Appetit auf Medizin – dann komm nach Essen

4. März 2008
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So viele Studienorte, da fällt die Wahl manchmal schwer. Deshalb macht medizinstudent.de euch ab sofort die verschiedenen Unis mit ihren Vorzügen schmackhaft. Heute: Europas Kulturhauptstadt 2010 - Essen.

Schmackhaft? Der Himmel grau von der Industrie, das Stadtbild verdreckt und nur wenige Grünflächen. Diese und ähnliche Vorurteile hört man immer wieder in anderen Bundesländern, wenn vom Ruhrgebiet die Rede ist. Dass das Unsinn ist, sollte spätestens klar sein, seit Essen sich – stellvertretend für den ganzen "Ruhrpott" – gegen mehrere andere deutsche Städte bei der Wahl zur Kulturhauptstadt durchsetzte. Doch es gibt noch mehr Gründe, die für ein Studium in dieser Stadt sprechen.

Kein Gedränge bei der Vorlesung

Mit weniger als 200 Studenten, die jedes Wintersemester anfangen, zählt der Studiengang studentenmäßig eher zu den kleineren, wodurch die Humanmedizin kein überlaufenes Massenfach ist. Genau das schätzen die Studierenden. Durch die kleine Zahl an Kommilitonen kennt beinahe jeder jeden. Anders als viele andere Universitäten macht Essen seit einiger Zeit Gebrauch von der Möglichkeit, sich seine Studenten selbst auszusuchen. Neben der Zulassung über die ZVS via Abinote und Wartezeit, vergibt die Universität Plätze für’s Medizinstudien über Auswahlgespräche. Ein Kriterium für den ein oder anderen mit weniger guten Noten, sich dort zu bewerben.
Das Universitätsklinikum im Bezirk Holsterhausen ist mit über 200.000 qm Fläche quasi ein eigener Stadtteil für sich. Hier findet sich (fast) alles, was für die Medizinstudenten von Bedeutung ist. Direkt gegenüber des großen Gebäudes der Institutsgruppe 1, in dem – mit Ausnahme von Physik und Chemie – sämtliche Lehrveranstaltungen der Vorklinik abgehalten werden, findet man die ganzjährig geöffnete Mensa. Über eine symbolträchtige Brücke, die die Einrichtungen des vorklinischen mit denen des klinischen Abschnittes verbindet, gelangt man zum eigentlichen Uniklinikum. Dort befinden sich auch die medizinische Unibibliothek, die Fachschaft und das Audimax.
Wer ein Auto sein Eigen nennt, sollte das jedoch lieber zu Hause stehen lassen, denn mit einer guten Parkplatzsituation kann sich das Klinikum leider nicht rühmen.

Qualität der Lehre

Über Uni-Rankings kann man sich bekanntlich streiten. Fest steht jedoch, dass die Uni Essen im Fach Humanmedizin bisher grundsätzlich schlecht abschneidet.
Von Studenten des öfteren kritisiert wurde der Aufbau der Vorklinik sowie die Praxisferne während des Studiums.
Doch die Essener sind bemüht, die Lehre immer weiter zu verbessern, was die Studenten angesichts der Studiengebühren, die das Land NRW seit kurzem verlangt, auch erwarten dürfen. Die Studenten kommen nun bereits im 1. Semester in den Genuss des Präparationskurses, der sich über drei Halbjahre aufteilt. Bisher fand er ausschließlich im 3. Semester statt. Für Studierende, die bereits das Physikum erfolgreich gemeistert haben, bietet das Skills Lab des Lehrzentrums interessante Kurse an. In diesen werden sie auf die Widrigkeiten des Klinikalltags vorbereitet. An diversen Modellen können sie praktische Fertigkeiten wie Blut abnehmen, ZVKs legen oder das richtige Verhalten in Notfallsituationen erlernen. Ein besonders interessanter Kurs ist die notfallmedizinische Sommerakademie. Die Studenten lernen in einer Woche sämtliche notärztliche Themen und testen ihr Wissen im Anschluß in einer groß angelegten Übung.

Freizeit

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man schnell am schönen Baldeneysee im Essener Süden. Dieser ist ein Anziehungspunkt für Segler, Ruderer und Surfer, genau wie für Skater, Jogger oder Radfahrer. Des Weiteren lohnt sich ein Besuch der benachbarten Villa Hügel mit großer Wald- und Parkanlage und ständigen Ausstellungen.
Ein guter Ort, um sich abends auf ein oder gerne auch zwei Bierchen zu treffen, ist die "Rü", eine Kneipenstraße in Fußreichweite vom Uniklinikum. Mit dem Semesterticket kann man das übrige Ruhrgebiet ohne zusätzliche Kosten erkunden.

Das eindeutige Fazit
Essen – eine lebhafte Stadt, die denen viel bietet, die sich auf sie einlassen.

Einen ausführlichen Bericht über die Universität Essen und ihre Umgebung findet ihr in den Studienorten.

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Humanmedizin

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