Manchmal muss es eben Hanf sein

22. März 2013
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Hanf gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Doch auch heute bietet Hanf noch einigen Diskussionsstoff – Bundesregierung und Rechtssprechung beschäftigen sich immer mehr mit dem Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken.

Cannabis ist weltweit die meistkonsumierte illegale Droge. Ihr Anteil am illegalen Drogenmarkt beträgt schätzungsweise 50%. Nach Angaben der Vereinten Nationen konsumieren über 400 Millionen Menschen regelmäßig berauschende Hanfprodukte. In Deutschland gibt es ca. 3-4 Millionen Cannabiskonsumenten. Der Cannabiskonsum nimmt in islamischen Ländern die gleiche Stellung ein wie im Westen der Alkohol.

Unterschiedliche Typen

Hanf (Cannabis sativa) wird aufgrund des Wirkstoffgehaltes in zwei Typen unterteilt. Den Cannabis-Fasertyp, der praktisch keine rauscherzeugende Substanzen enthält, pflanzten unsere Vorfahren zur Herstellung von Seilen an. Der Cannabis-Drogentyp hingegen stammt aus südlichen Ländern. Die Inhaltsstoffe werden als Cannabinoide bezeichnet. Nur in den weiblichen Pflanzen kommen die psychoaktiven Stoffe vor. Cannabis hat je nach Herkunftsland eine andere Bezeichnung, ein anderes Aussehen, eine unterschiedliche Verpackung und einen differenten Wirkstoffgehalt.

Name Herkunft Verpackung/Bemerkungen
Grüner Türke Hochland der Türkei Nordafrika, Kolumbien in Klarsichtfolien; Farbe: grünlich-grau
Roter Libanese Libanon-Gebirge in flachgepressten Leinenbeuteln; Farbe: rötlichbraun; Harzgehalt doppelt so hoch wie Grüner Türke
Schwarzer Afghane Schimmel-Afghane,

dunkelbrauner PakistaniIndien, Pakistan, Afghanistannicht festgelegt;

Farbe: schwarz (schwarz-braun)

Harzgehalt vierfach wie Grüner Türke ; Farbe: grau-schwarz-braun, durch toxikologischen Schimmelpilz

THC-Spray kann Joint nicht ersetzen

Bei Cannabis handelt es sich um ein nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel der Anlage I zum BtMG. Der Anbau ist damit in der Regel nach § 29 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BtMG strafbar. Nach § 3 Abs. 2 BtMG kann das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Erlaubnis zum (dann straflosen) Umgang für Betäubungsmittel der Anlage I erteilen, wenn dies zu wissenschaftlichen oder anderen im öffentlichen Interesse liegenden Zwecken erfolgt.

Seit Inkrafttreten der 25. BtMÄndV am 18.5.2011 können Fertigarzneimittel in Form von Cannabiszubereitungen als verschreibungsfähige Betäubungsmittel der Anlage III von Ärzten verordnet werden. Gemäß Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV § 2) darf ein Arzt maximal 500 mg Dronabinol pro Patient innerhalb von dreißig Tagen verschreiben. Am 6. Dezember 2005 entschied das Bundesverfassungsgericht (1 BvR 347/98), dass bei einer “lebensbedrohlichen oder regelmäßig tödlichen Erkrankung” die Kosten einer Behandlung erstattet werden müssen, wenn “eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf besteht.”

Rote Karte für Hanf

Im Jahr 2011 wies das Verwaltungsgericht Köln fünf Klagen chronisch kranker Patienten ab, die ihr Recht auf die medizinische Anwendung von Cannabis einklagen wollten. Die Patienten leiden an Multipler Sklerose, AIDS oder Morbus Crohn. In der Klageschrift machten sie geltend, dass sie mit dem Rauchen von Marihuana eine erhebliche Linderung ihrer Beschwerden erzielen könnten. Sie wollten das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verpflichten, eine Ausnahmeerlaubnis für die therapeutische Anwendung zu erteilen. Eine solche Ausnahmeerlaubnis ist in Deutschland möglich, jedoch nur zu wissenschaftlichen Zwecken zulässig. Das Gericht sah die Voraussetzungen nicht als gegeben an und sah als Alternative das verkehrsfähige Betäubungsmittel Dronabinol an. Die Richter haben wegen grundsätzlicher Bedeutung die Berufung am Oberverwaltungsgericht in Münster zugelassen.

