Hilfe für Teddy und Co.

11. Juni 2007
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"Komm schon, Mama. Lass uns endlich gehen! Der Onkel Doktor wartet bestimmt schon!" Ein Kind, das keine Angst vor dem Arztbesuch hat, sich vielleicht sogar darauf freut? Für das Erreichen dieser Zukunftsvision wurde das Projekt "Teddybärkrankenhaus" ins Leben gerufen.

Das vorrangige Ziel dieser Organisation ist es, Kindern die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen. Dazu wird einmal im Jahr von den Studierenden ein Teddybärkrankenhaus organisiert, wie es dieses Jahr am Uniklinikum in Aachen vom 12.6. bis zum 14.6. stattfindet. Kindergärten in der Region werden speziell eingeladen, aber auch andere Besucher sind herzlich willkommen.

Der Weg
Die Drei- bis Sechsjährigen schlüpfen an diesen Tagen in die Rolle der Eltern, die mit ihrem kranken Stofftier in die Arztpraxis kommen. Im Kindergarten sollte vorher das Thema Krankenhaus und Krankheit mit den Kindern besprochen worden sein. Jedes Kind denkt sich für sein Stofftier eine entsprechende Krankheit aus, die dann von einem Medizinstudenten in der Rolle eines "Teddyarztes" behandelt wird. Zur Behandlung gehört vorrangig erstmal eine ausführliche Anamnese über die Symptome des erkrankten oder verunfallten Teddys. Es folgt eine klinische Untersuchung mit Wiegen, Messen, Abhören und Abtasten. Zusätzlich kann noch "Blut abgenommen" werden, wobei hier keine wirkliche Nadel verwendet wird, sondern nur eine mit Tee gefüllte Spritze (den Kindern soll ja schließlich die Angst genommen werden) und, abhängig von der Anamnese, ein Röntgenbild angefertigt oder ein Verband angelegt werden. Invasive Maßnahmen werden so gut wie möglich umgangen, wobei amputierte Arme, Beine oder Ohren selbstverständlich ordnungsgemäß wieder angenäht werden.

Das Training
Natürlich gehört für die "Ärzte" auch eine gewisse Vorbereitung dazu, damit sie auch mit schwierigeren Situationen umgehen können; wie zum Beispiel mit einem unheilbar an Krebs erkranktem oder einem missbrauchten Teddy. Während der Aktion steht bei solchen Problemen immer ein Kinderpsychologe zur Verfügung, der helfend eingreifen kann. Vorher wird von diesen Psychologen ein Seminar für die Medizinstudenten veranstaltet, das Voraussetzung für die Arbeit als Teddyarzt ist. Es werden Themen wie die geistige Entwicklung und das kindliche Denken in dem betreffenden Alter erläutert und in Rollenspielen die bevorstehende Arbeit geprobt, zusammen mit kleinen Tricks wie man zum Beispiel das Herz des Teddys zum Schlagen bringen kann.

Das Ziel
Die Kinder nehmen ihre Rolle sehr ernst, weshalb hier überall großer Wert auf Authentizität gelegt wird. Es wird ausführlich erklärt was und zu welchem Zweck untersucht wird, so dass die Kinder den Ablauf in einer Arztpraxis kennen lernen und den Sinn von Untersuchungen verstehen. Dadurch, dass sie dies alles aus der Eltern- und nicht der Patientenrolle erfahren, sollen Ängste abgebaut werden oder gar nicht erst aufkommen, so dass das Kind seinen nächsten eigenen Arztbesuch auch angstfrei meistern kann.

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