Modellstudiengang in Aachen – Erfahrungsbericht

9. März 2007
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Wenn man seinen Mitmenschen erzählt, man studiere Medizin im Modellstudiengang, dann schauen einen diese Menschen mit fragendem Blick an: "Modellstudiengang? Was ist das denn?"

So ging es mir im Grunde auch, als ich vor anderthalb Jahren in Aachen mein Medizinstudium begann. Ich hatte zwar von dem neuen Konzept gehört – von einer Neuordnung des Lehrstoffs in interdisziplinären Blöcken, mehr Praxisbezug und klinisch orientiert – aber was mich nun wirklich erwartete, davon hatte ich keine Vorstellung.

Praxis pur?
Die ersten drei Wochen, der so genannte Einführungsblock, versetzten mich in eine positive Stimmung. Ich war mir sicher: Ich hatte die richtige Wahl getroffen! Vormittags Vorlesungen über Notfallmedizin und Erste Hilfe, nachmittags Praktika, in denen wir Verbände wickelten und die Übungsmodelle reanimierten.

Doch dann kam die große Ernüchterung. Nach dem Einführungsblock ging es an die Grundlagen: Biologie, Chemie und Physik bis zum Abwinken. Von Praxisbezug und Klinik keine Spur! Doch ich kämpfte mich tapfer durch, mit der Hoffnung, dass es im nächsten Semester besser werden würde. Das wurde es auch – zumindest ein wenig. Die Zellbiologie verfolgte uns weiter, aber ein weiteres Fach war auf den Plan getreten: Die Propädeutik der Organsysteme. Hier wurden die Grundlagen der einzelnen Organe bzw. Organsysteme, die uns in den nächsten Semestern dann noch intensiv beschäftigen würden, schon einmal erläutert und aus allen Richtungen – anatomisch, physiologisch und auch den ersten Pathologien – beleuchtet.

Interdisziplinäres Lernen
Mit dem dritten Semester begann gleichzeitig auch der zweite Studienabschnitt. Jetzt erfuhr ich, was interdisziplinäres Lernen bedeutete. Der erste Block hatte den Bewegungsapparat zum Thema. Zu unseren alten Bekannten Anatomie und Physiologie gesellten sich nun Vorlesungen in Orthopädie, Unfallchirurgie, Pathologie, Radiologie und vielem mehr. So sollte es auch in den nächsten Blöcken Herz-Kreislauf und Atmung weitergehen. Zusätzlichen Praxisbezug gab es durch die Untersuchungskurse, bei denen wir in Kleingruppen auf verschiedenen Stationen des Vorklinikums den ersten Patientenkontakt bekamen, unsere erste Anamnese erheben dürften und auch zum ersten Mal unser Stethoskop aufsetzen konnten.

Trotzdem blieben uns auch die etwas trockeneren Fächer nicht völlig erspart. Jeden Freitag waren die Querschnittsfächer, also Fächer, die so allgemein sind, dass sie keinem Block zugeordnet werden können, dran. Das bedeutete allgemeine Pharmakologie, was ganz okay war; Statistik, was schlimm war, und wieder Physik, was am schlimmsten war.

Alles in allem ging es aber von Semester zu Semester bergauf; ich bin schon gespannt, was mich im nächsten alles erwartet!

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Pharmakologie

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