Klage stattgegeben

Am 7. Dezember 2012 kam es zum Showdown. Schwarze Roben gegen Fliesenleger Michael F. Der MS-Patient baut in seinem Badezimmer Cannabis zum Eigenbedarf an und lindert damit erfolgreich seine Beschwerden. Er klagte gegen die Bundesrepublik Deutschland, genau genommen gegen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Zahlreiche Experten hatten bereits im Vorfeld gemutmaßt, dass der Kläger keine Hoffnung auf Erfolg zu haben braucht. Doch es kam anders: Das Oberverwaltungsgericht Münster gab dem Kläger Recht. Patienten, für deren Erkrankungen keine anderen, zumutbaren Therapien zur Verfügung stehen, können einen Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn stellen, wie Gerichtssprecher Ulrich Lau sagte. Bislang wurden solche Anträge grundsätzlich abgelehnt. Diese Praxis sei aber rechtswidrig, erklärte das Gericht. (Az.: 13A 414/11).

Zukünftig muss das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn die Genehmigungen zum privaten Cannabis-Anbau erteilen. Wie das im Einzelnen aussehen könnte und welche Sicherheitsauflagen damit verbunden wären, ist noch völlig unklar.

“Das Urteil ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten auf Cannabisbasis”, so Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin. Bisher hatten andere Gerichte entschieden, es gebe mit Dronabinol oder einem THC-Mundspray (Sativex®) rechtlich zugelassene Alternativen zu Marihuana. Sativex® ist bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund einer Multiplen Sklerose zugelassen. Ein Apfel ist aber auch mehr als reines Vitamin C. Viele Patienten sprechen den isolierten Verbindungen zwar auch eine Wirkung zu, preisen aber die deutlich bessere und komplexere Wirkung von gerauchtem Cannabis, das ja ein Wirkstoffgemisch ist.

Das OVG Münster stellt auf Seite 26 ff. des Urteils nämlich fest, dass durchaus eine Erlaubnis für den Eigenanbau in Betracht komme, wenn:

  1. sich künftig herausstellen sollte, dass Dronabinol beim Kläger nicht die gleiche therapeutische Wirksamkeit wie das selbst angebaute Cannabis aufweise und dies auch belegt werden könne (wozu eine substantiierte Stellungnahme eines den Kläger ständig behandelnden Arztes oder Neurologen genüge),
  2. dem Kläger ein – dann zu stellender – Antrag auf Übernahme der Kosten für Medizinalhanf seitens der Krankenkasse abgelehnt würde.

Sollte dies zutreffen, stünde dem Kläger keine alternativ gleich wirksame Behandlungsmethode mehr zur Verfügung.

Es kann gepflanzt werden

In Tschechien ist man schon einen Schritt weiter. Dort sollen Apotheken ab dem Jahr 2014 Cannabis abgeben. Nachdem das tschechische Parlament der Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke zustimmte, ist es Ärzten nun freigestellt, Patienten Cannabis zu verschreiben. Die tschechischen Kostenträger weigern sich allerdings, für die Cannabis-Behandlung aufzukommen. Tschechiens Gesundheitsminister Leoš Heger erklärte die Ablehnung damit, dass die Hanfpflanze “nur ein Zusatzheilmittel” sei. Vorerst kommt das Hanf, da ist man nicht wirklich überrascht, aus den Niederlanden. Später soll das Amt für Arzneimittelkontrolle den Anbau im Land freigeben und überwachen. Dann plant die Regierung die Vergabe von fünfjährigen Züchterlizenzen im eigenen Land. Wird Tschechien das neue Holland?

Egal wie viel Studien, Meinungen und Urteile es gibt, Cannabis wird immer polarisieren. Es ist zu wünschen, dass die Patienten, die von Cannabis eine Verbesserung der Krankheitssymptomatik und der Lebensqualität erfahren, vom Münsteraner Urteil profitieren. Auch wenn das Urteil ein Fingerzeig ist, wird der Patient mit seinen Problemen allein gelassen und nur in gewisser Weise entkriminalisiert. Kann man von einem Patienten erwarten, dass er sein benötigtes Arzneimittel selber anbaut und verarbeitet? Für Phytopharmaka wird eine valide Standardisierung gefordert, Qualitätssicherung, Mehrfachkontrollen und jetzt soll der Patient sein BtM mit schwankendem Wirkstoffgehalt selber gewinnen? Wie bereits schon vor vielen Jahren gefordert, ist zu überdenken, ob die Versorgung nicht so abgewickelt werden kann wie bei allen Arzneimitteln: über Arzt und Apotheker.

225 Wertungen (4.63 ø)
Medizin

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35 Kommentare:

@ Silke Schuster: in der Schweiz gibt es auch einen ethanolischen Cannabisextrakt, der u.a. auch CBD enthält. Bisher sprechen die Erfahrungen meinerseits tatsächlich für eine bessere Wirksamkeit als (teil)synthetisches THC als Monosubstanz…

#35 |
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Auch bei ALS-Patienten kann THC zu einer Symptomlinderung führen. Daneben hat es zummindest in Tiermodellen zu ALS, Alzheimer, Parkinson und Chorea eine neuroprotektive Wirkung…

#34 |
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Ärztin

Ich kann mir den Hype um den Hanf eigentlich nur mit abweichenden Interessen der Pharmaindustrie erklären. Sollte sich bewahrheiten, dass das Kraut bzw das Harz als Naturstoff wirksamer ist als synthetisch hergestelltes THC, so könne man damit eine Lawine “zurück zur Natur” lostreten, die der Pharmaindustrie finanziell schadet. Umso beharrlicher sollte die Ärzteschaft dagegen vorgehen.

#33 |
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Apothekerin

Diese Art von Sarkasmus sollte man bei so einem Thema in der Tat ankündigen,da auch Betroffene sich hier an der Diskussion beteiligen. Und auch aus dem Grund, da es hier durchaus TeilnehmerInnen gibt, denen man solche Äußerungen ohne sarkastischen Anstrich durchaus zutrauen würde, so dass man darüber nachdenkt, ob man nicht hinterher sich das mit dem Sarkasmusmantel nur schönreden will ;-)
Zynismus und Sarkasmus sind vollkommen legitime Mittel, die ich selbst gerne nutze, aber so? Und hier bei den News? Ja? “biologische Lösung”? Das ist kein Sarkasmus mehr sondern nur noch billige stand up comedy. Als Betroffener kann man darüber nur dann lachen, wenn einem selbst gerade danach zumute ist. Da treffen solche Äußerungen mitunter mitten ins Herz, ob man sowas ankündigt oder nicht. Nichts weietr als abstossend. Bravo.

#32 |
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Uwe Niese
Uwe Niese

Was bedeutet nun eigentlich die Rote Karte?

#31 |
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Apothekerin

Dronabinol ist in der Schmerztherapie weder wirtschaftlich von seinen aufgeblähten Kosten her akzeptabel, noch ist seine Applikation für die Schmerzpatienten sinnvoll. Während Dronabinol allenfalls in der Akuttherapie von Schmerzen Verwendung finden könnte, ist hingegen Cannabis in seiner nativen, unisolierten Wirkstoffkomplexform auch und vor allem in der Langzeittherapie sinnvoll. Denn so können auf Dauer die negativen Nebenwirkungen des synthetisch hergestellen Dronabinols vermieden und dessen positive und bezweckte pharmazeutische Wirkungen in den Gesamtkompex dieser Pflanze eingebettet genutzt werden. Und dies noch dazu unter einer erheblichen Kostenersparnis im Vergleich zu Dronabinol.

#30 |
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Apothekerin

Hanf ist ein Jahrtausende altes Heilmittel und rituell genutztes Rauschmittel bei vielen Völkern dieser Welt. Würde die seit Jahrzehnten unverdrossen und unbeirrt betriebenen Verteufelung dieser pharmazeutischen Droge durch die Bundesregierung zutreffend und richtig sein, so hätte sich bereits in den vorausgegangenen Jahrtausenden die Menschheit durch Cannabis selbst vernichtet. Wie jeder unschwer erkennen kann, hat Cannabis über die Jahrtausende hinweg mehr oder weniger reichhaltig konsumiert nicht zu einer Menschheitsvernichtung geführt und sollte daher nicht mehr länger einer allgemeinen Legalisierung und pharmazeutischen Nutzung vorenthalten bleiben. Unter dem Aspekt eines befürchteten Abgleitens vom moderaten zum extensiv toxischen Genuß dieser Pflanze könnte gleichermaßen jede andere Droge vom Alkohol über´s Nicotin bis hin zum Kaffee praktisch rein “vorsichtshalber und prophylaktisch” vom Gesetzgeber verboten werden. Da dies jedoch vom Gesetzgeber her nicht erfolgte, handelt es sich um eine verfassungswidriger Diskriminierung von Hanf und dessen Konsumenten aus Genußmittel- oder Therapiegründen. Eine derartige Diskriminierung und Entmündigung von Menschen und ihrer Entscheidungsfreiheit wäre bereits unter strenger juristischer Bewertung unter Einbeziehung von Verfassung und Grundgesetz des noch immer bestehenden Cannabis-Verbots also gar nicht mehr länger vetretbar und zulässig. Daher sollten wir in Politik und Medizin endlich unseren Tunnelblick der letzten 100 Jahre Cannabis-Verteufelung und Hexenjagd auf dessen solchermaßen unzulässig kriminalisierten Konsumenten aufgeben und Cannabis wieder realistisch aus seiner Jahrtausende alten Geschichte her betrachten, die der Menschheit keineswegs zum Schaden gereichte. Ganz im Gegenteil: Schaden für Gesellschaft und Medizin verursachte im erheblichen Ausmaß eher das Verbot von Cannabis als Heil- und Genußmittel. Denn Hanf ist nicht nur als Heilpflanze von großer Bedeutung, sondern übt auch als Genußmittel konsumiert einen signifikanten gesundheitsprophylaktischen Nutzen auf die Konsumenten aus. Natürlich immer nur unter dem Aspekt des moderaten Umfangs appliziert, so wie auch Alkohol in Maßen genossen eine lebensverlängernde und gesundheitsverbessernde Komponente aufweist. Auch soll an dieser Stelle nicht der Hinweis fehlen, daß Cannabis auch in anderen Bereichen wie der bildenden Künste, der Musik, der Literatur, der Forschung und Wissenschaft, der Architektur und der Städteplanung in den zurückliegenden Jahrtausenden wahre Wunder durch seine Konsumenten erschaffen hat. Im Vergleich hierzu sei auf die ganz offenbar von cannabis-unbedarften, kreativlosen Architekten und Städteplaner all der vielen einfallslos tristen deutschen Städte der Neuzeit verwiesen, die in ihrer psychisch-deprimierenden Wirkung auf die darin lebenden Menschen alles andere als erholsam, erbaulich und gesundheitsförderlich sind und stattdessen all die bekanntermaßen darin entstehenden sozialen und gesundheitlichen Probleme und Schädigungen mit sich bringen. Insofern ist die Bedeutung von Hanf für die Menschheit weitaus größer, als daß man sie nur auf den Cannabiskonsum als Genuß- und Heilmittel reduzieren könnte. Hierneben führt ganz offenbar das etwaige Fortbestehen eines Cannabisverbots zur weiteren Eskalation des Ersatzdrogenkonsums wie Alkohol und Nicotin mit den entsprechenden verheerenden Folgen für die dadurch zunehmend sozial, gewalt-kriminell wie auch gesundheitlich geschädigte Gesellschaft. Die allgemeine Freigabe von Hanf könnte somit diesem negativen gesellschaftlichen Trend von Gesundheits- und Sozialzersetzung, depressivem Stumpfsinn, Aggressivität und Gewaltspirale signifikant entgegenwirken.

#29 |
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Dr. med. Uwe  Kaßler
Dr. med. Uwe Kaßler

Ein ehemaliger Patient von mir im Endstadium eines BC (schlaflos, kachektisch angstvoll ohne Lebensqualität)
bekam den Tip sich Cannabis besorgen zu lassen. Zum Glück hatten die Angehörigen kurz zuvor einen guten Bericht über Hanf im TV gesehen. Holland ist nicht fern….
Er hat es gegessen (Keks etc). In 4 Wochen hatte er 5 Kg zugenommen, hatte wieder Appetit, konnte wieder schlafen und hatte keine Angst mehr vor dem Tod ….
Cannabis war für Wochen ein echter Segen, für den Betroffenen, die Angehörigen und für mich als Hausarzt.

#28 |
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Ronald Fritzsche
Ronald Fritzsche

Die Drogenpolitik wird von einer UN-Organisation geregelt, für fast die ganze Welt. Ein Land kümmert es recht selten was die UN vorgibt und das ist auch nun beim THC wieder die USA :-) Verwunderlich daran ist, dass so etwas nicht auffällt.

#27 |
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Uwe Niese
Uwe Niese

Und nicht vergessen: Ein Pfeifchen Gras zur Erotik – wunderbar!
Aber nicht täglich;-)

#26 |
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Kristina Walker
Kristina Walker

Zu 25 und 27:
Gute Kommentare, schön, dass es wache Leute gibt.
zu 27: vielleicht kann man ja unter den Sonderzeichen eins festlegen für “Vorsicht, Sarkasmus”.

Zum Artikel:
Gut recherchiert.

#25 |
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Rettungsassistent

Herrlich, wie viele den triefenden Srakasmus in Statement von Herrn Zimmermann nicht erkannt haben.
Jetzt muss man schon ankündigen, wenn man Sarkasmus nutzen möchte.
Zum Artikel, sehr schön, das letzte Urteil war mir neu, danke für die Information.

#24 |
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Die Versorgung mit Canabis sollte m.E.nur über den Arzt und Apotheker über eine entsprechnde Rezeptur erfolgen.

#23 |
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Dr Jutta Etscheidt
Dr Jutta Etscheidt

Soviel ich weiss ist der Hanfanbau nicht verboten worden, weil THC eine gefährliche Droge ist, sondern das Verbot basiert auf massivem Druck der USA, die mit ihren riesigen Baumwollplantagen unsere damals in Europa noch beliebte Hanffaser vom Markt verdrängen wollten (ist ihnen ja auch gelungen!). Dort hat die Lügenkampagne über die Gefährlichkeit von Cannabis ihren Anfang genommen……

Ironie der Geschichte: Während wir die vielen gestreuten Fehlinformationen mit Füßen und Klauen verteidigen, ist Cannabis in den USA auf dem Weg zur Legalisierung.

#22 |
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Gudrun Brokmeier
Gudrun Brokmeier

Es gibt keinen rationalen Grund eine Substanz nicht zu legalisieren, die ein körpereigenes Rezeptorsystem (cannabinoides System) bedient und dessen Wirkung hinlänglich bekannt ist!
Jedes Gericht sollte die gesundheitswirtschaftliche Belastung von Langzeitschäden freiverkäuflicher NSAR mit denen durch Cannabis vergleichen – schnell würden Zahlen für sich sprechen.
In Apothekerhände gegeben, würde Paracelsus weiser Satz, “Die Menge macht das Gift”, seine weise Wirkung entfalten!

#21 |
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Petra Neuser-Kreyenbrink
Petra Neuser-Kreyenbrink

Die medizinischen Wirkungen von Cannabis sind ja wohl unbestritten. Im Zuge der Arzneimittelsicherheit halte ich es für einen Fehler, die Patienten,(die ja oft schwer krank sind,)mit dem Anbau, Aufzucht, Gewinnung und Dosierung ihrer Medizin zu betrauen. Morphinpatienten bauen ja auch keinen Schlafmohn im Garten an. Wenn der isolierte Wirkstoff in den erhältlichen Präparaten nicht der Wirkung der Gesamtdroge entspricht, werden sich sicherlich weitere standardisierte Darreichungsformen entwickeln lassen. Auch würde ich auf eine mögliche gesundheitsgefährdende,bakterielle Kontamination von ungeprüftem Selbstanbau hinweisen. Dem gesunden Nutzer wird es wohl nicht viel schaden, aber bei z.B. Krebspatienten mit suprimiertem Immunsytem könnte es fatal sein.Die Vorstellung, dass in Krankenhäusern die Pfleger morgens mit einem Tablett voller Joints und Cookies die Runde machen, ist allerdings schon ziemlich witzig.

#20 |
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Norbert Manteuffel
Norbert Manteuffel

viele sebstdarsteller

#19 |
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Student

@ Obermeier

“Bei regelmäßigem Konsum treten bei langjährigem Gebrauch regelmäßig Psychosen auf.”

Aus welcher Studie haben Sie denn diese Information?

Nach meinem Kenntnisstand kann der Konsum bei einigen wenigen Nutzern zu einer Erstmanifestation führen. Die Cannabisnutzung ist dabei aber nicht Ursache, sondern Trigger. Außerdem betrifft dies meist junge Menschen, von “langjährigem Gebrauch” kann in diesen Fällen keine Rede sein.

Von einem Mediziner hätte ich mehr Substanz und weniger Propaganda erwartet.

#18 |
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Nichtmedizinische Berufe

Jedem Opioidabhänigen wird gegebenfalls das Gnadenbrot in Form von Levromethadon gegeben. Warum tut man sich bei nicht Abhängigen so schwer? Wenn wir schon das Vieh, welches uns jahrelang nutzbar war, die Würde zubilligen, warum nicht auch dem Menschen???

#17 |
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Der Ansatz, Cannabiboide im Rahmen einer multimodalen Therapie einzusetzen ist aufgrund der bekannten Effekte auf jeden Fall zu befürworten. Allerdings sollte die streng reguliert und kontrolliert ablaufen. Das heisst, dass Cannabiboide Btm-Status behalten und dass nich Hanf im Eigenanbau genutz werden sollte sondern pharmazeutisch validisierte Produkte mit standardisiertem Wirkstoffgehalt eingesetzt werden sollten. Aktuell werde ich Dronabinol bei einer Patientin mir partiellem locked-in-Syndrom mit zunehmender Spastik versuchen, bei der die zur Verfügung stehenden konventionellen Spasmolytika bisher kaum Effekt zeigten. Bin gespannt woe es läuft, MS-Patienten berichten oft über plle Erfolge in der Kontrolle der Spastik.

#16 |
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Apothekerin

@zimmermann
Ihre Ansichten sind dermassen abstossend, dass für sie hier eine Lösung gefunden werden sollte.

#15 |
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Apothekerin

@zimmermann
Ihre Preisvorstellungen sind ein wenig überzogen ;-)

#14 |
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Prof. Dr. med. Eckhard Klieser
Prof. Dr. med. Eckhard Klieser

es sollten mehr vernünftige studien durchgeführt werden,um zur versachlichung beizutragen, so toll wirkt das zeug nämlich garnicht,

#13 |
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Medizininformatiker

Dronabinol zum Schnäppchenpreis von geradezu lächerlichen 35 000 $ pro Gramm (in Worten: fünunddreissigtausend Dollar) erklärt weshalb es völlig unrentabel ist, mit angeblich preiswerteren Alternativen arbeiten zu wollen.

Zum Glück ist das Zeug verboten – sonst wäre das der Ruin für die Drogenmafia! Und wer weiss wieviele Arbeitsplätze da dranhängen! Es ist doch das Wohl der mehrheitlichen Allgemeinheit wesentlich höher zu bewerten, als das Wohlbefinden vereinzelter Patienten. In der Regel sind die ja auch meist nicht in der Lage, sich über längere Zeit mit Prozessen zu beschäftigen – ähnlich wie bei den Widersprüchen zu den Rentenbescheiden … auch da wird so mancher Streit “biologisch” gelöst!

#12 |
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Dr. med. Birgit Obermeier
Dr. med. Birgit Obermeier

Bei regelmässigem Konsum treten bei langjährigem Gebrauch regelmässig Psychosen auf. Studien weisen auf einen schädigenden Effekt im Belohnungszentrum im Gehirn hin – Erklärung für die “Null Bock Generation? Ich warne vor Verharmlosung! Die Beschränkung auf Todkranke ist durchaus sinnvoll, schon bei MS wäre ich sehr zurückhaltend.

#11 |
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Der Anteil von Cannabis am illegalen Drogenmarkt könnte wesentlich gesenkt werden – wenn man es legalisieren würde, so wie es sich gehört. Es ist ein Riesenskandal, wie hier mit schwerkranken Menschen umgegangen wird. Aus medizinischer Sicht gibt es keinen Grund, es nicht auch für den normalen Gebrauch für jedermann freizugeben – zumindest nicht, wenn man es mit Alkohol vergleicht.

#10 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Die ewiggestrigen Einstiegsdrogen-Argumente kann kein Mensch nachvollziehen. Komischerweise begannen weit mehr als 95% der Suchtpatienten, die ich auf unserer Station betreue, mit Alkohol. Die restlichen Prozente nennen insbes. Medikamente, als auch die Illegalisierung von Cannabis als ihren Einstieg in die “harte” Drogenwelt. So stellt sich bei fast jedem Patientengespräch heraus, dass 4 von 5 Heroinabhängige Heroin nur bekommen/genommen hätten, weil sie sich auf dem illegalen Drogenmarkt Cannabis besorgen wollten, das aber nicht bekommen hätten. Häufig kamen Sprüche von den Dealern wie: “Gras hab ich heute nicht, aber probier das hier mal, das ist noch viel besser…”
Wer charakterlich nicht gefestigt genug ist landet dann über ein paar Umwege bei uns. Deshalb gibt es für mich nur eine Option: 100%ige Legalisierung im Verbund mit kontrollierter, staatlicher Abgabe von Cannabis, wodurch eben auch im ganz besonderen der Jugendschutz nicht aussenvor bliebe.
Eine der größten Verbrecherinnen diesbez. ist eindeutig unsere Bundesdrogenbeauftragte, die als ehemalige Richterin völlig an der falschen Stelle sitzt. Was macht eine Juristin kompetent, was Drogen angeht? Ihre häufigen Verurteilungen?
Ich jedenfalls, die seit mehr als 2 Jahrzehnten in einer Entzugsklinik arbeite, sähe nur Vorteile in einer Legalisierung von Cannabis!

#9 |
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Sehr geehrte Frau Dr. Jösch,

Opioide führen beim Rückenschmerzen in aller Regel nicht zu einer dauerhaften Linderung. Das darf man sicher als Konsens unter Schmerztherapeuten auffassen. Wenn noch nicht geschehen, ist eine langfristige schmerztherapeutische Betreuung sinnvoll, die Koanalgetika und nicht-medikamentöse Verfahren einsetzt.

Mit kollegialen Grüßen,

U. Eiden

#8 |
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Dr. med. vet. Roswitha Jösch
Dr. med. vet. Roswitha Jösch

Sehr geehrte Kollegen,Naturheilkunde,Heilpflanzenkunde ist mein Spezialgebiet.Obwohl ich (leider) noch nie Cannabis geraucht habe, stimme ich 100% der Legalisierung der Pflanze für Heilzwecke zu.Ich bin ,glaube ich der totale Cannabis Fall.Nehme seit ca.5 Jahren die Arzneidroge Tramadol Stada mittlerweile 2 Retardtabletten a”200 mmg”,pro Tag ein.
Mein Leiden,auf deutch formuliert,unerträgliche Rückenschmerzen.Mein Beruf könnte ich garnicht mehr ausüben,ohne diese Droge,denn das Medikament ist ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiode,Vermehrt komme ich in die Versuchung noch eine Tablette zu nehmen,was ich bis jetzt 98% unterbinden konnte.
Aber auf Ewig ist dieses Medikament nicht einzunehmen,was fogt dann?
Ich bin ganz ehrlich,würde gerne mal ein Pfeifchen rauchen,noch besser ein Keks essen,der mir eine Zeit lang Erleicherung schafft.Wiegesagt,habe mich bis jetzt noch nicht getraut diese Droge zu versuchen.Bin aber sehr aufgeschlossen dieser gegenüber.Angeboten wurde sie mir ja chon oft,aber ich habe nen bischen Angst vor der Wirkung:)
Alo ich wünsche mir,das diese Droge für medizinische Zwecke genutzt werden darf!!
Ich wäre die Erste die das Medi Tramadol gegen Cannabis eintauschen würde,ehrlich!!!!

