Studi-Nebenjob: Hoch auf dem Medi-Wagen

13. November 2013
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Es gibt viele Wege, sich sein Medizinstudium zu finanzieren. Doch die Nebentätigkeit eines Münchner Medizinstudenten lässt viele wohl stutzig werden. Carl Layer ist Kutschführer. Wir haben Ihn zu seinem ungewöhnlichen Studentenjob interviewt.

Nicht jeder Student ist in der glücklichen Lage, von seinen Eltern genügend Zuschüsse zu bekommen, deswegen greifen viele auf altbewährte Nebenjobs zurück, um sich ein bisschen was dazu zu verdienen. Ob Hakenhalter im OP, Assistent in einer Praxis oder studentische Hilfskraft an der Uni – es gibt viele Möglichkeiten, seinen Geldbeutel zu füllen. Der 19-Jährige Carl Layer machte seine Leidenschaft zum Nebenjob und finanziert sich damit sein Studium an der LMU München.

DocCheck: Carl, wie finanzierst Du Dein Studium?
Carl: Ich biete Kutschfahrten zu Kindergeburtstagen, Familienfeiern, Geburtstagen oder jeglichen besonderen Anlässen an.

DocCheck: Wie bist Du zu Deinem Nebenjob gekommen?
Carl: Ein gewöhnlicher 0815-Studentenjob war mir zu langweilig. Pferde begeistern mich, seit ich im Alter von neun Jahren zu Reiten begonnen habe. Als ich vor fünf Jahren mein Nachwuchspferd Pegasus bekam, entdeckte ich den Fahrsport für mich. Die Idee, Kutschfahrten gewerblich anzubieten, entstand auf Nachfrage einiger Bekannter und Freunde hin, die gerne anlässlich Feierlichkeiten von mir kutschiert werden wollten. Die Kutsche für die Fahrten habe ich dann von meinen Eltern geschenkt bekommen, ohne die ich das Ganze nicht auf die Beine gestellt hätte.

DocCheck: Was genau ist Deine Tätigkeit?
Carl: Ich kutschiere meine Gäste auf ausgewählten Strecken durch das Starnberger Umland. Dabei zeige den Gästen auf Wunsch Sehenswürdigkeiten und selbstverständlich ist auch für kleine Snacks und Getränke gesorgt. Ich biete neben den normalen Kutschfahrten auch Erlebnisfahrten an. Für Kindergeburtstage habe ich sogar eine Schnitzeljagd konzipiert, welche die Kinder auf der Kutsche zu einem Schatz führt. An zehn Stationen mache ich Halt, dort können die Kinder Rätsel lösen, die sie letztlich zum Schatz führen.

Im Frühjahr hat Carl seinen Kutschführerschein gemacht, der ihn zu gewerblichen Fahrten berechtigt. Dies lief ähnlich ab wie der normale Führerschein mit Praxis- und Theorieanteilen. Seit drei Monaten ist Carl nun Inhaber des Fahrabzeichen Klasse IV und bietet seine Kutschfahrten gewerblich an. In der Zwischenzeit hatte er schon 15 Aufträge und weitere sind gebucht.

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Carl Layer „im Einsatz“.

DocCheck: Wie oft arbeitest Du während des Semesters? Lässt sich das zeitlich mit dem aufwändigen Medizinstudium vereinbaren?
Carl: Da die allermeisten Kutschfahrten für Wochenenden gebucht werden, lässt sich meine Tätigkeit sehr gut mit dem Studium vereinbaren. Ich habe ungefähr eine Buchung pro Woche. Somit gibt es keine zeitlichen Konflikte zwischen den Pflichtveranstaltungen in Medizin und meinem Nebenjsob.

DocCheck: Und wichtige Frage: Wie sieht es mit der Bezahlung aus?
Carl: Darüber kann ich mich nicht beklagen. Für eine ca. eineinhalbstündige Kutschfahrt für bis zu fünf Personen verlange ich 135 €. Darin inklusive ist auch ein Erinnerungsfoto für jeden Teilnehmer. Für die ca. zweistündigen Erlebnisfahrten mit Schatzsuche zu Kindergeburtstagen bekomme ich 185 €. Es läuft alles wunderbar.

DocCheck: Was kannst Du aus deinem Nebenjob für das Medizinstudium mitnehmen?
Carl: Es ist eine toller Ausgleich für die Lernerei im Studium. Bei der Kutschfahrt wird der Kopf frei und ich kann mich danach wieder effektiver auf meine Lernfächer konzentrieren. Außerdem erfordert der Job auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den Kutschgästen – vor allem den Kindern -, die mir in meinem späteren Beruf, im Umgang mit Patienten, auch begegnen wird.

Weitere Infos zu Carls Kutschfahrten findet Ihr hier. Später will Carl einmal Chirurg werden. Er kann sich aber gut vorstellen, auch dann noch Kutschfahrten anzubieten.

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