Digitale Demenz: Macht iPad doof?

4. Oktober 2012
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Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher im Kopf erledigt haben, übernehmen heute Computer, Smartphones, und TV. Das berge immense Gefahren, warnt der Gehirnforscher Manfred Spitzer. Eine übertriebene Annahme?

Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien hätten wie Alkohol und Nikotin Suchtpotential. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht trainiert werden. Besonders bei Kindern und Jugendlichen werde durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen seien Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.

Lernen im Gehirn

Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel: wird es gebraucht, wächst es, wird es nicht benutzt, verkümmert es. Studien an Londoner Taxifahrern zeigen, dass diese einen größeren Hippocampus haben als eine im Experiment hinzugezogene Kontrollgruppe. Im Hippocampus befinden sich die Zellen, die für bestimmte Orte zuständig sind, weil sie diese Orte gelernt haben. Wer sich also Orte einprägt, bringt seinen Ortspeicher zum Wachsen. Dieses Prinzip gilt auch durch Gehirnnutzung beim Musizieren, beim Jonglieren und bei Medizinstudenten beim Auswendiglernen von sehr vielen Fakten. „Durch die Technik der Gehirnbildgebung wissen wir heute, dass unser Gehirn nicht nur das komplizierteste, sondern auch das dynamischte Organ in unserem Körper ist“, schreibt Spitzer. Es verändert sich mit seinem Gebrauch. „Wer in seinem Leben viel gelernt hat, der hat viele Spuren in seinem Gehirn, die es ihm ermöglichen, sich in in der Welt zurechtzufinden und effektiv zu handeln. Man sagt auch: Er ist geistig auf der Höhe“, betont Spitzer. Beim Lernen verändern sich die Synapsen, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die Leistungsfähigkeit des Gehirns wird gesteigert. Wird das Hirn hingegen nicht gebraucht, dann wird neuronale (d.h. aus Nervenzellen bestehende) Hardware abgebaut, es kommt zum geistigen Abstieg (Demenz).

Computer verbessern nicht die Lernleistung

„Gerade weil Computer uns geistige Arbeit abnehmen [..], taugen sie nicht zum besseren Lernen“, betont Spitzer. Zahlreiche Studien würden dies belegen. Lernen setzte eigenständige Geistesarbeit voraus: Je mehr und vor allem tiefer man einen Sachverhalt geistig bearbeitet, desto besser wird gelernt. „Es git keinen hinreichenden Nachweis für die Behauptung, die moderne IT würde das Lernen in der Schule verbessern“, ergänzt Spitzer. Sie führe vielmehr zu oberflächlicherem Denken, lenkt ab und habe zudem unerwünschte Nebenwirkungen, die von bloßen Störungen bis zu Kinderpornographie und Gewalt reichen. Dies ergebe sich aus den Wirkungsmechanismen von geistiger Arbeit auf unser Gehirn und den Auswirkungen der Übernahme geistiger Arbeit durch den Computer. Weder Wirkung noch Wirkmechanismus sprechen für Computer und Internet an Schulen.

Digitale Spiele hinterlassen Spuren

„Computerspiele hinterlassen zunehmende Gewaltbereitschaft, Abstumpfung gegenüber realer Gewalt, soziale Vereinsamung und eine geringere Chance auf Bildung“, warnt Spitzer. Eine japanische Untersuchung an 307 Schülern der fünften und sechsten Klasse ermittelte eine Verminderung der grundlegenden menschlichen Fähigkeit zu Mitgefühl und Empathie nach dem Konsum von Gewaltvideospielen. Mädchen verbringen übrigens deutlich weniger Zeit mit Videospielen als Jungen. Die Burschen sind daher die Problemgruppe, weil ihre intellektuellen Fähigkeiten durch Video- und Computerspiele massiv gefährdet werden. Der deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer spricht in diesem Zusammenhang von der „verlorenen Generation der jungen Männer“. Zusätzlich berichten Lehrer bei Kindern mit Spielkonsolen von über „signifikant mehr Schulproblemen“. „Als Neurobiologe […] muss ich die Tatsache berücksichtigen, dass digitale Medien bei jungen Menschen zum Bildungsverfall führen können, dass bei ihrer Nutzung kaum sensomotorische Eindrücke entstehen und das soziale Umfeld deutliche Veränderungen und Einschränkungen erfährt“, so Spitzer.

Schlaflosigkeit, Depression, Sucht & körperliche Folgen

Weil die digitalen Medien am häufigsten von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden, haben die dadurch verursachten gesundheitlichen Schäden alle Zeit der Welt, langfristig in vielerlei Komplikationen zu münden. Wer sich mit digitalen Medien den Schlaf raubt, vermindert seine Immunabwehr, was zu häufigerem Auftreten von Infektionskrankheiten und Krebserkrankungen führe. Weiters führe Schlafmangel zu kardiovaskulären Erkrankungen, krankhaftem Übergewicht und Diabetes. Außerdem hätten mehrere Studien belegt, dass Depressionen bei Computer- und Internetsucht wesentlich häufiger auftreten als bei Menschen mit normalem Mediennutzungsverhalten. „Gerade im Alter münden depressive Zustände mitunter in dementielle Abbauprozesse, weil der mit der Depression einhergehende zusätzliche Stress und der (bei etwa 60% aller depressiven Patienten) erhöhte Blutspiegel von Stresshormonen das Gehirn schädigt“, schreibt Spitzer. Stresshormone bewirken das direkte Absterben von Nervenzellen. Übergewicht und Diabetes verursachen langfristig Durchblutungsstörungen, die sich ebenfalls im Gehirn abspielen und ihrerseits zu einer Demenz führen können.

Obwohl Spitzers Buch seit Erscheinen die deutschsprachigen Sachbuch-Bestsellerrankings anführt, hagelt es an seinen Thesen massive Kritik: „Aufrufe zum Verzicht und eine Pädagogik der Mäßigung waren immer populäre Themen der Sachbuchliteratur. Gepaart mit Medienkritik und der Sehnsucht, durch Ausschalten auch abzuschalten und zu inniger Kontemplation sowie Kozentration auf das Wesentliche zu finden, haben sich die Werke von Neil Postman (`Wir amüsieren uns zu Tode) bis Nicholas Carr (´Wer bin ich wenn ich online bin. Und was macht mein Gehirn so lange?`) gut verkauft. Diese Bedürfnisse bedient Spitzer zuverlässig und immer mit dem Impuls des Wellenreiters. Nur argumentiert er dabei so bizarr, oberflächlich und mit verzerrten Bezügen, dass es selbst den glühendsten Anhängern seiner Ideen schwerfallen sollte, ihm in diesem Buch zu folgen“, so Werner Bartens in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.

„Was haben Manfred Spitzer und ich gemeinsam?“, fragt Anitra Eggler, Autorin des Buches „E-Mail macht dumm, krank und arm.“ Antwort: „Wir haben beide ein provokantes Buch zum Thema Digitalisierung veröffentlicht. Der Titel klingt nach Spitzer, mein Inhalt ist das Gegenteil. Ich verdamme nicht, ich versuche zu verbessern. Denn: Keine Frage, ständige Erreichbarkeit, immer online, immer alles gleichzeitig und nichts mehr richtig, das macht weder schlanker, noch gesünder, noch entspannter oder produktiver. Das bewirkt das Gegenteil. Für dieses Erkenntnis bedarf es keiner Hirnforschung, es bedarf gesunden Hausverstandes“, so Eggler.

Und last but not least schreibt Harald Staun: „Seinen Kritikern, die zweifeln, dass es so etwas wie `digitale Demenz`überhaupt gibt, empfiehlt er (Spitzer) in seinem Buch, den Begriff doch einfach einmal zu googlen. Auf Deutsch erhalte man etwa 8.000 Einträge. Das war vor der Veröffentlichung. Heute sind es 1.040.000. Sein Buch muss sehr viele Menschen krank gemacht haben.“ Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie meistens in der Mitte: Zwischen den Heilsversprechen von Facebook & Co und der von Spitzer geforderten digitalen Steinzeit bleibt genügend Spielraum für eine verantwortungsvolle Nutzung der digitalen Medien.

194 Wertungen (4.3 ø)

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28 Kommentare:

Naturwissenschaftler

Mir stellt sich die Frage:
Wer von den zahlreichen Kommentatoren hat den das Buch gelesen?
Oder geht es hier nur darum einen ¿Angriff¿ auf ein beliebtes ¿Spielzeug¿ abzuwehren?

#28 |
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Ärztegemeinschaft  Amedis
Ärztegemeinschaft Amedis

So etwas hat sicher auch schon einer nach der Erfindung des Buchdrucks geschrieben. Damals konnte man dann auf einmal alles in Büchern lesen. Es kommt doch darauf an, was ich mit dem Computer mache.

#27 |
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Ich denke, es ist in diesem Zusammenhang wichtig, den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität zu beachten: Viel Comupterspielen/-nutzung geht möglicherweise mit geringeren kognitiven Fähigkeiten bei Schülern einher (wobei ich an diser Stelle nicht die Validität dieser Aussage feststellen möchte). Das heißt jedoch nicht zwangsläufig, dass Computer dumm machen. Es ist erheblich wahrscheinlicher, dass vielmehr der Mangel an anderen kognitiven Herausforderungen diesen Zusammenhang erklärt. Wir sollten also nicht das Kind mit dem Bade auswerfen, indem wir pauschal den Computer und seine Nutzung verteufeln. Wie bei allem gilt: Alles in Maßen. So lange die Nutzung digitaler Möglichkeiten (vor allem bei Heranwachsenden) nicht Überhand nimmt, geht ebendiese NICHT direkt mit einer Verringerung kognitiver Fähigkeiten einher… Korrelation ist eben nicht gleich Kausalität.

#26 |
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Dr. Hubert Lamberti
Dr. Hubert Lamberti

Im antiken Griechenland hatte das Auswendiglernen einen hohen Stellenwert.
Sokrates was strikt gegen eine Verbreitung der Schreib- und Lesekultur und wenn Platon das nicht aufgeschrieben hätte, dann wüssten wir nichts davon.

Jedenfalls ging es darum: wenn man alles in Büchern nachlesen könne, dann geht das lebendige Erinnerungs-Gedächtnis zurück, die Sorgen sind also nicht ganz neu.

Zum “Feindbild” Computer: Vorzeiten habe ich in meinem Bürojob Akten geblättert, auf einer mechanischen Maschine oder mit einem Stift auf Papier geschrieben, feierabends eine Papierzeitung gewälzt, selten mal einen Leserbrief entworfen.
Man hörte Musik von Cassetten oder Platten, sah mal einen Film oder Nachrichtensendungen, blätterte im LExikon, jeweils auch an separaten Geräten.

Heute wird das alles am gleichen Bildschirm gemacht: lesen, schreiben, hören, Unterhaltung und mehr, meistens sehr kreativ und mit mehr Möglichkeiten als “früher”.
Prompt aber wird es als “alles nur noch am Computer” zusammengefasst, was ja auch stimmt, aber “Der Computer” ist halt ungeheuer vielseitig.

Zusammenfassend kann ich die Kritik von Spitzer nicht verstehen, hab ihn ja inzwischen vielfach zitiert gelesen.

Internet ist ein riesiges Lexikon, wobei man wie in Buchhandlungen auch unter “Raumfahrt” sowohl NASA als auch Däniken findet, Comuter können mehr als Ballerspiele.

#25 |
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Nichtmedizinische Berufe

Guten Tag Herr Büttner,

Sie schrieben:

“1. Computer, wenn man den Umgang mit ihnen gewohnt ist, erleichtern, nehmen Arbeit ab, speichern Daten (Wissen) usw. Damit sind sie Werkzeug und nicht Trainingsgerät.”

M.e. können die Geräte beides sein. Ein kleines Beispiel dafür: Ich sammle zu div. Fachgebieten (Medizin, Geschichte, Jura) zahlreiche Fachartikel, Bücher etc. Diese waren “früher” nur in Papierform vorhanden. Ordner für Ordner… Berge… Zwischenzeitlich steige ich auf reine elektronische Akten um und allein durch die Anlage der Akten erwerbe ich Wissen über deren Inhalte, was ich habe, Stichworte, Fakten und Inhalte, die mir zur Verfügung stehen, meine Tätigkeit auszuüben. D.h. das Sammeln von Daten führt auch zu einem Training hinsichtlich der Speicherung der Daten in mir, so daß sie zur Verfügung stehen. M.e. werde ich damit nicht Dement, sondern eher Kompetent…

#24 |
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Nichtmedizinische Berufe

Herrn Prof. Spitzer erlebte ich in einer Fernsehsendung, sprich Diskussionsrunde, bei der auch seine Kinder anwesend waren und ein Statement abgaben, in dem sich einer seiner Söhne glücklich zeigte, auf sein Smartphone nun verzichtet zu haben.

Herr Prof. Spitzer wirkte die gesamte Sendung extrem angespannt, reagierte sehr überreizt auf Kritik und machte insgesamt auf mich eine sehr schlechte Figur. Er wirkte wie ein Bilderstümer vergangener Zeiten.

Es ist doch letztlich wie mit allen Werkzeugen, die wir an die Hand bekommen. Was man damit macht ist entscheidend.

#23 |
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Nichtmedizinische Berufe

Herr Hauk, die Qualifikation von Herrn Bartens ist die eines Mediziners:

http://www.werner-bartens.de/#lebenslauf

#22 |
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Gerd Eggert
Gerd Eggert

Es ist nicht der Computer, der die “Digitale Demenz” verusacht. Es ist seine Nutzung. Bisher konnte mir jedenfalls niemand erklären, warum es für die Entwicklung meines Gehirns schädlich sein soll, wenn ich mir “online” einen Artikel am Bildschirm durchlese, ich hingegen mein Wissen erweitere, wenn ich mir diesen Artikel vorher ausdrucke und dann durchlese.

#21 |
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Manfred Büttner
Manfred Büttner

Danke für die Buchvorstellung. Die Message von Spitzer ist klar und kann eigentlch auch kaum verblüffen:
1. Computer, wenn man den Umgang mit ihnen gewohnt ist, erleichtern, nehmen Arbeit ab, speichern Daten (Wissen) usw. Damit sind sie Werkzeug und nicht Trainingsgerät.
2. Das Gehirn kann/muss, ähnlich einem Muskel, trainiert werden
Schlüsse ergeben sich dann von ganz alleine (Sonst kann man etwa “Auto” und “Fitness” als Vergleichmodell nehmen)

#20 |
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Pflegewissenschaftler

Wie lautet die Grundregel so schön:
Die Menge macht das Gift.
Ich denke, dass es tatsächlich auf den einzelnen Nutzer ankommt,wie er digitale Medien verarbeitet. Das größere Problem sehe ich in der sozialen Isolation durch rein virtuelle Kontaktaufnahmenn, statt reale. Das ist es, was Kinder am nötigsten brauchen, da der Mensch aus mehr als einer digitalen Kommunikationsform besteht.

#19 |
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BI Bernd Rathgeber
BI Bernd Rathgeber

Kurz und knapp,
verwendet man Computer zur Recherche können sie einem in kurzer Zeit unmengen von Informationen besorgen.Lernen/behalten und diese informationen dazu zu verwenden eigenes zu erschaffen ist sache jedes Einzelnen.
=vernünfgitger Einsatz.
Spiele aller Art fördern zwar die Geschicklichkeit und Schnelligkeit, sie trainieren somit einen anderen Bereich des Gehirns führen aber zu einer dauerhaft hohen körperlichen Anspannung/Stress. Der Körper kann diese dauerhafte Anspannung nicht ohne gesundheitliche Folgen stämmten/halten. Auswirkungen zeigen sich in vielfältiger art. Der Mensch muss seinen Hintern bewegen und in die Natur. (Meine eigene Erfahrung)

#18 |
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Ich glaube, dass viele das Anliegen von Prof.Spitzer nicht
verstanden haben. Sein Buch richtet sich auf das LERNEN, auf die Grundlagen des Wissens, die im Kindergarten und in den Schulen vermittelt werden. Diese Grundlagen des Denkens und
Wissens kann man nicht am Computer lernen sondern sie müssen
erarbeitet werden. Es nützt einem Kind nichtz, zu wissen,
wo das Einmaleins nachzulesen ist, es muß es einfach
Lernen. Wenn die Grundlagen da sind,kann alles über
den Computer vertieft werden.
Wie oben bereits gesagt ist, Computer machen Kluge klüger
und Dumme dümmer.
Wer das Buch “LERNEN” von Prof. Spitzer gelesen hat,
weiß, was er meint und was er mit der Überspitzung in seinem
neuen Buch sagen will.

#17 |
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spitzer beschreibt seriös die zusammenhänge-gar keine frage. das anhaltende oberflächliche undurchdachte klicken, die überflutung ohne “sinn und verstand” verhindert eben bahnungen.
lernen, gezieltes nutzen meint er ja nicht. Dass er mit den “neuen”-was ist am pc neu?-medien nicht klar komme als hirnforscher, ist lächerlich. zu früh, zu viel virtuell ( ohne andere sinne) entspricht nicht unserer textur.

#16 |
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Rettungsassistentin

Dieses Buch hätte mein Vater vermutlich kaum anders geschrieben: als digital-voll-NON-Native bekreuzigte er sich mind. 3x + 1x Rosenkranz, wäre er denn katholisch, bevor er einen PC berührt.
Alle Aussagen, die ich beim lesen des Artikels (unvalidiert, da nicht von mir im Buch nachgelesen) vorgefunden habe scheinen mir, wie schon in anderen Artikeln erwähnt pauschal, an den Haaren herbeigezogen (irgendeine japanische Studie mit 300 Schülern – hallo???) und mit einem Ton von Verachtung unterlegt. Eine solche Verhaltensweise findet man allzu gerne bei Menschen, die vor einer bestimmten Materie Angst haben (vgl. Hexenverbrennung, Innenminister-WEB2.0-Phobie, Nicht-aus-Tassen-von-HIV-Infizierten-Trinker)
Das Beste wird sein, diesem Herrn in Zukunft keine mediale Plattform mehr zu bieten und sich wichtigeren Themen / Menschen zuzuwenden.

#15 |
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wie immer gilt auch beim iPad: mach das beste draus! und lange schon wissen wir, das jede medaille auch eine kehrseite hat. also dann ¿

#14 |
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Jens Schaefer
Jens Schaefer

Marcel Reich-Ranicky sagte einmal “Fernsehen macht Kluge klüger und Dumme dümmer”.
Und das ist mit Computern auch nicht viel anders.

#13 |
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Ein Computer ist ein Tool, das meine Möglichkeiten erweitert, aber nicht vorgibt, was ich damit mache. Ein Messer kann als Kuechenmesser genutzt werden, oder als Mordwerkzeug

#12 |
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Es bleibt einem wieder nichts weiter übrig, als sich eine eigene Meinung zu bilden. Beratungsstellen für Medienkonsum (Computersucht) bekommen noch keine öffentlichen Gelder (!), sondern dümpeln mit Spendengeldern, während in der Werbung Meinung gemacht wird.
Veranstalten Sie doch Informationsabende und lassen Sie Meinungen entstehen – diese Kultur vermisse ich sogar an Schulen.
Ich empfehle das Buch von Paula Bleckmann “Medienmündig – wie unsere Kinder selbstbestimmt mit dem Bildschirm umgehen lernen” und Vorträge von Herrn Freitag (Leiter der Beratungsstellen http://www.return-mediensucht.de)
findet am 18.10.2012 in Burgdorf (Hannover) der nächste Vortrag statt.

Auf alle Fälle bin ich froh, dass die Kinder noch nicht Auto fahren dürfen, sondern der KFZ-Führerschein erst ab 18 erworben werden muss, weil ein bestimmtes Verantwortungsgefühl und Orientierungssinn im Menschenalter reift. Manches Machbare muss nicht erstrebenswert sein, nur weil es Spaß macht.

#11 |
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Liebe provokante Denkanstösse. Auch wenn man da nicht zwischen i-Pad Entwicklung, überlegter Anwendung und Obsession für bestimmte mehr oder weniger sinnvolle Applikationen unterscheidet.
Die Frage bleibt: Wer oder was steuert Entwickler wie Anwender –
und was ist mit ihrer Urteils- und Kritikfähigkeit los?

#10 |
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dipl. Psych Heike Palm
dipl. Psych Heike Palm

Demenz (ICD-10-Code F00-F03) ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen und Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung.

