Ein Kinderspiel?!

8. Januar 2008
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Alle Eltern wissen es längst: Die Betreuung und Erziehung eines oder mehrerer Kinder verlangt viel Zeit und Verantwortung, auch und besonders finanziell. Wer parallel zu dieser Aufgabe ein Studium stemmen möchte, übernimmt dadurch eine doppelte Belastung.

Im Jahre 2007 studierten an deutschen Hochschulen zwischen 5 und 7 Prozent der immatrikulierten Studierenden mit Kind – im Durchschnitt waren die Eltern hierbei zwischen 30 und 32 Jahren alt.
Studieren mit Kind? Ist das machbar? Welche Vorteile kann dies sogar gegenüber kinderlosen Kommilitonen bringen?

Aus oben erwähnter Erhebung geht hervor, dass etwa 10 Prozent der studierenden Eltern das Studium vorzeitig abbrechen, da sie dieses zeitlich auf Dauer nicht mit den Betreuungsaufgaben vereinbaren können. Es besteht zwar die Möglichkeit, Sonderregelungen in Anspruch zu nehmen (z.B. ein Urlaubssemester), was jedoch in vielen Fällen den Studienabschluss hinauszögert und den Anschluss an die Mitstudierenden unterbricht.
Und trotzdem bleibt festzuhalten, dass ein Studium mit Kind immer noch einfacher ist, als im späteren Berufsleben ein Kind großzuziehen. Das Studium bietet ein gewisses Maß an Flexibilität – zudem werden studierende Eltern u.a. durch den Erlass der Studiengebühren unterstützt. An den meisten Unis sind darüber hinaus Sonderregelungen bei den Prüfungen für junge Eltern möglich.

Die finanziellen Hilfen für studierende Eltern sind unter anderem:

  • Stipendien, die speziell für studierende Mütter bereitgestellt werden (z.B. die "Klaus-Tschira-Stiftung")
  • Studienkredite für Studierende mit Kind
  • Wohngeld für Studierende mit Kind
  • BAföG: Für jedes Kind (ohne förderungsfähige Ausbildung, ohne Einkommen außer Kindergeld) wird Studenten ein pauschaler Grundfreibetrag von 435 Euro auf ihr Einkommen gewährt. Auf das restliche Einkommen von BAföG-beantragenden Studenten und ihren Ehepartnern werden nochmals 5% für jedes Kind als Freibetrag angesehen.
  • Alleinerziehende können Kosten zur Kinderbetreuung von monatlich bis zu 175 Euro für ihr erstes und bis zu 85 Euro für jedes weitere Kind anrechnen lassen.
  • Die oben bereits angesprochene Erlassung der Studiengebühren. Diese muss bei der jeweiligen Uni direkt beantragt werden und gilt für die Betreuung von Kindern bis zu deren achtem Lebensjahr.

Die Rechte, welche ein/e Studierende/r mit Kind hat, sind unter anderem:

  • Erziehungsurlaub (heute: Elternzeit): Seit 2007 regelt ein neues Gesetz das Erziehungsgeld sowie den Erziehungsurlaub bzw. die Elternzeit für nach dem 01.01.2007 geborene Kinder.
  • Mütter und Väter können einzeln oder gleichzeitig bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres ihres Kindes Erziehungsurlaub nehmen. Auch unverheiratete Eltern dürfen sich bis zu dreimal bei der Inanspruchnahme der Elternzeit abwechseln. Ebenso steht es ihnen zu, den Erziehungsurlaub zweimal durch die Aufnahme einer Beschäftigung zu unterbrechen.
  • Mutter-Kind-Kuren
  • Mutterschutz

Die wichtigsten Anlaufstellen für Studierende mit Kind:

  • Studentenwerke (www.studentenwerke.de )
  • Studentenvertretung (z.B. AStA)
  • Elternservicebüros für Studierende mit Kind, die bereits an einigen Hochschulen eingerichtet wurden
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