Der Mensch als Baukasten

4. März 2008
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Anatomie - kaum ein anderes Fach bereitet den Medizinstudenten so viele schlaflose Nächte und Kopfschmerzen. Eine neue Webseite mit dem Menschen in 3D soll beim Lernen Erleichterung schaffen...

Aller Anfang ist schwer. Auf Anatomie trifft das ganz besonders zu. Viele Medizinstudierende haben das Problem, nachzuvollziehen, wie dieser oder jener Nerv verläuft oder wie bestimmte Muskeln liegen. Eine Hilfe beim Lernen kann nicht nur der Atlas oder der Präpkurs sein, seit neustem kann man beim Pauken auch Gebrauch von den neuen Medien machen: Die englischsprachige Seite visiblebody.com bietet einen kostenlosen Zugang zu einem Online-Programm, welches den dreidimensionalen menschlichen Körper anzeigt, vom kleinen Knochen bis hin zum kompletten Menschen.
In einem Menü kann man die anatomischen Strukturen auswählen, die man betrachten möchte, und dann beliebig zusammensetzen. Ob Oberarm mit Muskeln und Nerven oder nur der Verdauungstrakt – alles ist möglich!
Sobald man sich sein Lerngebiet nach Belieben zusammengestellt hat, kann man die Organe, Knochen oder Muskeln komplett 360° drehen und rein- oder rauszoomen, um die optimale Sicht auf deren Anatomie zu haben.

Viele Pluspunkte für das Programm

Die Frage, ob die kostenfreie Webseite visiblebody.com für den Medizinstudenten zum Anatomielernen zu gebrauchen ist, ist eindeutig mit Ja zu beantworten! Zum einen ist das Programm absolut benutzerfreundlich: Die Bedientasten sind eigentlich selbsterklärend und schon nach wenigen Minuten kann man sich gut im Menü zurechtfinden. Bei Schwierigkeiten kann man das Video-Tutorial oder ein umfangreiches Hilfe-Menü zu Rate ziehen.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man komplett frei in der Auswahl der anatomischen Strukturen ist. Somit ist es möglich, sich individuelle Lerneinheiten zusammen zu stellen. Besonders gut eignet sich die Internetseite für die Anatomie des Bewegungsapparates, da man gut Ursprünge und Ansätze der Muskulatur sowie den Verlauf der Nerven verfolgen kann.

Nobody’s perfect

Es fällt jedoch auf, dass zwar alle Organe abrufbar sind, man jedoch einige Details bei deren Darstellung vermisst. Wer nach dem Sulcus n. radialis oder den einzelnen Bändern des Kniegelenks Ausschau hält, sucht vergeblich.
Deswegen ist "Visible Body" vor allem zum Nachvollziehen der Lage von Organen, Muskeln und Knochen und sowie deren Beziehung zueinander geeignet, zum Erarbeiten von kleineren Strukturen eher nicht.
Als Fazit kann man sagen, dass dieses Programm eine sehr gute Ergänzung zum Lehrbuch und Anatomieatlas darstellt, vor allem im Bereich der Topographie.

Wissen zum Nulltarif

Wer beim Aufrufen von "Visible Body" noch schnell den einen oder anderen Muskel nachschlagen oder die Funktion eines Nerven wissen will, ist beim kostenfreien DocCheck Flexikon gut aufgehoben. Neben vielen Animationen sind dort die wichtigsten Infos über die Anatomie und alle anderen Gebiete der Medizin zu finden.

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