Allein der titel des Spitzer-Werkes widerspricht schon der fachlichen Begrifflichkeit. Ich halte sein Werk für oberflächlich und pauschalisierend. Seine Auslassungen zu den sog “Killerspielen” waren schon wissenschaftlich nicht haltbar, hier wird es nicht besser.
Niemand wird der These widersprechend, dass ein ständiges “Abhängen” vor dem Computer der geistigen Entwicklung von Kindern, Jugendlichen schadet, genau wie ein ständiges Abhängen vor dem Fernseher. Im Vergleich zum Fernsehen bietet der Computer jedoch erheblich mehr aktive Beteiligungsmöglichkeiten. Und auch bei Computerspielen wird Reaktionsvermögen und Konzentration geschult. Wir verwenden in unserer Klinik z.B das Cogpac zum neuropsychologischen Hirnleistungstraining. Viele Übungen entsprechend den ganz normalen simplen Computerspielen. ich empfehle meinen Patienten solche Spiele für zuhause auch, mangels bezahlbarer Alternativen für den Hausgebrauch.
Unserem Gehirn ist es ziemlich egal wie es lernt, ich habe eher Bedenken bzgl körperlicher Auswirkungen des langen inaktiven Sitzens.

#9 |
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Rudolf Haug
Rudolf Haug

Ich weis nicht was für eine Kompetenz Herr Bartens von der Süddeutschen Zeitung hat, jedenfalls sie, Herr Strausz sollten sich als Medizinjournaist mehr auf die Fakten und wissenschaftlichen Untersuchungen beziehen, wie es Herr Spitzer tut, statt auf der WElle der populären Meinungsmache zu reiten.

#8 |
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Elke Sommer
Elke Sommer

Seit ich ein Ipad habe werde ich jeden Tag klüger, da ich alles mehr vertiefen kann. Jedem ist selbst überlassen was er mit dem verfügbaren Wissen macht.
Dümmer macht es keineswegs.

#7 |
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Dr. med.vet. Viola Hebeler
Dr. med.vet. Viola Hebeler

Unangenehme und beängstigende Warner lächerlich zu machen, war schon immer ein beliebtes Mittel. Sicher wird nicht alles so schlimm kommen, aber die Abstumpfung durch Gewaltspiele ist ja nun hinlänglich bewiesen. Will es einer wissen? Nein.

#6 |
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Prof. Dr. med. Barbara M.E. Kuntz
Prof. Dr. med. Barbara M.E. Kuntz

Manche (fortschrittsfeindliche) Probanden gehören eben einfach auf die Couch. Als Benz das Automobil erfand, behaupteten Mediziner, Geschwindigkeiten über 40km/h verursachten Gesundheitsschäden. Die Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth war Teufelszeug.
Your brain on Google:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19155745
Deutsche Zusammenfassung:
http://www.durchschnittsrente.de/blog/2010/tipps/internet-steigert-kognitive-faehigkeiten-im-alter-202

#5 |
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Dr.Dr. Roland Zielke
Dr.Dr. Roland Zielke

Wir haben das Auto nicht abgeschafft, obgleich es jedes Jahr Tausende Verkehrstote gibt, und auch das Flugzeug nicht, trotz gelegentlicher Abstürze.
Der Computer und das Internet bieten so viele offensichtliche Vorteile, dass wir die schädlichen Nebenwirkungen, die sich erst allmählich herausstellen, vermutlich genauso akzeptieren werden, und natürlich trotzdem versuchen werden, sie zu minimieren.

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Reichlich hirnrissig, das Ganze, aber Hauptsache, man kommt wieder ins Gespräch. Manche brauchen das.

#3 |
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Dr. Bernd-Philipp Hoff
Dr. Bernd-Philipp Hoff

Natürlich ist an Spitzers Behauptung schon etwas Wahres. Aber es kommt natürlich auf die Art der Nutzung des Computer an. Also seitdem ich 10 Online-Pokertische gleichzeitig spiele und das OHNE Hilfsprogrammen wie Pokeroffice oder Pokertracker, hat sich meine Gehirnfunktion enorm gesteigert. Multitasking ist nicht mehr die Domäne der Frauen , ohne Probleme kann ich nun 3 unterschiedliche Dinge gleichzeitig tun, bearbeiten, behandeln ohne Fehler oder etwas zu vergessen

#2 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Diese Gegenüberstellung von Aussagen Spitzers und seiner Kritiker ist wenig hilfreich

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