sehr wenige Studien untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen besteht. Daher analysierten die Forscher um die Medizinerin und Epidemiologin Cornelia Weikert die Daten von zwei großen deutschen Studienpopulationen, die Teil der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) sind. Die Forscher erfassten u. a. Daten zu Gallensteinerkrankungen, zu Gallenblasenentfernungen sowie zu erstmals aufgetretenen Schlaganfällen und Herzinfarkten über einen Zeitraum von durchschnittlich acht Jahren und werteten sie hinsichtlich bestehender Zusammenhänge aus. In dem Beobachtungszeitraum erkrankten 507 Personen erstmals an einem Herzinfarkt, 412 Menschen erlitten einen Schlaganfall.

Studiendaten weisen auf einen Zusammenhang hin

„Unsere Studie ist die erste prospektive Beobachtungsstudie, die den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Gallensteinen und dem Risiko für sowohl Herzinfarkt als auch Schlaganfall untersucht hat“, sagt Janine Wirth, Erstautorin der wissenschaftlichen Arbeit. „Die Studiendaten weisen nicht nur auf einen Zusammenhang hin, sondern zeigen auch, dass Menschen, die sich einer Gallenblasenentfernung unterzogen haben, keinerlei Vorteile hinsichtlich des Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisikos aus diesem Eingriff ziehen. Dies hatten frühere Studien annehmen lassen“, ergänzt die Autorin weiter. „Ein erhöhtes Risiko gerade bei Personen mit Gallenblasenentfernung könnte auf eine schwerere und länger andauernde Erkrankung hinweisen, die dann wiederum mit einem größeren Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko verbunden ist“, erklärt Cornelia Weikert. 

Bereits 2010 hatte eine Studie von Cornelia und Steffen Weikert gezeigt, dass Menschen mit Gallensteinen ein um 42 Prozent erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes besitzen. Daher empfiehlt Weikert Ärzten, die Gallensteine bei ihren Patienten diagnostizieren, bei der Weiterbetreuung sowohl das erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch das erhöhte Typ-2-Diabetes-Risiko zu berücksichtigen und geeignete Ernährungs- und Lebensstiländerungen zu empfehlen.

Originalpublikation:

Presence of gallstones and the risk of cardiovascular diseases: The EPIC-Germany cohort study
Janine Wirth et al.; European Journal of Preventive Cardiology, doi: 10.1177/2047487313512218; 2013

Presence of Gallstones or Kidney Stones and Risk of Type 2 Diabetes
Cornelia Weikert et al.; American Journal of Epidemiology; doi: 10.1093/aje/kwp411; 2010

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1 Kommentar:

Heilpraktiker Steffen Jurisch
Heilpraktiker Steffen Jurisch

Bei mir rufen diese Erkenntnisse kein Erstaunen hervor – es gibt sicher eine vielzahl an Gründen warum eine Gallenblase entfernt werden muss oder warum sich Gallensteine bilden – Fakt ist und bleibt aber, das die Ernährung einen großen, wenn nicht sogar den absolut entscheidenden Einfluss auf die Bildung von Gallensteinen hat.
Lustig finde ich bei solchen “Untersuchungen” und “Studien” immer wieder, das man das Gefühl nicht los wird, dass die Untersucher immer noch der Meinung anhängen, dass, wenn ein Organ geschädigt ist oder Probleme macht, alles andere im Körper völlig in Ordnung sein kann. Dem ist nicht so, niemals tritt ein Symptome auf, weil nur ein Problem besteht. Wäre es so, so könnte der Körper unter Garantie allein damit fertig werden – man nennt es Selbstheilung.
Wenn die Forscher nun noch einmal die Studie sich vornehmen und die Teilnehmer einteilen würden in Veganer, Vegetarier und Omnivore – dann könnte ihnen ein Schluss gelingen, der schon Allgemeinwissen ist…

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