Punktionskurs in Aachen – Richtig sp(r)itze!

15. Mai 2007
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Aachen, morgens im Krankenhaus. Es ist deine erste Famulatur. Du bist noch nicht richtig wach und schlürfst Kaffee im Aufenthaltsraum vorm OP, als du hinein geschickt wirst. Notfalloperation! Du sollst noch eben den venösen Zugang legen! Es muss schnell gehen - die Chirurgen warten schon. Doch wie war das noch mal mit der Technik?

Natürlich hat man während der Famulatur noch genug Gelegenheit, venöse Zugänge zu legen. Jedoch steht man dabei unter einem gewissen Erfolgsdruck und unter der strengen Aufsicht der Ärzte und des Patienten, an dem an das Ganze geschehen soll. Da ist es natürlich von Vorteil, die Technik des Legens schon mal in Ruhe geübt zu haben. Geübt wird an Gummiarmen mit Kunstblut, diese sind geduldig und es ist erlaubt, etwas falsch zu machen.

Ablauf des Punktionskurses an der RWTH Aachen

Der Kurs findet in Kleingruppen zu sechs Personen statt. Man beginnt mit der theoretischen Einführung. So haben wir gelernt, dass die für venöse Zugänge üblicherweise verwendete Venenverweilkanüle (auch Viggo oder Braunüle genannt) eine Hohlnadel ist, die von einem Kunststoffschlauch umgeben ist (weitere Details siehe Linkliste).
Für die Blutabnahme verwendet man normalerweise das Vacutainer-System: Die Kanüle wird an einem Plastikkolben befestigt, in welches das Vakuum-Röhrchen gesteckt wird.
Auch die Problematik, dass im klinischen Alltag die 30-sekündige Einwirkzeit oftmals nicht eingehalten wird, wurde angerissen. Diesen Fehler wollen wir nicht begehen!
Danach konnte an den Gummiarmen fleißig geübt werden. Man konnte Blut abnehmen oder venöse Zugänge legen. Die Tatsache, dass Kunstblut in die Braunüle bzw. ins Blutabnehmröhrchen floss, war ein sichtbarer Nachweis des Erfolgs!
Zuletzt wurde das Aufziehen von Infusionen geprobt. Obwohl dies normalerweise Aufgabe der Schwestern ist, sollte man als Arzt für den Notfall auch diese Technik beherrschen.

Wie komme ich an einen Punktionskurs?

Man kann sich über seine Fachschaft über die Angebote an der Uni informieren. Meistens gibt es ein Skillslab, welches praktische Kurse anbietet. In Aachen ist es zu Beispiel das AIXTRA-Skillslab. Die Teilnahme ist in der Regel kostenlos. Aufgrund der hohen praktischen Relevanz sind die Kurse sehr beliebt und oft schnell ausgebucht. Also sollte man sich rechtzeitig anmelden!

Tipps und Tricks zur Punktion

1. Nach der Hautdesinfektion 30 Sekunden warten und danach darf man die Stelle, die desinfiziert wurde, nicht mehr berühren, um die Vene noch mal zu ertasten!

2. Gilt eigentlich bei allem: Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen!

3. Sobald die Braunüle drin ist, nicht die Nadel vorschieben, sondern nur den Plastikschlauch! Sonst durchsticht man die Vene auch noch von der anderen Seite.

4. Danach sollte man die Viggo mit NaCl spülen, um zu kontrollieren, dass der Schlauch auch wirklich in der Vene sitzt und die Infusion nicht ins Gewebe läuft. Liegt der Zugang nicht in der Vene, bildet sich proximal der Einstichstelle eine Schwellung.

5. Beim Blutabnehmen sollte man vor dem Ziehen der Nadel zuerst den Stauschlauch lösen und den Tupfer erst nachdem die Nadel entfernt ist, fest aufdrücken.


Buchtipp zum Thema "Zugang legen":

BasisLeitfaden für Famulatur und PJ
von C.Müller, C. Löll, H. Bechthold
Urban&Fischer Verlag
ISBN 978-3437415616

Ein praktischer Ratgeber im Kitteltaschenformat, absolut empfehlenswert! Lest hier die Rezension .

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