Kongo gegen Türkei – 1:0

26. Juni 2008
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Urlaubszeit ist Reisezeit und der Kampf gegen von Zecken übertragene Krankheiten geht in eine neue Runde. Grippeähnliche Symptome wie Fieber und Erschöpfung, plötzlich einsetzende Blutungen, die zu Kreislaufkollaps und Schock führen können: das sogenannte Krim-Kongo hämorrhagische Fieber (CCHF) ist auch im beliebten Reiseland Türkei auf dem Vormarsch.

Die Viruserkrankung, die von Zecken auf den Menschen übertragen werden kann, kommt vor allem in Osteuropa, Asien, Afrika sowie im mittleren Osten vor. Doch auch die Türkei meldet seit einigen Jahren entsprechende Krankheitsfälle.

Der zu den Bunyaviridae gehörende Erreger ist in der Türkei endemisch, mit sporadischen Fällen und Clustern ist im Frühjahr und Sommer landesweit zu rechnen. Schwerpunkte haben sich, nachdem die Krankheit dort erst seit 2002 bekannt ist, im zentralen und nördlichen Anatolien gebildet. 2007 wurden mehr als 150 Erkrankungen registriert, 2006 waren es 438. 94 Todesfälle wurden innerhalb der letzten 5 Jahre bestätigt. Je nach medizinischer Versorgung sterben 10 bis 50 Prozent der Erkrankten. Die Übertragung erfolgt gewöhnlich durch Zecken, gelegentlich aber auch von Mensch zu Mensch, z.B. familiär oder nosokomial.

Grund genug, Ihre Patienten bei der reisemedizinischen Beratung auf die Gefahr einer Erkrankung und vorbeugende Maßnahmen hinzuweisen. "Da es keine Impfung gegen das Krim-Kongo-Fieber gibt, müssen Ihre Patienten auf den Schutz vor Zeckenstichen achten und den Kontakt mit Kranken im Infektionsgebiet meiden", betont PD Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrums für Reisemedizin.

Für eine Reise in die Türkei sollte zudem neben dem Standardimpfschutz gegen Diphtherie und Tetanus auch ein Schutz vor Hepatitis A vorhanden sein. Denn die Ansteckungsgefahr ist dort etwa 50mal höher als in Deutschland. Für Patienten, die unter einfachen Bedingungen reisen oder einen längeren Aufenthalt planen, kann zusätzlich die Impfung gegen Typhus, Hepatitis B und Tollwut sinnvoll sein. Außerdem übertragen in einigen Regionen der Türkei Mücken die Malaria. Informieren Sie Ihre Patienten daher über die Hygieneregeln sowie einen guten Mücken- und Zeckenschutz.

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