Studieren in Aachen

2. Mai 2007
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Kurstadt, Kaiserstadt, Pferdestadt - Aachen hat viele Gesichter. Die Rheinisch-Westfälisch-Technische Hochschule (RWTH) bildet nur einen Teil davon, obwohl ihre vielen Studenten das Stadtbild Aachens eindeutig bestimmen. Das Aachener Uniklinikum ist einer der größten Kliniken Europas, und bietet interessante Lernmöglichkeiten.

Seit dem Wintersemester 2003/2004 wird in Aachen Medizin nur noch alsModellstudiengang angeboten. Der Regelstudiengang läuft zwar nochweiter, aber nur noch für die höheren Semester, die bereitseingeschrieben sind. Ein neues Konzept ist entstanden: keine strikteTrennung mehr zwischen Vorklinik und Klinik, das Physikum wird durchhochschulinterne Prüfungen ersetzt, es gibt mehr Praxisbezug. Aber vorallem erwarten die Erstsemester jährliche Änderungen, Neuordnungen,Verbesserungen, was nicht selten recht chaotisch wirken kann. Aberschließlich ist der Modellstudiengang noch im Aufbau.

Die ersten beiden Semester dienen als Einführungssemester und damitder Vermittlung von Grundlagen in Biologie, Chemie und Physik. Imzweiten Studienabschnitt, also dem 3. bis 6. Semester, folgen zehnSystemblöcke, in denen interdisziplinär jedes Organsystem des Menschenbehandelt wird. Natürlich werden die Vorlesungen am Vormittag ergänztvon nachmittäglichen Praktika, Tutorien und Seminaren, die auch dengewünschten Praxisbezug aufkommen lassen – zumindest teilweise. Zudemkommen ab dem dritten Semester noch Wahlpflichtfächer, aus denen sichfür den Studenten ein individuelles Qualifikationsprofil ergeben kann,wenn er "richtig" wählt.

Die 7. – 10. Semester gliedern sich in verschiedene Blockpraktika,die auf den Stationen des Uniklinikums oder anderen Kliniken Aachensabsolviert werden. Hier soll das vorher theoretisch Erarbeitetepraktisch vertieft werden. Zusätzlich gibt es nachmittags vertiefendetheoretische Vorlesungen. Das Praktische Jahr beherrscht die letztenbeiden Semester. Die Studenten erhalten ein Jahr lang eine praktischeAusbildung in einem Krankenhaus. Danach folgt der 2. Abschnitt derärztlichen Prüfung, das so genannte "Hammerexamen", das sowohl fürStudenten des Regelstudiengangs als auch des Modellstudiengangs gleichist.

Insgesamt ist der Modellstudiengang sehr verschult, was jederStudent anders bewertet. Er bietet die Vorteile des verstärktenPraxisbezugs und der interdisziplinären Lehre. Aber leider gibt es kaumWahlmöglichkeiten und sehr viele Pflichtveranstaltungen, bei denen derStudent anwesend sein muss – egal ob er sie für sich als sinnvollerachtet oder nicht.

Stadt
Aachen ist die westlichste Stadt Deutschlands und liegt imDreiländereck mit Belgien und den Niederlanden. Mit etwas über 250.000Einwohnern ist Aachen eher eine "kleine Großstadt", was sich auch ingeringeren Lebenshaltungskosten (wie Miete) im Gegensatz zu Großstädtenwie Köln und Düsseldorf widerspiegelt. Zudem bieten die vielenStudentenwohnheime eine noch kostengünstigere Alternative. Allerdingssollte man sich hier frühzeitig bewerben, denn oft gibt es langeWartelisten, besonders bei den beliebteren Häusern.

Freizeit und Nachtleben
Mit der höchsten Kneipendichte in NRW ist die Aachener Innenstadt einParadies für Nachtschwärmer und gestresste Studenten. In der Pontstraßereiht sich eine Kneipe an die nächste – wer hier nichts findet, istselber schuld. Die Preise sind auch einigermaßen "studentenfreundlich",vor allem, wenn man ein wenig auf die zahlreichen Happy-Hour-Angebote achtet. Auch wer lieber das Tanzbein schwingt, kommt inAachen auf seine Kosten. Mehrere Diskotheken liegen entweder direkt inder Innenstadt oder etwas außerhalb im Industriegebiet und bieten fürjeden Geschmack etwas – von alternativ bis chic, von Techno bis 70erJahre Party. Für den früheren Abend lohnt sich auch immer ein Besuch ineinem der Aachener Kinos.

Kultur und Sport
Auch kulturell hat Aachen einiges zu bieten. In der historischenAltstadt sind zumindest der Kaiserdom und auch das Rathaus einen Blickwert. Besonders lohnt sich dieser Besuch natürlich zur Weihnachtzeit,wenn die Altstadt rund um den Marktplatz im Glanz der Lichter desberühmten Aachener Weihnachtsmarktes erstrahlt. Von den zahlreichenMuseen sind unter anderem das Aachener Heimatmuseum, dasSuermondt-Ludwig-Museum und das Ludwigs Forum zu nennen.Kunstinteressierte kommen vor allem in der jährlich stattfindenden"Langen Nacht der Museen" auf ihre Kosten, in der die Museen fürBesucher bis Mitternacht geöffnet bleiben.

Für Fußballfans ist ein Besuch auf dem Tivoli ein Muss, wo die guteStimmung der Alemannia-Fans auch die häufg auf die Zuschauerniederprasselnden Regenschauer vergessen lässt. Anhänger desPferdesports erfreuen sich nur einige hundert Meter weiter an derReitsportanlage in der Aachener Soers, wo jedes Jahr die CHIO, dasweltgrößte Turnier des Reitsports, abgehalten wird. Für diejenigen, dienicht nur zuschauen wollen, sondern auch selber Sport treiben, gibt esin Aachen unter anderem eine Kletterhalle, eine Eishalle und zahlreicheSchwimmbäder. Zudem bietet die Uni ein vielfältiges Sportangebot.

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