Bohren in der Raumstation.

15. März 2007
Teilen

Was haben Brad Pitt und die Zahnärzte von "KU64" gemeinsam? Antwort: Die Architekten. DocCheck war zu Besuch in einer Praxis, die nicht nur scharf aussieht, sondern zeigt, wie die Gesundheitsversorgung der Zukunft aussehen kann. Geniessen Sie das 360° Panorama und gönnen Sie sich ein "Wow!".

Vorab noch einmal zur Erinnerung, wie Ihr letzter Zahnarztbesuch wahrscheinlich nicht verlaufen ist: Sie wurden nicht am Vorabend per SMS an Ihren Termin erinnert. Am nächsten Tag vor Ort dann hat man Sie nicht mit einem kleinen Espresso empfangen. Danach saßen Sie für eine unbestimmte Dauer in einem nüchternen Wartezimmer, anstatt in einem Deckchair auf einer sonnigen Dachterrasse zu liegen und den Blick über die Stadt zu genießen. Im Winter dagegen haben Sie es sich im Wartezimmer nicht vor einem frei schwebenden Kamin mit knisterndem Feuer gemütlich gemacht. Und online waren Sie auch nicht, nehmen wir an.

Warten Sie noch oder wissen Sie schon?

Dies war nur ein Vorgeschmack darauf, was Sie beim Besuch von KU64 erwartet: nämlich Service bis im wahrsten Sinne des Wortes der Arzt kommt. Während man bei Espresso oder Prosecco in der Wartelounge residiert, informieren die Mitarbeiterinnen vom Empfang über die voraussichtliche Dauer bis zum Behandlungsbeginn. Zeit zum Erledigen seiner Emails oder zum Genießen eines Sonnenbades oder Kaminfeuers je nach Jahreszeit. So gestaltet sich der Aufenthalt nicht nur kurzweiliger, sondern auch kürzer. Denn gemäß einer psychologisch belegten Gesetzmäßigkeit empfindet man Wartezeit subjektiv als umso weniger lang, je konkreter man über ihre voraussichtliche Dauer informiert ist. Davon abgesehen fällt die Wartezeit bei KU64 auch objektiv kürzer aus als in manch herkömmlicher Praxis, wo man als Kassenpatient gerne mal zwei Stunden schmoren darf.

Wo geht's denn hier zum Zahnarzt, bitte!

Bevor man es sich also dem Anlass entsprechend so gut wie möglich gehen lässt, vergisst man fast den Anlass. Denn KU64 ähnelt auf den ersten Blick viel eher einer Werbeagentur oder einem Architekturbüro, weswegen sich mancher Patient am Empfang erkundigt, wo denn hier eigentlich der Zahnarzt sei. Schließlich breitet sich auf zwei voll durchgestylten Etagen eine orangene, organische Dünenlandschaft aus, in die die Behandlungsräume als transparente, helle Glasparzellen eingebettet sind. Allein die Besichtigung der hypermodernen Waschbecken-Landschaft aus Stein und Glas vor den Toiletten lohnt einen Besuch auch ohne Beschwerden.

Der blanke Budenzauber?

Spätestens an diesem Punkt regt sich beim Besucher wie beim Leser ein unmittelbarer Reflex: Nichts gegen angenehmen Service oder modernes Design, aber letztlich handelt es sich dabei doch nur um schmückendes Beiwerk rund um die eigentliche medizinische Leistung, oder? Womöglich zahlt man als Patient für's Design sogar noch drauf! Immerhin zählen die für die Ausgestaltung des KU64 verantwortlichen "Graft"-Architekten zum weltweit hippsten deutschen Beitrag modernen Designs. Ein Image, zu dem nicht nur das Berliner Q-Hotel als Referenzprojekt herhalten kann (Stichwort: Bett mit integrierter Badewanne), sondern auch zahlreiche Aufträge eines gewissen Herrn Brad Pitt und anderer internationaler Prominenz. Tatsächlich ist die instinktive Ansicht, feines Design würde nicht zur Linderung von Zahnschmerzen beitragen, unseres Wissens nach nicht belegt. Es hat sich nur noch niemand die Mühe gemacht, diesen Zusammenhang wissenschaftlich zu erforschen. Aber Spaß bei Seite: Ein Besuch im Full-Service- und High-End-Design-Park KU64 ist erstens nicht teurer als bei einer herkömmlichen Praxis und zweitens sind damit keine Abstriche bei der medizinischen Leistung verbunden, sondern im Gegenteil: Damit wären wir überhaupt erst zum Kern der Sache vorgedrungen.

