Hochschulmedizin: Finanzen auf die Agenda

23. Oktober 2013
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Der Dachverband der Deutschen Hochschulmedizin forderte die neue Regierungskoalition im Rahmen seines diesjährigen Herbstforums nun dazu auf, die Finanzierung der Universitätsmedizin ganz oben auf ihre Agenda zu setzen.

Neben der angekündigten Krankenhausreform sei eine Neuordnung der Hochschul- und Forschungsfinanzierung dringend erforderlich. Dieses Fazit zog der Dachverband Deutsche Hochschulmedizin auf dem diesjährigen Herbstforum in Berlin.

„Der Wissenschaftsrat, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und zentrale Akteure der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik haben vor der Bundestagswahl festgestellt, dass wichtige Sonderaufgaben der deutschen Hochschulmedizin nicht ausreichend finanziert sind. Nach der Wahl müssen nun die Wissenschafts- und Gesundheitspolitiker in Bund und Ländern über konkrete Lösungen sprechen. Unser gesamtes Gesundheitssystem ist auf eine funktionsfähige Hochschulmedizin angewiesen“, sagt Prof. Dr. Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages.

Die Experten der Hochschulmedizin und aus dem Wissenschafts- und Gesundheitsbereich waren sich diesbezüglich einig: Das mit der Föderalismusreform verankerte Kooperationsverbot von Bund und Ländern müsse wieder fallen. Die Föderalismusreform sei ein verfassungsrechtlicher Flop. Das Kooperationsverbot sei eine Fehlkonstruktion, dessen negative Folgen deutlich spürbar seien.

Auf staatliche Institutionen fokussieren

Der Gesetzgeber müsse nun die Frage beantworten, welchen Gestaltungsspielraum der Bund künftig in der Forschungs- und Bildungspolitik einnehmen wolle. Während sich die vorherige Bundesregierung auf die Förderung der außeruniversitären Forschung konzentriert habe, müsse sich die neue Regierungskoalition endlich wieder auf die staatlichen Universitäten und Universitätskliniken fokussieren.

Neben der Wissenschaftspolitik müsse daher auch die Gesundheitspolitik wichtige Reformschritte gehen: „Im Rahmen der angekündigten Krankenhausreform muss ein Systemzuschlag für die deutschen Universitätsklinika eingeführt werden. Neben den Erlösen aus dem DRG-System und der Finanzierung von Investitionen durch die Länder muss eine dritte Säule aus Bundesmitteln und einem Zuschlag die Sonderaufgaben der Universitätsmedizin abdecken. Andere Länder haben schon lange eine solche Zusatzfinanzierung für die besonderen Aufgaben ihrer Universitätskrankenhäuser. Dazu zählen neben der Ausbildung künftiger Ärztegenerationen vor allem die Versorgung besonders schwerer Erkrankungen und der Aufgabenverbund von Forschung, Lehre und Krankenversorgung“, so Professor Michael Albrecht, Erster Vorsitzender des Verbandes deutscher Universitätsklinika.

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