Haken halten? Nicht in Dresden!

18. März 2008
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Das Praktische Jahr ist von vielen Studenten verpönt. Dass das nicht immer so sein muss, zeigt das Beispiel Dresden. Über die Erfahrungen, die die PJ'ler dort gesammelt haben, berichten wir euch heute.

Das vom FSR Medizin Hamburg initiierte Projekt www.pj-ranking.de gab Ende letzten Jahres nach 1.000 abgegebenen Bewertungen die beliebtesten PJ-Städte der Studenten bekannt. Ganz oben auf der Liste steht Dresden mit einer durchschnittlichen Ranking-Note von 1,93 – die einzige Stadt mit einer eins vor dem Komma.
Über die Hälfte der PJ’ler benoten ihr Praktisches Jahr an einem der 6 Krankenhäuser dort mit der Note "sehr gut". Das lässt aufhorchen! Zumal die Zustände in deutschen Kliniken für PJ’ler oft zu wünschen übrig lassen.

Besonders wohl fühlten sich die Studenten im Universitätsklinikum "Carl Gustav Carus" an der TU Dresden.
Vor allem gefiel ihnen der gute Umgangston auf den Stationen und dass sie als PJ’ler respektiert wurden. So ist in den Kommentaren unter anderem immer wieder vom "herzlichen Miteinander" oder vom "super-freundlichen, aufgeschlossenen Schwestern- Pfleger-Ärzte-Team" die Rede, in welches man voll integriert wird und in dem man sehr unterschiedliche Tätigkeiten lernt bzw. ausüben darf.
Da dürfte manch einer laut aufseufzen, der sein PJ als hakenhaltender Depp vom Dienst in Erinnerung hat.
Um sein Wissen zu erweitern, bietet das Uniklinikum Dresden Kurse für Ärzte und PJ’ler an, die in den Berichten ebenfalls lobend erwähnt werden.
Des Weiteren werden persönliche Wünsche der Studenten, wie etwa die Stationswahl, berücksichtigt.
Wirklich bemängelt wurde nur der Faktor Zeit: Lange Arbeitszeiten im Vergleich zu anderen Krankenhäusern und das Fehlen von Studientagen sind den PJ’lern ein Dorn im Auge.

Über zu lange Arbeitszeiten können sich die PJ’ler am Krankenhaus Dresden-Friedrichstatt nicht beschweren. Doch auch für sie sind Studientage tabu. Anders als am Uniklinikum bekommen die Studenten, die hier ihr Praktisches Jahr ableisten, immerhin Essensgeld in Höhe von 10 Euro die Woche. Und auch wenn kritisiert wird, dass dieses Geld nicht reicht, um jeden Tag zu speisen, so ist diese Praxis leider keinesfalls normal im deutschen PJ.
Die abgegebenen Bewertungen für das in einem ehemaligen Adelspalais untergebrachte Krankenhaus auf pj-ranking.de fallen zwar nicht ganz so gut aus, wie es beim Uniklinikum der Fall ist, doch auch hier lässt sich eine positive Resonanz feststellen.
Kritisiert werden die teilweise fehlenden Fortbildungen und die "steile Hierarchie, die dort perfektioniert wurde" mit cholerischen Chefärzten. Doch das Arbeitsklima zwischen Ärzten und Schwestern wird als positiv aufgefasst.
Auch die Möglichkeit, sich mit Diensten bis 22 Uhr einen freien Tag zu erarbeiten, weiß dem ein oder anderen zu gefallen.
Mit einer durchschnittlichen Benotung dieses Krankenhauses von 2,8, liegt es im Mittelfeld.
Zwar sind die übrigen Lehrkrankenhäusern noch nicht oft bewertet worden, doch die Häuser in Dresden-Neustadt, Dippoldiswalde, das Diakonissenkrankenhaus sowie die peripher liegende Elblandklinik Radebeul werden mit sehr guten Noten belohnt.

Fazit

Die Dresdner Krankenhäuser leisten bei der ärztlichen Ausbildung während des Praktischen Jahres gute Arbeit – allen voran das Universitätsklinikum. Die bisher geschriebenen Meinungen auf der Website der Hamburger zeichnen ein größtenteils positives Gesamtbild. Doch nach wie vor gilt, sich vor dem PJ über das Krankenhaus und die Station gut zu informieren.

Habt ihr euer Praktisches Jahr in Dresden gemacht oder eine ganz andere Ansicht über die dortigen Krankenhäuser? Dann diskutiert im Forum und/oder schreibt eure eigene Bewertung. Die nächsten Generationen der Medizinstudenten werden es euch danken!

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