Alzheimer: Wirkung von Stigmasterol vorbeugend?

28. Oktober 2013
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Dass sich Inhaltsstoffe aus Obst und Gemüse positiv auf die Gesundheit auswirken, ist kein Geheimnis. Forscher haben nun nachgewiesen, dass ein bestimmtes Sterol, das Stigmasterol, die Bildung von Eiweißen hemmt, die bei der Entwicklung von Alzheimer eine wichtige Rolle spielen.

„Pflanzliche Sterole kommen in unterschiedlicher Zusammensetzung etwa in Nüssen, Samen und Pflanzenölen vor. Sie sind das Äquivalent zum tierischen Cholesterin und können daher im Stoffwechsel an denselben Stellen wie das Cholesterin ihre Wirkung entfalten“, erklärt Marcus Grimm, Laborleiter in der Experimentellen Neurologie an der Universität des Saarlandes. „Da sie auch den Cholesterinspiegel senken, werden sie vielseitig in der Nahrungsmittelindustrie und als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.“

Senile Plaques als einer der Hauptauslöser für Alzheimer

Ein erhöhter Cholesterinspiegel steht schon lange im Verdacht, das Risiko zu erhöhen, an Alzheimer zu erkranken. „Studien haben bereits gezeigt, dass Cholesterin die Bildung sogenannter seniler Plaques fördert“, berichtet Grimm. Diese Plaques bestehen aus Eiweißen, vor allem aus den Beta-Amyloid-Proteinen, und lagern sich im Gehirn an den Nervenzellen ab. Sie gelten als einer der Hauptauslöser von Alzheimer.

Stigmasterol unterbindet Bildung von Plaques

Das Homburger Forscherteam um Grimm hat nun zusammen mit Wissenschaftlern aus Bonn, Finnland und den Niederlanden untersucht, wie Sterole, die wir über die Nahrung aufnehmen, die Entstehung der Plaques-Proteine beeinflussen. Hierbei zeigte sich, dass insbesondere ein Sterol, das Stigmasterol, die Bildung unterbindet. „Stigmasterol wirkt auf unterschiedliche molekulare Prozesse, es senkt die Enzymaktivität, hemmt die Bildung Alzheimer relevanter Proteine und verändert die Struktur der Zellmembran“, sagt Grimm. „All dies zusammengenommen führt letztlich dazu, dass weniger Beta-Amyloid-Proteine entstehen.“ Im Tierversuch konnten die Forscher diesen positiven Effekt bereits belegen.

Bei der Ernährung auf einzelne Phytosterole setzen

Insgesamt konnten die Wissenschafter in ihrer Studie zeigen, dass die unterschiedlichen Phytosterole verschiedene zelluläre Mechanismen beeinflussen und daher in ihrer Wirkung unterschiedlich zu bewerten sind. „Gerade im Hinblick auf Alzheimer scheint es sinnvoll zu sein, bei der Ernährung auf einzelne Phytosterole zu setzen anstatt auf ein Gemisch“, so Grimm weiter. In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler nun abklären, welche zellulären Prozesse die Phytosterole im Gehirn darüber hinaus beeinflussen.

Originalpublikation:

Plant Sterols the Better Cholesterol in Alzheimer’s Disease? A Mechanistical Study
Marcus Grimm et al.; Journal of Neuroscience, doi: 10.1523/JNEUROSCI.1506-13.2013, 2013

64 Wertungen (3.56 ø)

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5 Kommentare:

Studentin der Humanmedizin

“STIGMA”-STEROL war mir bisher kein begriff…habe gefunden, dass es in zwiebel, dill, petersilie, hopfen u.v.a. enthalten ist, dosisangaben gibt’s noch keine…es hatte bislang wohl nur Insider interessiert…
Ernährungslehre und Stoffwechsel sind wesentliche Pfeiler des mensch seins…und damit beschäftigt sich medizin…- soweit ich weiß!!!

#5 |
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was befremdet an solchen “wissenschaftlichen” Beiträgen,
dass wirklich wilde Spekulationen mit Ernährungsempfehlungen geäußert werden,
bevor man auch nur ansatzweise einen einzelnen Mosaikbaustein eines sehr komplexen Geschehens verstanden hat!

MfG

#4 |
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Alzheimer ist nebenbei bis zu 40% mit B12-Mangel assoziiert,
auch Eiweßmangel spielt eine Rolle.
Ohne Eiweiß kein Gedächtnis für neues.
Also nicht nur nach “Pflanzen” schielen, Ladies :-) Linolensr. ist Fischölen unterlegen!

Im übrigen gilt wie bei Osteoporose:
ohne Belastung tritt Abbau ein.

mfG

#3 |
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Tanja Rührmund
Tanja Rührmund

kakaobutter!!
juhuuuu!

#2 |
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Carmen Katharina Emmerich
Carmen Katharina Emmerich

Na, also DER Artikel hilft uns ja nun wirklich weiter…
wo bitte kommen denn nun diese Pflenzensterole in welcher Menge vor?? Leinöl?? oder was…

#1 |
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