Entzündungsreaktionen besser verstehen

14. Oktober 2013
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Wissenschaftler haben jetzt erstmals die dreidimensionale Struktur des Proteins LBP und dessen genetischer Variante entschlüsselt. Diese Erkenntnis könnte bestimmten Patienten helfen, schwere Infektionskrankheiten besser zu überleben.

Das körpereigene Protein löst normalerweise bei einer Infektion Fieber als Entzündungsreaktion aus und hilft dem Köper, diese abzuwehren. Diese natürliche Reaktion führt bei einigen Patienten zu schweren Krankheitsverläufen bis hin zur Sepsis. Für den Verlauf dieser Erkrankungen scheint auch eine genetische Variante des Proteins LBP verantwortlich zu sein, die in Europa relativ viele Menschen in sich tragen. Im Falle einer Blutvergiftung oder einer Lungenentzündung haben sie deutlich schlechtere Überlebenschancen.

Risikopatienten besser identifizieren

„Diese Erkenntnisse können uns zunächst dabei helfen, Risikopatienten zu identifizieren und sie durch verstärkte Prophylaxemaßnahmen besonders zu schützen. Zukünftig wäre auch die Gabe des intakten Proteins LBP als neue Behandlungsmöglichkeit denkbar“, erklärt Prof. Dr. Ralf Schumann vom Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Charité und Leiter der internationalen Kooperationsstudie.

Die Bedeutung der Studie unterstreicht Prof. Dr. Ernst Rietschel, Vorstandsvorsitzender des Berlin Institute of Health (BIH), des neugegründeten Instituts der Charité und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin. „Zum Einen stellt die Entzündungsforschung als eine Form der sogenannten Systemmedizin einen der beschlossenen Querschnittsbereiche des BIH dar und die hier gewonnenen Erkenntnisse können so im Rahmen des neuen Instituts in der Zukunft vertieft erforscht werden.” Er ergänzt: „Zum anderen sind die hier publizierten Ergebnisse beispielhaft für den geplanten Ansatz der translationalen Forschung, die versucht, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung für die klinische Medizin direkt nutzbar zu machen.“

Originalpublikation:

The Crystal Structure of Lipopolysaccharide Binding Protein Reveals the Location of a Frequent Mutation that Impairs Innate Immunity; J.K. Eckert et al: Immunity, 39, 1, 2013

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Medizin

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