Verzicht auf HES-Gabe bei Infusionstherapie?

25. Oktober 2013
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Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz kommt zu der Empfehlung, dass Hydroxyethylstärke bei kritisch kranken Patienten, bei Patienten mit Sepsis sowie bei Patienten mit Verbrennungen nicht mehr angewendet werden sollte.

Wesentliche Gründe für die Empfehlung waren die Ergebnisse von Studien, die zeigten, dass die Verwendung von HES zu Nierenschäden oder gar zum Tod führen kann. Nur bei Patienten mit so genanntem Volumenmangel kann ein Einsatz erwogen werden. Bei einem Volumenmangel zirkuliert zu wenig Blut im Organismus. Aber auch in diesen Fällen ist es zwingend notwendig, zuerst kritisch abzuwägen.

Im Falle, dass man sich zur Verwendung von HES entschließt, sollte diese nicht länger als für 24 Stunden erfolgen. Außerdem wird empfohlen, die Nierenfunktion der mit HES behandelten Patienten für mindestens 90 Tage zu überwachen.

Im Rahmen des Bewertungsverfahrens des PRAC wurden alle vorliegenden Daten zum Nutzen-Risiko-Verhältnis von HES-Präparaten grundlegend überprüft.

Originalpublikation:

Solutions for infusion containing hydroxyethyl starch; Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC); 2013

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