Der Erfolg begann mit dem Verzicht auf Amalgam

Der das KU64 verantwortende Dr. Stephan Ziegler hatte schon mit Aufnahme seiner ersten Praxis vor 16,5 Jahren in Berlin sein Faible für innovative medizinische Ansätze unter Beweis gestellt. Damals schwappte die Amalgam-Welle über das Land, die Dr. Ziegler für die eigenhändige Kreation spezialisierter Behandlungsmethoden offensichtlich erfolgreich nutzte. Denn der Zulauf wuchs kontinuierlich, die Praxis expandierte, neue Kollegen gesellten sich dazu, neue Räume wurden bezogen, aber schließlich platzte die alte Praxis doch unheilbar aus allen Nähten. Am Ende der Entwicklung steht heute das KU64 mit einem klaren medizinischen "Business-Modell", dessen Grundrezept in der Spezialisierung liegt. Unter den 40 Mitarbeitern praktizieren und ergänzen sich acht Zahnärzte mit klar ausdifferenzierter Profession. Das Prinzip erklärt Dr. Ziegler in einfachen Worten: "Wenn man in allen Gebieten möglichst gut sein will, erreicht man in den meisten Bereichen bestenfalls Mittelmaß. Wirklich überdurchschnittlich kompetent dagegen ist, wer sich auf einen Bereich konzentriert."

Nicht alle alles, sondern jeder seines

Bei KU64 machen also nicht alle alles, sondern jeder nur das, was er am besten kann. Dazu drei Beispiele: Dr. Simone Schauer hat sich im Rahmen einer fünf Semester währenden Fortbildung zum "Master of Science of aesthetic dentistry" ausgebildet. Dr. Mario Müller dagegen rettet als als 'Mr. Wurzelfüllung' Zähne. Wenn gar nichts mehr geht kommt Dr. Kienzle, der Oralchirurg, ins Spiel, und setzt ein Implantat. Nur ein das Spezialistenteam komplettierender Kieferorthopäde wird aktuell noch gesucht.

Noch Praxis oder schon Klinik?

Auch hinsichtlich der Ausstattung möchte man KU64 eher Klinik als Praxis nennen. Denn deren Niveau lässt sich erwartungsgemäß nicht anders als mit state of the art beschreiben. Ein eigenes zahntechnisches Labor ist integriert, über Nacht fräst eine 100.000 Euro teure CAD-CAM-Maschine an Implantaten aus allen denkbaren Materialien und … alles weitere aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Stattdessen kann man sich als Patient sicher sein, auf den zwei Etagen von KU64 alle Spezialisten, Leistungen und technischen Voraussetzungen vorzufinden, die man sonst wohl nur von einer Universitätsklinik erwarten würde. Nur bei den Öffnungszeiten kann KU64 nicht ganz mit Krankenhäusern konkurrieren: Die Praxis öffnet 'nur' an 362 von 365 Tagen im Jahr!

Spezialistenteam statt Tante-Emma-Laden

Trotzdem möchten wir KU64 ungern als Praxis der Zukunft, sondern lieber als Praxis der Gegenwart bezeichnen. Denn einfach alles, was möglich ist, wird heute hier auch umgesetzt. Im Gegenzug scheinen die Tage der herkömmlichen zahnärztlichen One-Man-Show gezählt. Wie einst die Tante-Emma-Läden werden zahnmedizinische Alleinunterhalter von einem neuen Konzept überholt – allerdings nicht von einem Discounter, sondern von einem qualitativ besseren Modell. Nach einem Besuch bei KU64 jedenfalls möchte man fast öfter zum Zahnarzt müssen wollen.

4 Wertungen (5 ø)
Zahnmedizin

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.



Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: