Sechs goldene Regeln für eure Famulatur

7. August 2007
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In einer Famulatur sind zum ersten Mal im Studium ärztliche Fähigkeiten gefragt. Mit viel Einsatz, der richtigen Einstellung und einer guten Vorbereitung kann die Famulatur zum interaktiven Praxisseminar werden - viel liegt in eurer Hand.

Vier Monate Famulatur in den Semesterferien muss der Medizinstudent im klinischen Semester absolvieren. Als Famulus, was im Lateinischen "Gehilfe" bedeutet, kann und soll man sich in einem Fachbereich im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis austoben und ärztliche Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben.

Damit ihr viele Fehlerquellen von vornherein abschaltet, gibt es an dieser Stelle unsere sechs goldenen Regeln für die Famulatur:

 

1. Famuliert gezielt!
Sucht euch zumindest zwei eurer Famulaturen in Fachbereichen, die euch interessieren. Wer schon immer Chirurg werden wollte, sollte sich frühzeitig die Abläufe in der Chirurgie anschauen. Jedoch solltet ihr auch Famulaturen in Fachbereichen machen, die euch nicht so brennend interessieren. Die ärztliche Ausbildung besteht schließlich nicht nur aus eurem anvisierten Fachbereich – über den Tellerrand schauen ist wichtig!

2. Wisst, was ihr wollt!
Wenn ihr vor dem Beginn und auch während der Famulatur dem für euch verantwortlichen Arzt erzählt, was Ihr lernen und sehen wollt, kann dieser Rücksicht darauf nehmen. Sonst kann es immer passieren, dass ihr gutgemeinte Zuwendung erhaltet, die euch aber gar nicht so gut bekommt oder gefällt.

3. Seid wach und fit!
Wenn ihr morgens bei eurer Famulaturstelle ankommt, solltet ihr ausgeschlafen, frisch und aufnahmefähig sein. Damit tut ihr euch selber den größten Gefallen, euren Famulaturärzten aber auch, weil diese nicht einen müden Gast durch ihren ohnehin schon anstrengenden Arbeitstag schleppen müssen.

4. Übertreibt nicht mit eurem Einsatz!
Eine Famulatur ist primär zum Lernen für euch angedacht. Lasst euch nicht zu sehr für "Drecksarbeit" einspannen. Ein gesundes Maß an Hilfe wird euch immer in Form von Gegenleistung gedankt werden. Naivität wird aber bestraft, also schaut, was mit euch passiert und reagiert darauf!

5. Lächelt und seid kontaktfreudig!
Wer als Famulus in ein Krankenhaus kommt, wird vom Pflegepersonal schon mal mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Nutzt eure emotionalen und sozialen Kompetenzen, stellt euch vor, präsentiert auch mal das Zahnpasta-Lächeln und seid hilfsbereit. Eine der Todsünden ist die Arroganz des jungen Kükens im Kittel gegenüber dem anderen Personal. Eine Packung Kaffe mitzubringen hat im Gegenzug schon das Herz von so mancher Stationsschwester geöffnet!

6. Nehmt Angebote zum Lernen an!
Wenn euer betreuender Arzt euch beispielsweise Punktionen und Untersuchungstechniken zeigen und auch selber durchführen lassen will, dann greift zu! Falsche Angst in der Famulatur kann zu echter Angst im Job werden, wenn man wichtige Sachen in der Famulatur und im PJ nicht gelernt hat.
Wer diese Regeln beachtet, wird keine schlimme Famulatur erleben. Meistens macht es Spaß und man findet schnell sympathische Kollegen, die einem gerne bei den ersten Schritten im weißen Kittel helfen wollen. Weitere Hinweise zur Famulatur, unter anderem die Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Tipps zur Auswahl und Bewerbung für die Famulatur und vieles mehr findet ihr in unserem StudyRoom Famulatur auf medizinstudent.de.

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