#7 |
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Warum werden Konsumenten von Cannabis kriminalisiert? Wie steht es mit den schädlichen Wirkungen von Alkohol? Welche Bedeutung nimmt der (noch seltene) Missbrauch von Analgetika ein? Wenn wir darüber uns mehr Gedanken machen würden, dann wäre uns diese unendliche Cannabis Diskussion leid.

#6 |
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Andreas Schnabl
Andreas Schnabl

Eine Droge wird zur Einstiegsdroge, indem man sie illegalisiert.

#5 |
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Peter Simon
Peter Simon

was in den USA – die ja für ihren restriktiven Umgang mit Drogen bekannt sind – schon möglich ist, sollte auch in der sich sonst so fortschrittlich gebenden BRD machbar sein.
Befürchtungen hinsichtlich Einstiegsdroge, Missbrauch u.ä. kann ich bei entsprechender Indikationsstellung durch Ärzte und unter Einbeziehung der für Medikamente üblichen Kriterien für Herstellung und Vertrieb, nicht nachvollziehen.

#4 |
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Ärztin

In gewisser Weise ist der Hype um Cannabis nicht nachvollziehbar. In der Anästhesie und für die Schmerztherapie sind doch auch Opioide auf BTM-Rezept zugelassen. Eine ähnlich strenge Verordnungspraxis könnte für Cannabis-Produkte gefordert werden. Es gibt neben der Therapie von MS-Beschwerden auch noch andere Einsatzgebiete für THC-Produkte. Da Cannabis in den Hungerstoffwechsel als starker Stimulator für Hunger/Appetit eingreift gäbe es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten z.B. bei der Ernährung kachektischer krebskranker Patienten mit kataboler Stoffwechsellage, bei kachektischem geriatrischen Patienten. Zudem ist eine Anhebung der Schmerzaschwelle durch THC bekannt. Ich kann die Rechtsprechung in diesem Fall nicht nachvollziehen.

#3 |
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Ich habe im Rahmen der Schmerztherapie schon seit langem Cannabis empfohlen. Dronabinol aus den USA ist, zumal die Kasse das selten übernimmt, viel zu teuer. Auch ist das Argumnet Cannabis als Einstiegsdroge nicht nachvollziehbar. Denn alle Suchtpat. geben als Einstiegsdroge Alkohol an. Warum werden hier nicht ähnliche Beschränkungen auferlegt ? Der Staat verdient daran- und eine Droge braucht das Volk, um die Irrsinn mit den Bankstern überhaupt noch zu ertragen !

#2 |
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Mitarbeiter Industrie

Ich finde gut, dass Sie darüber schreiben.

Die positive Wirkung von cannabis indica (Marihuana ) zur Heilung von Krebs ist in den USA seit mindesten 30 Jahren bekannt. Cannabinoide hemmen das Krebszellenwachstum, ohne dabei die gesunden Körperzellen anzugreifen. Sie können auch Übelkeit und Schmerzen lindert, den Appetit anregen und die Laune verbessern.
Interessanterweise hemmten auch Cannabinoide, die keine psychischen Wirkungen hervorrufen, das Wachstum von Tumoren. Dazu zählt auch das natürliche Cannabidiol (CBD), das im Faserhanf vorherrscht.
Auch der industriell genutzte Faserhanf beinhaltet Cannabidiol, CBD. CBD ist im Gegensatz zu THC in den meisten Ländern nicht verboten.
Leider wird die Kostengünstige Pflanze nicht ausreichend genutzt, um hilfreiche Medikamente zu herstellen.

#1 |
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