PJ auf Rheinländisch

27. Mai 2008
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Köln hat viele Attraktionen und Besonderheiten, die die Stadt so beliebt machen. Doch wir richten heute unsere Aufmerksamkeit nicht etwa auf den Kölner Dom oder den Karneval, sondern auf das Uniklinikum und schauen, was dieses den PJ'lern zu bieten hat.

Beim PJ-Ranking scheint das Uniklinikum Köln mit einer durchschnittlichen Benotung von 2,6 im Mittelmaß zu versinken. Aber auf den zweiten Blick stellt man fest, dass die PJ’ler durch die Reihen doch zufrieden waren.

Gute Stimmung in der Chirurgie

Zum Beispiel schneidet die Unfallchirurgie gut ab. Gelobt wird vor allem die Atmosphäre: "Die Unfallchirurgen sind ein lockeres Völkchen. Hier rennt einem zwar keiner hinterher, um zu unterrichten, aber wenn man will, kann man etwas lernen!" Zum Beispiel beim morgendlichen "Case of the day": Ein PJ’ler stellt einen Patienten und seinen Verlauf anhand von Röntgenbildern vor. Genug Zeit zum Kaffee trinken oder Mittagessen gibt es auf dieser Station auch. Doch manche sehen genau darin auch einen Nachteil: "Es waren eindeutig zu viele PJ’ler gleichzeitig da (7 Leute), was zwar den positiven Effekt hatte, dass wir uns einen Studientag pro Woche gönnen konnten, aber den negativen Effekt hatte, dass man oftmals stundenlang gelangweilt herum saß." Die Kölner Unfallchirurgie ist also quasi ein Geheimtipp für Studenten, die ein relativ unbeschwertes Tertial in lockerer Stimmung erleben wollen: "Wenn man sich nicht so sehr für das Fach interessiert, kann man den faulen Lenz ein wenig genießen, der Ernst des Lebens kommt früh genug."
Ganz ähnlich sieht es auch auf der Herzchirurgie aus. Studientage gönnt man den PJ’lern dort zwar nicht, doch hat man immer pünktlich Feierabend und genug Zeit, um auch mal zu entspannen. Der Chef wird sehr gelobt: "Er ist einer der sehr wenigen Chefärzte an der Uni Köln, der noch seine Menschlichkeit bewahrt hat, auch und vor allem den PJ’lern gegenüber." Und auch die Lehre kommt nicht zu kurz: "Mittwochs gab es eine Fortbildung, die mit Kaffee und belegten Brötchen versüßt wurde. Hier kann man echt etwas lernen."

Nicht überall geht es locker zu

Die Tertiale auf der HNO haben durchwachsene Bewertungen. O-Ton eines frustrierten Studenten: "Das PJ ist hier nicht zu empfehlen. Man wird viel rumgeschickt und abkommandiert. Diese Klinik zeigt insgesamt kein Interesse an Studentenausbildung und man bekommt das Gefühl zur Last zu fallen. Bis zum Schluss kannte man unsere Namen nicht und wurde mit der Namensabkürzung vom OP-Plan angeredet. Die insgesamt sehr schlechte Stimmung und internen Querelen schlagen sich auf die Arbeitsatmosphäre nieder."
Doch gibt es auch positive Statements: "Ich war total begeistert von meinem Tertial in der HNO. Die Ärzte sind alle super nett und es wird einem von allen Seiten geholfen. Ich muss sagen, dass ich dort wie ein normaler Stationsarzt mitarbeiten konnte. Und auch die Pfleger und Schwestern sind super lieb und bringen einem auch mal einen Kaffee ins Arztzimmer oder ein Brötchen zum Frühstück mit!"

Fazit

Zwar trüben ein paar Bewertungen beim PJ-Ranking den Gesamteindruck ein wenig. Doch insgesamt kann man festhalten, dass das Uniklinikum Köln seinen Job in der Ausbildung der PJ’ler gut macht. Das praktische Jahr in Köln weiß also durchaus zu gefallen. Und wenn es Beschwerden gibt, ist die Uniklinik bemüht diese auszumerzen, wie ein PJ’ler berichtet: "Die Kritikpunkte während meiner PJ-Zeit sind bereits in den nächsten Tertialen geändert worden, so dass es jetzt viel Unterricht und einen Studientag gibt!" So sollte es sein.

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